Google+ positioniert sich für den Wahlkampf

Nico —  29.11.2011 — Leave a comment

Wir haben alle noch in Erinnerung, wie innovativ der Obama-Wahlkampf war, wie durch eine Fülle von verschiedenen Online-Maßnahmen unzählige Aktivisten aufgefordert wurden, Obama durch die unterschiedlichsten Handlungen zu unterstützen, vom Fundraising bis hin zum Verteilen von Flugblättern und dem Überzeugen von Nachbarn, Freunden und Kollegen.

Wir wissen alle noch, wie aufregend es für alle war, daß Obama Twitter genutzt hat und wie groß die Enttäuschung Vieler war, daß selber nie getwittert hatte.

Seit kurzer Zeit ist Obama mit einer Wahlkampfseite auf Google+ vertreten. Was im Sinne eines Landgrab-Verfahrens sinnvoll ist, dürfte für das Obama-Team darüber hinaus auch eine strategische Bedeutung haben, denn als “technology-savvy candidate” muß man eben auch auf Google+ sein und die zur Verfügungs stehenden Tools optimal nutzen.

Google hat jetzt eine eigene Seite für politische Parteien, Verbände, Organisationen und Regierungen eingerichtet, um gezielt auf die Features von Google+ hinzuweisen, die für das Erreichen der Bürger nützlich sein könnten.

Dazu wird folgender Satz angeführt:

Google+ provides politicians, political organizations, governments, activists and campaigners new ways to connect and share information online.

Tja, das macht mich stutzig. Das klingt sehr nach Einbahnstraße, oder? Ist Google+ gerade deshalb nützlich für den Politikbetrieb, weil man besonders leicht Menschen erreichen und die eigene Nachricht verbreiten kann? Was ist aus dem guten alten Dialog geworden? Nicht skalierbar, daher geopfert auf dem Altar der Modern? Ein Google Hangout ist mitnichten eine Diskussionsveranstaltung und ein Livestream ist noch keine Großveranstaltung. Und das gilt nicht nur für Google+, sondern auch für Facebook und Twitter. Die dialogische Komponente wird nicht skalieren, daher liegt der Fokus auf dem Verbreiten von Meinungen.

Interessant, oder? Wie gehen wir als Baustein eines von oben gesteuerten Top-Down-Konstruktes damit um? Oder überinterpretiere ich da nur einen Satz, der eigentlich ganz anders gemeint ist und nur zufällig lediglich einseitig das Thema aus der Perspektive der Politik betrachtet, weil die der Adressat ist in diesem Fall?

Aber wie dem auch sei, Obama ist auf Google+ und der Wahlkampf wird nächstes Jahr auch dort stattfinden.

No Comments

Be the first to start the conversation.

Los, kommentier das mal!