Wulff: wie lange noch bis zum Rücktritt?

Wulffs Urlaubsdomizil in Florida (Symbolfoto)Christian Wulff macht die übliche Salami-Taktik. Es wird immer nur so viel zugegeben, wie sowieso schon herausgekommen ist. Hinzu kommt, daß Wulff nur noch über seine Anwälte kommuniziert und natürlich streiten diese erst einmal ab, daß es irgendwelche Verfehlungen gegeben haben könnte.

Interessanterweise wird Wulff nicht nur vom Spiegel kritisiert, sondern auch von BILD und der FAZ. Es ist selten, daß eine derartige Übereinstimmung dieser drei Publikationen herrscht. Interessanterweise bringt jetzt die WELT einen neuen Spin ins Spiel, daß nämlich Wulffs Ehefrau Bettina eine treibende Kraft hinter ihm sei: Mehr Ansprüche. Mehr Wünsche.

Ich werde das Gefühl nicht los, daß Christian Wulff sich der Ausweglosigkeit seiner Lage durchaus bewußt ist, daß er aber irgendwie noch versucht, sich in das neue Jahr zu retten, in der Hoffung, daß nach der parlamentarischen Weihnachtspause wieder andere Themen im politischen Berlin vorherrschen.

Christian Wulff muß klar sein, daß er als Bundespräsident höheren moralischen Ansprüchen genügen sollte, will er Gehör finden mit seinen Reden. Zur Finanzkrise und den damit verbundenen Verfehlungen in der Finanzbranche wird er nun sehr wenig sagen können, wie Frank Schirrmacher unlängst herausstellte.

Das Dilemma um Christian Wulff ist meiner Meinung nach symbolisch für die Personalpolitik von Angela Merkel. Alles fällt auseinander, es ist keine gerade Linie erkennbar und Sprachlosigkeit macht sich breit. Sowohl auf Seiten der Regierenden, als auch bei den Regierten, die sich fragen, wie lange das Koalitionsdebakel noch weitergehen kann.

Christian Wulff hat nichts mehr zu sagen, außer das er seinen Rücktritt verkündet. Er hat sich selber um das Amt gebracht, in dem er bislang überhaupt nicht aufgefallen war.

10 Antworten auf „Wulff: wie lange noch bis zum Rücktritt?“

  1. ich hab#s doch schon vor Tagen gesagt: er macht das alles für Tatto-Betty

  2. ich hab#s doch schon vor Tagen gesagt: er macht das alles für Tatto-Betty

  3. ich hab#s doch schon vor Tagen gesagt: er macht das alles für Tatto-Betty

  4. Der Bundespräsident hat ein symbolisches Amt inne. Er lebt und überlebt nur mit Werten: Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Moral, Wahrheit, Anstand. Und Integrität, die in diesem Fall zu bewerten ist, über das formal Juristische hinaus. Diese Werte sind das Problem, denn Wulff besitzt diese Werte nur noch in einem Maß, das dem des Bundespräsidenten unwürdig ist. Stimmt, es ist Salami-Taktik. Es ist das eingestehen dessen, was nicht mehr zu leugnen ist. Wie so oft ist die Krise eine Kommunikationskrise. Offenheit und Aufrichtigkeit von Anfang an, das darf und muss man von einem Bundespräsidenten erwarten.

    Länger: http://www.medientrainerblog.de/2011/12/19/dear-mr-president/

  5. Da kann ich nur 100% ig zustimmen ,im speziellen zum letzten Satz , auch wenn es schmerzt , zuzusehen wie die politische Kultur den Bach runtergeht .

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