Das Wulffen hat ein Ende

Nico —  17.02.2012 — 6 Comments

Christian Wulff ist nun endlich zurückgetreten und dieser Rücktritt fügt sich ein in eine Reihe von Auftritten, die deutlich zeigen, daß ihm die Tragweite seines Handelns überhaupt nicht bewußt ist. Das war kein präsidialer Auftritt, das war weinerlich und vor allem uneinsichtig.

Wulff hat als Bundespräsident Geschichte geschrieben, da gegen ihn die Aufhebung der Immunität beantragt wurde, aber es hätte nicht so weit kommen müssen, wenn er bereits im Dezember eine ordentliche Krisenkommunikation eingeleitet hätte. Die Salami-Taktik beim Zugeben von Verfehlungen hat dazu geführt, daß er Woche für Woche an Zustimmung und Respekt in der Bevölkerung verloren hat. Man darf sich allerdings auch fragen, wer Christian Wulff in den Jahren als Ministerpräsident in Niedersachsen und als Bundespräsident beraten hat. Entweder er wurde falsch beraten oder er war beratungsresistent. Wulff wurde ein Amstverständnis zum Verhängnis, das der Realität der Bürger extrem widerspricht. Ob es sich rechtlich um Vorteilsnahme handelt, ist völlig unerheblich, ein Bundespräsident muß über den Dingen stehen, ein Ministerpräsident übrigens auch.

Tragisch ist das alles nicht, es zeigt einfach nur, daß Merkel bei der letzten Bundespräsidentenwahl jemanden zur Beförderung vorgeschlagen hat, der nicht das Format für das höchste Amt im Staate hat. Wulff hat dann in seiner Amtszeit alles dafür getan, diesen Eindruck noch zu bestärken. Sein moralischer Anspruch im Umgang mit Rau und Glogowski führt jetzt natürlich zu einem umso tieferen Fall. Wenn Christian Wulff noch ein kleines Fünkchen Stil irgendwo hat, dann lehnt er den Ehrensold aufgrund eines Rücktritts aus persönlichen Gründen ab. Aber soweit wird es nicht kommen.

Interessant bleibt übrigens die Klärung der Frage, warum BILD, FAZ, SPIEGEL und Süddeutsche in diesem Fall bei den Recherchen nicht locker gelassen haben. War es ein Kräftemessen? Gab es ein Zerwürfnis? Gibt es noch mehr, was man über Wulff herausbekommen wird?

Christian Wulff hat das Amt des Bundespräsidenten nachhaltig beschädigt, seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger wird es gelingen müssen, das Amt des Staatsoberhauptes wieder mit Inhalten und Würde zu füllen.

6 responses to Das Wulffen hat ein Ende

  1. Kneppgamer 17.02.2012 at 12:45

    Wulff wulfft nun nicht mehr.

  2. Kneppgamer 17.02.2012 at 12:45

    Wulff wulfft nun nicht mehr.

  3. Wullff hat das Amt des Bundespräsidenten beschädigt? Das höre ich öfter und kapiere es immer weniger … Sind die Anrufe bei Diekmann gemeint? Die Salamitaktik? Das entspringt doch alles seiner Wursthaftigkeit und nicht dem Amt, das er nur ansatzweise ausfüllte. Die Anlässe der Vorwürfe lagen alle vor seinem Einzug ins Schloss Bellevue. Welche Schwierigekeiten sollte also sein Nachfolger haben, das Amt mit Würde zu füllen?

  4. Wullff hat das Amt des Bundespräsidenten beschädigt? Das höre ich öfter und kapiere es immer weniger … Sind die Anrufe bei Diekmann gemeint? Die Salamitaktik? Das entspringt doch alles seiner Wursthaftigkeit und nicht dem Amt, das er nur ansatzweise ausfüllte. Die Anlässe der Vorwürfe lagen alle vor seinem Einzug ins Schloss Bellevue. Welche Schwierigekeiten sollte also sein Nachfolger haben, das Amt mit Würde zu füllen?

  5. Zu

    “Man darf sich allerdings auch fragen, wer Christian Wulff in den Jahren als Ministerpräsident in Niedersachsen und als Bundespräsident beraten hat. Entweder er wurde falsch beraten oder er war beratungsresistent.”

    kann ich nur sagen, dass ihm seine Medienaffäre sehr peinlich sein sollte, wo seine Frau doch als studierte Pressesprecherin arbeitete. http://de.wikipedia.org/wiki/Bettina_Wulff

  6. Zu

    “Man darf sich allerdings auch fragen, wer Christian Wulff in den Jahren als Ministerpräsident in Niedersachsen und als Bundespräsident beraten hat. Entweder er wurde falsch beraten oder er war beratungsresistent.”

    kann ich nur sagen, dass ihm seine Medienaffäre sehr peinlich sein sollte, wo seine Frau doch als studierte Pressesprecherin arbeitete. http://de.wikipedia.org/wiki/Bettina_Wulff

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