Das letzte Zucken der Sonstigen

Zugegeben, ich bin froh, daß Christian Wulff abgedankt hat und ich finde es gut, daß Joachim Gauck jetzt Bundespräsident werden soll. Es stellt sich allerdings die Frage nach der Bewertung des Vorgehens zur erneuten Kandidatenfindung. Ich war, wie so viele Kommentatoren, nicht dabei, aber ich habe natürlich eine pointierte Meinung dazu.

Ich glaube, bei der Kandidatenfindung haben wir ein letztes Zucken der FDP gesehen. Ein staatsmännisches zwar, aber dennoch keinen Neustart.

Es gibt drei Punkte, die deutlich machen, was am Wochenende passiert ist:

1. Die rot-grüne Opposition hat durch die frühe Festlegung auf Joachim Gauck der Koalition die Optionen genommen

2. Angela Merkel und die CDU haben künftig noch eine Rechnung offen mit der FDP, Mutti war not amused. Mutti hat sogar geschrien.

3. Das war keine Machtdemonstration von Philipp Rösler, sondern reiner Pragmatismus von Wolfgang Kubicki, der seine letzte Chance auf den erneuten Wiedereinzug ins Landesparlament von Schleswig-Holstein damit hat wahren wollen. Rösler wurde gedrängt, er hat nicht selber gehandelt.

Rösler hat sich zwar gefreut wie ein Scheekönig, aber zu welchem Preis? Die FDP wird zu spüren bekommen, wie die Kräfteverhältnisse in der Regierung wirklich sind. Der Gauck-Bonus wird direkt nach der Wahl verflogen sein für die FDP, denn Gauck wurde bereits vor zwei Jahren von der Opposition vorgeschlagen. Als Bundespräsident ist Gauck sowieso der Überparteilichkeit verpflichtet, daher wird die FDP von diesem Amtsträger keinerlei Abstrahleffekte mitnehmen können. Angela Merkel hingegen hat jetzt alle Optionen offen für die nächste Wahl und muß sich nicht mehr um den dahinsiechenden Koalitionspartner kümmern. In der schwarz-gelben Koalition werden wir bis zur Wahl schwarz pur erleben und die FDP wird mehr denn je zur Randerscheinung werden.

Es manifestiert sich, dass die FDP mit dem Rücken zur Wand steht und dieser vermeintliche Befreiungsschlag ehervein Selbstmord aus Angst vor dem Tod war. Der große Fußball-Philosoph Lukas Podolski hat mal gesagt: „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“, bezogen auf die Politik kann man attestieren: „FDP ist wie Partei, nur ohne Strategie“.

16 Antworten auf „Das letzte Zucken der Sonstigen“

  1. Machen wir doch gleich einmal ein Kaffeesatzlesen für 2013.

    schwarz-rot (sehr wahrscheinlich)

    schwarz-grün (wahrscheinlich)

    rot-grün (weniger wahrscheinlich)

    rot-grün-gelb (unwahrscheinlich)

    rot-grün-orange (unwahrscheinlich)

    rot-rot-grün (unwahrscheinlich)

    Schaunmermal

  2. Machen wir doch gleich einmal ein Kaffeesatzlesen für 2013.

    schwarz-rot (sehr wahrscheinlich)

    schwarz-grün (wahrscheinlich)

    rot-grün (weniger wahrscheinlich)

    rot-grün-gelb (unwahrscheinlich)

    rot-grün-orange (unwahrscheinlich)

    rot-rot-grün (unwahrscheinlich)

    Schaunmermal

  3. Bin d’accord aber bitte noch einmal Korrekturlesen, bevor Merkel den Krieg erklärt:

    Mutti war not amused.

    Rösler hat sich zwar gefreut wie ein Scheekönig

  4. Bin d’accord aber bitte noch einmal Korrekturlesen, bevor Merkel den Krieg erklärt:

    Mutti war not amused.

    Rösler hat sich zwar gefreut wie ein Scheekönig

  5. aufgespießt:

    Schorlemmer forderte Gauck auf, seine Themenpalette zu erweitern. „Es ist wunderbar, dass er das Loblied auf die Freiheit singt“, sagte Schorlemmer der „Berliner Zeitung“. „Aber er müsste auch das Loblied auf die Gerechtigkeit singen, damit sich alle die Freiheit leisten können.“ Soziale und bürgerliche Menschenrechte gehörten untrennbar zusammen. „Wer von der Freiheit spricht, der muss auch vom Brot sprechen, vom Wasser, vom Wetter, vom Frieden“, mahnte er.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13878478/Die-Gruenen-streiten-ploetzlich-ueber-Joachim-Gauck.html

  6. aufgespießt:

    Schorlemmer forderte Gauck auf, seine Themenpalette zu erweitern. „Es ist wunderbar, dass er das Loblied auf die Freiheit singt“, sagte Schorlemmer der „Berliner Zeitung“. „Aber er müsste auch das Loblied auf die Gerechtigkeit singen, damit sich alle die Freiheit leisten können.“ Soziale und bürgerliche Menschenrechte gehörten untrennbar zusammen. „Wer von der Freiheit spricht, der muss auch vom Brot sprechen, vom Wasser, vom Wetter, vom Frieden“, mahnte er.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13878478/Die-Gruenen-streiten-ploetzlich-ueber-Joachim-Gauck.html

  7. Wer nur noch mit solchen Personalspielchen punkten kann, ist politisch-inhaltlich sowieso abgemeldet und am Ende. Sich auf kleine Erfolge bei solchen Spielchen gar noch was einzubilden, ist das Ende von Politik und jeglichen politischen Anspruchs.

  8. Wer nur noch mit solchen Personalspielchen punkten kann, ist politisch-inhaltlich sowieso abgemeldet und am Ende. Sich auf kleine Erfolge bei solchen Spielchen gar noch was einzubilden, ist das Ende von Politik und jeglichen politischen Anspruchs.

  9. War auch so meine Reaktion: Mal noch schnell „Politik“ auf Bundesebene (schein zu) machen, bevor der Ofen aus ist.

  10. War auch so meine Reaktion: Mal noch schnell „Politik“ auf Bundesebene (schein zu) machen, bevor der Ofen aus ist.

  11. //“Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel”, bezogen auf die Politik kann man attestieren: “FDP ist wie Partei, nur ohne Strategie”

    … was ja irgendwie hieße, dass Strategie mit Politik rein gar nichts zu tun hat.

  12. //“Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel”, bezogen auf die Politik kann man attestieren: “FDP ist wie Partei, nur ohne Strategie”

    … was ja irgendwie hieße, dass Strategie mit Politik rein gar nichts zu tun hat.

  13. Dazu passt die gestrige Griechenlandschelte. „Wir lassen uns nicht erpressen!“ Wer erpresst denn eigentlich wen, sollte man Herrn Rösler fragen.

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