Gender-Ghetto in Pink und Lila – und mit Robotern

Nico —  28.02.2012

Christopher Pramstaller hat auf sueddeutsche.de mal richtig viel Wind um gar nichts gemacht und mit weitem Anlauf die Lego-Produktlinie für Mädchen – Gender-Ghetto in Pink und Lila gedisst:

Das Ergebnis ist ein emanzipatorischer Albtraum: Die zentralen Figuren, die Freundinnen Mia, Emma, Andrea, Olivia und Stephanie, leben in „Heartlake City“, einem Gender-Ghetto in Pink und Lila. Für die realen wie die Plastikmädchen gibt es nichts weiter zu tun, als Kuchen zu backen, in den Schönheitssalon zu gehen und sich um die Pferde zu kümmern.

Unsere Tochter hat vor ein paar Wochen etliche Sets von LEGO Friends als Teststellung bekommen und spielt seitdem begeistert mit LEGO Friends. Sie spielt auch mit anderem LEGO, aber sie baut eben nicht so gerne Autos und Raumschiffe, sondern macht lieber etwas mit Häusern und Menschen. Daraus jetzt zu konstruieren, daß dieses fiese Gender-Marketing dazu führe, daß die Mädchen in einem Gender-Ghetto gefangen wären, ist schon starker Tobak und eigentlich nur als Linkbait zu qualifizieren. Selten habe ich so einen dämlichen Stuß über Spielzeug für Mädchen gelesen.

Guck Dir das mal an, Christopher Pramstaller, so sieht Dein blumig beschriebenes Gender-Ghetto aus:

Die Phantasie der Mädchen wird nicht beschränkt werden, nur weil die LEGO-Steine pink und lila sind, denn spätestens nach dem ersten Aufräumen wird sowieso alles zusammen in einer Kiste landen. Klar sind die Männekens anders, aber das macht beim Spielen mal gar nichts. Für mich stellt LEGO Friends wenn überhaupt die Einstiegsdroge für Mädchen in die kreative Welt von LEGO dar, und meinetwegen kann dies dann auch in pink und lila erfolgen. Diese ganz konstruierte Gender-Grütze allerdings teile ich nicht ansatzweise. LEGO Friends ist ein tolles Spielzeug für Mädchen, sagt jedenfalls meine Tochter und die kennt sich aus.

7 responses to Gender-Ghetto in Pink und Lila – und mit Robotern

  1. was is mit den jungs? die würden vielleicht auch gern mit sowas spielen. aktiv angesprochen werden aber mädchen. es is nix gegen so spielzeug zu sagen wenn damit eben beide geschlechter adressiert werden

  2.  @korbinian was ist denn das für ein blödsinn? warum soll es kein geschlechter-spezifisches spielzeug geben? von mir aus können jungs auch mit lego friends spielen, genauso wie mädchen auch mit autos spielen können. 

  3. FriedrichB 1.03.2012 at 5:34

    Lieber Genosse Nico,
     
    wenn man/frau nur in der Netztruppe der SPD ist, schaut mann leider selten in den Haushaltsbereich. Das lese ich Deinen Worten zufolge auch oft mals Gender-Grütze, sprich Gender-Budget :-)
     
     
     
    Meine Frau hat sich auch als Kind darüber beschwert, dass es nur für Mädchen spezifisches Spielzeug gab:
     
    Weil Mädchen spielt mit Puppe und Junge ist immer Cowboy :-)
     
    Und meine Frau muß es doch wissen, die ist zufällig Maschinenbauingenieuren und wundert sich immer noch dass so wenig pink girls Naturwissenschaften studieren.
     
    Soviel zur Gender-Grütze :-)
     

  4.  @NicoLumma Siehst Du Deinen Wiederspruch nicht selber? Wenn doch Jungs auch mit lego friends, und Mädchen mit Autos spielen können – warum _sollte_ es dann geschlechter-spezifisches Spielzeug geben?
     

  5. NicoLumma 1.03.2012 at 10:26

    @strike du redest wirr.

  6. Mein Sohn wünscht sich zu Weihnachten unbedingt etwas von Lego Friends, er ist mehr der ruhige, spielt sehr gerne mit Häusern, Figuren und Tieren. Daher find ichs auf den ersten Blick schon etwas schade dass diese Serie so pink und Mädchenhaft sein muss. Er ist 4 und ich will ihm nicht weiterhin Lego Duplo kaufen, wird ja auch langweilig. Problem, es gibt gar nichts anderes. Nun werd ich wohl mal schauen müssen ob ich etwas nicht ganz so pinkes finde ;) Für Mädels hingegen ist es natürlich super. Ich habe gar nichts gegen Geschlechter spezifisches Spielzeug, aber es gibt auch noch Jungs die sich nicht nur für Rambazamba interessieren und es wäre ja mal schön wenns für die auch was gäbe. Erinnere mich gut an meinen besten Freund in der Schulzeit, spielte auch lieber ruhig, also viel mit Puppenhäusern und Co. damals gabs ja noch weniger für Buben! Heute ist er schwul, ich will ja keine wilde Theorie aufstellen, aber wenn man seinen Sohn schon mit Mädchenspielzeug zuklöppeln MUSS, wunderts mich nicht und ist ja fast schon vorprogrammiert dass er Mädchenhaftes verhalten entwickelt. An sich kein Problem für mich, aber es muss ja wirklich nicht sein, Jungs werden in dieser Hinsicht einfach vernachlässigt. Wäre schön wenn es auch mal Häuser, Zoos, Pflegestationen, Einkaufsmärkte und Co. für größere Jungs gäbe und nicht nur für Mädels und Babys.

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