Pinterest regt mich auf!

So, jetzt ist es raus. Pinterest regt mich wahnsinnig auf. Guckt Euch mal die Zahlen an, die aktuell berichtet werden.

Laut Google Adplanner sind 80% Frauen bei Pinterest und alle im besten konsumfreudigen Alter und es werden Inhalte geteilt, so daß wirkliche Trafficströme entstehen:

According to our findings based on aggregated data from more than 200,000 publishers that reach more than 260 million unique monthly visitors each month, Pinterest drives more referral traffic than Google Plus, LinkedIn and YouTube combined.

Laut den Pinterest Referral Traffic Statistics von Shareaholic liegt der Anteil am gesamten Referral Traffic des Webs bei immerhin 3,6%, was massiv ist bei einer Site, die ca. 40 Million unique Visitors im Monat hat.

Pinterest ist also beeindruckend, vor allem da Pinterest immer noch auf einem Einladungssystem basiert. Ich selber befülle seit ein paar Wochen mein Board Produkte der Woche seit ein paar Wochen mit Produkten, die ich irgendwie interessant finde und lasse daraus dann einmal pro Woche ein Blogpost mit 9 ausgewählten Produkten in der Kategorie Produkte der Woche entstehen. Ich bekomme viele Repins, Likes und Kommentare und finde es toll, wie gut Pinterest funktioniert, auch wenn die Embed-Möglichkeiten noch besser sein könnten.

Warum mich Pinterest aufregt? Weil ich vor 5 Jahren mal die Idee zu Shoppero hatte, die natürlich nicht ansatzweise so toll umgesetzt wurde und sicherlich auch etliche Veränderungen benötigt hätte, aber im Kern nicht viel anders war als Pinterest jetzt ist: Listen von Listen von Listen von Produkten, die von Nutzern durch ein Bookmarklet oder direkte URL-Eingabe hinzugefügt werden. Auf jeden Fall ist Pinterest viel besser und durchdachter und eben auch 5 Jahre später, mit Sharing-Gedöns, Facebooks frictionless Sharing und so weiter, aber es ärgert mich maßlos, daß ich vor 5 Jahren schon sehr dicht dran war mit einer Idee, die jetzt massiv fliegt. Ich bin mir sehr sicher, daß Pinterst den Referral-Traffic wunderbar monetarisieren können wird und daß Pinterest auf einem Schatz von Daten sitzt, den Einkäufer großer Firmen sicherlich gerne mal sehen würden. Pinterest wird ein ganz großer Dienst werden, da bin ich mir sicher. Idiotensicheres Kuratieren von Produkten, da entsteht gerade ein Massenmarkt.

Hrmpf.

Produkte der Woche – 5

Und auch diese Woche wieder ein buntes Sammelsurium von Produkten, die mir irgendwie aufgefallen sind.

Ach, irgendwie mag ich Lana Del Rey.
Quelle: amazon.de

Saugute Headsets.
Quelle: amazon.de

Nur so können Babys stilvoll reisen.
Quelle: amazon.de

Das sind mal akurate Arcade-Lichtschalter.
Quelle: etsy.com

Wir Jedis müssen auch mal daddeln.
Quelle: amazon.de

Was Clump-O-Lump heißt, kann nur gut sein für Kinder.
Quelle: swiss-miss.com

Wo die guten Ideen herkommen. Das würde mich auch mal interessieren.
Quelle: amazon.de

Etch-a-Sketch war gestern, jetzt kommt Magnatab.
Quelle: swiss-miss.com

Sneaker-Klassiker von Nike, neu aufgelegt.
Quelle: highsnobiety.com

Ansgar Heveling hat Recht!

Jedenfalls werden das viele der Leser des Gastkommentars von Ansgar Heveling im Handelsblatt denken. Zwar macht sich im Netz ein Stahlgetwitter der Entrüstung breit, aber wen interessiert das schon von der Zielgruppe des Ansgar Heveling? Eben. Heveling adressiert all diejenigen, die einfach mal kein Interesse daran haben, sich ständig von irgendwelchen Heinis in Hoodies erklären lassen zu müssen, wie sich die Welt verändert. Wenn wir immer fröhlich von Transparenz, Disruption und dem Verschwinden der Gatekeeper reden, dann stellt dies einfach mal für viele Menschen eine totale Bedrohung dar. Es gibt einfach auch Menschen, die wollen das alles nicht, die wollen bei ihrem Lebensentwurf bleiben und haben kein Interesse an Veränderungen oder gar den schnell-lebigen Uwälzungen, die das Internet verspricht.

Insofern wird Ansgar Heveling auf sehr viel positive Resonanz stoßen bei all denjenigen, denen dieses Internet irgendwie suspekt ist und denen es völlig reicht, daß sie dort irgendwas konsumieren können, denen aber all diese anderen wunderbaren Themen, die das Netz zu bieten hat, völlig egal sind. Und, machen wir uns nichts vor, auch wenn die Internet-Nutzung in Deutschland in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, so haben wir immer noch 20% Offliner und sicherlich noch viel mehr Menschen, die zwar online sind, aber keinerlei gesteigertes Interesse daran, sondern nur die grundlegenden Dienste gerade einmal nutzen.

Natürlich gefällt mir nicht, was Ansgar Heveling geschrieben hat, natürlich war das eine Aneinanderreihung von gefährlichem Unsinn, und natürlich ist das keine Grundlage für eine Diskussion – aber das war auch nie sein Ansatz und ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe dieses Artikels. Die deutschen Fortschrittsverweigerer haben jetzt für den Moment eine neue Gallionsfigur gefunden, insofern hat Ansgar Heveling sein Ziel erreicht und sich positioniert. Das erfreut viele der sog. Entscheider, die Angst vor Umwälzungen in ihren Branchen haben und hoffen, daß der Kelch noch mal an ihnen vorüber geht, das erfreut aber auch viele Politiker und noch viel mehr Wähler, denn das Festhalten an althergebrachten Lösungsansätzen und Heilsversprechen hat für diese Menschen sehr viel mit Kontinuität, Tradition und gelebten Konservatismus zu tun.

Früher, da war alles besser. Die Zukunft ist ungewiss. Das liegt am Internet. Das müssen wir eindämmen. Dann geht es uns wieder besser. So banal das klingt, das wird als Argument im Wahlkampf ziehen, nicht nur in der Provinz, auch in der Stadt. Die CDU hat jetzt durch Ansgar Heveling mal gucken lassen, wie kalt das Wasser ist. Nachdem nur die üblichen Verdächtigen krakelt haben, wird die CDU die Netzpolitik jetzt noch mehr in diesem Sinne akzentuieren und eine Anti-Netzpolitik daraus machen.