Oh Programmers, Where Art Thou?

Nico —  1.03.2012

Egal, wen ich frage, egal, wer mich fragt, wenn sich Leute aus der Kreativbranche unterhalten, kommt immer zu allererst die Frage „kennst Du gute Entwickler, die einen Job suchen?“ – und, um ein klein wenig die Suspense gleich am Anfang zu killen, niemand kennt gute Entwickler, die gerade einen Job suchen. Es gibt schlichtweg keine Entwickler auf dem Markt. Jedenfalls nicht in den Zentren der Kreativbranche. Der Markt ist leergefegt, und das nicht erst seit gestern.

Wer hat da eigentlich in den letzten 10 Jahren so massiv gepennt? Wenn man sich anguckt, wie gerade in New York City ein neuer Tech Campus am Entstehen ist, dann fragt man sich doch, was unsere Unis hierzulande eigentlich so treiben, oder? Woran liegt es, daß wir in Deutschland so dünn besetzt sind mit Entwicklern? Noch dazu mit welchen, die ein Interesse an Internet-Technologien haben? Weil Polen, Rußland und die Ukraine so dicht sind und man lieber outsourcen will, damit man schneller Businessmodelle kopieren kann und sowieso kein Interesse an Technologie hat? Weil das Wort „Informatiker“ ungefähr so spannend klingt wie Sanitätsbedarffachverkäufer oder Pförtner? Weil in der Schule Technologie nicht den Stellenwert hat?

Ich weiß es nicht. Ich frage ja nur. Aber wenn ich in einer Pressemeldung von Otto lesen kann, daß massiv Stellen zu besetzen sind:

Insgesamt werden weit über 500 Stellen neu besetzt. Vor allem in der IT und im Bereich E-Commerce besteht ein hoher Bedarf.

und dazu im Hinterkopf habe, daß allein in Hamburg Goodgamestudios 150 offene Stellen hat, Bigpoint in derselben Größenordnung Entwickler sucht und jeder, den ich kenne, verzweifelt nach Entwicklern Ausschau hält, dann ist da doch ein massiver Fehler im System vorhanden. Diese Vakanzen sind ja nicht über Nacht entstanden, sondern Folge einer langjährigen Entwicklung. Die Firmen kommen da mit Auszubilden nicht hinterher, abgesehen davon bekommen die auch nicht unbedingt das beigebracht in der Berufsschule, was hilfreich wäre für einen Job als Programmierer in der heutigen Zeit.

Ach ja, wir suchen auch gerade: Interaction Designer, Javascript Developer, Web Backend Developer, Web Operations Engineer. Ja, alles neumodischer Krams, das hat es früher so nicht gegeben, wird aber gerade massiv benötigt.

Ich habe neulich mal erläutert, warum Kinder programmieren lernen sollten und warum Schüler eine Programmiersprache als zweite Fremdsprache haben müssten. Ich glaube, wir müssen hier als Gesellschaft kollektiv umdenken und junge Menschen für Themen sensibilisieren, die auf sie zukommen, nicht die hinter ihnen liegen. Der Internetsektor wächst massiv und ist die treibende Kraft hinter einer Umwälzung der gesamten Kreativbranche, aber es fehlen Leute an jeder Ecke. Gute Entwickler entstehen nicht über Nacht, hier muß dringend investiert werden in die Köpfe der Zukunft. Aber so lange wir als Gesellschaft immer noch darauf aus sind, die Bedrohung durch neue Dinge zu thematisieren, anstatt sie zu umarmen und das Beste daraus zu machen, so lange gucken wir dann eben zu, wie andere Länder einfach mal den Markt aufteilen, bevor wir begreifen, was da für interessante Arbeitsplätze entstehen könnten, die ein Land ohne natürliche Ressourcen wie Deutschland dringend benötigt.

Ich glaube, wir brauchen eine neue Kultur der Technologie.

51 responses to Oh Programmers, Where Art Thou?

  1. dirksteins 1.03.2012 at 23:42

    @Nico here, drunk on the sofa.

  2. port80guru 1.03.2012 at 23:47

    @Nico fragen Sie mal bei der @DRV_Bund nach wo der Burnout Genozid Fachkräftemangel durch #Wulffs Ehrensold herkommt. http://t.co/hid1uD40

  3. @Nico Die sind alle hier ;-) http://t.co/EyrhQboD

  4. Otto geht da ja interessante Wege indem sie Studiengänge (mit)entwickeln und fördern. Bei einer Situation wie Du sie beschreibst ist es ja für jeden halbwegs programmierfähigen Menschen naheliegender sich einen top bezahlten Job im Kreativbereich zu suchen, statt sich im Bildungsbereich zu engagieren der nicht die Ressourcen für eine derartige Bezahlung hat. Darüber hinaus stellt sich die Frage ob es die Angebote der Hochschulen nicht vielleicht sogar gibt, der Markt aber eine Dynamik an den Tag legt die mit Curricula, Prüfungsordnung, Anzahl Studieninteressierte und der oben angesprochenen Lehrkapazität evtl. nur schwer in Einklang bringen lassen.

  5. @holadiho mal? das diskutieren wir morgen mal! :)

  6. @Nico gib’s ihm! ;)

  7. So um die Jahrtausendwende rum, als ich noch Student war *hüstel*, war es plötzlich voll hipp Informatik zu studieren. Plötzlich waren doppelt soviele Erstsemester da wie vor. Die Reaktion des FB war zu überlegen, wie man die so schnell wie möglich wieder alle los wird (der FB war eh einfach zu klein). Mit Erfolg. Gleichzeitig kam Bachelor/Master, wo es eh noch weniger um Wissensvermittlung als um Selektion ging. Das Ergebnis war, dass man plötzlich mit Leuten in einer Vorlesung saß, die statt zuzuhören lieber Starcraft gespielt haben oder untereinander schnatterten. Ich persönlich fühlte mich dabei irgendwie in meine Schulzeit zurückversetzt. 

  8. Man sollte diese Netzgemeinde und die paar Jobs nicht überbewerten. 

  9. thinkberg 2.03.2012 at 8:51

    @Nico wir sind doch hier …

  10. @Nico looking for 8 month now for capable PHP and windows coders in SoCal… it’s nuts.

  11. @Nico Es gibt nicht zu wenig Programmierer, nur zu wenig gute Stellen. ;)

  12. @Nico gibt genug. die guten sind nur nicht so blöd sich intern besetzen zu lassen – bleiben lieber selbständig und verdienen das 3-fache.

  13. ReneBuest 2.03.2012 at 9:08

    @Nico Werden zu schlecht bezahlt!

  14. ReneBuest 2.03.2012 at 9:29

    @nico Hinzu kommt, dass viele keine Lust mehr haben sich anstellen zu lassen und ihr eigenes Ding machen, z.B. via @HackFwd. Is doch super!

  15. sebastiankeil 2.03.2012 at 9:45

    @elfacht hört hört

  16. @sebastiankeil Ja, bitte?

  17. Zusätzlich zu dem von dir beschriebenen Problem kommt allerdings noch, dass die meisten Unternehmen gar nicht _wissen_, wie sie die guten Entwickler, die sie mit viel Aufwand und Kosten einstellen konnten, überhaupt halten sollen. Sogar das eine oder andere Unternehmen, das man als Technologieführer empfindet, behandelt seine Entwickler frei nach dem Klischee wie soziophobe, entscheidungs- und verantwortungsunfähige Code-Tipp-Maschinen. Da wundert es mich gar nicht, dass die Entwickler irgendwann die Nase voll haben, sich selbständig machen und damit womöglich komplett vom Markt sind.

  18. @digitalnomad thx!

  19. Ja, bei uns an der Schule gibt es immerhin Informatikunterricht, doch wird hier gerade mal mit Delphi 4 gearbeitet. Die Schulleitung rechtfertigt das mit: „Was alt ist muss nicht schlecht sein“… – Bei einem Programmierwettbewerb, der als Klausurersatz mitgemacht wurde, war Java allerdings verboten, weil der Lehrer es aufgrund seiner Unfähigkeit und Faulheit nicht bewerten konnte… 

  20.  @m_schrdr Das ist ziemlich erschreckend. Gibt doch inzwischen so viele schöne High-Level-Sprachen, mit denen man Schülern die Grundkonzepte der Programmierung näher bringen kann. (In meiner Schulzeit war das der „Hamster“.)

  21. Ich kann dir sagen was dazu beiträgt: Das Gehalt. Ich habe grade 12 Jahre Erfahrungt, alles im Webbereich und muss sagen das die Gehalts und Jobvorstellungen der Arbeitgeber recht komisch sind. Was die alle suchen sind billige, junge coder die sie bis 60 Stunden die Woche knechten können. Das ist alles. Ich habe die letzten 5 Jahre Coder ausgebildet und habe Leute vom Süden nach Berlin ziehen sehen weil sie sich da  leisten konnten ein Haus + Kind zu unterhalten. Bei einer kaufm. Fachkraft wäre so etwas verständlich, aber Programmierer und Co. sind die zentralen Figuren des Informationszeitalters, sorry das kann so nicht sein.
    Ich hab inzwischen das Blah Blah von S-Klasse fahrenden Firmenchefs in Häusern abseits der 250m2 Marke satt und auch das Gelaber von sog. „Gründern“ die irgendwann den Exit machen und dann am Strand liegen …. aber beide verneinen eine sehr gute Bezahlung für die Leute die „das nächste große Ding“ wirklich bauen.   
    Ich stimme dir zu, es wäre wirklich wichtig mehr von dieser Profession um uns zu haben, insbesondere gesellschaftlich und wirtschaftlich ist viel vom Vorhandensein dieser Spezies in ausreichenden Mengen abhängig. Auf der anderen Seite macht es monetär für alle Beteiligten wohl mehr Sinn andere, hoch spezialisierte und gut ausgebildete Berufe zu bekleiden/auszubilden. Der Staat kassiert ja dann auch mehr Steuern …  das würde dann schlussendlich erklären …. OH PROGRAMMERS, WHERE ART THOU?

  22. biblionomicon 3.03.2012 at 11:48

    @u98 plädiere für beides! Ich habe die Nase voll von Studenten, die nicht in der Lage sind, einen korrekten deutschen Satz zu formulieren.

  23. berlinwerbung 3.03.2012 at 12:09

    @u98 …weil Java kein Lehrer unterrichten kann. Cognitives Nirvana an deutschen Schulen, abgesehen vom Fehlen der Hardware…

  24. datenritter 3.03.2012 at 12:26

    .@u98 Weil Latein wichtiger ist, und die Nerds das nicht kapieren? Weil „eine Programmiersprache“ NICHTS ist, zumindest keine Informatik?

  25. TrackingCode 3.03.2012 at 12:59

    Es ist nicht das Gehalt – da kommt es auf das eigene Verhandlungsgeschick an. Es ist eher das Image, was mit Informatik, Programmieren, Entwickeln etc. zu tun hat. Das hat sich in den letzten 20 Jahren leider nicht verändert. Da gibt es immer noch Mythen und Sagen, von wegen Nerds, „Techniker“, da hört man Aussagen wie „wie viele Programmierer habt ihr im Keller“ oder auch beliebt von Marketing-Leuten „das wird mir zu technisch“. Technisch == kompliziert, uninteressant, langweilig. Doch wie so oft – wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus, ein wenig mehr Respekt und Anerkennung würde Wunder wirken. Dies verschaffen sich die guten Entwickler dann untereinander, beispielsweise im Open-Source-Bereich, wo Code frei gegeben wird, weil es Spass macht, weil man zeigen möchte, was man kann, weil man gerade ein spannendes Problem gelöst hat usw.. 
    Aber frage ich unsere Praktikanten aus Marketing und Redaktion, warum sie BWL, oder „irgendwas mit Medien“ studiert haben und ob sie sich fürs Entwickeln interessieren, ernte ich bestenfalls fragende Blicke. Aber genau diese Jungs und Mädels suchen dann nach abgeschlossenem Studium jahrelang nach einem guten Job und müssen sich teilweise jahrelang als Prakti herum schlagen. 
    Und es mag zu wenig Programmierer geben (auch daran hat sich seltsamerweise in den letzten 20 Jahren nichts geändert), aber dennoch ist der Umgang mit denjenigen, die da sind, alles andere als gut. Beispiel von letztem Jahr – ein Kollege, dessen Zeitvertrag ablief, wollte gerne im Haus bleiben, aber es wurde ihm nur eine weitere Verlängerung anstatt ein unbefristeter Vertrag angeboten. Allein der psychologische Effekt dessen ist nicht zu verachten – und klar, dass der Kollege daraufhin gegangen ist. 
    Und die Heranwachsenden spielen zwar ständig mit ihren Smartphones herum und finden Gefallen an Apps, aber auf die Idee zu kommen, etwas Anderes als Mechatroniker (früher: Automechaniker) oder Krankenschwester zu werden, kommen sie nicht. Manchmal möchte ich solchen Halbwüchsigen am liebsten sagen – hey, ihr findet die App cool? ICH entwickle sowas! 
    Insgesamt könnte ich vermutlich Bücher schreiben über die Erfahrungen aus > 15 Jahren Entwicklungstätigkeit in Startups und diversen Medienhäusern. Momentan habe ich mich arrangiert, oder vielmehr ein dickes Fell zugelegt und mir Freiheiten heraus gearbeitet. Ich wäre einer neuen Herausforderung nicht abgeneigt, aber es müsste auch eine solche sein. Und langweilt mich nicht mit Standardkram, für den x-ten Shop oder Portal oder soziales Netzwerk werde ich meine Stelle nicht wechseln. In diesem Sinne…
     
    Code Tracking
    (aus verständlichen Gründen nur pseudonym unterwegs ;-) )

  26. StefanMartens 3.03.2012 at 13:04

    Also ich 

  27. Das Problem sind wohl auch solche Ausschreibungen:
     
    Interaction Designer, Javascript Developer, Web Backend Developer, Web Operations Engineer.
     
    Wer jetzt gerade mal kein Interaction Designer zuletzt war – weil: den Job gibt es so genau in einer Firma, nämlich der ausschreibenden – der fühlt sich halt nicht angesprochen.
     
    Viele Stellenausschreibungen in dem Bereich stellen viel zu spezielle Anforderungen, weil man wohl auf jemanden wartet, der 100 Prozent in’s eigene Profil passt. Da riskiert keine Firma, jemanden etwas Zeit für die Einarbeitung zu lassen oder auch mal ältere Programmierer einzustellen, weil „agile Programmierung“ will haben „agile Programmierer“ und wehe, der Kandidat hält den Scrum-Master für eine Rolle aus „World of Warcraft“.
     
     

  28. StefanMartens 3.03.2012 at 13:09

    Also ich für meinen Teil hatte 2001 bereits Informatik-Unterricht ab der 11. Klasse (Niedersachsen). 
    Ich weiß nicht, inwiefern das bundesweit evtl. mittlerweile sogar früher der Fall ist.
    Aber selbst wenn:Ich habe mir mit 12 oder so Turbo Pascal for Kids zum Geburtstag gewünscht, war im Studium Tutor für Java und trotzdem bin ich kein Developer. Ganz einfach weil mir das sprachlich-kreative besser liegt als das rationale Schreiben von Code. Ich bewundere Programmierer und das, was sie leisten.
     
    Aber schließlich werden eher jene Programmierer, welche eher im mathematisch/naturwissenschaftlichen Bereich ihre Begabungen haben.Alles andere wäre mit großem Fleißaufwand verbunden, um das naturgegebene Talent anderer aufzuholen.Ich würde das Problem deshalb in die gleiche Schiene einordnen, wie jenes, dass es nicht genügend Fachkräfte wie Ingenieure, etc gibt. Denn jene Leute hätten genauso die Voraussetzungen Informatik zu studieren.Und was den Sexyness-Faktor angeht, wage ich stark zu bezweifeln, dass Chemiker, Physiker, Mathematiker, etc gesellschaftlich „angesehener“ wären als Informatiker… 

  29. TrackingCode 3.03.2012 at 13:14

     @StefanMartens Ganz einfach: „Physiker“: „Ui, das ist sicher kompliziert, du musst aber intelligent sein!“  – „Informatiker“: „Ah, was mit Computern, mein Windows stürzt ständig ab, kannst du mal schauen…“ ;-)
     

  30. Ich weiß nicht, ob ich als Mediengestalter / Frontendentwickler in dem Artikel auch angesprochen bin. Frontender sind für mich Leute, die vom atemberaubenden Photoshoptemplate bis zum fertigen ans CMS anschlussfähige HTML/CSS/JS Template alles machen können, aber nicht unbedingt in die weitere Programmierung oder CMS-Entwicklung einsteigen müssen.
     
    Die Firmen suchen – hab ich das Gefühl – Mitarbeiter, die alles gleichzeitig können, die ein Photoshopgott, HTML-Zauberer und PHP-Guru sind. Am besten für unter 2000 brutto, mit 20 Jahren Lebensalter am besten 10 Jahre Berufserfahrung und Stellen gibt es dann sowieso nur in Gegenden, wo die Lebenshaltungkosten unbezahlbar sind, wie z.B. Hamburg, Köln oder München.
     
    Ist klar, dass mit diesen Voraussetzungen der Stellenmarkt ziemlich leer ist. Ich halte mich schon für recht kompetent, war aber froh, dass ich nach vielen Jahren von unterbezahlten Zeitverträgen mit ständigen Arbeitslosigkeitspausen irgendwann mal eine Stelle gefunden habe. Unbefristet und mit angemessenem Gehalt. Witzigerweise komplett außerhalb der Agentur- und Informatikerwelt, nämlich in der Verwaltung einer großen Einzelhandelsfirma. Als Frontender und Grafiker.
     
    Zeigt mir die Firma, die einem Frontender in München, Berlin, Köln oder Hamburg 2800 bis 3500 Brutto zahlen (je nach Lebenshaltungskosten in der Gegend) und einen unbefristeten Vertrag bieten. Solche Firmen werden bestimmt keine Personalprobleme haben.

  31. Als Informatikprofessor an einer deutschen Hochschule muss ich feststellen, dass von 100 Studienanfängern beginnen, vielleicht 40 einen Abschluss erhalten. Genaue Zahlen gibt unsere Statistik nicht her, aber die Zahl 40 ist eher optimistisch angesetzt. (Zum Vergleich: Beim Medizinstudium erreichen diesen Abschluss meines Wissens 98 von 100 Studienanfängern). Von den 40 Absolventen sind vielleicht 5 oder bestenfalls 10 „gute Entwickler“, die anderen wurschteln sich so durch. Ich würde sie eher nicht einstellen wollen.
     
    Ganz sicher kann es nicht die Lösung sein, mehr Abiturienten, die die Anforderungen ohnehin nicht erfüllen können, in diese Studiengänge zu locken. Wie Sie richtig schreiben, werden hier wohl bereits in der Schule die Weichen falsch gestellt. Ganz pessimistisch gesagt, hat es aber vielleicht auch schlicht damit zu tun, dass die meisten Leute einfach nicht dafür geschaffen sind, gute Programmierer zu sein.

  32. StefanMartens 3.03.2012 at 13:31

     @TrackingCode   lol :)

  33. StefanMartens 3.03.2012 at 13:36

    Das sind wirklich erschreckende Zahlen.“Ganz pessimistisch gesagt, hat es aber vielleicht auch schlicht damit zu tun, dass die meisten Leute einfach nicht dafür geschaffen sind, gute Programmierer zu sein.“Ähnlich sehe ich es aber auch. Ein befreundeter Consultant meinte mal sinngemäß auf die Frage hin, wieso er eigentlich nicht Programmierer geworden wäre, da er sich oberflächlich auch gut auskennt: „Du, das lasse ich lieber jene tun, die es wirklich draufhaben. Die schreiben 1000 Zeilen Code in der Zeit, in der ich 10 schreiben würde. Und die 1000 Zeilen wären sauberer.“Und so sehe ich es auch. Ich will hier nicht groß über Anlage vs. Umwelt reden, da ja Leute wie Malcom Gladwell den Talent-Begriff eher in Frage stellen. Aber ich habe es an mir selbst beobachtet, dass es anderen Menschen, teilweise 14-Jährigen weitaus leichter fällt, sich in der Welt der Programmierung zurecht zu finden. 

  34.  @StefanMartens Der Talent-/Veranlagungsdiskussion würde ich auch aus dem Wege gehen wollen. Es hat vielleicht auch eher etwas mit dem klassischen Intelligenzbegriff zu tun. Mit einem durchschnittlichen IQ kann man ohne weiteres ein guter Arzt, Politiker, BWLer oder Lehrer werden, aber niemals ein wirklich guter Entwickler.
     
    (Und weil die guten Entwickler so schlau sind, heuern sie denn auch eher selten für ein karges Gehalt bei Berliner Startups mit moderaten Zukunftschancen an.)

  35. @u98 Ich fände es sinnvoll, sowas schon in der Grundschule mit Sprachen für Kinder (z. B. LOGO) zu beginnen, später anspruchsvoller werdend

  36. @datenritter deswegen habe ich „Computersprache“ geschrieben. Informatik, mit Anwendung. Nur Theorie holt keinen Hund hinterm Ofen vor.

  37. Du entscheidest da wirklich nach den Titeln? Erst gemeinte Frage, denn: Die Stellenangebote habe ich geschrieben, und wirklich glücklich bin ich mit ihnen auch nicht, daher stehen die auch auf meiner „muss in den nächsten Wochen nochmal umgestrickt werden“-Todo.
     
    Sollte sich jemand von dem Themenkomplex in den Anzeigen angesprochen fühlen, aber nicht exakt auf die Titel passen, wäre ich wirklich enttäuscht, wenn er sich nicht trotzdem bei mir meldet.
     
    Wenn ich Freunden in einer Bar erkläre, was wir suchen, ist das auch etwas anders: Flapsig gesagt können wir im gesamten „Entwicklungs-Stack“ von Web/Mobile-Applikationen Unterstützung gebrauchen. Angefangen mit dem Konzepter, der eine Idee in ein Konzept giesst, Feedback von Usern und uns einfliessen lässt, und das ganze einfach verständlich und hübsch in Spezifikationen und Co giesst, weiter mit einem Designer, der das ganze dann in GUIs, Logos, Icons, Tralala weiterverarbeitet, mit einem Frontend-Menschen, der HTML5/CSS/Javascript umsetzt, Backend-Entwicklern, und zum Schluss jemand, der mit automatischen Deployment-Tools in produktive Infrastruktur packt.
     
    Eine genau definierte Grenze zwischen den Bereichen haben wir bewusst nicht. Ob wir nun den klassischen „Frontendler“ in einem der Teams haben, oder ob wir da einen Designer einstellen, der fit sowohl in Grafik als auch HTML/CSS ist, und dazu einen dedizierten Javascript-Entwickler, der auch im Backend eine node.js Instanz entwickelt, ist mir relativ egal. Enorm wichtig ist mir dafür, dass sie bzw er darauf brennt, neue Ideen und Techniken auszuprobieren, in das Team passt, und Spass daran hat, auch über den Bereich der eigenen Arbeit hinaus Ideen und Feedback einzubringen. Dass ein Entwickler im Backendbereich eine seltsames Verhalten in den Logs entdeckt, und so im Konzept nachher auf ein Usability-Problem eingegangen wird, ist mir viel wichtiger als „passt auf die Schablone in unserer Stellenanzeige“.
     
    Da unser Entwicklungskonzept in a nutshell so aussieht, dass wir mit kleinen Teams verschiedene Prototypen umsetzen, sind sogar die Programmiersprachen nicht so zwingend. Idealerweise haben wir tatsächlich nachher ein Python-, ein Ruby- und ein PHP-Team – aber wenn es nachher zwei PHP-Teams und ein Python-Team ist, passt das genauso. Erstens, weil wir schon jetzt alle drei (und noch ein paar) Sprachen nutzen – das Backend ist in PHP, unsere Deploymenttools sind Ruby, und einige Librarys entlang des Weges in Python – und zweitens, weil ich glaube, das die einzelnen „Sprachwelten“ voneinander viel lernen können.
     
    Und jetzt giess‘ diese Ideen mal in Stellenanzeigen, die möglichst viele gute Leute ansprechen, gleichzeitig klar stellen, dass wir primär wirklich fitte Leute suchen, die Lust auf neuen Ideen und Teamwork haben, und die last but not least mit den diversen gesetzlichen Bestimmungen wie AGG und Co kompatibel sind. Das ist überraschend schwer.
     
    Ich werde mit dem Relaunch unserer eigenen Seite in den nächsten Wochen da noch einen allgemeinen „Disclaimer“ vor die Stellenanzeigen packen – aber wenn Du weitere Verbesserungsvorschläge haben solltest, bin ich dafür jederzeit gerne zu haben.

  38. Die besten Programmierer, die ich kenne, haben noch nie eine Uni von innen gesehen. Und ich lehne regelmäßig Absolventen ab, weil ihnen jegliche Praxis oder sogar die richtige Denkweise fehlt. Leider. :(

  39. @FabianBeiner @Nico „Programmers, Where Art Thou?“ You should know: all good ones are scouted by Google, monitoring your webpages too!

  40. NoemiMastalski8 5.03.2012 at 9:54

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  41. MeinNamebleibGeheim 3.04.2012 at 10:19

     @TrackingCode Also was ich bei vielen Jugendlichen bmekrt habe, dass sie schon gerne Apps entwickeln wollen usw. aber keiner zeigt ihnen wies geht oder wie sie damit anfangen können.
    Ich erinnere mich noch wie ich angefangen habe. Ich wollte programmieren lernen, aber hab fast nichts gefunden, wie man als Jungendlicher (10-12 Jahre) damit anfängt. Schließlich habe ich mich über Webentwicklung herangetastet, bis ich auf ein TG mit Schwerpunkt IT gewechselt bin, auf dem man das Ganze von Anfang an richtig lernt.
     
    Auf dem dem allgemeinbildenden Gymnsium dagegen lernt man ab der 5. Klasse flöten und das ganze Zeug in Musik, ab der 7. eine 2. Fremdsprache. Ich bin mir sicher, dass es nicht arg viel komplizierter wäre den Jugendlichen  vllt. auch mal Programmieren beizubringen. In Kunst könnte man z.B.: auch mal ein bisschen in Photoshop einführen. Aber dazu braucht man auch kompetente Lehrer im Bereich IT. Und wenn man sich an den Schulen umsieht, fehlt es teilweise an ihnen. Pseudobeispiellehrer: Bildschirmpresentation? Nein, ich bleib bei meinen Folien, die sind nicht so kompliziert.
    So müsste man auch die Lehrer noch weiter im  Informationstechnickbereich ausbilden um auch den Kindern mehr Chancen zu geben.

  42. In unserem allgemeinbildenden Gymnasium gibt es immerhin 4 Jahre Informatik-Unterricht (+2 Jahre in der Oberstufe).
     
    In den ersten beiden Jahren lernt man, wie man einen Computer einschaltet und sich mit PowerPoint eine Präsentation zusammenklickt.
     
    Wenn man in der 9. dann ein halbes Jahr etwas über Datenbanken lernt (SQL… nur der SELECT-Befehl) schalten 90% ab und schlafen ein, weil sie denken, dass sie das „eh nie brauchen“. In der 10. haben wir sogar mal 1 Jahr lang Java (Grundlagen für die Oberstufe). Allerdings ist der Aufbau der 10. Klasse so gestaltet, dass während der Theorie im 1. Halbjahr (fast) alle die Lust an Informatik verlieren und dann im 2. Halbjahr, wenn es dann um das schreiben von zusammenhangslosem Code in Projekten mit maximal 30 Zeilen geht, die jeweils nur 1 neues Keyword behandeln und eigentlich auch nur von der Tafel (ja, eine Tafel…) abgeschrieben werden, nichts verstehen, weil der Zusammenhang fehlt.
     
    Vor kurzem mussten wir die Fächer für die Oberstufe wählen. Ganze 14 Schüler haben Informatik gewählt. Aber nicht, weil sie das interessiert, oder sie planen später etwas in der Richtung zu machen, sondern einfach weil sie glauben, dass das ganz einfach wird. „Schließlich gibt es ja die 2-3 Leute in der Klasse, die etwas verstehen und mir bei meinen Problemen helfen.“
     
    PS: Letzes Jahr ist zum ersten Mal ein Informatik-Kurs zustandegekommen… Mit 7 Schülern… (obwohl das Angebot seit vielen Jahren besteht)

  43. Frakturfreak 18.05.2012 at 0:40

    Die Überſchrift iſt grammatiſch Blödſinn. Es muſs “Oh Programmers, where are ye” heißen. Thou iſt die 2. Perſon Singular.

  44. NicoLumma 18.05.2012 at 0:42

     @Frakturfreak stimmt. aber dann hätte niemand die überschrift verstanden. 

  45. Ich muss an dieser Stelle mal erwähnen, dass es anscheinend nicht überall so ist. Ein Freund von mir ist Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Er hat gerade seinen Job verloren, weil seine Firma zu wenig Aufträge hat. Hier in der Nähe hat er in bislang 3 Monaten keinen Job gefunden, nicht weil er abgelehnt wurde, sondern weil der Stellenmarkt absolut nichts hergibt für PHP-Entwickler. Mein Freund sucht jetzt schon im Umkreis 200 km und will, sofern er eine neue Arbeit findet, dann umziehen.
    Ich habe gerade selber mal in die Stellenbörsen geschaut. Im Umkreis 50km ist absolut nichts für Leute mit Erfahrung im Web-Bereich bis auf eine Stelle als Suchmaschinenoptimierer (Klingt auch echt spannend der Job) und 3 Stellen von privaten Arbeitsvermittlern, die aber entweder Kohle für die Vermittung wollen oder einen Vermittlungsgutschein der Arbeitsagentur.
    Man bedenke, dass wir hier nicht ländlich wohnen sondern mitten im Ruhrpott sind.
    Ich weiß nicht was ich tun werde, sollte ich meine Stelle als Programmierer verlieren. Gott bewahre mich davor.
    Sollte es doch mal dazu kommen, wüsste ich gerne wo man leute nimmt, die fit sind in eCommerce, PHP, SQL, AJAX, Javascript, Jquery etc.

  46. Wäre Köln noch ausreichend „in der Nähe“? Hätte offene Stellen, kein eCommerce, aber PHP, MySQL für Backend-Developer, viel jQuery & Co. für Frontend-Developer. 

  47. Wäre Köln noch ausreichend „in der Nähe“? Hätte offene Stellen, kein eCommerce, aber PHP, MySQL für Backend-Developer, viel jQuery & Co. für Frontend-Developer. Weitere Infos auf Anfrage, einfach melden (über FB, Xing o.ä.). 
     
    Beste Gruesse,
       Ralf

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