Was ist eigentlich mit Path?

Nico —  13.04.2012 — 15 Comments

Dave Morin joined PathAlle Welt redet gerade darüber, daß Facebook Instagram für 1 Milliarde Dollar gekauft hat und der Mitgründer Mike Krieger erläutert in einer Präsentation wie Scaling Instagram funktioniert hat. So eine Akquisition sorgt für reichlich Diskussionsstoff über die Bewertung, den Kaufpreis, den möglichen Nutzen für das Produkt, die Brillianz der Gründer und den plötzlichen Reichtum des Teams. Aber wenn man mal ehrlich ist, hat eigentlich niemand diese Übernahme kommen sehen, sondern hatte eher Path im Blick als möglichen Übernahmekandidaten.

Path ist eine iPhone-App, die nach Meinung vieler Nutzer und Tech-Auguren die mobile Timeline so macht, wie sie sein sollte. Es gibt eine Beschränkung auf 150 Freunde, auch wenn das eigentlich viel zu viele Freunde sind, wie Marcel Weiß richtig anmerkt, und die User-Experience steht klar im Fokus der Anwendung. Man kann leicht Bilder in die Timeline posten (und sogar mit Filtern versehen, wie bei Instagram auch), man kann seine Gedanken äußern, seinen Ort angeben und auch sagen, welche Musik man hört, man kann sogar mitteilen, daß man Schlafen geht und auch, daß man wieder wach ist. Dies sind alles Informationen, die für die engeren Freunde relevant sein könnten, aber wahrscheinlich nicht für “irgendwelche Facebook-Freunde”. Natürlich gibt es optionales Sharing mit Facebook, Twitter, Tumblr oder Foursquare, aber primär geht es erst einmal darum, über die mobile Nutzung einen engeren Austausch mit den Freunden hinzubekommen.

Jetzt, wo Facebook Instagram gekauft hat, stellt sich unweigerlich die Frage, was denn aus Path werden wird. Der Gründer Dave Morin war einer der frühen Mitarbeiter von Facebook und irgendwie hatten “alle” bislang vermutet, daß Path irgendwann genügend Nutzer haben würde, um dann von Facebook gekauft zu werden, um als Story für die Börse “wir können jetzt auch mobile Timeline in chic” erzählen zu können.

Kauft Google jetzt Path, um Google+ noch mehr Leben einzuhauchen? Die mobile App ist bislang nicht so der Kracher, da könnte Path sicherlich das Circle-Thema neu und besser interpretieren. Oder nutzt AoL, ja, die gibt es immer noch, Path, um die bislang nicht so prickelnd verlaufene Hyperlocal-Thematik Patch mit einer neuen Komponente zu versehen? Oder kann Path die Killerapp für MicrosoftNokia werden, damit doch deren mobile Strategie noch greifen kann?

Man könnte natürlich auch darüber nachdenken, daß Path irgendwann auf die Idee kommt, ein Monetarisierungskonzept zu entwickeln, um den Dienst profitabel zu machen. Wie schwer dies ist für Dienste, bei denen die Kommunikation zwischen den Nutzern im Vordergrund steht, sieht man am langjährigen Eiertanz von Twitter beim Thema Monetarisierung.

Wohin wird sich Path entwickeln?

15 responses to Was ist eigentlich mit Path?

  1. PR_Doktor 13.04.2012 at 9:49

    Gute Frage. Ich warte allerdings immer noch darauf, dass mich überhaupt mal jemand für Path begeistert. Bisher bin ich damit gar nicht warmgeworden.

  2. Path wird in den kommenden 6 Monaten von MicrosoftNokia für 300+ Mio gekauft.
    poolie out.

  3. aronwoost 13.04.2012 at 9:54

     @PR_Doktor Same here. Die Musik spielt da wo die Freunde sind. Und die sind nunmal bei dem Laden mit dem großen f. Es stimmt aber, dass die Path UI klasse ist. Alleine diese Kompetenz könnte für Mitbewerber interessant sein.

  4. OliverGassner 13.04.2012 at 10:21

    En pasant: Path ist keine iPhone App, Path ist eine Smartphone App ;)

  5.  @OliverGassner ach, gibt es auch was anderes als ein iPhone? :)

  6. OliverGassner 13.04.2012 at 10:42

     @NicoLumma Ich erkläre das meinen Kunden so: “Sehen Sie, es gibt iPhones (Pause) und Smartphpones.” *g*

  7. Path ist ein tolles Facebook-Content-Befüllungs-Tool. 

  8. ich habe zu beiden (ausnahmsweise) keine Meinung, da weder die Android App von Instagram, noch die von Path auf meinem Telefon laufen und sich beide damit nicht für mein Urteil qualifizieren :P

  9. anton_meier 13.04.2012 at 22:15

    Path ist super, schlank, charmant, attraktiv. Ich hoffe Path bleibt unabhängig und wird nicht geschluckt.

  10. Path bewegt sich parallel zu Facebook, Instagram orthogonal. Was will Facebook mit “noch mehr Facebook’?

  11. OliverGassner 14.04.2012 at 13:21

     @hmans Hm, durch das Limit auf Mobile und 150 Leute ist Path für eine ganz andere Gruppe interessant als Facebook. Firmenpromos auf Path kann ich mir so nicht vorstellen. Insofern ist Path ein Antifacebook.

  12.  @OliverGassner Genau da liegt ja der Denkfehler. Path ist “wie Facebook, nur XYZ”. Das hat mit Orthogonalität nichts zu tun. Auch der entgegen gesetzte Weg verläuft parallel. :)

  13. OliverGassner 14.04.2012 at 16:26

     @hmans Also das was du da sagst, hab ich nicht gesagt. Twitter ist ja auch kein Microblogging ;) 
    Und im Web ist schon mal GAR nix jemals parallel gewesen ;)

  14. AndréPechmann 15.04.2012 at 14:56

     @aronwoost genau das ist der Knackpunkt. Alle Kontakte die man auf Path hat sind die 2% early adopter. Der engere Freundeskreis auf den Path ja abziehlt ist da – bei mir zumindest – überhaupt nicht anzutreffen. Deshalb habe ich Path eine zeitlang als Client für Twitter, Facebook & Tumblr genutzt und dann festgestellt, dass ich lokal an die Fotos nicht rankomme. Seitdem ruht Path und ich weiß auch nicht, ob ich es wieder ausbuddel.

  15. Kai-Christian 17.04.2012 at 8:48

    Path hat gerade ein bisschen Spielgeld (40.000k $) eingesammelt – da kann also noch einiges passieren: http://allthingsd.com/20120415/confirmed-redpoint-leads-40m-funding-round-for-path/

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