Nach all den Jahren: Google Drive ist da

Nico —  24.04.2012

SymbollogoNach Duke Nukem Forever war Google Drive, oft auch GDrive genannt, eines der Projekte, auf das die Fachwelt schon seit Ewigkeiten gewartet hat. Heute wurde Google Drive endlich der staunenden Fachwelt vorgestellt.

Letzte Woche wurden bereits Leaks gefunden, woraus ersichtlich wurde, daß Mitte dieser Woche wohl Google Drive kommen würde, was dazu führte, daß Hunderte von Tech-Bloggern im Sekundentakt guckten, ob sich irgendetwas an ihrem Google Account verändert hat, um auch ja als Allerallerallerallererste diesen Scoop zu bringen. Also der Scoop, von dem jedem wusste, dass er kommen würde und dass das Ausrollen des Features nach und nach passieren würde. Flankiert wurde die allgemeine Aufregung mit Meldungen der Konkurrenz, die jetzt auch irgendetwas tolles Neues konnte, die einen haben nun auch Links, die anderen sind nun auch mit einem Cloud-Speicher im Rennen.

Naja, nun ist Google Drive da und die erste Reaktion ist: „what took you so long?“ und die zweite ist: „wo sind die iOS Apps?“ – kam das jetzt alles so plötzlich, daß man die nicht mehr rechtzeitig fertigstellen konnte?


Google DriveBei näherem Hinsehen stellt man allerdings fest, daß die Aussage von Steve Jobs über Dropbox, daß Dropbox nur ein Feature, kein Produkt sei, durchaus passend ist. Google Drive ergänzt das Angebot von Google um einen ins Filesystem integrierten Cloud-basierten Speicher, der vor allem im Zusammenspiel mit den bisher als Google Docs bekannten Tools glänzen kann. Die Möglichkeit, Dokumente zu erstellen und mit anderen zu teilen, macht den großen Vorteil von Google Drive aus und läßt Box etwas mickrig erscheinen. Zumal Google Drive aus dem Stand 5 GB bietet und für $2,49 monatlich bereits 25 GB zur Verfügung stellt im Vergleich zu $9,99 monatlich für 50 GB bei Dropbox oder $15 pro Monat und Nutzer bei gemeinsam bis 1000 GB genutztem Speicherplatz bei Box.

Ich habe in den letzten Wochen oft überlegt, ob wir für die Firma Dropbox anschaffen sollten, weil wir es schon ziemlich oft nutzen bei unseren Projekten. Da wir aber sowieso Google Apps einsetzen und ich eigentlich nur noch in der Web-basiert arbeite und künftig eh meine Dokumente alle bei Google Drive haben werde, hat sich der Schritt jetzt erübrigt. Ich denke, daß ich mit dieser Überlegung nicht alleine bin, wobei es natürlich auch die Denkweise gibt, daß man nicht alles bei einem Anbieter nutzt, daher lieber einen Mix von Anbietern vorzieht und beispielsweise die Cloud-basierten Storage bei Dropbox belässt oder gar Microsoft nutzt.

Meine Prognose ist, daß wir demnächst einen weiteren deutlichen Preisverfall im Bereich Cloud-Storage sehen werden und daß Dropbox und Box als Stand-Alone Anbieter deutlich schwerer haben werden als bislang. Google Drive degradiert Dropbox und Box zum Feature, selbst wenn die volle Cross-Plattform Implementation noch fehlt und die Fachwelt sehnsüchtig auf die Apps für iPhone und iPad warten.

22 responses to Nach all den Jahren: Google Drive ist da

  1. floriankienle 24.04.2012 at 23:41

    @Nico Wurde auch langsam Zeit. ;)

  2. @floriankienle kinder, küche, karriere, da bleibt nicht viel zeit fürs bloggern :)

  3. Hab schon alles auf diversen Cloud Diensten. Also ich brauche es nich wirklich. Muss dazu sagen, dass ich den Google Kram schon seit über nen Jahr nicht mehr nutze und dich da quasi keine Daten mehr habe.

  4. @Nico Sehe ich ähnlich wie du, wenn jetzt noch ordentliche Apps kommen, dann wird es für #Dropbox schwer. Teste gerade die OCR-Funktion.

  5. melaniegoemmel 24.04.2012 at 23:43

    @Nico Für alle, die Google Apps nicht benutzen, wird wohl Dropbox das gängige Tool bleiben.

  6. @melaniegoemmel wenn es kostenlos verfügbar ist? beim google account? den quasi eh jeder hat? :)

  7. anton_meier 24.04.2012 at 23:49

    Passt doch alles. Deine Prognose ist sehr interessant. Was noch im Beitrag fehlt: das Google Drive Logo ist ein Zungenschnalzer. :)

  8. melaniegoemmel 24.04.2012 at 23:50

    @Nico Da hast du recht. Ich bin allerdings schon abhängig von Dropbox. Da liegt so viel : )

  9. @melaniegoemmel :)

  10. @nklstz danke!

  11. anton_meier 25.04.2012 at 0:08

    Eine Sache noch: Google Drive wäre der perfekte Platzhalter für den so stark kritisierten White Space bei Google+.

  12. @Nico warum hat Google Drive das Commerzbank-Logo?

  13. @moolder tja.

  14. JensKLoewe 25.04.2012 at 1:43

    „Die Fachwelt“ pfeift auf Google Drive. Kommt einfach viel zu spät, warum sollte jemand von Dropbox auf einen leistunggschwächeren Dienst umsteigen wollen?
     
    Zumal man bei Dropbox problemlos -ÜBER- 5 GB für lau bekommt, ständige Aktionen machen’s möglich. Bei mir sind’s zurzeit fast 6, bei einem Bekannten bald 20.

  15. Immobilienscout 25.04.2012 at 9:59

    @Nico Ich mag die Reihenfolge :-)

  16. Eigentlich genau das, was Ubuntu One bietet… Mit Dropbox sollte inzwischen auch jeder seine 3-4 GB zusammen haben. Hätte Google damals die Möglichkeit gelassen, sein Mailspace per virtuelles Laufwerk einzubinden und hätte diese Möglichkeit ausgebaut, wären sie in diesem Bereich sicherlich heute weiter vorne aufgestellt als Dropbox und Co. 

  17. @Nico weitgehend Jacke wie Hose; leider etwas Bandbreitenhungrig beim Syncen, bisher kein Linux

  18. Besser_Schlafen 25.04.2012 at 12:27

    @Nico Bin dafür. Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit diesem Thema. Da ich Dropbox nicht -aber App´s- nutze, wird`s wohl Google Drive.

  19. Dies sind einige kleinere Probleme für Google, nicht denken, Sie würden in dieser Hinsicht tun probeme     www.spiele4kinder.com

  20. War da nicht mal irgendwas, dass deutsche Firmen keine US clouds benutzen dürften aus datenschutzrechtlichen Gründen?

  21. JensKLoewe 26.04.2012 at 21:36

    Ja.