5000 km im Opel Zafira Tourer

Um es gleich vorweg zu nehmen: beim Opel Zafira Tourer fängt mein Herz nicht wild vor Freude an zu hüpfen, nur weil ich in diesem Wagen sitzen darf. Das würde mir wahrscheinlich außer in einem VW Karmann Ghia Cabrio derzeit nur noch im neuen Tesla S passieren und spricht daher nicht wirklich gegen den Opel Zafira Tourer. Denn der Wagen ist vor allem eins: eine Familienkutsche. Damit ist der Opel Zafira Tourer also eher per Definition ein Alltagsfahrzeug und keins, das irgendein Verlangen in mir wecken könnte.

Als Familienkutsche allerdings ist der Opel Zafira Tourer ziemlich klasse, gerade auch im Vergleich mit dem VW Touran oder Ford Grand C-MAX, die ich beide als Mietwagen gefahren habe. Der Wagen ist durchdacht konzipiert worden, es gibt genug Platz für alle, Ablagefächer und auch einige Getränkehalter, obwohl ich bei den Getränkehaltern noch Verbesserungspotential sehe. Vorne und Hinten sorgen jeweils ein Zigarettenanzünder für genüg Strom für Smartphones und Tablets, wobei der in Vorne integrierte USB-Slot lediglich für die Nutzung eines Smartphones als Mediaplayers ausreicht, für das Aufladen eines iPhones kommt deutlich zu wenig Saft über den USB-Slot, schade eigentlich. Dafür verfügt die Mittelkonsole über rasant wirkende rote Leuchtstreifen.

Ein großer Pluspunkt für Familien mit mehr als 2 Kindern: auf die Rückbank passen zwei Kindersitze und eine Babyschale. Das klingt banal, aber bei den meisten 5-Türern oder auch 5-Sitzern ist der mittlere Sitz im Fond eher ein 2/3-Sitz, der aufgrund der geringen Breite nicht für Kindersitze geeignet ist. Opel allerdings rät wohl davon ab, in der Mitte eine Babyschale zu platzieren, da der von der Decke kommende 3-Punkt-Gurt dafür wohl nicht so geeignet ist, aber die Übersichtstabelle war so unverständlich, daß wir kurzerhand ein älteres Kind in der Mitte platziert haben. Die drei Sitze im Fond sind wirklich praktisch, denn ansonsten ist es ein ziemliches Generve, wenn mal wirklich regelmässig drei Kinder transportieren will, aber auch noch Gepäck dabei hat, was ja gerade im Urlaub der Fall ist. Zwar verfügt der Opel Zafira Tourer auch über eine dritte Sitzreihe mit eher spiddeligen Sitzchen, auf die man für längere Strecken niemanden setzen will, aber dann ist der Kofferraum quasi nur noch für eine Einkaufstasche nutzbar. Für unsere Urlaubsreise haben wir die drei Kinder auf die Rückbank gesetzt und Kinderwagen plus Koffer, Reisetaschen und Krimskrams im Kofferraum transportiert. Das war schon mal recht anständig vom Platzangebot.

Wir sind gute 5000 km im Opel Zafira Tourer gefahren in den 6 Wochen, die wir den Wagen im Sommer hatten. Für eine Familienkutsche war der Wagen anständig motorisiert, auf der Autobahn dauerte es nicht lange, bis die automatische Geschwindigkeitsbegrenzerin auf dem Beifahrersitz ansprang und meinte, dass 180 km/h nicht die von ihr präferierte Reisegeschwindigkeit sei. Rennen mit Porsches hätte ich verloren, aber ich kam mir nicht untermotorisiert vor und konnte durchaus zügig fahren. Getankt habe ich auch, das war irgendwie nicht vermeidbar, nur habe ich keine Durschnittswerte errechnen lassen. Wir hatten leider keinen Wagen mit Automatik-Getriebe, dafür aber eine 6-Gangschaltung, die mir immer anzeigte, wann ich schalten sollte und bei Gang raus an der Ampel sprang eine Eco-Automatik an.

Die wichtigste Frage wie immer zum Schluß: würde ich einen Opel Zafira Tourer kaufen? Ja, durchaus, auch wenn ich derzeit auf den Standpunkt beharre, daß man in einer Großstadt wie Hamburg auch mit Familie ohne eigenes Auto auskommen kann.

Für eine Familie mit drei Kindern ist der Opel Zafira Tourer ein prima Alltagsauto für einen ordentlichen Preis. Man darf nicht vergessen, bei all den schlechten Nachrichten, die derzeit auf die Opelaner einprasseln: das ist ein gutes Auto aus Deutschland, von einem traditionsreichen Autobauer hergestellt. Der Opel Zafira Tourer ist grundsolider Wagen für Familien mit Kindern, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und kurz vor Ende unseres Testes wurde im Radio dann doch noch Daddy Cool gespielt.

14 Antworten auf „5000 km im Opel Zafira Tourer“

    1. ich habe 6 Wochen lang den Wagen gefahren. das ist auch schon alles. Fragst Du eigentlich auch jeden Auto-Tester, wie die Test-Modealitäten waren, die zu einem Abdruck in einer Zeitung geführt haben? Ich finde diese mitschwingende Unterstellung eher überflüssig.

  1. Worin gewinnt denn der Zafira vor allem im Vergleich zum VW Touran?
    (bei den Getränkehaltern müsste Gleichstand herrschen)

  2. hinten mehr platz und weniger gefummel beim anschnallen. klingt trivial, aber ich fand das beim Touran immer zu knapp bemessen und die Kinder konnten sich nicht selber anschnallen.

    1. Ah, danke. Zum selbst anschnallen sind unsere Kinder sowieso noch zu klein, da fällt mir das nicht auf.

  3. Der neue Zafira mag gut verarbeitet sein. Aber das Vorgängermodell (das ja immer noch unter dem Namen Zafira Familiy vertrieben wird) ist gerade im Interieur qualitativ so unglaublich minderwertig, das schon nach zwei Jahren alles auseinanderfällt und sich überall „dehnungsfugen“ bilden. Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gekommen: Nie wieder ein Opel. Und anscheinend nicht nur ich.

  4. Schöner Bericht Nico.
    Nun ja, ich bekomme meinen Zafira erst in einer Woche.Auch wenn ich zwei Kinder habe, sehe ich ihn nicht nur als Familien Van/Mini-Van.Er wirkt sportlich elegant, ist mit den 165 ps genug motorisiert und neben der Familie erfüllt er alle Zwecke für meine/unsere Hobys.Und genau in diesen bereich punktet er genausogut wie bei der Familien Tauglichkeit.
    es ist mir unerklärlich, wie manche die 2 zusätzlichen „Notsitze“ kritisieren.Da weiß man vorher das dort nicht so viel platz ist.Und Familien mit mehr als 2 1/2 Kindern sollten diesen Wagen nicht schlecht reden, sondern sich gedanken machen ob sie sich nicht das falsche Auto anschauen.Da wird teilweise im Netz Kritik geübt gerade in Bezug zu den Sitzen, die keine ist.So nun allen gute Fahrt.

  5. micky
    Klasse Wagen.Schade das ein par Leute Pech haben.Oder wurden sie von der Konkurenz gesponsort?Nun da ich mit VW nur Ärger hatte, von Getriebeschäden über defekte Turbolader, Querlenker, schlechte Verarbeitung usw …., die Mängel würden diese Seite sprengen, bin ich schon vor längere Zeit zu Opel gewechselt.Das ist nun mein zweiter Opel und die Qualität ist mal wieder hervorragend.Tolles Auto, sehr durchdacht und dazu noch sehr flott und sparsam.Das beste ist, ich kann mit den Autos fahren und nicht wie bei VW nur zwischen den schlechten Werkstätten! und Zuhause pendeln.
    Komischerweise schafft es gerade Skoda bedeutend besser zu sein als der Mutterkonzern.Aber da greift VW ja nun an und macht Skoda „künstlich“ schlechter, da die Leute auch bemerkt haben, das die Tschechen bessere Autos mit eigenen Mitteln bauen als der VW Konzern hierzulande.

    Danke Opel.

  6. Dummerweise untersagt es Opel, am Mittelsitz der 2. Sitzreihe einen Kindersitz zu befestigen. Dies betrifft, laut Schriftverkehr mit Opel, auch einfache Sitzerhöhungen. Ich verstehe das nicht, aber solange Opel davon nicht abweicht, könnte das bei einem Unfall sogar strafrechtliche Folgen für den Fahrer haben, und das wollen wir mal nicht riskieren. Und das dritte Kind in die dritte Reihe zu setzen ist auch nur möglich, wenn man den grossen Kofferraum nicht benötigt. An einer Lösung wird gearbeitet, hat Opel vor einem Jahr manchen versprochen, es war die Rede von einer Adapterplatte für das Gurtschloss, aber bis heute hat man nichts mehr davon gehört.

  7. Opel hat wohl andere Sorgen im Moment.Für 2 Kindersitze ist der Wagen sehrgut.Wer 3 Kindersitze nutzen möchte, für den ist das in meinen Augen eh der falsche Wagen.
    Und wenn man dann die Leute in Foren wie im Zafira Forum und co so einen mist schreiben sieht. lol
    Opel sagt klar das der Mittelsitz nicht für ein Kindersitz geeignet ist.Wer sich darüber aufregt und aufgrund dieser Tatsache Opel schlecht redet tut mir leid.
    Der Zafira-Tourer ist viel zu „sportlich“ für so viele Kinder.Kauft den Combo, da haben die „Kindersitz“ Nörgler auch den nötigen Platz.Wir sprechen hier noch über einen Minivan und nicht über einen „Reisebus“ .Fürs Hobby und auch für große Familien ist der Wagen perfekt.Zudem fährt er sich wie eine Limusine.Wer wirklich 3 kindersitze braucht schaut sich schlichtweg nach den falschen Wagen um.Beschweren sich diese Menschen auch bei Porsche, das im Carrera keine 3 sitze reinpassen?
    Danke Opel für diesen wirklich tollen Wagen .

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