Kindle Fire HD – das allgegenwärtige Tablet

Nico —  7.09.2012 — 9 Comments

Neulich dachte ich mal laut auf Twitter nach, wie sich der Tablet-Markt entwickelt, der ohne den Erfolg des iPad so nicht möglich geworden wäre. Während mein iPad 2 mitsamt UMTS noch einen dicken Batzen Geld gekostet hat, purzeln gerade massiv die Preise während gleichzeitig massiv die Möglichkeiten wachsen.

Das Google Nexus 7 Tablet gibt es bereits ab €199 und damit kann endlich ein Computer in jedem Haushalt erschwinglich werden.

Amazon Kindle Fire HDAllerdings hat Amazon jetzt nachgelegt und das Amazon Kindle Fire HD vorgestellt, aber auch das Amazon Kindle Fire etwas verbessert. Die gute Nachricht ist: beide Tablets gibt es jetzt auch in Deutschland.

Der Unterschied zwischen dem Google Nexus 7 und dem Amazon Kindle Fire sind die Inhalte und nicht die Hardware-Spezifikationen. Jeff Bezos hat das in diesem Satz zusammengefasst:

People don’t want gadgets anymore, they want services.

Diese Einsicht ist ein totaler Gamechanger für die Branche. Früher dominierten Fragestellungen wie die Anzahl der PCI-Slots oder die maximale Auflösung, heutzutage wird eher die Frage gestellt werden müssen, auf welchen Inhalte-Distributor man sich einlassen will. Ironischerweise greift Amazon mit der Subventionierung von Hardware, um dann Inhalte langfristig kostenpflichtig auf der Hardware zur Verfügung stellen zu können, ein Modell auf, das die Mobilfunkanbieter bereits seit ewigen Zeiten versuchen, aber nie auf Inhalte jenseits der Klingeltöne weiterentwickeln konnten.

Künftig ist also die Fragestellung nicht mehr: was kann das Gerät alles? sondern eher: welche Inhalte bekomme ich wie für welchen Preis? Amazon bietet mit Lovefilm auch in Deutschland massiv Filme und Serien an, dazu natürlich auch Musik und Bücher, Google bietet über Google Play und natürlich Youtube ordentlich viele Inhalte an und dass Apple mit iTunes für sehr viele Inhalte sorgt, brauche ich nicht extra zu erwähnen. Hinzu kommen Apps, die auf den Tablets zusätzlich installiert werden können.

Das Tablet ist das ideale Endgerät für die Ökosysteme Apple, Google und Amazon. Die Preise für die Hardware werden weiter purzeln, das dürften die Ankündigungen von gestern deutlich gemacht haben, denn der Fokus liegt nicht mehr auf der Hardware, die zu einem Alltagsgegenstand wird.

9 responses to Kindle Fire HD – das allgegenwärtige Tablet

  1. Die Strategie von Amazon, ein geschlossenes System für den Zugriff auf ausschließlich ihre eigenen Inhalte zu generieren, halte ich für parasitär. Ich werde mir so etwas nicht anschaffen, solange es keine Hacks zum Unlocken/Rooten gibt.

  2. Bluetschkopp 7.09.2012 at 11:44

    Kann man mit diesen readern eigentlich auch live streams wie laola1.tv schauen? (Habe WLAN über T-Entertain zuhause)

  3. haha … lustige kommentare.

    amazon kalkuliert die dinger knapp, weil sie mit dem content verdienen (siehe auch video des events), und sofort gehts darum, wie mans schafft, das konzept zu stoeren und bei amazon nichts zu kaufen.

    aermlich.

  4. @Rudger
    Das machen aber im Moment einfach alle. Von Apple bis zu Google oder Facebook versuchen sie es.

    • Muss @Rudger zustimmen: der Kindle ist mglw. der technisch beste E-Book-Reader mit der besten Content-Anbindung, aber ich habe ihn wegen des gängelnden Kindle-Formats nicht gekauft. Jeder, der in den 1990ern eine Videokassette gekauft hat, ärgert sich heute, weil er für seinen Lieblingsfilm kein Abspielgerät mehr hat. Dass Firmen nun versuchen, mit digitalen Inhalten die Nutzungsbeschränkungen des Analogzeitalters zu replizieren ist ehrlich gesagt komisch!

  5. Ja und nein – natürlich spielen Inhalte eine wichtige Rolle, aber auch hier gibt es (wie bei der Hardware) ein schnelles Angleichen der Standards. Wenn Filmfirma A Digitalrechte an Apple verkauft ist es ein reines Copy & Paste des Vertrags, dieselben Rechte auch an Amazon zu verkaufen. Der “First Mover Advantage” ist schnell eingeholt …

    Umgekehrt spielt die technologische Entwicklung immer noch eine wichtige Rolle, sowohl bei der Hardware als auch bei der Software. Wer bringt den ersten E-Book-Reader in Farbe auf den Markt? Wer das biegbare Display? Wer die erste “Augmented Reality”-Brille? Bevor es das iPad gab wussten wir auch nicht, dass wir das haben wollten! Und bei der Software: das neue iOS 6 ist durchaus innovativ und bietet mehr Möglichkeiten, mit Content umzugehen.

    Sich nur auf Inhalte zu konzentrieren und Hard- und Software zu vernachlässigen ist meines Erachtens nach keine gute Strategie – Kunden werden auch in Zukunft bereit sein, für ein neues und schön gestaltetes Gadget ein Premium zu bezahlen …

    Das Content-Verkäufer Bezos das Lied von “people don’t want gadgets anymore” singt ist so betrachtet natürlich weder überraschend noch überzeugend …

  6. Tja, liebe User. Ich habe schon lange kein Handy mehr. Bin deshalb glücklicher als andere. Mich kann keiner mehr stören. Und wenn mal “Not” am Mann ist, dann findet sich auch eine Handy-Frau oder ein Handy-Mann. Dann, wenn nicht zufällig ein Kind in der Nähe ist – da ist ein Handy sicher vorhanden. Dass man im Übrigen mit den Apps das Geld verdient, das war schon dem Öl-Magnaten Rockefeller klar. Der verschenkte nämlich seine Petroleum-Lampen und verdiente am “Sprit”. Fragt sich nun, wann die Historie wieder in den Köpfen landet.

    Wichtig ist, so glaube ich, dass die Break Even Points immer schneller erreicht werden, nein erreicht werden müssen. Sonst bricht die ganze Weltwirtschaft zusammen (siehe Nokia). Und nun, liebe User, bin ich unheimlich scharf auf ein Tablet PC mit allem Schicki-Micki. Aber das werd ich mir nicht vor Weihnachten kaufen. Ich lass mir einen Gutschein schenken (150 – 200 Euro werden reichen, schätze ich). Meine große Liebe galt bisher der “Retina”. Aber andere Väter haben auch schöne Töchter. Im Januar wird man schlauer sein und günstiger einkaufen können. “Ich bin doch nicht blöd!” Da ziehen Apple, Google, Amazon, HTC, Asus, Aldi und Co. an meinem Wunschzettel periphär vorbei. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran: Wir sind die, die den Markt machen. Die Marketing-Strategen sind die Leute, die mit unserem Geld rechnen. Ich weiß es genau! Ich war selbst mal an dieser Front. Auf der anderen Seite.
    wolfgang amadeus austrianer

  7. Intelligente Denkanstöße hier, aber ich vermute, dass normale Konsumenten mit Sicherheit nicht so weit denken werden. Ich verurteile jedenfalls niemanden, der sich um “Freischaltung” bemüht.

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