Dienstanweisung Internet – eine Art Lexikon

Nico —  12.09.2012 — Leave a comment

Die Unterzeile “So funktionieren Aktenordner, Telefon, Facebook & Co.” lässt bei der Dienstanweisung Internet schon darauf schliessen, dass es sich nicht unbedingt um ein komplett ernst gemeintes Buch handeln könnte. Da ich aktuell mit dem Lesen und Rezensieren mir zugesandter Bücher kaum hinterher komme und sowieso eine Hemmschwelle habe, Bücher überhaupt anzufangen, die über 200 Seiten hinaus gehen, bin ich dem Autor sehr dankbar, dass er sein Buch mit unter 100 Seiten denkbar knapp gehalten hat. Dienstanweisung Internet ist nicht zu vergleichen mit Büchern wie Über den Umgang mit E-Mails. Der Scholz & Friends E-Mail-Knigge oder Internet für Dummies, sondern versucht dem Leser die Materie mit einem lexikalischen Ansatz näherzubringen. Allerdings ist oftmals auch seltsamer Humor involviert und auch Ironie, Sarkasmus und Zynismus kommen vor, so dass dieses Buch für den normalen Internet-Nutzer an sich eher ungeeignet ist, denn derartige Ausdrucksformen werden traditionell im Internet nicht verstanden, weswegen der Autor sicherlich die Buchform für die Darbietung seiner Inhalte gewählt hat.

Einige wahllose Beispiele aus dem Buch:

FREE LUNCH. Soll’s ja angeblich nicht mehr geben, weder bei Facebook noch im Weltkapitalismus. Sie sehen uns bestürzt.

GRATIS-E-Book. Wenn die “Gratis-e-Book”-Verschenker einen akademischen Titel tragen, dann weiß ich wenigstens, dass die Sache seriös ist, puh!

LOGO. hat bei uns der Schwager vom Kollegen gemacht, für “15 Euros”, da kannste nich meckern!

MEDIENKOMPETENZ. Mein bewahpädagogischer Ansatz: Bitte schützt unsere Kinder vor Cordjackenträgern, die “Medienkompetenz” sagen!

POSTKARTE: Bitte beachten Sie hier ganz genau die “Privateinstellungen”!

So ungefähr sieht das ganze Buch aus, aber einige Einträge sind auch mal länger, nur die wollte ich hier nicht mühevoll abtippen. Ob Dienstanweisung Internet ein sinnvoller Beitrag zum Thema Digital Naturals: Warum diese Unterscheidung richtig ist sein kann, weiss ich auch nicht so genau, aber das Buch unternimmt immerhin den Versuch, auch einige Verhaltensweisen der oft eher selbsternannten Netz-Elite ironisch zuspitzend zu hinterfragen.

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