Die neu entdeckte Einarmigkeit der Tablets

Nico —  28.10.2012 — 6 Comments

Mit viel Tamtam hat Apple diese Woche das iPad Mini vorgestellt, die kleinere Version des iPads, die Steve Jobs angeblich niemals haben wollte. Apple zieht damit nach und bietet neben dem Google Nexus 7 Tablet und dem Amazon Kindle Fire nun das dritte Tablet im 7 Zoll Formfaktor an.

Amazon Kindle Fire HDWas ist dran an den kleineren Tablets? Der größte Unterschied ist, dass man 7 Zoll Tablets einfach mit einer Hand halten und bedienen kann. Das mag trivial klingen, ist aber entscheidend, wenn die Nutzung über das Betrachten von Fotos oder Filmen hinausgehen soll. Wer lange aktiv blättert und dabei ein iPad in der Hand hält, merkt schnell, wie das iPad schwer wird. Ausserdem ist es unpraktisch, dauerhaft ein Gerät mit beiden Händen halten zu müssen. Das 7″ Tablet ist größer als ein Smartphone, aber wirklich kleiner als ein Laptop, man kann das 7″ Tablet immer dabei haben. Das ist schon enorm praktisch und netterweise sorgen die aktuellen Auflösungen dafür, dass man das 7″ Tablet locker für alle möglichen Anwendungsszenarien nutzen kann.

Irgendwie sind diese neuen Tablets quasi die Taschenbuchisierung der Tablet-Landschaft. Und damit ein weiterer Schritt zur Massentauglichkeit. Zwar haben Apple, Amazon und Google unterschiedliche Herangehensweisen mit ihren Tablets und unterschiedliche Preispunkte, aber es gibt nun mehrere Optionen im Markt und damit wird dieses Segment noch interessanter werden. Die 7″ Tablets werden ubiquitär werden, mit Preisen weit unter den knapp 200 €, die Amazon und Google aktuell für ihre Tablets aufrufen. Das Subventionsmodell ist dabei ein starker Treiber, ähnlich wie wir es von den Mobilfunk-Unternehmen seit Jahren kennen, wird das Gerät günstig gemacht, damit mit der Nutzung Geld verdient werden kann. Wir sind nicht mehr weit entfernt von €1 pro Tablet, denn es gibt zunehmend mehr Inhalte und Dienste, die über Tablets angeboten und verkauft werden können.

Die neu entdeckte Einarmigkeit bei der Nutzung der Tablets wird für eine Umorientierung sorgen in der sog. App-Economy, denn plötzlich wird es nicht mehr “Mobile first” heissen, sondern “Tablet first” und damit sind dann die 7″ Tablets gemeint, die wie selbstverständlich zum Lesen und Schreiben genutzt werden, als Entertainment-Device, Shoppingtool und natürlich als interaktive Second Screen abends beim TV-Konsum auf dem Sofa.

6 responses to Die neu entdeckte Einarmigkeit der Tablets

  1. also du ubiquitär getippt hast, hast du schon gegrinst, oder?!

  2. natürlich. :)

  3. “Apple zieht damit nach und bietet neben dem Google Nexus 7 Tablet und dem Amazon Kindle Fire nun das dritte Tablet im 7 Zoll Formfaktor an.”

    Hmm, also das liest sich so, als gebe es tatsächlich nur diese drei Modelle, Dem ist natürlich nicht so, ich möchte mein Samsung Galaxy Tab 2 mit 7” jedenfalls auf meinen Zugfahrten nicht mehr missen.

  4. Subventionsmodelle sind für mich der Horror. Letztlich muss der Anbieter durch die unterschiedlichsten mehr oder weniger verwerflichen Maßnahmen dafür sorgen, dass er durch die Hintertür auf sein Geld kommt. Beim Handy waren es langlaufende und mit Widerhaken versehene Verträge. Bei Amazon ist es vorerst “nur” die enge Bindung an ein allgewaltiges Verkaufsportal. Ausserdem müssen die Hersteller für möglichst verrammelte Systeme sorgen, um den Zugriff auf freie Inhalte zu erschweren.

    Dagegen sollte man sich wehren. Als Normal-User würde ich den Kram nicht kaufen. Aber wir benötigen umso dringender Geeks, die in Lage sind, diese Geräte zu hacken und zu modden. Eigentlich bin ich da auch sehr zuversichtlich.

Trackbacks and Pingbacks:

  1. iPad Mini: Die schwache Stelle von Apple. | thomas gigold - 29.10.2012

    [...] Letzte Woche hat Apple auf einer Keynote nicht nur die Macs einmal vollständig runderneuert, sondern (endlich, möchte man sagen) auch eine kleinere Variante des iPads vorgestellt. Nun, ich bin seit der Vorstellung des ersten iPads ein großer Fan des Geräts. Als Star Trek-Fan wollte ich etwas wie dieses schon immer, und auch wenn vorher der ein oder andere Hersteller (Huhu, Microsoft) bereits Tablets präsentiert hatte, Apple hat das Gerät auf eine perfekte Stufe gehoben. Eine, auf der es technisch gut war. Dazu mit dem Apple Appeal versehen – and Boom, war das iPad der Verkaufsschlager schlechthin. Seit dem haben sich diverse Hersteller an Geräten wie dem iPad versucht – eine Chance hatten sie bisher nur mit den Geräten, die nicht auf 10 Zoll sondern 7 setzten. Bei der Vorstellung des iPad Mini nun dringt Apple auch in dieses Segment vor, nachdem der Wettbewerb gezeigt hat, dass Steve Jobs mit seiner Einschätzung zu 7-Zoll-Geräten falsch lag. Dabei ist die Größe von Sieben Zoll für diverse Anwendungsgebiete durchaus gut. Das habe ich als Star Trek-Fans schon immer geahnt – schließlich haben Picard und Co. auch unterschiedlich große Tablets bei sich auf den Tischen liegen. Seit der neue Kindle (ohne Tastatur) beim großen Kind liegt habe ich es aber auch gewusst. Und das hat Gründe – auf die Nico Lumma recht gut eingeht. [...]

  2. Amazon.com und der Tablet-Krieg | Lummaland - 29.10.2012

    [...] ist, wird sich in den nächsten Monaten auch in Deutschland zeigen. Erst einmal ist die neu entdeckte Einarmigkeit der Tablets für die Kunden von Vorteil, weil sie mehrere Optionen haben, langfristig stellt sich aber die [...]

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