Mehr Transparenz bei Nebeneinkünften von Politikern!

Transparenz muss für alle gelten!

Mehr Transparenz bei Nebeneinkünften von Politikern

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Chuzpe Politiker der schwarz-gelben Chaostruppe versuchen, Peer Steinbrück als einen von der Finanzindustrie finanzierten Politiker darzustellen. Insbesondere die Herren Dobrindt und Döring fallen hier immer wieder unangenehm auf.

Sicherlich hat Peer Steinbrück in den letzten Jahren mit Reden und Vorträgen gut verdient. Aber da ist er nicht alleine, wie Abgeordnetenwatch netterweise aufgeschlüsselt hat:

Transparenz muss für alle gelten!Peer Steinbrück SPD mind. 698.945 Euro
Michael Glos CSU mind. 546.000 Euro
Heinz Riesenhuber CDU mind. 380.000 Euro
Rudolf Henke CDU mind. 315.000 Euro
Frank Steffel CDU mind. 288.000 Euro
Peter Wichtel CDU mind. 218.750 Euro
Franz-Josef Holzenkamp CDU mind. 213.000 Euro
Norbert Schindler CDU mind. 211.000 Euro
Patrick Döring FDP mind. 185.400 Euro
Michael Fuchs CDU mind. 155.500 Euro

Ich finde das überhaupt nicht verwerflich, ganz im Gegenteil. Warum sollte nicht auch ein Politiker über Vorträge, Aufsichtsratsmandate, Beratungstätigkeiten oder als Antwalt noch nebenbei Geld verdienen? Ich finde nur, dass dies detaillierter als bisher aufgelistet werden sollte, damit sich die Bürger ein besseres Bild davon machen können, in welchem Verhältnis der Abgeordnete zu den Auftraggebern steht.

Es gibt Politiker, die reden viel. und es gibt Politiker, die etwas zu sagen haben und denen zugehört wird. Da bestimmt Angebot und Nachfrage den Preis und ich finde es verständlich, dass auch Bundestagsabgeordnete davon finanziell profitieren wollen.

Allerdings erwarte ich hier mehr Transparenz, nicht nur von Peer Steinbrück, sondern von allen Abgeordneten des Bundestages. Wer nichts zu verbergen hat, kann die Einkünfte ja auch offenlegen, oder?

Daher unterstütze ich den Appell Transparenz muss für alle gelten! und würde mich freuen, wenn viele Bürgerinnen und Bürger mitmachen!

Mein Kind ist bei Facebook: Lese-Empfehlung für Eltern

Mein Kind ist bei Facebook

Mein Kind ist bei FacebookUnaufgeregt. Gänzlich unaufgeregt, so würde ich das Buch Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern von Thomas Pfeiffer und Jöran Muuß-Merholz beschreiben, wenn mich jemand mal fragen würde, wie ich das Buch so finde. Die beiden haben mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt, das ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem, weil ich gerne zu dem Thema gefragt werde und nur selten die Geduld aufbringe, Eltern zu erklären, warum alles nicht so schlimm ist, wie es irgendwo steht.

Das Buch könnte ich eigentlich auch als idiotensicher bezeichnen, es erklärt Facebook durchaus so, dass man es auch versteht, ohne es jemals genutzt zu haben, was bei über 1 Milliarde Nutzern mittlerweile gar nicht mehr so leicht ist. Das Kapitel “Das fehlende Handbuch” erläutert wirklich sehr detailliert, welche Einstellung wozu dient und was passiert, wenn man welchen Button drückt. Ich finde ja, dass Facebook sich ziemlich gut selbst erklärt, kann aber nachvollziehen, dass man vielleicht bei einigen Einstellungen lieber auf der ganz sicheren Seite sein will. Für Eltern besonders gut geeignet sind die Abschnitte im Kapitel “Probleme und Herausforderungen meistern”, denn dort werden die Themen “Privatsphäre und Datenschutz: Was gehört auf Facebook und was nicht?”, “Urheberrechte respektieren”, “Nüchternheit und Unnüchternheit” und noch einige Aspekte mehr diskutiert.

Eigentlich ist das alles Common Sense, dürfte man meinen, aber die Autoren dröseln noch einmal alles ordentlich auf und liefern gute Hinweise, wie die Nutzung von Facebook für Eltern und Kinder kein Problem darstellen sollte. Die Autoren haben ein Buch geschrieben, dass detailliert ist, aber nicht belehrend oder anmassend, sondern die Eltern darin bestärkt, mit ihrem neu gewonnenen Wissen den Kindern die Nutzung von Facebook guten Gewissens erlauben zu können. Für viele Eltern stellt Facebook eine Herausforderung dar, weil sie nicht wissen, was ihre Kinder da so treiben und was alles passieren könnte, schließlich wird auch immer wieder ordentlich Unsinn über Facebook verbreitet.

Keines unserer Kinder ist bislang im Facebook-fähigen Alter, aber ich weiss, dass dieses Thema auch auf uns zukommt. Mein Kind ist bei Facebook: Tipps für Eltern bietet eine gute Grundlage für Eltern, die wissen wollen, was es bedeuten kann, wenn das Kind bei Facebook ist. Allerdings glaube ich, dass Eltern und Lehrer nicht mehr nur ein Buch lesen sollten, sondern Facebook selber nutzen müssen, wenn sie informiert sein wollen. Dieses Buch bietet eine sehr gute Grundlage für eine Beschäftigung mit Facebook.

Die RHA MA450i im Ohr

RHA MA540i

RHA MA540iNachdem ich neulich die B&W C5 In-Ear Kopfhörer testen durfte, erreichte mich jetzt wieder eine Anfrage für einen Ohrpinöpeltest. Vielleicht wird das hier ja doch noch ein Ohrpinöpeltestblog und ich tingele als Ohrpiöpeltestexperte durch die Morgenmagazine der Republik. Aktuell liegt mir ein Exemplar aus dem Hause RHA vor, das auf den klingenden Namen RHA MA450i Schwarz- Geräuschisolierende Aluminiumohrhörer mit Fernbedienung und Mikrofon.

Die RHA MA450i kosten aktuell knapp 50 € und dafür bekommt man zwar keine fancy Verpackung, aber grundsolide Ohrstöpsel. Geräuschisolierend sind die Dinger durchaus, auch passen die Polsterdinger schon gleich in der Standard-Variante bei mir sehr gut ins Ohr, für andere Ohrgrößen gibt es noch andere Polstergrößen. Überhaupt mag ich ja diese Dinger, die fest im Ohr sitzen, die Apple Headsets, sowohl alt als auch neu, rutschen mir links immer aus dem Ohr, rechts halten sie, warum auch immer. Die Bedienelemente finde ich etwas zu klobig, aber sie sind 100% iPhone-kompatibel und liegen gut in der Hand, aber könnten auch etwas dezenter sein. Richtig cool finde ich, dass das Kabel eine Stoffummantelung hat, dadurch wirkt das Kabel weniger fipselig und robuster. Bei meinem wenig pfleglichen Umgang mit Kabelzeugs in der Umhängetasche dürfte die Stoffummantelung dafür sorgen, dass die RHA MA450i etwas länger halten könnten.

Ach ja, Klang und Wumms haben die RHA MA450i auch, da kann man nicht meckern. Ich teste Kopfhörer gerne mit der guten alten Wall of Sound, wenn ich da den Klangteppich ordentlich höre, dann bin ich sehr zufrieden. Die RHA MA450i kann man gut aufdrehen, sie klirren nicht und Bass haben sie auch ordentlich. Für den Preis ist der Klang absolut okay und ich glaube auch, dass die RHA MA450i für die meisten Ohren ausreichen. Es geht bestimmt noch besser, aber sicherlich nur schwer zu dem Preis.

Johnny Haeusler hat gerade zwei Kopfhörer von RHA im Test und verlost davon einen, er kann auch nix Schlechtes über Kopfhörer vermelden.

Der Tod und Social Media

Dirk Bach tot

Gestorben wird immer, aber wenn ein prominenter Mensch stirbt, dann passiert auf Twitter, Facebook, Google+ und den anderen Social Media Kanälen das, was sonst auch passiert, wenn Menschen eine derartige schlechte Nachricht bekommen. Einige sind betroffen, andere nicht, einige trauern, andere machen doofe Witze. Kurz nach der ersten Verbreitung der Nachricht fangen dann Blogger und Medienhäuser an, Bildergalerien und Video-Zusammenschnitte zusammenzustellen, um von dem zu erwartenden Traffic zu profitieren. Jaja, ich diskutiere hier die Meta-Ebene und profitiere auch von der aktuellen Aufmerksamkeit, ihr habt mich erwischt.

Interessanterweise treffen bei Todesfällen im Web Nutzer und Algorithmus aufeinander. Bei Facebook gibt es nur den Like-Button, aber oftmals wird der Like-Button auch genutzt, um zu zeigen, dass man etwas nicht gut findet. Beispielsweise wenn ein Fußballer verletzt oder verunglückt ist, dann drücken die Fans ihre Genesungswünsche über den Like-Button aus, oder wenn eine Person vermisst wird, dann wird der Beitrag auch geliked und geshared, um der Person zu helfen. Das ist seit Jahren Gang und Gäbe, aber natürlich bedeutet eine derartige Nutzung des Like-Buttons auch, dass der Facebook-Algorithmus einem Beitrag eine Relevanz zuweist, bei dem es nicht um wirklichen originären Inhalt eines Anbieters geht. Davon kann der Anbieter natürlich profitieren, sei es durch generelle Likes auf dem Angebot oder viele Shares des Beitrags.

Wenn jetzt allerdings BILD auf Facebook einen Kondolenz-Beitrag für Dirk Bach postet, dann geht eine Woge der Entrüstung durchs Netz.

Dirk Bach tot

BILD und andere Anbieter haben Nutzer, die völlig überrascht sind vom Tod von Dirk Bach. Diese Nutzer wollen sich ausdrücken, wollen ihr Beileid äußern. Sie tun dies, weil BILD ihnen eine Möglichkeit anbietet, über einen einfachen Click auf den Like-Button ihr Beileid auszudrücken. Es ist diesen Menschen ein Anliegen, sich zu äußern. Man kann nun natürlich sagen, dass dies nicht die elaborierteste Art der Beileids-Bekundung darstellt, aber es ist eben eine zeitgemässe Variante des Kondolierens. Ich finde es unerträglich, wenn sich jetzt irgendwelche Social-Media-Experten aufregen, dass BILD diese Möglichkeit anbietet und darüber viele Likes bekommt. Die Nutzer erwarten, dass sie sich bei so einem Ereignis ausdrücken können, sie haben nicht den Algorithmus von Facebook vor Augen, der durch ein Like beeinflusst werden könnte. Natürlich ist man gerne gegen BILD, aber man muß einfach auch verstehen, dass eine Community auch einige Ankerpunkte benötigt und dieses Posting zum Tod von Dirk Bach stellt so einen Ankerpunkt dar. Auch der stern bietet eine Kondolenzmöglichkeit an und wird prompt an den Pranger gestellt.

Über 90.000 Menschen haben bislang auf der Fanpage von BILD ihr Beileid zum Tod von Dirk Bach zum Ausdruck gebracht. Knapp 40.000 Menschen nutzen die Fanpage vom stern, um ihr Beileid auszudrücken. Ich finde, da erübrigt sich jede Kritik am Vorgehen der BILD oder des stern in diesem Fall.

Kandidierst Du noch, oder twitterst Du schon?

Wahlkampf-im-Web-Politiker-entdecken-Twitter

Vor ein paar Tagen war Peer Steinbrück, damals noch nicht offiziell ausgerufener Kanzlerkandidat der SPD beim UdL Digital Talk und sagte den folgenschweren Satz: “Ich twittere nicht.”

Aus diesem kurzen Satz wurde heute nun die Meedia Topstory “Steinbrück: Ich werde nicht twittern”:

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wirbt seit dem Wochenende in der ganzen Republik um Wähler. In der ganzen Republik? Nein, ein kleines Dorf namens “Internet” meidet der Politiker. In einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Social Media & Politik: Mehr Kommunikationskanäle- weniger Dialog?” äußert sich Steinbrück zum Web 2.0 und schwärmt von der “guten, alten Zeit des Postwegs”. Auf Twitter wolle er keinen Wahlkampf machen- und das obwohl er hier Nachholbedarf seiner Partei sieht.

Big fucking deal. Echt jetzt. Es ist auf gut deutsch gesagt Lattenhagen ob Steinbrück selber twittert oder nicht. Ja, es wäre sicherlich nett, wenn er es täte, aber damit steht und fällt der SPD Wahlkampf nicht. Ich finde es toll, dass Sigmar Gabriel sowohl auf Twitter als auch auf Facebook präsent ist, aber ich finde es vor allem wichtig, dass die Social Media Nutzung zur Person passt. Auch ein Politiker sollte Social Media nutzen wollen und nicht Social Media nutzen müssen.

Wahlkampf-im-Web-Politiker-entdecken-TwitterDie SPD wird sicherlich eine Wahlkampfstrategie entwickeln, bei der Twitter, Facebook und Google+ eine Rolle spielen werden. Aber der Kanzlerkandidat der SPD muss nicht twittern, warum auch? Er muss auf Twitter präsent sein, aber das kann auch erreicht werden, ohne dass er selber twittert. Ich finde es authentisch, wenn ein Politiker sich der Tragweite von Twitter und Facebook bewusst ist, es aber selbst nicht nutzen will. Auch Barack Obama, dessen 2008er Wahlkampf eine Meisterleistung beim Einsatz von Social Media darstellte, hat selber nie getwittert, sondern ein gutes Team und eine noch viel bessere Strategie für den Einsatz von Social Media im Wahlkampf gehabt.

140 Zeichen eignen sich für das Verbreiten von Kampagnen-Inhalten, zum Vermitteln von Nähe und Präsenz, von mir aus auch zum gegenseitigen Anfrotzeln der politischen Gegner, für eine politische Diskussion eignen sich 140 Zeichen und das Follower-Prinzip nur sehr eingeschränkt. Diskussionen sehe ich eher auf Facebook, da dort mehr Platz ist und die Kommentare strukturierter abgebildet werden als der Twitter-Stream. Aber, und da müssen wir uns nix vormachen, nur in den allerallerseltesten Fällen twittern hochrangige Politiker selber. Gerade in Wahlkampfzeiten muß ein Politiker überall präsent sein, aber das kann er oder sie unmöglich alles selber bewerkstelligen, ebenso wenig, wie ein Politiker alle seine Reden selber schreibt oder alle Konzepte selber entwickelt. Auch die richtigen 140 Zeichen twittert man nicht mal eben so, schliesslich muss im Wahlkampf jeder Satz sitzen.

Peer Steinbrück muss nicht selber twittern, aber er muß es schaffen, Social Media effizient zu nutzen und präsent zu sein. Das sind allerdings zwei verschiedene Paar Schuhe und haben sehr viel mit der Kampagnen-Strategie und der daraus resultierenden Umsetzung zu tun.