Lesetipp: Das Beste von Allem

Nico —  5.11.2012 — 1 Comment

mad-men-best-of-everythingLetztens kam meine Frau nach Hause und meinte, sie habe eine Überraschung für mich, überreichte mir dann ein Buch und sagte: “Dieses Buch liegt bei Mad Men auf dem Nachtisch. Ich bin gespannt, ob es Dir gefällt.” Und ich dachte: “Super, eine Schwarte aus den 50ern mit über 650 Seiten, das kann ja heiter werden.” Ich habe nämlich eigentlich eine Policy, dass ich keine Bücher mit mehr als 200 Seiten anfange zu lesen, weil die Chance relativ gering ist, dass ich das Buch überhaupt zu Ende lese. Außerdem wollte ich endlich mal ein Buch für meinen Kindle haben, aber natürlich finde ich es gut, dass meine Frau den örtlichen wunderbaren Buchladen unterstützt.

Das Buch spielt Anfang der 50er Jahre in New York City und gibt einen Einblick in das Leben von Caroline, Barbara, Gregg und April, die allesamt Anfang 20 sind und versuchen, als alleinstehende Frauen in der Stadt Fuß zu fassen. Das verbindene Element ist die Anstellung im Fabian Verlag, wo die Frauen ihrer Arbeit nachgehen. Damals war der Schreibpool für viele Frauen der Einstieg in die Arbeitswelt, oder vielmehr die Überbrückung bis zur Hochzeit. Ich finde das Buch bemerkenswert, weil mit einer ziemlichen Offenheit der Blickwinkel der Frauen eingenommen und sehr frei über das Sex-Leben der Protagonistinnen geschrieben wurde, gleichzeitig aber auch die Rolle der jungen Frauen in der Gesellschaft und der Konflikt mit den vorherrschenden Konventionen aus Sicht der Frauen geschildert wurde. Vor Jahrzehnten habe ich mal The Feminine Mystique von Betty Friedan gelesen, das Anfang der 60er Jahre erschienen war und das sich ändernde Rollenverständnis der Frauen in den USA nach dem 2. Weltkrieg generell thematisierte, daher war ich überrascht von der Direktheit, mit der Rona Jaffa bereits Ende der 50er Jahre die jungen Frauen porträtierte.

Ich habe dieses Buch sehr zügig gelesen und geprägt von den Bildern der TV-Serie Mad Men hatte ich irgendwie auch eine sehr, sehr genaue Vorstellung, wie alles aussehen müsste. Obwohl ich eigentlich nicht gerne so dicke Bücher lese, fand ich, dass die Autorin zum Ende des Buches hin geradezu gehetzt wirkte, denn ich hätte noch locker weiterlesen können. Obwohl Das Beste von Allem bereits 1958 erschienen ist, hat die Aktualität des Themas nichts eingebüßt.

One response to Lesetipp: Das Beste von Allem

  1. Ich habe gestern Abend den Film “The Help” gesehen und war total begeistert. Jener spielt auch in dem Zeitraum, aber hier geht es um die schwarzen Bediensteten und welch wahnsinnigen Klassenunterschiede herrschten. Da mich der Film gerade erst so begeistert hat, kommt mir diese Leseempfehlung gerade recht…. Ich gehe jetzt zum (evtl. digitalen) Buchladen…
    Danke!

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