Lesetipp: Das Beste von Allem

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mad-men-best-of-everythingLetztens kam meine Frau nach Hause und meinte, sie habe eine Überraschung für mich, überreichte mir dann ein Buch und sagte: “Dieses Buch liegt bei Mad Men auf dem Nachtisch. Ich bin gespannt, ob es Dir gefällt.” Und ich dachte: “Super, eine Schwarte aus den 50ern mit über 650 Seiten, das kann ja heiter werden.” Ich habe nämlich eigentlich eine Policy, dass ich keine Bücher mit mehr als 200 Seiten anfange zu lesen, weil die Chance relativ gering ist, dass ich das Buch überhaupt zu Ende lese. Außerdem wollte ich endlich mal ein Buch für meinen Kindle haben, aber natürlich finde ich es gut, dass meine Frau den örtlichen wunderbaren Buchladen unterstützt.

Das Buch spielt Anfang der 50er Jahre in New York City und gibt einen Einblick in das Leben von Caroline, Barbara, Gregg und April, die allesamt Anfang 20 sind und versuchen, als alleinstehende Frauen in der Stadt Fuß zu fassen. Das verbindene Element ist die Anstellung im Fabian Verlag, wo die Frauen ihrer Arbeit nachgehen. Damals war der Schreibpool für viele Frauen der Einstieg in die Arbeitswelt, oder vielmehr die Überbrückung bis zur Hochzeit. Ich finde das Buch bemerkenswert, weil mit einer ziemlichen Offenheit der Blickwinkel der Frauen eingenommen und sehr frei über das Sex-Leben der Protagonistinnen geschrieben wurde, gleichzeitig aber auch die Rolle der jungen Frauen in der Gesellschaft und der Konflikt mit den vorherrschenden Konventionen aus Sicht der Frauen geschildert wurde. Vor Jahrzehnten habe ich mal The Feminine Mystique von Betty Friedan gelesen, das Anfang der 60er Jahre erschienen war und das sich ändernde Rollenverständnis der Frauen in den USA nach dem 2. Weltkrieg generell thematisierte, daher war ich überrascht von der Direktheit, mit der Rona Jaffa bereits Ende der 50er Jahre die jungen Frauen porträtierte.

Ich habe dieses Buch sehr zügig gelesen und geprägt von den Bildern der TV-Serie Mad Men hatte ich irgendwie auch eine sehr, sehr genaue Vorstellung, wie alles aussehen müsste. Obwohl ich eigentlich nicht gerne so dicke Bücher lese, fand ich, dass die Autorin zum Ende des Buches hin geradezu gehetzt wirkte, denn ich hätte noch locker weiterlesen können. Obwohl Das Beste von Allem bereits 1958 erschienen ist, hat die Aktualität des Themas nichts eingebüßt.

Snickers. Selbstgemacht.

Selbstgemachte Snickers

Neulich bin ich über das Homemade Snickers Bars Rezept gestolpert und dachte mir, dass das ein geeignetes kleines Projekt wäre, um mal etwas Zucker in unser Leben zu bringen.

Das Rezept ist eigentlich total einfach, nur braucht man immer etwas Zeit, um die unterschiedlichen Lagen abkühlen zu lassen. Da Snickers aus vier Schichten besteht, braucht man durchaus Geduld oder viel Platz zum Abkühlen, oder einen kalten Balkon.

Selbstgemachte SnickersZutaten:
4 Tafeln Schokolade, ich habe Milka Zartbitter genommen
1 Glas Peanutbutter, 350g
1 Glas Marshmallow Fluff
1 Esslöffel Milchmädchen aus der Tube
1 Tüte gesalzene und geröstete Erdnüsse
1 Beutel Karamell-Bonbons
1 Beutelchen Vanillezucker
100g Butter
200g Zucker
50 ml Sahne

So, das kann schon mal nicht schiefgehen bei den Zutaten, oder?

Man fängt ganz sutsche an und lässt 2 Tafeln Schokolade und einen ordentlich großen Löffel Peanutbutter in einem Topf auf kleiner Flamme langsam schmelzen. Zwischenzeitlich kleidet man eine Backform, oder Auflaufform, mit Alufolie aus und buttert alles schön. Dann giesst man die flüssige Schokomasse in die Form, verteilt alles gleichmässig und lässt die Masse wieder erkalten.

Die Füllung besteht aus Butter, die man langsam zum schmelzen bringt, dazu kommt der Zucker, wenn der Zucker geschmolzen ist, kommen 4 ordentliche Esslöffel von dem Marshmallow Fluff, also ordentlich, dazu Vanillezucker und dann das Milchmädchen aus der Tube Zeugs. Alles wird gut verrührt und wenn die Masse schön flüssig ist, nimmt man den Topf vom Feuer und gibt die Erdnüsse hinzu. Danach wird diese Masse auf den getrockneten Schokoladenboden gegeben und gleichmässig verteilt. Jetzt muss wieder alles kühlen und erhärten.

Die nächste Schicht ist die Karamellmasse, dazu werden die Bonbons mit der Sahne langsam im Topf geschmolzen, das dauert seine Zeit, vor allem das Auswickeln der Bonbons, ohne dabei zu viel zu naschen. Die Karamellmasse wird dann ebenfalls in die Form gegossen und man muss wieder abwarten, bis alles erhärtet ist.

Das Finale ist wieder eine Schicht Schokolade, also nimmt man wieder zwei Tafeln Schokolade und ordentlich Peanutbutter, bringt alles zum Schmelzen und giesst dann alles in die Form und verteilt die Masse gleichzeitig.

Nun muss man abwarten. Und sollte schon mal über eine Zucker-Detox-Kur nachdenken. Die selbstgemachten Snickers sind ordentlich reichhaltig und lecker.

hmm, Zucker, Schokolade und Peanuts

Sandy Time-Lapse Video von New York City

Time-Lapse New York City

Time-Lapse New York City

Beeindruckend. Vor allem wenn plötzlich auf dem rechten Ufer das Licht ausgeht.

Ponader ist nicht das Problem der Piraten

piratenparteiverschwommen

Malte Welding hat einen lesenswerten Text über Johannes Ponader geschrieben, in dem er sich mit der allgegenwärtigen Diskussion über den politischen Geschäftsführer der Piraten auseinandersetzt:

Johannes Ponader, Problem-Pirat: In Blogs, die ich gerne lese, in Newsportalen, die ich weniger gerne lese, auf Facebook, das ich mal so mal so gerne lese, überall wird Johannes Ponader, Sanftling und Sandalenträger, als Verantwortlicher für die Demoskopiekrise der Piraten gesehen.
Auf Twitter wird er von Piratenvorständen beschimpft, Menschen, die ich mag, machen Würgegeräusche, wenn es um Ponader geht.

piratenparteiverschwommenKlar, diese Sündenbockrolle hat Ponader inne, seit seinem Auftritt bei Jauch und er hat auch stets dazu beigetragen, diese Rolle noch weiter auszufüllen. Der Fachbegriff dafür ist “Beratungsresistenz” und geht meist einher mit zu vielen tollen Ratschlägen von vielen Seiten und keinen wirklichen Beratern, die etwas vom Thema und der Person verstehen.

Zum Ende des Artikels stellt Malte die Frage nach dem Warum, und das ist die wirklich relevante Frage zu den Piraten, nicht nur zur Personalie Ponader:

Eine Partei muss sich keinen Sprecher leisten, der nicht für sie spricht. Es wäre eine Zumutung für die Piraten, von jemandem vertreten zu sein, dessen Lebensstil sie ablehnen. Aber ihn durch Mobbing wegzubekommen, das kann nicht der Weg sein. Warum kann eine Partei, die sich der Basisdemokratie verschrieben hat, kein Meinungsbild über Personalfragen bekommen?

Ich glaube, dass sich hier das Grundproblem der Piraten manifestiert, entstanden aus der weltfremden, aber auch stellenweisen naiv sympathischen Herangehensweise, dass die Piraten die Regeln des Politikbetriebs ändern wollen, indem sie sich anders verhalten. Das führt unweigerlich zu massiven Problemen, denn wenn die Piraten im Politikbetrieb der Republik mitspielen wollen, müssen sie sich zwangsläufig auch an ein paar Modalitäten halten. Dazu gehört zum Beispiel, dass Öffentlichkeit nicht so sehr in Wikis und auf Twitter stattfindet, sondern in Talkshows oder Statements in der Tagesschau. Damit ist dann natürlich eine Person verbunden, die im Vordergrund landet und die inhaltlichen Positionen werden, wenn überhaupt, mit der Person verknüpft oder ganz in den Hintergrund gedrängt. Die Person bekommt dann das Label “wichtig in Partei X” umgehängt und tingelt damit durch die Republik. So machen das alle Parteien mit ihren Spitzenpolitikern, bzw. Spitzenfunktionären. Nur kollidiert dies mit dem Selbstverständnis der Piraten, was die Älteren unter den Lesern vielleicht noch an die Diskussionen um das Rotationsprinzip bei den Grünen erinnert, das auch nach einer gewissen Erfolglosigkeit abgeschafft wurde. Gewissermassen kann man sich Ponader auf dem “Kill your Idols!” T-Shirt ganz gut vorstellen, genauso wie andere exponierte Piraten allerdings auch. Wer in die Öffentlichkeit rutscht per Amt, bekommt mit dem Selbstverständnis der Partei Probleme.

Wenn die Piraten sich dauerhaft im Politikbetrieb etablieren wollen, dann müssen sie ertragen, dass es Protagonisten geben wird, die der Partei Profil geben werden durch die Präsenz ihrer Person. Daher sollten die Piraten lernen, vor Vorstandswahlen sich genau zu überlegen, welche Personen sie wählen wollen. Unerfahren mit politischen Ämtern sind die meisten Piraten, was sicherlich auch einen Reiz dieser Partei für viele Wähler immer noch ausmacht, aber die Piraten sollten schon sehen, ob Qualifikationen für bestimmte Ämter vorhanden sind.

Ich glaube, dass aktuell die Person Ponader nicht das Problem ist, sondern die Struktur der Piraten. In dem Amt würde jede andere Piratin oder jeder andere Pirat ebenso schnell angezählt werden, eben weil der politische Geschäftsführer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht, als es die Piraten derzeit gewillt sind zu ertragen. Ein Jahr vor der Bundestagswahl wirkt die Piratenpartei eher so, als ob ihr verbindenes Element ist, dass alle immer Recht haben wollen und dabei lieber Führungpersonen beschädigen, als sich zum Wohle der Partei selber mal zurückzunehmen. Dies ist auf Dauer zu wenig für eine Partei, für die Wähler erst recht.