Meine Filterblase ist kaputt

Nico —  17.12.2013

Ich folge über 6000 Leuten auf Twitter und nutze Twitter tagtäglich, um mich auf dem Laufenden zu halten. Aber seit einiger Zeit beobachte ich, dass mich Twitter immer mehr nervt. Das liegt nicht nur an den neuerdings direkt angezeigten Bildchen, sondern eher an der grassierenden Empörungskultur und dem damit verbundenen Absolutsheitanspruch der eigenen Meinung. Was mal als Shitstorms angefangen hat, weil so Unternehmen aufmerksamkeitsstark kritisiert werden können, ist nun zu einer allgemeinen Geisteshaltung geworden. Jedenfalls in meiner Twitter Timeline, also meiner eigenen Filterbubble, an der ich aufgrund der Nutzung meiner eigenen selektiven Fähigkeiten selber schuld bin, hat sich die kritische Grundhaltung in den letzten Monaten gewandelt hin zu einer Dauerempörung gegenüber dem Unrecht dieser Welt.

416K23CL1SL._SL160_Das ist ganz schön anstrengend. Nicht nur für mich als Rezipienten, sondern sicherlich auch für die sich empörenden Personen, die sich abmühen und vor sich hin empören, aber doch dauerhaft enttäuscht sein werden, weil nach der Empörung auch gleich wieder die nächste Empörung steht. Über Empörung wird im Idealfall Aufmerksamkeit erzeugt, eine Debatte angeregt und eventuell auch etwas geändert. In meiner Timeline stelle ich allerdings einen gewissen Dauerempörungszustand fest, der einfach nur noch verbittert und verhärmt wirkt. Alles ist sofort #fail. Differenzierungen sind schwierig auf 140 Zeichen, daher ist das Motto immer „hängt sie höher!“ und der durch die Zeichenlimitierung eh schon schwierige Diskurs mit 140 Zeichen wird noch zusätzlich erschwert durch persönliche Angriffe und die grosszügig gebrauchte Verwendung des Hashtags #fail.

Gefühlt würden bei der Sonntagsfrage in meiner Timeline 50% für die Piraten stimmen, danach mit je 10% die SPD, Grüne, CDU, FDP und die sog. LINKE. Das erklärt natürlich auch ein Stück der Bitterkeit, denn dieses Jahr wurde deutlich, dass die Piraten auf Bundesebene bestenfalls marginalisiert sind, aber es ist schon verblüffend, dass so viele Menschen meinen, komplexe Themen lassen sich auf 140 Zeichen diskutieren und in Gut oder Böse, Null oder Eins, #hach oder #fail einsortieren.

Ich habe überhaupt nichts gegen Kritik an der Politik, der Gesellschaft oder der Wirtschaft, ganz im Gegenteil. Aber ich habe gerade den Eindruck, dass sich viele Protagonisten der deutschen Twitterei in einen virtuellen Wagenbau zurückziehen und auf alles zielen, was ihnen bedrohlich vorkommt. Wenn man sich belagert fühlt, dann ist das erstmal so ziemlich alles. Wir gegen die da draussen. Dann laufen die selbsternannten Empörungsbeauftragten zu Hochform auf und sorgen dafür, dass ein neuer Hashtag publik gemacht wird. Das Ziel ist immer die Erwähnung in den sonst so verhassten journalistischen Erzeugnissen der Republik, die ja eigentlich so was von #fail sind, weil dort jeden Tag irgendwo etwas Falsches steht. Aber hey, wenn sie über Empörungswellen auf Twitter berichten, dann sind sie doch nützliche Idioten und tragen zur eigenen Bauchpinselei bei.

Empörung auf Twitter ist allerdings genau das, was es ist. Empörung auf Twitter. Das erinnert mich an meine Zeit als Student. Da gab es Resolutionen des AStA zu jedem erdenklichen Thema der Weltpolitik und es war eben genau das, was es war. Eine Resolution des ASta. Interessiert hat das ausserhalb der Filterbubble des ASta niemand. Ich bekomme langsam den Eindruck, Twitter verkommt zu einem Werkzeug der Empörung, der permanenten Kritik an allem und jedem – und damit wird es immer schwerer, Twitter für konstruktive Themen zu nutzen. Vielleicht ist auf 140 Zeichen auch nicht mehr drin als die Empörung, aber ich glaube, dass die Dauerempörten sich in eine Spirale hereinbegeben haben, aus der sie nur schwer wieder herauskommen werden, denn natürlich zieht man einen gewissen sozialen Status aus dieser Emörungskultur, die Aufmerksamkeit mit sich bringt.

Ich stehe jetzt vor der Herausforderung, meine Filterbubble so zu konfigurieren, dass ich nicht den ganzen Tag durch die Dauerempörten genervt bin, trotzdem aber nicht alle kritischen Menschen aus meiner Timeline kicke, denn dann wäre Twitter auch langweilig und uninspirierend. Ich will ja explizit Leuten folgen, die anderer Meinung sind als ich, oder eine andere Herangehensweise an Themen haben, weil mich persönlich das eher weiterbringt, als wenn alle einer Meinung sind. Ich brauche auch keine Stars oder Sternchen, die Twitter zur Eigenpromo nutzen, ich finde Twitter viel charmanter, wenn es rauh und direkt die Meinung der Nutzer abbildet. Parallel dazu stelle ich gerade fest, dass ich immer mehr Zeit mit Facebook verbringe, nicht nur, weil man da auch mal länger kommentieren kann, sondern weil dort mein Bekanntenkreis nur halb so groß ist und irgendwie eine andere Gesprächskultur möglich ist.

Mir fehlt quasi ein Filter für meine Filterbubble, damit die Dauerempörten weniger stark gewichtet werden.

51 responses to Meine Filterblase ist kaputt

  1. Trifft ziemlich genau auch mein aktuelles Empfinden. Sach bescheid, wenn Du eine Lösung gefunden hast …

  2. Geht mir gerade genau anders herum (Facebook, Twitter jetzt ;)

    ps Empörte in eine Wagenburg zu stecken ist aber schon verdammt nah am „Gutmenschen“-Vorwurf.
    pps ja, ich hör auf, sonst bekomme ich noch das Label „Gutmenschen-Troll“ ;)

  3. Lieber Nico, bitte entschuldige das ein oder andere Tweet von mir das ggf. in die von dir beschriebene Kategorie hineinfallen könnte.

    Werde zukünftig nur noch Links auf pdfs verlinken, in denen ich in völliger Anerkennung jeglicher anderer Meinung Anleitungen zum Verbessern der Gesamt- und Teilsituation unterbreiten werde.

  4. Ihr wollte ja alle nicht nach APP.NET kommen, wo man 256 Zeichen Platz hat, was SOFORT eine ganz neue Diskussionskultur ermöglicht.

    Dann kann ich Euch auch nicht helfen ;)

    OK, doch: http://join.app.net/from/sbsqvtdrdf

    Aber vielleicht liegt es auch einfach daran, dass da andere Leute sind. Das Usenet funktionierte am Anfang ja auch. Als sich die Menschen noch bewusst waren, dass man kommuniziert. Und sich dabei an einige Regeln halten sollte, so wie man das in der Realwelt auch macht …

  5. Was egghat sagt!

  6. Mir geht’s auch so, ambivalentes Verhältnis zu Twitter in den mehr als fünf Jahren aktiver Nutzung. Immer wieder überrascht mich Twitter im positivsten Sinne, ich werde nicht müde, es als Networking-Instrument zu empfehlen. Nirgendwo kann man leichter mit Menschen in Kontakt kommen, die inhaltlich passen, die man jedoch nicht persönlich kennt. Daraus ergeben sich tolle Geschichten. Persönlich muss ich anmerken, dass ich auf diesem Weg meinen Buchverlag gefunden habe – um nur ein Beispiel zu nennen. Es gibt noch weitere. Einen coolen Job habe ich mir auch mal rausgelassen. Via Twitter.

    Aber es gibt diesen Nörgel-Faktor. Bei Google+ ist er übrigens auch sehr ausgeprägt. Du schreibst was bei Facebook und erntest Zustimmung. Das Gleiche bei Google+, und fünf Menschen wissen es besser oder finden das Haar in der Suppe

    Wenn ich selbst etwas poste, dann mache ich folgende Erfahrung, egal wo: Es gibt drei Gruppen. Einmal diejenigen, die persönlich mit dir in Verbindung stehen. Aus dieser Gruppe kommen differenzierte Reaktionen, das ist Inspiration. Dann diejenigen, die dir prinzipiell positiv gegenüberstehen und gerne alles liken. Und dann eben die altbekannten Trolle.

    Twitter-Listen sind theoretisch sehr hilfreich. Aber man hat halt keine Lust, sie zu pflegen. Geht mir zumindest so. Für deine oben skizzierte Stimmungslage wären Listen mit Sicherheit die Lösung. Aber ich vermute, dass du das nicht so angehen willst. Auch aus Prinzip. Denn Folgen oder Nicht-Folgen ist ja auch ein Statement. Nicht nur ein Filter.

  7. Vielleicht kommt ja auch noch hinzu, dass sich so manch eine(r) Bekanntheit und Ruhm erhofft, indem er mit einem hashtag den Nerv der Zeit getroffen hat
    #ichwillauchmaleinervondentrendsetternsein

  8. Digitales, risikoloses Draufhauen ist halt sehr einfach. Wer sich öfters dergestalt äußert, zieht mir persönlich zuviel Energie und fliegt aus meiner Timeline. Ich umgebe mich lieber mit Leuten, die Lösungen anbieten.

  9. Listen, aber das hat ja schon Bernhard angeregt.
    Ich nutze Twitter um Widerstände zu organisieren und zu Verbreiten – Weltweit – soweit dies mir möglich ist. Was jemand damit anfängt oder nicht phh.
    Jedenfalls bin ich wohl einer der Empörung in Kanäle lenken sucht und ja das ist sehr anstrengend, vor allem wenn man alle Sprachen vereint und nicht listet kommt alles pur auf die TL. Chaos denken viele, ich sage Chaos mit funktionalität.

    Twitter ist nicht nur das Empören und die Hatz nach #Hashtags.
    Das es in unserem Lande so eingleisig scheint ist unserer „Nach mir die Sinflut“ Mentalität geschuldet und so habe ich nur sehr wenige Deutsche Twitteruser in meiner TL und lebe glücklich schon Fünf Jahre im WWWiderstand gegen alles Ungemach on aber auch in der off-world.

  10. „und die sog. LINKE“

    Und was sollte das jetzt? Kleiner Stich ins Wespennest oder wie?

    „Empörung auf Twitter ist allerdings genau das, was es ist. Empörung auf Twitter“

    Das würde ich potentiell anders sehen. „Wie XY auf Twitter verlautbarte“ hört man in letzter Zeit immer öfter in den Nachrichten. Das heißt doch, dass der Kanal langsam in der gesellschaftlichen Wahrnehmung ankommt. Die Dauerempörung mag dann unbequem sein, aber vielleicht ist jetzt genau die richtige Zeit, zumindest auf diesem Kanal rauszuschrei(b)en, worüber man unglücklich ist und womit nicht einverstanden. Die da oben[TM] haben Social media als neuen Kanal erkannt, nun sollte man ihnen nicht die Deutungshoheit über das politische Tagesgeschehen überlassen.

    „In meiner Timeline stelle ich allerdings einen gewissen Dauerempörungszustand fest“
    „der einfach nur noch verbittert und verhärmt wirkt.“

    Und das wundert Dich bei der politischen und netzpolitischen Welle, die uns 2013 überrollt hat? Mich nicht.

    • Naja, eigentlich wird umgekehrt ein Schuh draus. Twitter wurde in dem Augenblick entwertet, als es in den Nachrichten zitiert wurde. #aufschrei hatte die bis dahin undifferenzierteste Wiedergabe in den klassischen Medien, die ich bis dahin aus dem Netz erlebt hat. Laut ZDF hat jede(r), die/der das Hashtag genutzt hat, für Aufschrei geschrieben. Ein # wandelt sich vom Merkmal zur Meinung, ohne dass jemand in den klassischen Medien die Tweets liest.

      Ganz ehrlich, ich hab einige Bekannte in allen Altersgruppen, ich hab Neffen und Nichten um 18 Jahre alt im fast zweistelligen Bereich. Keiner twittert.

      Twitter wird nie die Relevanz für eine wirkliche gesellschaftliche Diskussion haben. #Aufschrei war genau das Gegenteil von einer Diskussion, es war ein feministisches Statement. Die Diskussion innerhalb von Twitter wurde nie nach aussen gebracht.

      WennTwitter heute nur noch dazu taugt, eine Wetten dass Sendung zu kritisieren, und das nur noch jemand merkt, der sich journalistisch im Internet bewegt, dann hat Twitter die Lelevanz von „Leute heute“ im ZDF, nur mit wesentlich weniger Zuschauern.

  11. Ich finde es bemerkenswert, dass du bei 6.000+ Kontakten überhaupt noch Informationen, Strömungen, vor allem Essenzen ausmachen kannst! Im Ernst, wie managed du das?
    Symptomatisch finde ich, dass du die Frage auf deinem Blog stellst: Relevante und vor allem länger währende Diskussionsthemen (jaa! Begriff ’nachhaltig‘ erfolgreich vermieden!) brauchen offen sichtlich eine _Basis_ die mehr als 140 Zeichen und mehr als eine Halbwertszeit von 24 Stunden hat.

  12. Mein Tipp: Einfach mal sich selber filtern, bei Twitter ausloggen und dem Twittstorm folgen: http://twittstorm.com

  13. Viel Spaß beim Rekonfigurieren. 6000 Leuten zu folgen ist allerdings auch echt heftig.

    Ich persönlich gewinne ja zunehmend den Eindruck, dass soziale Netzwerke zu einem wirklich konstruktiven Diskurs nur in den allerseltensten Fällen taugen.

  14. Und dann gibt es noch die, die sich mit Provokation und Kontroversen im Gespräch und der Öffentlichkeit halten ;)
    Aber im Ernst, im Kern finde ich den Artikel gelungen. :)

  15. Ich folge etwas über 600 Leuten und kann bei manchen davon auch „Dauerempörung“ feststellen. Aber alles in allem klappts noch gut. Mit meinen paar Leuten, denen ich folge, war es aber auch relativ leicht, ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen.

    Aber wie kann man bei 6000 Leuten noch den Überblick behalten?

  16. Im Kern wirklich gelungen und kann da nur zustimmen.

    Aussortieren wird nicht leicht, viel Erfolg!

    Die Bildvorschau in der Timeline kann man in den Einstellungen der Smartphone-Twitterapps deaktivieren.

  17. yes_we_jam 18.12.2013 at 8:35

    Ist in meiner Timeline auch so. Ich schob es bisher auf Kälte, Wetter, Winterdepression und vorweihnachtlichen Glühwein. Na … mal schaun. Was mich allerdings viel mehr nervt ist, dass mir zu viele ehemals ernstzunehmende Meinungsmacher, Blogger und Netz „Prominenz“ mit Linkbaitng herumexperimentieren – und sich auch sonst als Marketing – und PR-Gaul einspannen lassen. Ekelerregend! Diese Jubelperser fliegen bei mir viel schneller raus, als jmd. der mal ein bißchen rumheult.

  18. Mir ist Twitter eh zu anstrengend, da mich schon lange das Gefühl beschleicht dort eher angenöhlt zu werden. Mir ist es außerdem zu anstrengend in Abkürzungen und Hashtags zu lesen. Muss das Leben auf 140 Zeichen gekürzt werden?

  19. Gerade auf Twitter gelesen: Wer sich über Twittergejammer beschwert, hat die falsche Timeline.
    !

    Allerdings geht mir das von dir geschilderte „Wir gegen Die“ auch gehörig auf die Nerven, ganz ausblenden lässt sich das leider nicht mehr.

  20. Entspricht exakt meinem Befinden. Schon vor einiger Zeit hatte ich mich dazu selbst in meinem Blog geäußert, weil es mir auch an die Substanz ging, täglich nur noch von Rants beschallt zu werden. Die Aufregerkultur im Netz ist teils so unerträglich, dass ich mich gerade aus Twitter trotz gut gefilterter Timeline doch deutlich zurückgezogen habe. Die NOZ hat das recht gut aufgearbeitet und Markus Beckedahl und mich dazu interviewt: http://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/7008/wie-die-hetze-das-netz-erobert

  21. empoeren uebers empoeren, the irony.

  22. Ich weiß nicht warum, aber stell dir mal die armen NSA-Mitarbeiter vor. Als wenn die beschränken oder entfolgen dürften… Oder bald unsere eigenen Staatsdiener vom BND etc… Die MÜSSEN das ja alles lesen und entwerten.. Wir haben es ja doch dahingehend gut ;)

    Mal im Ernst, guter Blogbeitrag, weiß allerdings noch nicht was ich genau als Kommentar dazu schreiben/antworten würde.. :)

  23. Nur zur Ergänzung von Nicos berechtigter Kritik: Auch auf Facebook gibt es diese Empörungskultur. Dort sind es eher subjektive Alltagserlebnisse. Oder es wird ein Screenshot eines Fanpage-Dialogs gepostet, wo die Firma natürlich sowas von gefailtet hat. Dafür herrscht in manchen Facebook-Gruppen eine angenehme, an der Sache orientierte Disskusssionskultur. Facebook-Gruppen werden eh unterschätzt.

  24. Auf Facebook läufts genauso, total unsinnig sich das alles noch durchzulesen !

  25. Um mal etwas Konstruktives beizutragen: Ich empfehle die Verwendung eines Clients, der es erlaubt, gewisse Hashtags zu muten.

  26. Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen und habe, wie die meisten kommentierenden, schon Probleme bei den weitaus weniger Menschen, denen ich folge. Und ich fühle eine ähnliche Unlust, mich auf die Empörungsmaschinen einzulassen. Wahrscheinlich habe ich deswegen wohl den Sprung von Facebook zu Twitter noch nicht ganz hingekriegt.

    Für den Überblick bin ich ein großer Fan von tame.it !
    Das ordnet ziemlich klasse alles in der Timeline nach Link, Topics und, vor allem, People. Ich kann also auf einen Blick sehen, wer am meisten erwähnt wird oder welche Themen gerade am meisten besprochen werden und „klappt“ dann die entsprechenden Tweets auf ( http://tame.it/ ).

    Und, mit Verlaub, das eingestreute „sog. Linke“ im Text finde ich auch ziemlich daneben. Das mag vor sechs Jahren mal ein lustiger Einspruch gegen zuviel Chuzpe bei der Namensgebung gewesen sein, wirkt aber jetzt so altbacken und hinter’m Mond wie Springers „DDR“. Und respektlos gegenüber Wählerinnen und Wählern.

  27. ich habe nach dem ersten satz aufgehört zu lesen. wer 6k leuten folgt, sollte sich über seine timeline nicht beklagen. das ist lächerlich.

  28. Mal ne Frage aus der Praxis: Ich hab einen relativ normalen 8 Stunden Job, ein paar Freunde und ungefähr 60 Blogs im RSS Feed. Für Twitter hab ich schlicht keine Zeit (auch wenn ich einen Account hab). Ich lese kaum noch Bücher (früher sehr viele).

    Wie schafft Ihr es, so vielen Medien zu folgen?

    • ich lasse es durchrauschen und achte auf retweets. so sehe ich immer, was gerade für relevant gehalten wird.

  29. Gute Gedanken. Ich finde allerdings, dass das nicht nur auf Twitter so ist. Habe letztens in ähnlicher Weise gejammert: http://www.result.de/mein-wunsch-fuer-2014-an-die-netzgemeinde-bitte-mehr-relevanz/

  30. Meine Erfahrung ist, dass das Dauerbeschweren aus der virtuellen Wagenburg schnell aufhört wenn man das Deutschsprachige Twitter meidet. Dann wird es wieder lösungsorientiert und inspirierend.

    Insofern liegt es kaum an T oder F oder G sondern möglicherweise an unserem Volkssport: Anspruchsdenken, Besser wissen, Haar in jeder Suppe finden um schlimmstenfalls auch nur mal für 5 Sekunden wahrgenommen worden zu sein.

  31. Meine Antwort auf Lumma: Nicht die Filterblase ist kaputt, wir erleben die kambrische Explosion des Web2.0. Online-Empörung ist Ausdruck einer neuen Welle von Aktivisten – All the Rebel women, #notyourasiansidekick #blackface updaten soziale Gerechtigkeit http://climatechaos.tumblr.com/post/70473577077/nicht-die-filterblase-ist-kaputt-wir-erleben-die

  32. Jammer und Nörgeln ist ja so einfach. Einfacher als sich konstruktiv an der Lösungsfindung zu beteiligen.

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