Die Sache mit dem deutschen digitalen Konsumenten

Eine Studie des Digitalization Think:Lab des Marketing Center der Uni Münster und der Roland Berger Strategy Consultants hat ein paar interessante und vor allem aktuelle Zahlen zum Konsumverhalten im digitalen Bereich zusammengestellt. Den German Digitalization Consumer Report 2014 kann man dezent als PDF herunterladen oder einfach die Kernpunkte ganz digital anhand dieser Infografik konsumieren.

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Die Sache mit der Fußballweltmeisterschaft

Der Ausnahmezustand ist vorbei. Deutschland hat eine souveräne Weltmeisterschaft gespielt und ist verdient Weltmeister geworden. Das sage ich völlig unvereingenommen. Ich bin immer noch ganz angetan von dieser Mannschaftsleistung, in der es wirklich das Team der Star war, eine vielbemühte Floskel, die dieses Mal durchaus wirklich zutraf.

Aber es ist schon merkwürdig, so ohne Fußball am Abend. Sicher, die öffentlich-rechtliche Vor- und Nachbereitung hatte oftmals geringeren Nachrichtenwert als die Zeitansage und Katrin Müller-Hohenstein hat sich schon mal Boulevard-Sendungen bei Privatsendern empfohlen, aber es ist schon gewöhnungsbedürftig, dass jetzt wirklich erst einmal kein Fußball im Fernsehen mehr kommt. Ich habe gestern Abend auch widerstandslos die Glotze wieder in die Hände meiner Familie gelegt, sinnbildlich jedenfalls. Für die Zeitdauer der Weltmeisterschaft galt ein gewisser Anachronismus auf Zeit, der Mann, das kurzzeitig geduldete Familienoberhaupt, durfte widerspruchslos bestimmen, was es abends im Fernsehen gab. 18 Uhr, 21 Uhr, 24 Uhr, völlig egal, es wurde Fußball geguckt, die Paarungen waren nebensächlich. Sogar Bier und Chips durfte ich zu mir nehmen, ohne dass zu sehr die körperlichen Begleiterscheinungen zu sehr thematisiert wurden. Damit ist es jetzt vorbei und ich muss mich wieder unterordnen, was bedeutet, dass ich maximal eine Nachrichtensendung am Tag sehen darf, ansonsten gibt es nur das Promi Shopping Dinner, Rosamunde Pilcher Krimis oder Heile Welt Dokus mit den immergleichen Off-Sprechern.

Aber ich werde mich rächen. Und Fragen stellen. Genauso, wie es meine Familie in den letzten Wochen mit mir gemacht hat. Da beklagen sich alle, dass Kommentatoren zu viel erzählen, aber wer einmal Fußball mit meiner Frau und meinen drei Kindern geguckt hat, der weiss, dass die öffentlich-rechtlichen Kommentatoren in ihrem kommunikativen Verhalten eigentlich einem Schweigegelübde nahe kommen. Das allabendliche Potpourri der Fragen reichte bei uns vom omnipräsenten “Wer hat jetzt den Ball?”, das sofort vom Kommentator beantwortet wurde, ein Umstand, auf den ich hinzuweisen nicht müde wurde, über “die Trikots sehen aber nicht so schön aus” und “der bin ich immer bei FIFA 14!” bis zum Klassiker “jetzt können die anderen aber auch mal ein paar Tore schiessen, sonst ist das unfair!” – vielleicht lese ich aber auch einfach ein Buch, dann muss ich das sommerliche Fernsehprogramm nicht ertragen.

Wir sind Weltmeister. Es ist einfach ein tolles Gefühl. Unser Sohn pfeift nicht mehr einfach so vor sich hin, sondern er summt jetzt die Nationalhymne. Unsere Tochter hat sich zu jedem Spiel schwarz-rot-gold geschminkt. Unsere Mannschaft hat tollen Fußball gespielt und begeistert. Es gab immer Chips und Bier. Ich freue mich schon auf die Europameisterschaft.

Die Sache mit den ZEISS Digital Brillengläsern

Mir wird nachgesagt, dass ich permanent auf irgendein Device starre. Das weise ich zwar entschieden zurück, aber bei nüchterner Betrachtung muss ich vielleicht doch feststellen, dass ich viel lese und dies nahezu ausschliesslich auf Laptop, Smartphone, Tablet oder eReader tue. Das viele Lesen hat nicht nur zur Folge, dass ich immer schlauer werde, sondern dass ich Abends oft Kopfschmerzen hatte und kaum noch aus den Augen gucken konnte. Die üblichen Tricks, wie ab und zu über den Bildschirm hinweg in die Ferne zu gucken, um die Augen etwas zu entspannen, oder bei zunehmender Dunkelheit mit f.lux den Bildschirm nach und nach zu dimmen, haben da nur bedingt geholfen.

Vor ein paar Wochen habe ich dann zufällig bei Indiskretion Ehrensache einen Link zu einer Blogger-Aktion von ZEISS gesehen, bei der es um Digital Brillengläser geht. Natürlich dachte ich, dass diese Brillengläser irgendwas cooles können, also beispielsweise Tweets anzeigen oder als Navigationshilfe dienen, aber dem war nicht so. Was ZEISS mit den Digital Brillengläsern verspricht, ist ermüdungsfreies Sehen bei der Nutzung von Screens in jeglicher Größe. Also eigentlich wie geschaffen für mich. Natürlich habe ich gleich gefragt, ob ich so eine Brille mal testen könne und seitdem klebt bei mir rechts oben auch ein Werbemittel, das auf die ZEISS Digital Brillengläser hinweist. Nach einem Besuch bei meinem bevorzugten Optiker Glassgo (ein Wortspielfirmenname, wie ihn sonst nur Frisöre toll finden würden) trage ich nun eine neue Brille von Hamburg Eyewear, die ganz norddeutsch auf den Namen Kuddl hört, mich unheimlich schlau aussehen und durch die neuen fancy Digital Gläser von ZEISS gucken lässt.

Nach einem nicht wissenschaftlich fundierten mehrwöchigen Test kann ich nun steif und fest behaupten, dass ich deutlich weniger Kopfschmerzen habe und auch weniger verspannt bin. Ob das auf die Brillengläser zurückzuführen ist, oder auf andere Faktoren, wie Wetter, WM, Wonne oder Wunder, kann ich nicht sagen. Ich vermute aber, dass die neuen Gläser damit etwas zu tun haben, denn gerade bei meinem typischen Handgriff, der das iPhone aus der Hosentasche zaubert und mich kurz einen Blick auf Twitter, Facebook, Mailbox und Feedly werfen lässt, kommt es mir so vor, als dass ich schneller fokussiere und klarer sehen kann. Aber wie gesagt, das ist nur mein Eindruck. Matthias Matting beispielsweise ist kaum überzeugt von den Digital Brillengläsern und findet nur wenige Szenarien, bei denen er die Gläser hilfreich findet.

Ich kann die ZEISS Digital Brillengläser durchaus empfehlen, und zwar nicht nur, weil ZEISS für den Banner oben rechts bezahlt und mir eine Brille mitsamt Gläsern zur Verfügung gestellt hat, sondern weil ich bei meiner normalen Nutzung digitaler Endgeräte merke, dass meine Augen weniger schnell ermüden und ich weniger Kopfschmerzen habe. Was jetzt noch zu meinem Glück fehlt, sind selbstreinigende Brillengläser, da warte ich schon sehr lange drauf.