PEGIDA und die Dialogversuche der Politik

Über das Phänomen PEGIDA wurde schon viel geschrieben und auch darüber, dass nicht alle Demonstranten Rassisten und Ausländerfeinde seien. Ich glaube auch, dass man hier differenzieren muss zwischen den Organisatoren, die plumpe ausländerfeindliche Rhetorik nutzen, um unzufriedene Bürger zu mobilisieren und denjenigen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, von der Politik nicht repräsentiert oder gehört fühlen.

Mit den Organisatoren sollte man nicht reden, denn sie schüren Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz. Das ist klar und da darf es keinen Dialog auf Augenhöhe geben, das würde diese Spinner nur aufwerten. Weder bei Jauch noch bei runden Tischen sollte man mit diesen Hetzern zusammensitzen.

Aber ich finde es klug und richtig, dass sowohl Sachsens Ministerpräsident Tillich (CDU) als auch SPD-Chef Gabriel mit dem dialogbereiten Teil der Demonstranten redet. Es ist übrigens schlau von Gabriel, sich ohne Ankündigung einfach ins Publikum zu setzen und zuzuhören.

Die Kritik am Besuch Gabriels bei der Diskussionsveranstaltung teile ich ausdrücklich nicht. Seine Betonung, er sei als „Privatmann“ anwesend, ist natürlich etwas affig, er kann ja seinen SPD-Vorsitz nicht einfach so abstreifen wie ne olle Badehose. Aber wenn in Deutschland Menschen frustriert sind und das Gefühl haben, zu den Verlierern zu gehören, dann ist die SPD gut beraten, zuzuhören. Das sagt übrigens auch der Parteienforscher Franz Walter:

Noch macht die klassische Kernklientel der Partei nicht bei Pegida mit. Damit das so bleibt und sich nicht so deprimierend entwickelt wie in Österreich, in Frankreich, derzeit auch in Großbritannien, sollten die Sozialdemokraten eine hohe Sensibilität für die Alltagslasten dieser Schichten bewahren, besser: neu gewinnen. Aber das darf nicht sozialtherapeutisch bleiben. Es muss politisch werden; und man muss politisch führen.

Damit man politisch führen kann, muss man aber auch verstehen, wo man die Menschen abholen kann. Das bekommt man nur über einen Dialog hin und das bedeutet, dass man auch mal mit den Menschen vor Ort redet.

11 Antworten auf „PEGIDA und die Dialogversuche der Politik“

  1. Ganz meine Meinung. Allerdings finde ich es nicht gut, daß in der GroKo schon wieder die SPD die ganze Drecksarbeit macht, also auch die Auseinandersetzung mit PEGIDA, und Merkel und andere in der CDU sich ziemlich raushalten.

  2. Es gibt übrigens keine Quelle für den “Privatmann”. In habe gesucht, aber nicht einen Artikel gefunden, der irgendwas dazu zitiert. Es gibt nur Artikel, die kritisieren, dass er das so gesagt haben soll.

  3. “politisch führen” – genau, das ist das Stichwort. Das Verhalten vieler Politiker bei dem Thema widerspricht genau dem, was man in Seminaren für Führungskräfte (Konflikte, Mitarbeiterführung, allgemeine Psychologie für Leute in Führungspositionen) so lernt. Auch die Kanzlerin ist leider Teil dieses Zeitgeist-Versagens.

  4. Prinzipiell sehe ich die Sache genauso wie du, allerdings sehe ich die Unterscheidung zwischen dem einfachen, nicht rechtsradikalen Demonstranten und den rechtsradikalen Stimmungsmachern in der Praxis als recht schwierig an. Wie will man hier eine Grenze ziehen. Man kann den Menschen nicht in den Kopf schauen und so lassen sich rechtsradikale Tendenzen doch bei vielen normalen Demonstranten feststellen.

  5. Dialogbereitschaft ist prinzipiell immer gut, auch hier. Dennoch fällt es mir wie Marc schwer, hier zu differenzieren. Hoffe dass hier in München bald mal Schluss ist mit den Demos, dann komm ich auch mal zeitig nach Hause und der Nahverkehr läuft wieder reibungslos..

  6. naja toller Blog da werden mal unangenehme Comments gelöscht also brauch man hier auch nicht von Meinungsfreiheit reden !
    Ich dachte hier kann jeder seine Meinung äußern aber mir kommt es vor als ist dieser Blog nur in eine Richtung getrimmt NUR NICHT AUFFALLEN . Aber egal und ….
    Danke das war es hier.

    1. Dein Kommentar war mit Vorurteilen und Halbwahrheiten nur so garniert, derartigen Kram will ich auf meinem Blog nicht lesen. Komm mit einem fundierten Kommentar wieder und ich schalte den frei.

      1. Halbwahrheiten das klingt gut ist nur nicht so ich wohne in dem HAus und habe es genauso mitbekommen wie 10 andere Mietparteien. Nicht nur einseitigschauen auch mal in die andere Richtung und mal mit den Menschen reden die es mit erleben aber wenn man in seinem Haus sitzt und keine um sich hat kann man auch keine richtige Antwort finden !!! Ich sag es ja alles wird schön geredet und geschrieben und ich dachte hier ist es anders ……. FALSCH GEDACHT ….. sorry dass ich euch in eurer heilen Welt gestört habe kommt nicht wieder vor :(

        1. ach so wenn du mir nicht glaubst frage bei der Polizei in Dresden nach wie oft die zu solchen Einsätzen Unterwegs sind wird ja dokumentiert nur nicht in die Zeitung Geschrieben tzzzz das brauchst du ja auch nicht veröffentlichen könnte ja die ein oder andere Bestätigung dabei rauskommen . Ich denke mal das war der letzte Beitrag von mir hier ruhiges Leben wünsche ich euch :)
          Gruß

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