52 Bücher – Nr. 4: The Swerve: How the World Became Modern

the_swerveVor ein paar Jahren bin ich über The Swerve gestolpert, denn jemand, dessen Blog ich gerne lese, hatte das Buch erwähnt. Ich weiss allerdings mittlerweile schon gar nicht mehr, wer das Buch empfohlen hatte. Und nachdem ich das Buch jetzt durchgelesen habe, stelle ich bei meiner Recherche fest, dass Stephen Greenblatt für The Swerve: How the World Became Modern den 2012 Pulitzer Prize for General Non-Fiction und den 2011 National Book Award for Nonfiction verliehen bekommen hat.

Na, dann muss das Buch aber gut gewesen sein, oder?

Ich bin kein Fan von langen Büchern und 356 Seiten ist echt zu viel für mich. Aber ich habe das Buch durchaus mit Genuss durchgelesen, denn Greenblatt gelingt ein interessanter Spagat zwischen den alten Griechen und den Römern bishin zum Mittelalter. Es geht bei dem Buch um die Wiederentdeckung eines Gedichtes von Lucretius: “On the Nature of things”, oder wie wir alten Lateiner sagen: “De rerum natura” – das durch Poggio Bracciolini im 15. Jahrhundert in einem deutschen Kloster wiederentdeckt wurde. Durch die dann einsetzende Vervielfältigung wurde dann Gedankengut in Umlauf gebracht, das die Renaissance lostrat, so Greenblatt.

Da ich mal Mittlere und Neuere Geschichte studiert hatte, fand ich diese Fragestellung spannend, denn das ist ja immer so eine der wesentlichen Fragen: “warum ist eigentlich was passiert nach so vielen Jahren Mittelalter?” – und da entwickelt Greenblatt wirklich eine lesenswerte Story, bei der er gleichzeitig noch ein eindrucksvolles Bild von der römischen Kurie zu der Zeit abliefert.

Alles in allem ein lesenswertes Buch, aber stellenweise hatte es wirklich seine Längen und ich habe mich lange gefragt, was denn nun in diesem sagenumwobenen Gedicht alles drinsteht. Lurcretius hatte bereits vor über 2000 Jahren über Atome geschrieben, aber auch über den freien Willen von Lebewesen – das sind natürlich schon bahnbrechenden Ideen gewesen damals, was naheliegender Weise von der Kirche nicht als hilfreich erachtet wurde.

Das Buch gibt einen guten Blick in das ausgehende Mittelalter und zeigt mit diesem ideengeschichtlichen Abriss eine der wichtigsten philosophischen Entwicklungen auf.

The Swerve: How the World Became Modern
Die Wende: Wie die Renaissance begann