52 Bücher – Nr. 5: Auerhaus

Es ist äußerst selten, dass ich ein Buch, bzw. den Kindle in die Hand nehme und das Buch in einem Rutsch durchlese. Auerhaus ist so ein Buch.

auerhausAuerhaus spielt in der Provinz in der Nähe von Stuttgart in den 80ern. Als Berlin noch eine wirkliche Insellage hatte und einen Ausweg aus der Wehrpflicht darstellte. Als es noch Telefonzellen gab und als man noch in die Schule oder zur Stadt trampte.

Auerhaus könnte auch in meiner Schulzeit gespielt haben, alles kommt mir merkwürdig bekannt vor, die Charaktere habe ich so oder so ähnlich auch gekannt, bzw. mich in ihnen wiedergefunden. Diese Zeit vor dem Abi, als noch alles ungeklärt war, man nicht genau wusste, was als nächstes kommen würde und man stetig dabei war, die Grenzen auszuloten.

Auerhaus ist ein schnelles Buch, es erzählt die Geschichte einer Handvoll Jugendlicher, die mit Frieder in ein Haus ziehen, damit er nicht wieder versucht, Selbstmord zu begehen. Madness liefert quasi den Soundtrack zum Buch, denn dieses gemeinsame Haus bedeutet für die Jugendlichen nicht nur Verantwortung zu übernehmen und mit dem Leben auf ihre eigene Art klar zu kommen, sondern eben auch eine exponierte Präsenz im Dorf, denn dort fallen sie auf in dem Haus in der Mitte des Dorfes.

Seit ich Auerhaus durchgelesen habe, schwirren Namen von damals in meinem Kopf, Bilder flashen auf von Parties, von endlosen Diskussionen an Küchentischen, von Joints, von schräger Musik, merkwürdigen Ausflügen, wirren Typen und von viel Neugier und stellenweise schwachsinnigem Mut. Witzigerweise sind die meisten Leute von damals im klassischen Sinne “was geworden”, also kann uns das nicht so sehr geschadet haben. Aber natürlich ist Auerhaus ganz anders.

Lest Auerhaus, es ist ein tolles Buch.