52 Bücher – Nr. 16: The End of Average

Ob wir es nun wollen oder nicht, wir haben uns daran gewöhnt, dass wir uns mit dem Durchschnitt messen. Und durchschnittlich wollen wir meistens nicht sein, sondern besser als der Durchschnitt.

the_end_of_averageDr. Todd Rose erläutert in The End of Average – How to Succeed in a World that Values Sameness, dass der Durchschnitt keine zielführende Betrachtungsweise mehr darstellt, da wir Menschen sehr individuell und vor allem multi-dimensional sind. Da rennt Rose bei mir offene Türen ein, denn intuitiv fand ich die Betrachtungen eines Durchschnitts schon immer zu kurz gesprungen. Die Durchschnittsnoten sagen eben doch sehr wenig aus über die tatsächliche Eignung einer Bewerberin, sondern die individuellen Stärken und Schwächen halte ich für viel relevanter. Es hat mich auch schon immer genervt, wenn Mütter darüber diskutieren, ob ihre Babies sich richtig entwickeln, oder zu früh krabbeln, zu spät stehen oder was auch immer – alles basierend auf Durchschnittswerten mit zweifelhafter Bedeutung für das einzelne Kind. Und auch die Laufleistung eines Fußballers sagt wenig aus, wenn er immer goldrichtig steht und ein Tor nach dem anderen macht.

Rose zeigt auf, wie die Idee, Menschen anhand eines Durchschnitts zu klassifizieren, während der Industrialisierung entwickelt wurde und bis heute unser Bildungssystem, aber auch unsere Arbeitswelt dominiert. Was damals zielführend war, um Vereinheitlichungen zu etablieren, ist mittlerweile überkommen, insbesondere weil wir mittlerweile viel mehr Daten zur Verfügung haben, die uns erlauben, mehr als nur den Durchschnitt zu betrachten.

Das Buch macht deutlich, wie sehr Taylorismus die Gegenwart immer noch prägt, obwohl wir eigentlich alle wissen, dass diese Prinzipien längst überholt sind. Aber es ist eben schwer, mal eben die Fundamente von Gesellschaften auszutauschen, auch wenn dies dem einzelnen Menschen gerechter werden würde.

The End of Average

4 Antworten auf „52 Bücher – Nr. 16: The End of Average“

  1. Veraltete Konzepte, die unser Bildungssystem dominieren sind ja nicht wirklich etwas neues…
    Ich würde ja gerne mal von umsetzbaren Vorschlägen lesen, wie wir realistisch unser Bildungswesen reformieren sollten. Es ist auch nicht jeder zum Autodidakten geboren…

  2. Danke für die Infos !
    Hört sich sehr Interessant an und ich denke das wird auf meiner Liste stehen.

    MfG
    Michael

  3. Jeder Mensch ist einzigartig, wird aber meistens mit den anderen verglichen und bewertet was sehr schade ist, weil so viele als schlecht abgesteppelt werden obwohl sie in einigen Sachen überragend sind und ihre Persönlichkeit haben. Vielen Dank für den tollen Artikel.

    Gruß Simon

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