52 Bücher – Nr. 24: Liebe Dein Leben und nicht Deinen Job

Jetzt lese ich sogar schon Selbsthilfe-Bücher, so weit ist es also nun gekommen. Schuld daran sind die 10 Ratschläge für eine entspannte Haltung, die Entspannungs-Guru Frank Behrendt letztes Jahr entwickelte und aus denen er nun ein Buch gemacht hat:

  1. Mach Dir jeden Morgen klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen.
  2. Schaff Dir Atempause während des Arbeitstages.
  3. Lass Dich von nichts mehr begeistern als von Deiner Familie.
  4. Minimiere Abendessen mit Geschäftspartnern.
  5. Hol Dir den Happiness-Kick aus Deiner Kindheit zurück.
  6. Ruf an den eher spaßbefreiten Tagen spontan ehemalige Lieblingskollegen an.
  7. Geh mit Leuten zum Mittagessen, die auf den ersten Blick keine Business-Relevanz haben.
  8. Lösch die Abwesenheitsnotiz auf Deinem Mail-Account – trainiere das Ab- und Umschalten.
  9. Befrei Dich vom Informationswahn: Was nur als Mail-Kopie zu Dir kommt, ist nicht wirklich wichtig.
  10. Liebe Deine Familie, Deine Freunde, Dich selbst und das Leben. Aber nie Deinen Job!

liebe_dein_leben_und_nicht_deinen_jobFrank Behrendt war Vorstand bei der Agentur FischerAppelt und beschreibt in dem Buch Liebe Dein Leben und nicht Deinen Job, wie man Trotz des grassierenden Wahnsinns in einer Agentur noch über die Runden kommt, ohne sich und sein Umfeld zu vernachlässigen. Meine Frau wird schallend lachen, wenn ich jetzt schreibe, dass ich schon länger versuche, die Ratschläge von Frank Behrendt umzusetzen, und zwar schon lange bevor er sie formuliert hat, aber vermutlich gelingt mir die Umsetzung nicht immer zu 100%.

Ich glaube aber in der Tat, dass wir unsere Arbeitstage anders gestalten sollten, als unsere Vorväter es vorgelebt haben, weil wir eben durch die Digitalisierung auch in die Lage versetzt werden, so zu arbeiten, wie wir es wollen und wie wir am produktivsten sind. Abendtermine habe ich schon vor Jahren stark zurück gefahren und ich gehe nur noch da hin, wo ich wirklich sein möchte. Fancy Dinner gehören nicht dazu. Natürlich ist es leichter, die Tipps von Frank umzusetzen, wenn man Chef ist und auch das Unternehmen eine entsprechende Kultur hat. Allerdings wird es dringend Zeit, dass diese Präsenzfokussierung aufhört, es sei denn, der Beruf erfordert es wegen Kundenkontakt oder ähnlichem.

Ich habe das Buch gerne gelesen und mich vor allem in meiner Arbeitsweise sehr bestätigt gefühlt. Und nun versuche ich wieder, eine entspanntere Haltung an den Tag zu legen und mein Leben noch mehr zu lieben.

Liebe Dein Leben und nicht Deinen Job

Eine Antwort auf „52 Bücher – Nr. 24: Liebe Dein Leben und nicht Deinen Job“

  1. Bei allem gebührenden Respekt für jedweden schaffenskräftigen Autoren… ABER: Allein der Titel impliziert doch bereits eine (reinst imho!) völlig falsche Herangehensweise an “das Leben”. Letzteres soll man lieben, nicht aber den Job? Wäre es nicht optimal, beides zu lieben? Explizit einen Job zu bekleiden, den man des Bekleidens wegen wählt und nicht aus monetärokonomischen Überlegungen? Beispiel: Als Erzieherin verdiene ich wahrlich nicht viel. Aber ich liebe den Job und blühe darin auf! Ist dies nicht das Geheimnis (wahren?) Glücks: Täglich aufzustehen und sich zu freuen: Yes, gleich geht’s wieder zur “Arbeit”! Also seine BERUFung im Beruf zu finden? Die Rezension liest sich so, als empfiehle Behrendt, den Job als notwendiges Übel zu betrachten… Damit ginge ich nicht d’accord.

    Alles Gute für Sie!

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