52 Bücher – Nr. 29: Neben uns die Sintflut

Das Buch des Soziologen Stephan Lessenich ist fies. Denn Lessenich reibt dem Leser dauerhaft rein, was dieser eh schon weiss, vermutet oder nicht wahrhaben will. Ich kenne Lessenich noch aus meiner Zeit als Student in Göttingen, damals hatte ich allerdings nie eine seiner Lehrveranstaltungen besucht, war aber mal mit ihm in einer Kneipe. Grund genug, mal sein aktuelles Buch zu lesen.

neben_uns_die_sinnflutNeben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis handelt von der Externalisierungswirtschaft, deren Auswirkungen uns seit Jahrzehnten als Nord-Süd-Gefälle bekannt ist. Unser Wohlstand geht zu Lasten der Ärmsten der Welt – das ist jetzt nicht die allerneueste Erkenntnis, aber Lessenich sorgt in seinem Buch noch einmal dafür, dass das Thema wieder präsent wird. Wir schieben Risiken von uns weg, feiern uns für eine tolle Ökobilanz, während der Müll und die damit verbundenen Gefahren woanders hin exportiert werden. Ebenso feiern wir Sozialstandards und Mindestlohn, während Arbeiter am andere der Welt unter menschenunwürdigen Bedingungen für uns schuften müssen.

Das Schlimme an dem Buch ist: es gibt kein Happy End und auch nicht viel Hoffnung auf Veränderung. Es sei denn wir verändern unseren Lebensstil radikal. Davon würde ich jetzt mal nicht ausgehen, eher erhöhen wir die Ignoranz, so wie gerade bei den US-Wahlen geschehen.

Neben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis