52 Bücher – Nr. 45: 1933 war ein schlimmes Jahr

“Fante was my god” hat Charles Bukowski mal geschrieben, aber das wusste ich natürlich nicht, als ich an einem Sonntag Morgen mit dem Hund zum Brötchenholen war und wie immer das Schaufenster von Das Buch in Eppendorf bestaunte und mich über die vielen interessanten Bücher in der Auslage freute. Leider kaufe ich dort nie ein Buch, denn der Laden hat immer zu am Sonntag Morgen und ich lese eh lieber auf dem Kindle und vermutlich werde ich deswegen mal irgendwann in die Buchhändlerhölle kommen, aber wenn ihr Papierbücher gerne lest, dann geht bitte zu Das Buch in Eppendorf und kauft dort ein, reichlichst. Jedenfalls lag dort 1933 war ein schlimmes Jahr von John Fante und allein schon wegen der Kombination von Baseball, der Jahreszahl 1933 und der Untertreibung “schlimmes Jahr” habe ich das Buch sofort auf dem iPhone gekauft. Und dann herausgefunden, dass ich ein Buch eines großen amerikanischen Literaten gekauft hatte, von dem ich zu meiner großen Schande noch nie etwas gehört hatte.

Das Buch handelt von einem Jungen, der in ärmlichen Verhältnissen in einer Kleinstadt in Colorado lebt und davon träumt, Baseball-Profi zu werden, damit er und damit auch seine Familie den wirtschaftlichen Aufstieg schaffen. Die Verheissungen Amerikas haben sich für diese Einwandererfamilie aus Italien bislang noch nicht so materialisiert, wie es die Großeltern erhofft hatten. Der Vater des Jungen hält von den Plänen seines Sohnes wenig und will stattdessen, dass der Sohn wie der Vater ebenfalls Maurer wird und damit dem Vater bei der Arbeit helfen kann. Hinzu kommt noch ein bester Freund, der aus reichem Hause kommt und eine wunderschöne Schwester hat.

Fante schrieb einen klassenkämpferischen Roman über Träume und Notwendigkeiten, über das Übertreten von Grenzen und über familiären Zusammenhalt.

1933 war ein schlimmes Jahr von John Fante.