52 Bücher – Nr. 32: Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag: 5 Minuten Arbeit – 15 einfache Schritte – 50 Dos and Don’ts

Ich halte viele Vorträge, vor kleinen Gruppen, aber auch vor großem Publikum. Mittlerweile habe ich es hinbekommen, dass das Publikum meistens an den richtigen Stellen lacht und an den richtigen Stellen irritiert guckt. Aber ich bin immer unzufrieden mit meiner Performance und will sie besser machen. Daher experimentiere ich viel, ändere meine Slides, auch wenn ich meine “Klassiker”-Folien habe, von denen ich weiss, dass sie funktionieren. Teilweise lasse ich alle Hilfsmittel weg und rede frei, ab und zu verlese ich sogar eine aufgeschriebene Rede.

Daher habe ich vor ein paar Wochen zu Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag: 5 Minuten Arbeit – 15 einfache Schritte – 50 Dos and Don’ts gegriffen und mir mal durchgelesen, as ich alles besser machen könnte. Viele der Tipps sind naheliegend, andere fand ich überraschend. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich alles sofort verinnerlicht habe und meine Vorträge sofort noch besser geworden sind, aber es hat dazu geführt, dass ich den Aufbau meiner Vorträge, aber auch einige Formulierungen überarbeitet habe. Über die 50 Do’s und Don’ts werde ich sicherlich noch ein paar Mal rübergehen, in der Hoffnung, dass ich dadurch besser werde.

So ein Vortrag, auch wenn er leicht aussieht, ist nämlich durchaus harte Arbeit an den Details. Der Autor Florian Mücke hat dies immer wieder deutlich gemacht, wenn er über seine eigene Arbeit und die damit verbundenen Verbesserungen geschrieben hat. Die Beispiele, die er in dem Buch gebracht hat, fand ich ziemlich nachvollziehbar und anregend für die eigene Arbeit. Etwas genervt hat der häufige Verweis auf professionelle Redner, die ich allesamt nicht kannte, die aber als Überflieger dargestellt wurden im professionellen Redner-Zirkus. Es zeigt aber auch, wie man in seinen jeweiligen Filterblasen gefangen ist, das gilt sowohl für den Autor als auch für mich.

Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag: 5 Minuten Arbeit – 15 einfache Schritte – 50 Dos and Don’ts

52 Bücher – Nr. 31: Nach dem Krieg – Wie wir Amerikaner wurden

karasek_nach_dem_kriegEigentlich wollten wir nur ein paar Kinderbücher kaufen, aber dann bin ich zufällig bei Buchhandlung Heymann über Nach dem Krieg – Wie wir Amerikaner wurden gestolpert. Hellmuth Karasek fand ich immer beeindruckend, denn er konnte einfach schön erzählen und wirkte auf mich immer unheimlich belesen und freundlich.

Nach dem Krieg ist Karaseks persönliche Erzählung der Jahre nach dem Krieg, dem Wiederaufbau und der konservativen Restauration der 50er Jahre. Große historische Züge werden mit kleinen persönlichen Episoden unterfüttert und angereichert. Das hat natürlich Züge von Opa erzählt vom Krieg, aber es ist auch unheimlich toll zu lesen und beeindruckend, wie Karasek als Junge die Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit überstanden hat. Ähnliche Geschichten kenne ich von Erzählungen meiner Eltern, die allerdings zu klein bzw. noch nicht geboren waren und insofern eher die Geschichten ihrer Eltern und Verwandten erzählt haben.

Das Buch ist aber keine Ansammlung von Anekdoten, sondern zeichnet ziemlich gut ein Bild der damaligen Zeit, vor allem der gesellschaftlichen Konventionen und der wirtschaftlichen Entwicklungen. Der Schwarzmarkt wird ebenso behandelt, wie die Nitribit, das Verhältnis zu Amerika, der Umgang mit Nazis, die Veränderungen in den Familien oder auch der Umgang mit Schwulen.

Ich habe das Buch quasi in einem Rutsch inhaliert und obwohl das Buch erst nach Karaseks Tod fertiggestellt wurde, wirkt es wie aus einem Guss, auch wenn Karasek gerne mal ein wenig rumspringt in der Erzählung, so wie das eben ist, wenn Opa vom Krieg erzählt. Geärgert habe ich mich erst ziemlich zum Schluss, als das Tragen von Baseballkappen kritisch gewürdigt wurde und dem Lektorat nicht aufgefallen ist, dass das populäre NY auf einer Baseballkappe nicht Affinität zu den New York Giants, sondern zum Baseballteam New York Yankees ausdrücken sollte. Das mag banal sein, aber sowas darf nicht durchrutschen.

Das Buch habe ich auf dem Weg nach Amerika gelesen, das fand ich irgendwie passend.

Nach dem Krieg – Wie wir Amerikaner wurden