Archives For Blogs

Die Sache mit Neues Zeugs

Nico —  21.03.2014 — 7 Comments

neueszeugsvisualisiertSeit knapp zwei Wochen habe ich ein neues Blog mit dem tollen Namen Neues Zeugs. Dort mache ich eigentlich das, was ich schon seit Ewigkeiten immer irgendwie gemacht habe, nur vielleicht einen kleinen Tick strukturierter: ich verlinke Produkte, die ich irgendwie interessant finde.

Neudeutsch heisst das ja Content Curation und bereits 2007 habe ich mit meinem damaligen Startup Shoppero versucht, dieses Thema für den Bereich Shopping anzugehen. Später dann habe ich Links zu Produkten getwittert, auf ein Tumblr-Blog gepackt oder auf Pinterest gepinnt, aber irgendwie fand ich die Lösungen alle irgendwie nur bedingt zufriedenstellend.

Nun also ein einfaches Blog, damit ich tagtäglich die Produkte präsentieren kann, die ich so finde und die mir aus irgendwelchen Gründen gefallen. Vieles davon würde ich mir selber kaufen, bzw. habe es bereits getan, einiges ist mir dann aber doch zu teuer oder zwar irgendwie interessant, aber im Endeffekt doch nichts für mich. Die einzige inhaltliche Klammer, die Neues Zeugs hat, ist die, dass mir etwas gefallen muss.

Natürlich vermuten die üblichen kritischen Geister gleich wieder fiese monetäre Ziele hinter diesem Projekt und sehen Neues Zeugs vor allem unter dem Gesichtspunkt der Monetarisierung durch Affiliate-Netzwerke. Dabei verlinkt man auf Shops und bekommt dann einen Teil des Umsatzes gutgeschrieben. Das ist allerdings nicht ansatzweise der Fokus von Neueszeugs.de, sonst würde ich sicherlich auch suchmaschinenoptimierter schreiben und nicht nur ein, zwei Sätze unter das Bild des Produktes packen. Ich nutze bei Amazon den Affiliate-Link und verdiene dann in der Tat etwas, aber vermutlich wird Amazon langfristig nur bei ein paar wenigen Blogposts pro Woche verlinkt sein. Bei allen anderen verlinke ich einfach so, weil ich es kann und weil mir das Erstellen von Affiliate-Links nicht nur einfach zu umständlich ist, sondern auch egal. Außerdem sind hoffentlich auch viele kleine Shops dabei, die sich über neue Kunden richtig freuen werden. Perspektivisch, also spätestens wenn Neues Zeugs stilprägend für Männer in meiner Alterskohorte geworden ist, kann ich mir auch Native Advertising, Sponsored Stories oder sowas vorstellen.

Ich werde oft gefragt, was mein Ziel ist, das ich mir für Neues Zeugs gesetzt habe. Ich weiss es nicht. Ich hatte das Gefühl, dass es keine derartig auf Produkte fokussierten Blogs für Männer kurz vor der Midlife-Crisis gibt, aber nach dem Start wurde ich dann gleich auf heldth.com hingewiesen, was es wohl schon ewig gibt und durchaus ähnlich ist. Ich weiss auch gar nicht, ob Neues Zeugs jemals mehr als nur ein paar Hundert Leser interessieren wird, oder ob mit der Zeit einfach immer mehr Produkte geshared werden und damit die Leserschaft des Blogs kontinuierlich ansteigt. Das würde mich freuen, sehr sogar. Aber wenn das nicht passiert, dann ist das auch kein Beinbruch, sondern zeigt einfach, dass die Nische “Produkte, die vor allem Nico cool findet” etwas zu klein für eine Weltherrschaft ist.

Also, wenn ihr mir eine Freude machen wollt, dann teilt und liked doch munter Dinge, die ihr auf Neues Zeugs findet in Euren Kanälen, dafür sind die kleinen bunten Buttons unter den Bildern übrigens bestens geeignet. Den Newsletter kann man auch prima abonnieren, dann gibt es jeden Morgen Neues Zeugs in die Inbox. Ansonsten freue ich mich sehr über das Feedback zu Neues Zeugs.

Jochen Mai hat kürzlich eine Studie zu Unternehmensblogs in Deutschland vorgestellt und dabei eine geringe Interaktionsrate festgestellt. Tja, das hätte ich auch ohne Studie attestieren können. Überhaupt halte ich Unternehmensblogs für eines der größten Irrtümer der Kommunikationsbranche der letzten 10 Jahre.

Niemanden interessiert ein Unternehmensblog. Von einigen Ausnahmen mal abgesehen. Ein paar Journalisten lesen sie, ein paar Kunden, ein paar Marktbegleiter. Noch nicht einmal das Unternehmen selber interessiert das Unternehmensblog. Weil nahezu alle Unternehmensblogs von falschen Prämissen ausgehen. Weil nahezu alle Unternehmensblogs auf irregeleiteten Hoffnungen basieren. In der Regel kommt ein Kommunikationsberater vorbei, erzählt was von Storytelling, von Silos, die man einreissen muss, von direktem Austausch zwischen Kunden und Mitarbeitern, von besseren Produkten, die dadurch entstehen und einer daraus resultierenden besseren Kundenbindung, mehr Umsatz, besseres Image, mehr Sex für die Führungskräfte und Weltfrieden für alle. Klingt super, machen wir.

Das ist alles gut und schön, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Die Realität sieht so aus, dass Unternehmensblogs strunzend langweilig sind. Sie sind genauso rundgeschliffen wie die Pressemitteilungen, was daran liegt, dass sie meistens aus derselben Abteilung kommen. Der Austausch zwischen Kunden und Unternehmen bleibt aus, weil die Mitarbeiter schon mit ihren Kollegen genug zu tun haben und nicht auch noch irgendwelche Schlauberger benötigen, die zwar keine Detailkenntnisse der Abläufe im Unternehmen, dafür aber jede Menge lautstark formulierte Meinung haben. Herauskommen Blogs, die vor lauter Langeweile nur so strotzen, die Jubelmeldungen schreiben, die langweiligste Blicke hinter die Kulissen bieten ohne etwas zu verraten, die wirken wie das Neue Deutschland zu Honeckers Zeiten.

Warum das alles? Was ist aus der Idee geworden, den Blickwinkel des Nutzers einzunehmen? Will der Kunde wirklich noch mehr Infos haben, will der wirklich wissen, wie die zuständige Produktmanagerin aussieht und welche Hobbies sie hat? Will der Kunde wirklich vorgegaukelt bekommen, dass durch sein Kommentar das Unternehmen noch besser wird? Will der Kunde seine Zeit einem Unternehmen schenken, dem er eh schon mit Geld seine Produkte abgekauft hat?

Nein. Die Verbraucher interessiert das alles herzlich wenig, es sei denn, jemand springt kurz vorm Mond mit einem Fallschirm ab, es sei denn, es gibt Gutscheine, es sei denn, es gibt etwas zu gewinnen. Oder, es sei denn, es werden wirklich coole Stories erzählt. Aber das geht eben nicht mit einem Video, dass der Praktikant vom Produktmanager dreht, in dem dieser im tiefsten Detail erklärt, warum sich die neuen Schrauben so schön in den Dübel drehen lassen. Da muss es fetzen, da müssen Dinge passieren, die man nicht erwartet, da muss eine Inszenierung erfolgen, da muss es krachen, da müssen Emotionen geweckt werden, da müssen Bilder entstehen, die im Kopf weiter gehen. Also so wie gut gemachte Werbung, nur eben nicht in 30 Sekunden, sondern etwas länger. Dafür benötigt man Mut, Geld und Haltung. Deutsche Unternehmensblogs sind hingegen stiefkindlich betreute Resterampen für mässig interessante Pressemeldungen. Fachlich orienterte Unternehmensblogs, die eher ein Fachpublikum oder mögliche Geschäftspartner ansprechen, nehme ich übrigens ausdrücklich aus, mir geht es um Unternehmensblogs mit Verbrauchern als überwiegende Leserschaft.

Unternehmensblogs haben ein irres Potential, da Unternehmen mit Unternehmensblogs selber die Geschichten erzählen können, die sie erzählen wollen, ohne dafür Journalisten und andere Intermediäre zu benötigen. Unternehmensblogs können faszinieren, Unternehmensblogs können inspirieren, aber insbesondere deutsche Unternehmensblogs strotzen vor Langeweile.

Lassen Sie uns zu Jahresbeginn Kaffeeröstgeruch um die Nase wehen. Was vielleicht wenige wissen: In Hamburg steht unsere größte Kaffeerösterei.

Detroit, “Motor City”! In diesen Tagen sorgt die alte Autostadt der USA mal wieder für positive Schlagzeilen. Die NAIAS, die Internationale Automobilausstellung, ist aktuell dort zu Gast.

Auch wenn in den Medien über eine Fristverlängerung für die Umstellung auf SEPA berichtet wird, geht es im SEPA-Fahrplan weiter. Am 18.01.2014 werden bestehende Daueraufträge automatisch in das SEPA-Format umgewandelt.

Na, das ist ja aufregend, bitte erzählt mir mehr! Ich lese das sofort und dann rede ich mit allen, die ich kenne darüber.

Unternehmensblogs können Teil der Kommunikationsstrategie sein, aber nicht als Selbstzweck. Es ist noch nicht die Idee, zu sagen: „Hey, ich hab’s! Wir machen ein Unternehmensblog!“ – sondern man sollte sich schon sehr genau überlegen, ob man etwas zu erzählen hat, was für die Nutzer nicht nur theoretisch interessant sein könnte, sondern auch tatsächlich gelesen, kommentiert und geteilt wird. Sonst kann man sich den Aufwand nämlich getrost sparen, denn die Aufmerksamkeitsökonomie lässt sehr stark die Deutung zu, dass der Aufwand eher vermeidbar gewesen wäre.

So, und jetzt ihr: Welches Unternehmensblog lest ihr regelmässig und wieso? Die Antwort “weil ich es schreibe” lasse ich nicht gelten.

Ich habe letzte Woche einen Gastbeitrag bei der Huffington Post zum Thema Sondierungen ohne Zukunft geschrieben. Und sobald mein Montag geschriebener Artikel endlich freigeschaltet wird, erscheint schon wieder ein Artikel von mir bei der Huffington Post.

Dieser simple Vorgang löst bei einigen Menschen derzeit Schnappatmung aus, denn die Huffington Post bezahlt nicht für diese Gastbeiträge.

Dazu möchte ich folgendes festhalten:
1. Ich bin vernünftiger Sozialdemokrat und habe viele linke Ansichten, würde mich aber nicht als linker SPD-Mann bezeichnen und auch nicht als rechter. Wenn, dann bin ich eher sozial-liberal. Aber Schubladen beengen so.
2. Die Huffington Post hat eine Redaktion und diese Menschen werden bezahlt. Ich weiss nicht, wie gut oder schlecht, aber ich gehe mal von Branchen-üblich aus. Es wäre in der Tat fatal, wenn Journalisten für ihre Arbeit kein Geld mehr bekämen und Verlage einseitig von dieser Kostenloskultur profitieren würden.
3. Die Kritik des DJV kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe mal vor 10 Jahren eine Blogplattform gestartet und in den AGB wurde ähnlich formuliert, damit die Plattform abgesichert ist und Inhalte auch geteilt werden können. Ich schreibe daher die Texte originär für die Huffington Post und sehe davon ab, sie im großen Nico Lumma Jahrbuch zweitzuverwerten.
4. Die Huffington Post stellt für mich den Versuch da, in Deutschland eine Meinungsplattform zu etablieren. Ähnlich wie The European, aber etwas anders von der Ausrichtung her. Daher finden in diesem Umfeld die unterschiedlichsten Autoren statt, die eine Fülle von Meinungen vertreten.
5. Die Huffington Post stellt mir Aufmerksamkeit für meine Gedanken zur Verfügung, sie verschafft mir Leser, die es, aus welchen Gründen auch immer, nicht auf dieses Blog hier geschafft haben. Aufmerksamkeit ist ein rares Gut und ich freue mich sehr darüber, dass ich jetzt andere Menschen erreichen und mit meinen Gedanken erreichen, erfreuen oder provozieren kann.
6. Ich habe vor ein paar Monaten einen Gastbeitrag bei der FAZ online veröffentlicht bekommen (Das ist keine Lösung) und es gab ebenfalls kein Geld, aber dafür eben die Gelegenheit, meinen Standpunkt einer größeren Öffentlichkeit mitzuteilen. Dafür investiere ich gerne mal eine Stunde für einen Artikel.
7. Ich schreibe seit 10 Jahren in dieses Blog rein und mache das aus Spaß an der Freude und weil ich gerne meine Gedanken mit anderen teile. Ich freue mich immer wieder darüber, wenn über dieses Blog Aufträge zustande kommen, aber ich würde auch bloggen, wenn ich einfach nur Leser erreichen würde.
8. Ich will Huffington Post bewusst nutzen, um für D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. Positionen zu vertreten und Themen zu diskutieren, die ansonsten vielleicht nicht diskutiert werden, oder über die uns sonst zugänglichen Kanäle nicht weit genug verbreitet werden.
9. Die Huffington Post bietet mir die Gelegenheit, Menschen zu erreichen, die man klassischerweise Mainstream nennen würde. Das finde ich prima, denn gerade in Deutschland bleiben zu viele Blogger mit ihren Blogs eher unter sich.
10. Allein schon, weil viele meinen, sich aufregen zu müssen, schreibe ich gerne für die Huffington Post. Die Welt wird davon auch nicht untergehen, der Journalismus erst recht nicht und vielleicht trage ich ja mit meinen Texten ein klein wenig zur politischen Willensbildung bei, oder wenigsten dazu, dass bei der Huffington Post mehr Arbeitsplätze entstehen, weil die Leser das Format annehmen.

Die Kritiker an der Huffington Post und anderen neuen Formen des Journalismus wie Buzzfeed, Upworthy & Co. sprechen natürlich völlig zu Recht davon, dass Journalisten angemessen bezahlt werden sollten. Aber man sollte nicht davon ausgehen, dass auch in Zukunft journalistische Angebote mit dem klassischen Modell einer Redaktion funktionieren. Da wird es verschiedenste Arten der journalistischen Arbeit geben und auch unterschiedlichste Formen der Bezahlung, genau so wie es vielfältige Geschäftsmodelle geben wird.

Ich bin kein Journalist, schreibe aber gern und habe zu vielen Themen eine Meinung, zu einigen sogar eine fundierte. Meine Motivation ist sicherlich anders als die eines Redakteurs, aber auch ich freue mich über Aufmerksamkeit für meine Texte.

Anna Luz de Léon hat mir ein neumodisches Stöckchen rübergeworfen und mir 10 Fragen zukommen lassen, die ich natürlich gerne beantworte.

1. Endlich Wochenende! Selber kochen oder kochen lassen?

Wir starten das Wochenende in der Regel mit einem Gang über den Wochenmarkt am Samstag und dann wird am Wochenende natürlich selber gekocht.

2. Ein innerdeutscher Städtetrip deiner Wahl mit deinem Lieblingsmenschen, kinderfrei: wohin soll’s gehen?

München. Da waren wir länger nicht mehr und auf meiner Liste, der Dinge, die ich essen, trinken oder sehen möchte, sammelt sich einiges aus München an.

3. Du hast einen Wunsch frei bei Frau Merkel: was soll sie deiner Meinung nach unbedingt tun?

Einfach nur gehen und ihre Gurkentruppe von der CDU gleich mitnehmen. Ich bin angewidert von der Entpolitisierung der Gesellschaft, die sie betreibt.

4. Dein all-time-favorite-Lieblingsbuch?

On the Road. Das ist definitiv das einzige Buch, dass ich alle paar Jahre wieder lese und neu entdecke. Die Rastlosigkeit, das Ausprobieren von Grenzen, das Tempo der Erzählung, das gefällt mir sehr gut. Außerdem gibt es da einen Passus, dass er die schönsten Mädchen der Welt gesehen hätte, und das war an meiner Schule in Des Moines, das sorgt natürlich für eine Verbundenheit zum Buch.

5. Und das liebste Kinderbuch?

Die kleine Raupe Nimmersatt. Immer und immer wieder. Bei drei Kindern, vorwärts und rückwärts.

6. Was bedeutet für dich Zuhause-Sein?

Zuhause-Sein ist meistens schön und ganz schön anstrengend, bis die Kinder im Bett sind. Dann ist es sehr entspannend.

7. Schwarz-rot oder Schwarz-grün? Oder welche Farben soll die neue Regierung nach der Koalitionsbildung für dich haben?

Ich bin für rot-grün. Und wenn das nicht klappt, dann muss man sich überlegen, ob nicht eine linke Mehrheit mit rot-rot-grün auch eine Möglichkeit darstellen könnte, das Land voranzubringen.

8. Der perfekte Familienurlaub für dich: im Hotel, in der Ferienwohnung/Ferienhaus oder auf dem Campingplatz? All inclusive oder selber machen?

Ferienhaus mit Halbpension, das ist eine gute Mischung aus selber machen und alles dabei.

9. Vegetarisch, vegan oder Omnivore?

Omnivore. Ich versuche eine halbwegs ausgewogene Ernährung hinzubekommen, obwohl ich total auf Junkfood stehe. Wir kochen viel selber, gehen auf den Wochenmarkt, gehen auf den Bio-Wochenmarkt, essen mindestens einmal Fisch in der Woche und mindestens einmal verzichten wir auf Fleisch.

10. Deine erste Kindheitserinnerung?

Es ist bestimmt nicht meine erste Kindheitserinnerung, aber sicherlich die einprägsamste. Ich kann mich noch sehr deutlich daran erinnern, wie es war, als meine Eltern mit meinem kleinen Bruder zusammen aus dem Krankenhaus kamen, er lag auf einem Kopfkissen im Arm meiner Mutter und war ganz klein und zart. Das hat sich mittlerweile ein klein wenig verändert, aber er ist immer noch mein absoluter Lieblingsbruder.

Meine 10 Fragen sind:
1. Dein erstes Mal im Internet sah wie aus?
2. Was war Dein Aha-Moment im Internet?
3. Von welchem Gesetzesverstoß im Internet konntest Du am längsten nicht lassen?
4. Was ist der Vorteil von Politikern, die Social Media nutzen?
5. Gehst Du lieber zu Barcamps oder zu exklusiven Veranstaltungen mit Profis?
6. Welche Person sollte dringend mit dem Bloggen anfangen und warum?
7. Was sind für Dich die Grenzen der Transparenz?
8. Liest Du berufliche Emails im Urlaub?
9. Hast Du schon einmal Tweets vorgeschrieben?
10. Welches ist Dein absolutes Megasuperlieblingsblog ausser lumma.de?

Und Antworten hätte ich gerne von meiner nicht quotierten Liste von merkwürdigen Blogs:
1. Felix Schwenzel
2. Steffen Voß
3. Nico Brünjes
4. Claus Junghanns
5. Mathias Richel
6. Patrick Meier
7. Christine Dingler
8. Johannes Lenz
9. Sachar Kriwoj
10. Don Dahlmann

Tumblr the money and run!

Nico —  19.05.2013 — 13 Comments

tumblrlogo

Die Startup-Welt diskutiert gerade fröhlich die Meldungen, dass Yahoo! die Blog-Plattform Tumblr für 1,1 Milliarden US-Dollar übernehmen will. David Karp, der Gründer von Tumblr, ist sich angeblich noch nicht sicher, ob er dem Deal zustimmen will.

Tumblr hat 125 Millionen Nutzer, machte in 2012 13 Millionen Dollar Umsatz und hatte eine Burnrate von 25 Millionen Dollar, die dieses Jahr auf 40 Millionen Dollar ansteigen soll, bei geplanten 100 Millionen Dollar Umsatz. Tumblr gibt es seit 2007 und bislang wurden 125 Millionen Dollar an Venture Capital eingesammelt.

Tumblr ist aktuell bei Jugendlichen und jungen Erwachsen weitaus angesagter als Facebook und daraus resultiert die Phantasie hinter dem Kaufpreis von über einer Milliarde Dollar. Daraus resultiert aber auch die abwartende Haltung vom Gründer David Karp, der sicherlich im Hinterkopf hat, dass Mark Zuckerberg ebenfalls einmal ein Angebot hatte von Yahoo!, dieses allerdings ausschlug und danach den Wert seines Unternehmens noch einmal ordentlich steigern konnte.

Ich glaube allerdings, dass es zwei große Unterschiede zwischen Tumblr und Facebook gibt. Erstens besteht Facebook aus Beziehungen zwischen Menschen, die sich überwiegend kennen und ihre Erlebnisse teilen, aber bei Tumblr steht das Teilen von Inhalten im Vordergrund, die Beziehungen entstehen eher adhoc und sind eher locker. Während Facebook also tagtäglich zeigt, was meine Freunde so umtreibt, zeigt mir Tumblr das, was irgendwelche Leute gerade teilen, nach Tags sortiert. Das kann unerwartet und toll sein, aber auch sehr schräg, oder einfach nur viel Porno. Es ist aber meines Erachtens viel unverbindlicher als bei Facebook. Zweitens funktioniert die Werbung bei Facebook, sie garantiert satte Umsätze, und zwar nicht nur bei der Web-Nutzung, sondern zunehmend auch bei der mobilen Nutzung. Tumblr hat in der Vergangenheit immer wieder Versuche unternommen, den Dienst über Werbung zu monetarisieren, aber nichts hat wirklich funktioniert.

Tumblr ist ein riesiges verteiltes Scrapbook mit jede Menge Inhalten, aber es fällt schwer, damit Geld zu verdienen. Die Investoren sind schon länger nervös, auch wenn die Reichweite weiter steigt, die Nutzer zufrieden sind, es ist einfach keine Profitabilität in Sicht. Daher ist das einzige, was David Karp jetzt tun kann, das Spekulieren auf eine Übernahme durch Yahoo! oder vielleicht auch noch durch Facebook oder AOL, die natürlich Zugriff auf die interessante junge Zielgruppe haben wollen und dann ihre Expertise in der Vermarktung der Plattform nutzen werden, um Tumblr zur Profitablität zu bringen. Aus eigener Kraft wird Karp dies nicht mehr schaffen, dazu waren alle bisherigen Versuche zu zaghaft.

Für Yahoo! macht diese Übernahme Sinn, denn Tumblr bringt eine enorme Reichweite mit und wird bei der Vermarktung von Yahoo! helfen, weil eine attraktive junge Zielgruppe ebenfalls erreicht werden kann. Zusätzlich kann Yahoo! insbesondere die neuen mobilen Dienste über die Tumblr-Nutzer besser vorantreiben und dadurch wieder versuchen, zu Google und Facebook bei den Nutzerzahlen aufzuschliessen. Die Akquisition würde Yahoo! beim Börsenkurs sicherlich spontan helfen, aber auch nachhaltig zu den Vermarktungsumsätzen beitragen.

Mal sehen, wie hoch David Karp pokert, ein eigenständiges Tumblr hat meiner Meinung nach keine große Chance, das werden auch seine Investoren wissen.