Archiv für die Kategorie ‘blogs’

12. Januar 2012

Trend. Meiner.

Ich blogge seit meine Frau mit unser Tochter schwanger war. Das ist jetzt mehr als 8 Jahre her. Ich habe einige Jahre nicht wirklich gebloggt und mir Artikel mühevoll rausgequetscht, das hat sich im Sommer wieder geändert und seitdem habe ich sehr viel Freude am Bloggen. Das Blog ist meine Basis und mein Anker, hier laufen meine Gedanken zusammen und hier nehme ich mir Zeit, um über Themen zu schreiben, die mich interessieren. Eigentlich interessiert mich noch viel, viel mehr, aber nicht immer finde ich die Zeit, etwas zu schreiben, oder die richtigen Worte, um etwas auszudrücken. Twitter nutze ich als Puls, auf Facebook bekomme ich Feedback zu meinen Tweets und auf Google+ wird diskutiert, was ich blogge. Bei meinem Tumblr-Blog Inspiration Ehrensache blogge ich eigentlich nur Fotos oder Produkte, die ich irgendwie bemerkenswert finde, bei Pinterest nur Produkte. Bei Path sage ich Gute Nacht.

Endlich mal wieder ein ordentlich Ich-bezogenes Posting. Nächste Woche versuche ich noch Pathos dazu.

[ via Trend. Meiner. « Sprechblase ]

31. Dezember 2011

Die Top-Artikel 2011

Naja, ob die Artikel so top sind, müssen andere beurteilen, aber sie wurden jedenfalls am häufigsten gelesen dieses Jahr:

Selbstdarstellung vs. Reportage
- mein Kommentar zur Reise von Richard Gutjahr nach Ägypten.

Facebook Login – worauf muß man achten?
- ein purer Service-Artikel, nachdem ich plötzlich viele Besucher von Google rübergeschaufelt bekommen hatte, die nach diesem Suchbegriff suchten.

Niemand braucht Groupon
- bereits im Sommer habe ich mich sehr kritisch zu Groupon und dem dazugehörigen Geschäftsmodell geäußert.

Twitter ist konzeptionell am Ende
- die Einführung der Brand-Pages war ein kleiner Schritt nach Vorne, aber generell bleibe ich dabei, daß Twitter im Vergleich mit den anderen sozialen Netzwerken wenig zu bieten hat und eher in einer Sackgasse sitzt.

Nun ist es klar: Vorratsdatenspeicherung zur Durchsetzung des Urheberrechts
- bei einer Veranstaltung des VPRT habe ich einen Satz von Hans-Joachim Otto (FDP) aufgeschnappt, den er so nicht gesagt haben will, obwohl er ihn auf Nachfrage bestätigt hatte bei der Veranstaltung. Nun ja.

LEGO Star Wars Adventskalender
- die Ankündigung eines Star Wars Adventskalender von LEGO hat mich und die Leser verzückt.

Auch 2011: digitale Hilflosigkeit
- ein Artikel vom Anfang des Jahres über die digitale Hilflosigkeit in Politik und Wirtschaft in Deutschland. Auch ein Grund, warum wir D64 gegründet haben.

Facebook Video Calling – das ist alles?
- bislang hat mich das Video Calling Feature von Facebook nicht überzeugt, dagegen finde ich Google+ Hangouts umso spannender.

C wie dämlich
- eine wundersame Plakatkampagne der CDU Mecklenburg-Vorpommern

Gute Freunde sind nie allein
- meine Ankündigung, daß ich Scholz & Friends zum Jahresende verlassen werde.

Ich danke allen meinen Lesern für das Lesen meiner Artikel, für das Kommentieren, für die Kritik, für das Teilen der Links auf Twitter, Facebook, Google+ und Co, und freue mich auf hoffentlich noch mehr Leser im nächsten Jahr. Vielleicht klappen ja auch ein paar gute Artikel.

15. November 2011

Tumblr wächst und wächst

Als Tumblr noch neu war, haben sich alle gefragt, was das soll, dabei gab es bereits eine kleine Nische von sogenannten Tumbleblogs. Mittlerweile ist Tumblr riesig und zeigt deutlich, daß Blogs nicht tot sind, aber irgendwie anders funktionieren können, als man vor 5 Jahren dachte. Tumblr ist ein Stück weit wie Twitter, man muß es selber nutzen, um es zu verstehen. Wenn man es dann aber nutzt, kommt man sehr schwer wieder davon los. Mein Blog Inspiration Ehrensache ist ein Blog auf Tumblr.com.

Tumblr Infografik

[ via Tumblr Numbers: The Rapid Rise of Social Blogging [INFOGRAPHIC] ]

12. September 2011

Techcrunch macht ohne Arrington weiter

Techcrunch berichtet gerade kommentarlos, daß AOL folgendes Statement veröffentlicht hat:

“The TechCrunch acquisition has been a success for AOL and for our shareholders, and we are very excited about its future. Michael Arrington, the founder of TechCrunch has decided to move on from TechCrunch and AOL to his newly formed venture fund. Michael is a world-class entrepreneur and we look forward to supporting his new endeavor through our investment in his venture fund. Erick Schonfeld has been named the editor of TechCrunch. TechCrunch will be expanding its editorial leadership in the coming months.”

Wir erinnern uns, Arrington kündigte vor kurzem an, daß er als VC tätig werden würde und den Crunchfund aufgelegt hat. An dem Investmentvehikel ist u.a. AOL beteiligt, aber auch einige andere bekannte Investment-Größen des Silicon Valley findet man auf der Liste der Investoren des mit 20 Millionen Dollar doch eher mickrigen Fonds.

Danach entbrannte eine Debatte in den amerikanischen Blogs und den Techmedien, ob und wenn ja, wie, die redaktionelle Unabhängigkeit von Techcrunch zu gewährleisten sei, wenn Arrington als Investor tätig werden würde. Die Autoren von Techcrunch waren auf dem Standpunkt, daß sie eh machen was sie wollen, da wäre es auch egal, was Michael Arrington tun würde – das Lager der Journalisten war eher schockiert, weil sie natürlich einen massiven Interessenkonflikt sehen.

Heute nun wurde erst einmal ein Schlußstrich unter die Angelegenheit gezogen, aber es wurden in der Vergangenheit auch Vermutungen laut, daß Arrington die Band wieder zusammenbringen könnte, aber dann unter einem anderen Namen. AOL steht eher doof dar, schließlich verlieren sie eines ihrer Aushängeschilder und das alles für den Preis einer Beteiligung an einem VC-Fond. Den Machtkampf mit Arianna Huffington hat erst einmal die Techcrunch-Redaktion gewonnen, denn mit Erick Schonfeld wurde einer der profilierten Blogger aus der Techcrunch-Redaktion zum Chefredakteur ernannt.

Ich vermute mal, daß dieses Thema noch nicht durch ist, spätestens wenn Techcrunch über das erste Investment des Crunchfund berichtet, wird die Debatte um das journalistisches Ethos und die Macht der Blogs in der amerikanischen Medienlandschaft wieder aufflammen.

Interessanterweise hat sich bei deutsche-startups.de noch nie jemand wirklich darüber aufgeregt, daß sowohl der European Founders Fund der Samwers als auch Holtzbrinck Ventures an dem Blog beteiligt sind. Entweder spielt deutsche-startups.de keine Rolle, oder das Team um Alexander Hüsing schafft es, keinen Zweifel an seiner Integrität trotz Blog-Format aufkommen zu lassen. Wenn er das schafft, warum gibt es dann bei Techcrunch eine derartige Debatte?

01. September 2011

Warum ich gerade so viel blogge

Seit Juli habe ich wieder den Spaß am Bloggen entdeckt und seitdem gibt es auf lumma.de wieder mehr als nur einen mühselig rausgequetschten Artikel pro Woche. Ich blogge seit Ende 2002 / Anfang 2003, auch wenn nicht alle Artikel noch vorhanden sind, so ist Lummaland doch meine Basis im Netz. Wenn man die Deutschen Blogcharts als Indikator nehmen kann, dann war dieses Blog mal populär vor 5 Jahren. Ich habe dann irgendwann nicht mehr so viel Zeit und Lust gehabt, hier täglich Themen zu behandeln, die mich interessieren, sondern habe mehr auf Twitter und Facebook Inhalte verlinkt, als selber zu schreiben.

Quasi zeitgleich mit dem Aufkommen von Google+ habe ich das Interesse an diesem Blog und der Debatte über mir wichtige Themen wiedergefunden. Ich habe gemerkt, daß trotz Facebook, Twitter, Google+ und anderen Plattformen, mein Blog dann doch der Hub ist, auf dem ich alles zusammenführen möchte, was ich an Inhalten generiere. Irgendwie hatte ich schon immer Lust am Schreiben, auch wenn ich nicht immer wußte, worüber ich mal Schreiben könnte. Nach meiner Zeit als leitender Redakteur der Schülerzeitung Der Insulaner, wir hatten da nicht so die Strukturen, aber ich durfte meinen Kopf als V.i.S.d.P. hinhalten, wollte ich natürlich unbedingt Journalist werden, aber es hat dann doch nur zum Blogger gereicht. Ich schreibe vor allem dann gerne, wenn ich keine Deadline habe, jeder der mir schon mal eine Deadline für einen Text mitgegeben hat, wird dies in leidvoller Erinnerung haben, denn der Text kommt grundsätzlich nach der letztmöglichen Verschiebung der Deadline.

In den letzten Wochen habe ich mal ausprobiert, wie Bloggen für mich wieder funktionieren könnte. Ich orientiere mich dabei ein Stück Weit an Fred Wilson, einem sehr geschätztem Venture Capitalist aus New York, der es mit seinem Blog immer wieder schafft, interessante Themen aus seinem Alltag aufzugreifen und damit Diskussionen in seinem Blog lostritt. Fred Wilson bloggt mit einer ziemlichen Disziplin, was ich sehr bewundere. Da ich tagsüber eigentlich keine Zeit zum Bloggen habe, bin ich in den letzten Wochen zum Frühaufsteher geworden und nutze die Zeit morgens, bevor die Kinder aufstehen und zur Schule bzw. zum Kindergarten gebracht werden, um einen Blick auf den Google Reader und Instapaper zu werfen, damit ich sehe, was ich aufgreifen könnte für mein Blog. Ich schreibe also primär morgens und abends, verteile dann aber die Veröffentlichung über den Tag, weil ich gemerkt habe, daß ich dann weitaus mehr Leser für meine Artikel finde.

Interessanterweise bekomme ich die meisten Leser, indem ich neue Artikel auf Twitter, Facebook und Google+ verlinke und marktschreierisch brülle “neuer Artikel, jetzt lesen! und ne Banane dazu! Und ein Aal! Kommt alle!” – früher reichte es aus, einfach einen neuen Artikel zu schreiben und schon waren die Leser da. Einfacher geht es natürlich, indem man den Lumma.de Newsletter abonniert, der morgens immer frisch die Updates des Vortages bietet, oder indem man den schicken RSS-Feed von lumma.de im Feedreader der Wahl nutzt.

Ich blogge auf lumma.de wieder mehr, um mich hier mit Themen zu entfalten, die ich irgendwie spannend, witzig, relevant oder einfach nur interessant finde, dazu gehören irgendwelche Techie-Themen genauso wie LEGO oder Bemerkungen zur politischen Lage. Dabei probiere ich auch immer mal wieder irgendwas aus, weil ich sehen möchte, wie etwas funktioniert. Anders ausgedrückt, die Neugierde ist da, sie war nie weg, ich lebe sie allerdings jetzt wieder mehr auf diesem Blog aus. Natürlich steckt dahinter auch die Frage nach der Reichweite, ich blogge eben nicht, weil ich gerne allen ein Einblick in mein Tagebuch gewähren will, sondern um Leser zu erreichen, die sich für Themen interessieren, die auch ich interessant finde. Das klappt mal mehr, mal weniger, aber es gibt eben auch keinen Redaktionsplan oder Traffic-Analysen, nach denen ich weiss, an welchem Tag welches Thema unbedingt angepackt werden müsste. Überhaupt lässt sich die Strategie hinter diesem Blog mit “es macht mir Spaß” zusammenfassen. Derzeit bringt mir Bloggen wieder richtig viel Spaß. Außerdem war ich auf Dauer genervt von den ganzen Flitzpiepen, die irgendeinen Stuß schreiben und dann überall zitiert werden, da werde ich zukünftig doch häufiger mal als Stimme der Vernunft meine Meinung in die Debatte werfen. Ich freue mich über jedes Feedback, gerne in Form von Kommentaren, Likes, +1, Retweets oder Stumbles.

Deswegen blogge ich gerade so viel. Vielen Dank fürs Lesen!