Archiv für die Kategorie ‘Entertainment’

23. August 2010

Fernsehen wird massiv anders werden

Kevin Rose spekuliert ein wenig über den angeblichen Launch von Apple iTV für $99 im September und die Auswirkungen auf den Fernsehmarkt:

  • iOS TV Applications: Expect to see an iPhone/Pad like marketplace for television applications. Video sharing/streaming/recording apps, interactive news apps, and of course games.
  • a la carte (app) stations: With Apple’s iAds, content producers (eg. ABC/NBC/etc.) can directly monetize and distribute their content. This will eventually destroy the television side of the cable and satellite industry, as your only requirement to access these on-demand stations will be an internet connection. Say goodbye to your monthly cable bill.

  • MobileMe Picture/Video sharing: At $99 your parents, grandparents, and friends will have an iTV.  Sharing pictures/videos from your iPhone will happen with the push of a button.  Imagine getting a notification of new family videos the next time you turn on your TV. My mom will love this feature.
  • The iPad will turn into one big badass remote control: The iPad will be the preferred input device for the iTV. You’ll be able to editing videos, control games, and extend the interactive television experience. Imagine watching monday night football on the TV while viewing/exploring other camera angles on the iPad.

Das klingt alles toll. Nur leider ist der TV-Markt zwar irgendwie global, aber nicht die Rechte. Für Nutzer in Deutschland würde dies bedeuten, daß zwar die iTV-Box in den USA auf den Markt kommt, in Deutschland aber vermutlich eher nicht der Zugriff auf amerikanische Sender möglich sein wird.

Die Idee, an den Kabelnetzbetreibern vorbei ein eigenes TV-Programm zu gestalten, ist sicherlich erstrebenswert. Mich interessieren nicht 100 Kanäle, sondern gute Inhalte und für die bin ich auch bereit, zu bezahlen. Spannenderweise erfahre ich über die guten Inhalte über meinen Social Graph und verpasse dadurch nichts, was mich interessieren könnte. Das frei-empfangbare Fernsehen wird immer mehr zum Prekariats-TV werden, dessen bin ich mir sicher. Die für die Werbebranche interessanten Zielgruppen wird man in den nächsten 5 Jahren immer weniger über das herkömmliche TV erreichen können. Letztendlich sorgt diese Entwicklung dafür, daß die Rolle der Inhalte-Schaffenden und Inhalte-Anbieter gegenüber den Distributoren gestärkt wird. TV-Programming wird immer schwieriger werden, wenn die Zielgruppen sich ihre Inhalte selber suchen.

Praktischerweise soll ja nicht nur Apple iTV auf den Markt kommen, sondern auch GoogleTV, man darf also gespannt sein auf die Entwicklung im TV-Markt.

[ viaKevin Rose - blogg - Why Apple's iTV Will Change Everything ]

02. Juli 2010

Fail #wk107?

Und dann war da noch die gestrige Scroll-Edition der Welt kompakt. Nein, ich habe mir die Zeitung nicht gekauft, aber mal kurz einen Blick darauf geworfen und einige Riemen der Blogger online gelesen. Schnell hat man gestern lesen können, daß das Experiment nicht funktioniert habe, aus den verschiedensten Gründen, da kann ja jeder kommen, und so weiter und so fort. Man kennt das ja.

Ich finde es super, daß die Welt kompakt dieses Experiment versucht hat. Ich fand das Format auch unhandlich und die Inhalte eher für eine Wochenzeitung passend, aber allein die Idee, mal aus dem täglichen Trott auszubrechen und etwas Neues zu unternehmen, finde ich großartig. Für alle Beteiligten gab es garantiert Lern-Effekte, nicht nur für die Blogger und die Journalisten, sondern auch für die Leser. Ich hätte die Blogger allerdings nicht zum freien Riemenschreiben animiert, sondern unter Zeitdruck zu einem Thema recherchieren lassen, das wäre bestimmt interessant geworden. Gleichzeitig ist jetzt natürlich die Frage, welche Blogs künftig an einem Adopt-a-Journalist-Day von eine echten Journalisten mit Premium-Inhalten versorgt werden, inklusive Distribution über Twitter und Co. Ich glaube, Journalisten, Blogger und Leser können ordentlich von einander lernen und daher sind derartige Experimente klasse, auch wenn sie nicht immer 100% gelingen oder gleich die Auflage dauerhaft vergrößern. Es spricht für die Welt kompakt, dieses Experiment gestartet zu haben und es passt natürlich auch sehr zum Selbstverständnis des Blattes, die Tageszeitung für diejenigen zu sein, “die sich vom Zeitunglesen eigentlich schon verabschiedet hatten.”

30. Juni 2010

Fernsehen der Zukunft? Erst einmal Hulu Plus

William Gibsons bekanntes Zitat “the future is already there, it is just unevenly distributed” kommt mir sofort in den Sinn, wenn ich mir das Angebot von Hulu Plus so angucke. Während wir in Deutschland über GEZ und das Löschen von Inhalten aus den Mediatheken diskutieren, bieten die Networks ABC, NBC und FOX in den USA ausgewählte Inhalte über Hulu an und haben jetzt mit Hulu Plus ein Produkt vorgestellt, daß für $9,99 monatlich den User in die Lage versetzt, sich die Inhalte in HD-Qualität auf iPhone, iPad, TV, PC und bald auch auf XBox 360 und PS3 anzusehen. Das finde ich ziemlich praktisch und ärgere mich gleichzeitig maßlos über die Geo-Retardation, die mir nicht erlaubt, diese Inhalte zu konsumieren, da ich in Deutschland und nicht den USA wohne. Mich nervt es, daß diese Inhalte nicht global verfügbar gemacht werden, sondern daß man auf Aussendungen im Heimatland warten soll.

Allerdings zeigt Hulu Plus deutlich, wohin die Reise geht. Die Inhalte stehen im Vordergrund, nicht der Übertragungskanal. User geben Geld aus, um diese Inhalte dann konsumieren zu können, wenn und wann sie es wollen, denn sie wollen sich nicht nach der Programmplanung der Sender richten müssen.

22. Juni 2010

Fröhliches Farmen im Wilden Westen

Gleich vorab: hier kann man Frontierville blocken, wenn man genervt ist von den Wall Posts zum Thema Frontierville.

Als Farmville aufkam, da habe ich mich vornehm zurückgehalten und alle anderen Farmville spielen lassen, nachdem nun aber Anfang Juni Zynga das Spiel Frontierville gestartet hat, wollte ich unbedingt mal herausfinden, wie gut das Spiel wirklich ist. Sicherlich liegt das auch am Thema des Spiels, schließlich habe ich mal nordamerikanische Geschichte studiert und finde das Sujet Frontier nachwievor faszinierend. Aufbau-Spiele haben mich außerdem schon immer gereizt, jedenfalls kann ich mich noch dunkel an lange Stunden mit Patrizier II und Railraod Tycoon II erinnern, die ich quasi bis zu Erbrechen gespielt habe, aber deren Multiplayer-Optionen eher limitierend waren.

FrontierVille ist als Spiel konzipiert, das innerhalb von Facebook abläuft und das eigentlich nur gespielt werden kann, indem man seine Freunde involviert. Beim Spiel geht es darum, ein Stück Land zu nutzen, um dort eine Farm aufzubauen, aus der sich dann eine kleine Stadt entwickeln kann. Während des Spiels muss man immer wieder einige Aufgaben erfüllen, wie z.B. Bären vertreiben, Holz hacken, oder aber genügend Geld, Essen und eine Kuh heranzuschaffen, um die Verlobte nachreisen lassen zu können. Geld und Essen bekommt man überwiegend durch Ackerbau und Viehzucht, aber auch Obstbäume kann man ernten, um Essen zu erhalten. Aus Essen kann man Energiepunkte generieren, die man benötigt, um die Tiere zu füttern oder zu ernten. Ohne Ernte gibt es keinen Ertrag, bzw. die ausgesäten Pflanzen verkümmern irgendwann, was natürlich zur Folge hat, daß man halbwegs den Zyklus der Pflanzen wissen muß, um sich rechtzeitig wieder um die Ernte zu kümmern. Mit der Zeit hat man genügend Geld, um Gebäude bauen zu können, oder um Dekorationselemente zu erwerben, die die Farm noch zusätzlich ausschmücken. Mit der Zeit gewinnt man allerdings auch Experience-Points, die man für nahezu jede Aktion bekommt und die das Aufsteigen in andere Level ermöglichen, was dann wieder neue Gegenstände freischaltet, die man nutzen kann. Für jeden Level gibt es auch zusätzliche Hufeisen, die man für spezielle Gegenstände oder Aktionen benötigt. Hufeisen kann man allerdings auch seperat kaufen, für “nur” $5 bekommt man 40 Hufeisen. Die Nachbarn können einem helfen, indem sie Ernteaufgaben übernehmen in der Abwesenheit des Spielers, oder indem sie einem benötigte Gegenstände schenken, um beispielsweise Aufgaben zu lösen. Die Interaktion mit den Nachbarn finde ich eigentlich am Interessantesten, denn indem man hilft, kommt man selber schneller voran, und wer möchte nicht gerne einfach von den Nachbarn mal einen Apfelbaum oder eine Ziege geschenkt bekommen?

Die Interaktion mit den Nachbarn oder mit anderen Frontierville-Spielern ist allerdings auch das, was das Spiel für andere Leute schnell nervig machen kann. Das Spiel animiert die Spieler immer wieder, auf die eigene Wall oder die Wall der anderen Spieler zu posten. Für Spieler von Frontierville bedeuten diese Postings, dass man sich dort Goodies abholen kann, von denen man bis zu 30 Stück pro Tag einlösen darf. Der simple Hinweis eines Spielers, daß er einen Maulwurf vertrieben hat, bedeutet also für andere Spieler zusätzliche Goldmünzen, Energie oder ähnliches. Frontierville sorgt also dafür, daß man aufmerksam die Walls der Mitspieler liest, um die entsprechenden Goodies einzusacken. Wen dies nicht interessiert, der kann natürlich Frontierville blocken und wird dann nicht mehr genervt.

Nach ein paar Tagen Frontierville bringt mir das Spiel immer noch Spaß und natürlich will ich noch weitere Level erreichen und Gebäude errichten, ein Pferd kaufen und so weiter. Der Spiel-Einstieg ist sehr einfach und man findet schnell gefallen an den Aufgaben und den täglichen Abläufen. Frontierville ist noch Beta und es gibt einige nervige Bugs, die zügig behoben werden sollten, z.B. die Verknüpfung mit Nachbarn ist noch unzureichend gelöst, aber insgesamt finde ich das Spiel schon sehr kurzweilig.

11. Juni 2010

Geräuschkulisse ist das Unwort des Jahres

Meine Nominierung für das Unwort des Jahres ist eindeutig “Geräuschkulisse”. Ich freue mich ja sehr für Südafrika und die von jedem Kommentator x-fach erwähnte “erste WM auf afrikanischem Boden”, aber diese dauerhafte Geräuschkulisse nervt massiv.

Wenn noch dazu das Niveau des Spiels sich irgendwo zwischen Kreis- und Bezirksliga einpendelt, dann sinkt die Freude am Fußball rapide.

Als Werbetreibender würde ich dringend handeln, denn das Geräusch-Generve drückt auf die Stimmung der Zuschauer. Ein Trending Topic bei Twitter ist daher auch Vuvuzela. Bislang bereit mir die FIFA WM 2010 eher Kopfschmerzen als einen Fernseh-Genuß. Kann man diese Geräuschkulisse nicht herausfiltern? Ich will den Zuschauern im Stadion ja nicht ihre Freude nehmen, aber als Fernsehzuschauer bin ich doch stark genervt.