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Ich habe jetzt eine Kolumne auf bild.de – beschmeisst mich mit Max Goldt Zitaten!

Hier ist es, damit ihr nicht so lange danach suchen müsst:

“Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.”

Ich blogge seit mittlerweile über 11 Jahren. In dieser Zeit wurde ich mal als Blog-Guru und auch mal als Blog-Papst bezeichnet. Aber wirklich massenkompatibel wurde mein eigenes Blog nie, dafür ist die Frequenz der Artikel zu gering und die Themen sind irgendwie auch eigenartig. Noch dazu schreibe ich hier nur, wenn ich Zeit und Lust habe, was auch nicht unbedingt zu vielen Lesern führt. Dennoch nutze ich dieses Blog gerne, um meine Gedanken zu mir wichtigen Themen mit den Leserinnen und Lesern zu erreichen. Damit es hier eher textlastig wird, habe ich Anfang des Jahres ein eigenes Blog rund um Produkte gestartet, das sich Neueszeugs.de nennt.

Nachdem ich hin und wieder einmal Meinungsbeiträge in Zeitungen bzw. auf deren Websites (FAZ, Handelsblatt) veröffentlichen durfte, wurde ich Anfang Juni gefragt, ob ich nicht eine Kolumne auf Handelsblatt.com schreiben möchte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ein Beratungsmandat beim Handelsblatt, daher fiel der Einstieg leicht. Also schreibe ich seitdem über Themen der digitalen Transformation: Der Transformer – und habe damit die Filterblase meines Blogs und meiner Follower auf Twitter und Facebook ein klein wenig verlassen können.

cc-by-sa-2.0-de Magnus MertensIch schreibe auf Bild.de über die Herausforderungen bei der Digitalisierung der Gesellschaft. Ich schreibe darüber, weil ich es wichtig finde, möglichst eine breite Masse der Bevölkerung zu erreichen und dieses Thema massenkompatibel aufzubereiten. Wir haben dieses wichtige Thema viel zu lange nur in unserer Blase diskutiert, es aber nicht verstanden, den Rest der Gesellschaft mitzunehmen. Wir haben vor allem eine Sprache verwendet, die vor Anglizismen nur so strotzt und die es anderen Leuten schwer macht, das Thema zu durchdringen. Ich merke das immer wieder, wenn ich beispielsweise in SPD-Gliederungen zum Thema Digitalisierung rede und bei jedem Fremdwort laut gemurmelt wird.

Nur, wenn wir anderen Leuten klar machen wollen, wie wichtig das Thema ist, wenn wir nicht wollen, dass Leute das Thema ablehnen oder die falschen Rückschlüsse aus der Entwicklung ziehen, dann müssen wir das Digitale verständlicher kommunizieren. Und wir müssen mehr Leute als nur die eigene Filterblase erreichen.

Bislang betreiben wir hier viel “Preaching to the Choir”, predigen also den Bekehrten das, was sie schon wissen. Das ist toll, das fördert aber auch ungewollt eine gewisse Wagenburg-Mentalität. Man neigt dazu, sich gegenseitig zu bestätigen und dann die eigene Meinung als die reine Lehre zu begreifen. Nicht erst seit ich bei D64 als Co-Vorsitzender viele Gespräche mit unterschiedlichsten Interessengruppen führe, weiss ich, dass die Digitalisierung der Gesellschaft viele unterschiedliche Facetten hat. Wir müssen eben auch mal dahingehen, wo es weh tut. Deswegen engagiere ich mich im Programmbeirat von #digitalleben bei der SPD, halte Vorträge und schreibe Artikel zu den mir wichtigen Themen. Ich habe ein gewisses Sendungsbewusstsein entwickelt, weil ich es nicht ertrage, wie wenig wir in Deutschland gerade die digitale Zukunft gestalten.

Um noch mal auf Bild.de zurückzukommen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mal als Kolumnist auf Bild.de schreiben würde. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mal mit BILD-Chef Kai Diekmann zu Mittagessen würde, um mit ihm über Entwicklungen in der Medienbranche zu diskutieren. Aber, wie sagte John Lennon mal so schön: “Life is what happens to you while you’re busy making other plans.” Und ich hätte übrigens auch nie gedacht, dass ich mal Diekmann und Lennon in einem Absatz nenne. Ich weiss auch, dass nicht alle nachvollziehen können oder verstehen wollen, warum ich auf bild.de eine Kolumne schreibe. Aber so ist das nun mal.

Woche für Woche kann man das Schauspiel in den sozialen Medien bewundern: eine Talkshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen findet statt und ein Teil des Publikums reagiert mit Hohn, Spott und Kritik. Dabei ist es völlig egal, ob Lanz, Jauch, Illner oder wer auch immer. Das Netz hat Recht und alle anderen sind doof.

Ich finde daran zwei Dinge bemerkenswert.

Erstens wird das Netz nicht mehr nur als Gegenöfflichkeit verstanden, sondern hier findet mittlerweile in feinster Manier allabendlich der Stammtisch statt, gruppiert um einen Hashtag natürlich. Hier hat man Recht und die da oben sind doof und verstehen die Welt nicht. Ich finde das einerseits durchaus positiv, weil es zeigt, dass das Netz immer mehr zur Normalität wird, andererseits habe ich immer die Hoffnung gehabt, dass wir das Netz besser nutzen. Der Stammtisch hat durchaus seine Berechtigung, denn er bietet den Menschen eine Form des Gedankenaustauschs und natürlich sorgt das ritualisierte Verhalten auch für einen gewissen Ankerpunkt. Aber je plumper die Parolen werden und je öfter sie wiederholt werden, desto mehr nervt mich diese Art der vermeintlichen Debatte. Auf Dauer kommt zu wenig Konstruktives und vor allem zu wenig Neues, denn trotz aller Möglichkeiten des Netzes fühlt sich die allabendliche TV-Kritik an wie eine Platte, die einen Sprung hat (eine Analogie für die älteren Leser). Als wirkliche Gegenöffentlichkeit taugt dieses Verhalten nicht, sondern nur zum Nölen. Für die Zuschauer wird so ein Abend zu einer immer wiederkehrenden sich selbsterfüllenden negativen Vorhersage. Man weiss schon vorher, wie Recht man damit hat, davon auszugehen, dass die Performance der Talkshow schlecht sein wird. Deswegen gucken immer noch viele zu, anstatt etwas anderes zu machen. Es ist toll, wenn man Recht behält.

Zweitens wagen sich immer noch zu wenige Journalisten daran, das offensichtlich entstehende Vakuum zu füllen und eine wirkliche Alternative zu schaffen. Das finde ich bemerkenswert. Alle sind genervt von dem hohlen Geplauder bei ARD und ZDF, aber es passiert nichts. Da entsteht ein wahnsinnig großes Vakuum, das nicht gefüllt wird. Formate wie Jung & Naiv zeigen allerdings, dass es durchaus möglich ist, Gesprächspartner vor eine Kamera zu bekommen, die auch etwas zu sagen haben. Warum sollte es also nicht funktionieren, eine Talkshow zu konzipieren, bei der es um aktuelle Politik geht, bei der nicht immer dieselbe Gruppe von Leuten mehr oder weniger inkompetent an der Sache vorbei befragt wird? Das Netz bietet viele Möglichkeiten, Formate zu entwickeln, von einem Hangout a la Digitales Quartett bis hin zu einer Aufzeichnung im Studio. Dennoch wird weiterhin auf Linearität gesetzt und auf das, was die Öffentlich-Rechtlichen so zu bieten haben. Das erscheint mir seltsam paradox, zumal eine politische Talkshow im Web gerade für junge Journalisten eine geeignete Möglichkeit bietet, sich frühzeitig einen Namen zu machen, siehe Tilo Jung und andere. Ich würde auch so weit gehen, dass eine Startnext-Kampagne für ein alternatives Talkshow-Konzept nicht nur eine Finanzierung, sondern damit auch entsprechend viele Unterstützer bekommen würde, die entsprechend die Werbetrommel für die Sendung rühren würden.

Oder wollen wir doch einfach allabendlich in bester Stammtisch-Manier weiter vor uns herlamentieren?

jungundnaiv77

Seit mehr als 10 Jahren werde ich immer wieder danach gefragt, was denn die Auswirkungen für Journalisten sind, wenn Blogs und Social Media immer mehr Zulauf bekommen. Und seit 10 Jahren antworte ich mehr oder weniger dasselbe: Journalisten sollten die neuen digitalen Möglichkeiten als Chance begreifen, neue Formate oder Nischen besetzen, um sich so einen Namen zu erschreiben. Beispiele gibt es in den USA viele und das seit Jahren (Gawker, The Wirecutter, Brit + Co, etc.), in Deutschland sind es nur einige, wie z.B. Ehrensenf (eingestellt), der Elektrische Reporter, Karrierebibel oder andere. Alle diese Journalisten haben eins gemeinsam: sie probieren etwas aus, gehen ins unternehmerische Risiko und versuchen so, Leser oder Zuschauer zu erreichen.

Das finde ich prima und begrüßenswert. Entweder sie werden mit ihrem Projekt erfolgreich und verdienen damit Geld, oder sie nutzen das Projekt als Sprungbrett für einen anderen Job. Katrin Bauerfeind beispielsweise hat Ehrensenf als gecastete Moderatorin geprägt, aber längst hinter sich gelassen und moderiert jetzt ihre eigene Sendung bei zdfKultur.

Jung & naiv ist als Format neu in der Form, dass Tilo Jung nicht nur den Befragten körperlich sehr nahe rückt, sondern auch einen Fragestil hat, der sich erfrischend abhebt von den sonstigen Polit-Talks. Tilo Jung hakt nach, lässt Dinge erklären und hakt wieder nach, so lange bis ein Politiker allgemeinverständlich formuliert hat. Dabei wirken Politiker auf einmal ganz anders. Sie wirken geradezu natürlich, nahbar und menschlich. Selbst Sahra Wagenknecht, die ich sonst im Fernsehen nicht ertrage, kommt im Interview mit Tilo Jung gut und verständlich rüber. Das finde ich bemerkenswert und das geht nicht nur mir so und es gibt noch andere Beispiele. Tilo Jung im Gespräch mit Erika Steinbach gehört allerdings nicht dazu, die ertrage ich auch bei jung & naiv kaum.

Jung & naiv nennt sich Politik für Desinteressierte. Das ist natürlich kokettiert. Jung & naiv bringt die Befragten an den Rande des Verlusts der Contenance und sorgt dadurch dafür, dass die Befragten ganz anders herüberkommen, als man sie bisher kennt. Dieses Format bringt die durch Social Media empfundene neue Art der Nähe auf einen Punkt und hält diesen per Video fest. Ich finde es großartig und toll, dass Tilo Jung dieses Projekt gestartet hat.

Gestern abend um 22:45 war es endlich so weit, die neue Politik-Sendung Absolute Mehrheit von Stefan Raab und Pro7 ging endlich an den Start. Im Vorfeld wurde ordentlich getrommelt und verkündet, dass jetzt der Politik-Talk neu interpretiert wird:

absolute_mehrheit_03Der erste Politik-Talk mit einem echten Ergebnis – das ist das Konzept von “Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen”! Fünf Gäste diskutieren über drei Themen und die Zuschauer entscheiden, wer die besten Argumente hat. Schafft es ein Talkgast die absolute Mehrheit hinter sich zu versammeln, gewinnt er 100.000 Euro!

Ich habe diese Sendung mit Freude erwartet, nicht weil ich glaube, dass Pro7 der angestammte Sender für eine politische Sendung ist, sondern weil ich die üblichen politischen Talkshows von Illner, Will, Maischberger, Plasberg, Jauch und anderen schon lange nicht mehr mit ansehen kann. Die Formate haben sich überlebt, aber derzeit weiss niemand, wie man es besser machen kann. Insgeheim sehnt man sich nach den ersten Ausgaben von Talk im Turm zurück und ist genervt von den Debatten nach dem immerselben Muster mit austauschbaren Themen und Köpfen, aber dennoch einer grassierenden Gleichförmigkeit.

Stefan Raab hat gestern nun also versucht, der politischen Talk-Show in Deutschland wieder neues Leben einzuhauchen. Er ist dabei kläglich gescheitert. Es wurde ein Format gewählt, dessen Regelwerk ähnlich wie bei Tutti-Frutti niemand wirklich verstanden hat, nur dass am Ende niemand nackt war. Warum fällt jemand aus der Wertung, soll aber weiter diskutieren? Wozu war Peter Limbourg da, außer als Statistik-Vorleser? Wieso wird ein Auto verlost? Was soll das mit den 100.000 €, wenn die doch niemand bekommt, weil es extrem schwer sein wird, bei 5 Diskutanten so extrem gut zu sein, dass eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf eine Person entfallen? Klar, das mit den 100.000€ klingt super, zieht auch bestimmt Aufmerksamkeit, aber dennoch hilft es dem Format null. Das erinnerte alles irgendwie an den guten alten TED und hinterlässt einen fahlen Beigeschmack, wenn Zuschauer kostenpflichtig abstimmen sollen.

Die Diskussionen selber waren geprägt von der Flapsigkeit des Moderators, der dadurch versucht hat, die Diskutanten aus der Reserve zu locken, was ihm nur das ein oder andere Mal wirklich gelungen ist. Ein Erkenntnisgewinn war allerdings beim Zusehen nicht erkennbar und ich hätte mich sehr darüber gefreut, wenn anstatt eines dusseligen Votings die Zuschauer sich über Facebook oder Twitter so total Second Screen mässig hätten miteinbringen können. So war der Zuschauer Clickvieh und Raab hat versucht mit Lockerheit die grassierende Langeweile zu verdrängen. Bei mir ist der Funke zu keiner Phase übergesprungen, ich habe nach dem Ausscheiden von Michael Fuchs (CDU) direkt ausgeschaltet, denn mehr musste ich mir von dieser Sendung zu der Uhrzeit auch nicht antun.

Ich glaube, wir benötigen dringend neue Formate bei der Vermittlung von politischen Inhalten, wollen wir zukünftig noch Menschen erreichen, aber dieser Versuch von Stefan Raab und Pro7 hat nicht dazu geführt, dass die Zuschauer einen Erkenntnisgewinn verzeichnen konnten. Ich bin ja sehr dafür, etwas mehr Lockerheit in die oftmals langweiligen Runden zu bringen, aber dann bitte nicht so, und nicht so zotig wie Raab es versucht hat. Das Votig würde ich erst zum Ende der Sendung machen und dann per Twitter und Facebook, dazu elegante Apps für iPhone und Android, die die Kernaussagen der Diskutanten gegenüberstellen und das Voting damit erleichtern, aber auch zum Teilen der Aussagen einladen. Damit kommt dann gleich eine Verbreitung über die sozialen Kanäle hinzu, um den besten Diskutanten zu unterstützen.

So war die Absolute Mehrheit eher die absolute Langeweile, noch dazu viel zu spät am Abend und damit sicherlich keine Alternative zu den anderen politischen Talkshows. Gelohnt hat sich die Sendung für mich überhaupt nicht.

Sonntag, Wahlabend, die erste Hochrechnung ist durch, die Euphorie hat sich gelegt, die ARD schaltet pünktlich zur Lindenstrasse, das ZDF sendet kurz danach Pilcher. Das ist völlig normal, egal wie spannend die Wahl ist und wie viel Interpretationsmöglichkeiten es gibt. Natürlich haben wir auch in Deutschland eine mediale Inszenierung, aber die Berichterstattung hat auch ihre Grenzen und vor allem ihre Rituale wie die Live-Schalte während der Tagesschau mit dem jubelnden Gewinner und seinen Anhängern. Aber dann spätestens ist Schluß, nur auf Phoenix wird unter Ausschluß der Öffentlichkeit weiter so langweilig wie möglich gesendet, bis auch der letzte Zuschauer endlich eingeschlafen ist.

Das Z-TeamKaum wird aber in der USA ein Präsident gewählt, drehen die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten komplett durch und senden die ganze Nacht über eine Dauerwahlsendung. Laut DWDL haben rund 530.000 Zuschauer diese Sendung bis 3 Uhr geguckt. Herzlichen Glückwunsch, wurde auch jeder Zuschauer namentlich während der Sendung angesprochen? Zeit genug wäre ja gewesen.

Überhaupt, wer denkt sich eigentlich ein Format aus, bei dem Lanz einen aggressiven Anwalt, einen ehemaligen Kanzlerkandidatenberater, eine ehemalige bekannte Journalistin, einen ehemaligen Botschafter und noch irgendwen zur Wahl in den USA befragt? Da kann man schon vorher davon ausgehen, dass der Erkenntnisgewinn ziemlich maßvoll ausfallen wird. Danach geht es dann munter weiter mit einer Pseudoberichterstattung im Stil von “NBC sagt, CBS sagt, ABC sagt, CNN meint” und dann werden wieder alte Experten und euphorische junge Leute befragt. Zwischendurch werden hektisch aktuelle Hochrechnungen gezeigt und noch mehr Experten zu Rate gezogen, so daß einem ganz schwindelig wird vor lauter Experten zur US-Politik. Natürlich wird das alles eingebettet in eine “riesige Wahlparty” und ganz viel Stars and Stripes, damit man die Nacht durchfeiern und mitfiebern kann. Ich war auch eingeladen. Danke dafür.

Warum das alles? Warum macht man eine Liveshow in der ARD, eine Liveshow im ZDF, warum fährt man Experten auf und lässt aus dem Twitterstream vorlesen wegen einer Wahl in den USA? Klar, der Präsident ist wichtig, aber das mit dem mächtigsten Mann der Welt glaubt man nach den Jahrzehnten des Gridlock und dem ewigen Hickhack um die immerselben Themen doch sowieso nicht mehr, oder? Ich freue mich ja auch für Obama und denke, dass diese Entscheidung gut für die USA ist, aber letztlich würde uns außenpolitisch nicht so viel Neues bei einem anderen Amtsinhaber erwarten. Warum sollte man sich so eine Sendung angucken, wo doch die Statistiken an jeder Ecke im Internet aktuellst zu finden sind, wo auf Twitter in Echtzeit die neuesten Themen reinlaufen und wo man vor allem nicht irgendwelche Dolmetscher oder Experten quasseln hört.

Die Dauerwahlsendung zur US-Wahl bleibt ein Mysterium für mich. Ich würde es toll finden, wenn mit so einem Aufwand, mit so viel Korrespondenten vor Ort, von mir aus auch mit irgendwelchen Experten, mal eine lange, unterhaltsame und informative Sendung zur Wahl in Deutschland gemacht wird. Von mir aus auch mit Emotionen und Meinung, aber immer noch besser als die ewigen Elefantenrunden und Spitzenkandidatenlaberwirhabengewonnenobwohlwirverlorenhabenstatements, da werden Lindenstraße und Pilcher in der Tat zur Alternative. Aber das haben die Sendeanstalten in der Hand, sie beugen sich mit den Formaten den Parteien und verschenken die Chance, auch Wahlen in Deutschland wirklich ausführlich zu begleiten. Vermutlich würden sogar mehr als 500.000 Zuschauer den Abend bei einer derartigen Wahlsendung verbringen.