Heute abend wurde das TV-Interview mit Bundespräsident Christian Wulff zur besten Sendezeit in ARD und ZDF ausgestrahlt. Zwei sehr zahm agierenden Journalisten antwortete Christian Wulff in einem Stil, der von Anfang an klar werden lies, daß Christian Wulff keinen Zweifel daran hat, daß er über den Dingen steht.
Am Interessantesten war der Ausspruch, daß er sich als Opfer gesehen habe, weswegen er BILD-Chef Dieckmann angerufen habe. Ja, mir kommen die Tränen. Dieser Mann hat kein Format, das hat man auch gemerkt, als Wulff darauf hingewiesen hat, daß er von jetzt auf gleich vom Ministerpräsident zum Bundespräsident wurde und gar keine Karenzzeit hatte. Klar, als Ministerpräsident von Niedersachsen ist man es ja nicht gewohnt, mit Medien umzugehen.
Das war einfach nur schwach, ein Bundespräsident ohne Format, der nicht zurücktreten darf, weil Mutti und seine Frau ihn nicht lassen. Ein Bundespräsident, der sich selber leid tut, der jammerig argumentiert, der keinesfalls erklären konnte, warum er das Amt nicht als beschädigt ansieht und der sich vor allem immer noch keiner Schuld bewußt ist bei seinen merkwürdigen Kreditgeschäften. Er mißt mit zweierlei Maß, das wird jedem deutlich. In einem Land, in dem Menschen wegen unterschlagener Pfandbons gekündigt werden, interpretiert er seine eigene Verantwort sehr locker. Aber so wie es aussieht, muß da noch mehr kommen, bis Christian Wulff endlich zurücktritt. Er wird dem Anspruch an das Amt nicht gerecht und er wird nicht zurücktreten, weil das Merkels Machtgefüge durcheinander bringen würde. Der Skandal um Christian Wulff wird auch Dank Angela Merkel noch länger diskutiert werden. Die Glaubwürdigkeit des Christian Wulff ist dahin, dieses Interview zeigt deutlich, wie wenig er verstanden hat, warum sein Rückhalt in der Bevölkerung und in der Politik schwindet. Christian Wulff will die 5 Jahre voll machen, ihm ist auch klar, daß eine Wiederwahl nach dieser Performance nichts mehr werden wird. Ein Politiker von Format würde jetzt den Rücktritt verkünden und offen eingestehen, daß er Scheiße gebaut hat, nicht aber winseln und im Amt bleiben.
Das war kein Befreiungsschlag, das war jämmerlich und einem Staatsoberhaupt nicht würdig. Aber es war auch nicht verwunderlich.