Archiv für die Kategorie ‘Entertainment’

03. Januar 2012

Christian Wulff – der überforderte Bundespräsident

Unlängst war im Stern der Ausspruch von Christian Wulf zu lesen: zu lesen: “Auf mich wartet in Berlin niemand” und mittlerweile fragt man sich wirklich, warum Christian Wulff eigentlich Bundespräsident werden wollte. Alles wirkt eine Nummer zu groß für ihn, aber warum ist Christian Wulff eigentlich so überfordert mit seinem Amt? Die Art und Weise, wie Christian Wulff es geschafft hat, aus einer Kreditaffäre eine lange anhaltene Krise zu machen, ist schon eindrucksvoll und wird sicherlich in vielen PR-Handbüchern als Musterbeispiel für miese Krisenkommunikation aufgeführt werden.

Ich habe bereits vor Wochen den Rücktritt des Bundespräsidenten gefordert und ich bleibe dabei, daß Christian Wulff aus Respekt vor dem Amt schnellstmöglich zurücktreten sollte. Ich weiß natürlich auch, daß sich die Zusammensetzung der Bundesversammlung nach der Schleswig-Holstein-Wahl verändern wird, aber darum geht es jetzt überhaupt nicht. Der Bundespräsident muß endlich davon abrücken, immer nur das zuzugeben, was bereits schon öffentlich geworden ist. Der Anruf beim BILD-Chef zeigt, wie wenig Wulff verstanden hat, worum es bei dieser Krise überhaupt geht, ihm fehlt jegliches Unrechtsbewußtsein und seine Aussagen werden zu hohlen Worthülsen, denen man kein Vertrauen mehr schenken kann.

Der Bundespräsident ist überfordert. Berlin ist mehr als eine Nummer zu groß für ihn, es gelten andere Maßstäbe als er es gewohnt ist und als Bundespräsident hat er einfach anders zu agieren als im beschaulichen Hannover. Wulff wird zur tragischen Figur, der ein Amt innehat, das er nicht ausfüllen kann und ihn zum einsamen Irrläufer in eigener Sache werden lässt. Für Deutschland ist dieser Umgang mit dem höchsten Staatsamt allerdings alles andere als förderlich, wir benötigen wieder jemanden, der durch seine Reden Themen ansprechen kann, die schon länger endlich behandelt werden müssen. Dafür allerdings benötigt man Vertrauen. Dieses Vertrauen hat der ewig lächelnde Christian Wulff verspielt. Als überforderter Bundespräsident sollte er zeitnah zurücktreten.

12. Dezember 2011

Chewbacca singt Stille Nacht

Nun ist mir ganz besinnlich zumute.

[ via: Chewbacca sings Silent Night | Neatorama ]

07. Dezember 2011

Der 1. deutsche Kinofilm komplett auf Youtube nicht zu sehen

Gestern kam eine Pressemitteilung rein, in der schön erwartungsfroh getextet wurde:

Filmpremiere auf YouTube: Leander Haußmanns “Sonnenallee” in voller Länge auf YouTube
[...]
“Sonnenallee auf YouTube ist eine Premiere. Wir freuen uns sehr, Filmfans in Deutschland erstmals einen so großen Publikumserfolg direkt auf YouTube zu präsentieren. Delphi Film ist der erste deutsche Filmverleih, der einen Filmklassiker auf unserer Plattform zeigt und damit die mehrere Millionen Mitglieder zählende YouTube-Community anspricht”, sagt Andreas Briese, Strategic Partner Development Manager YouTube. Claus Boje, Co-Geschäftsführer des Delphi Filmverleihs: „Für uns ist das ein spannendes Experiment, einen Filmklassiker dem Zuschauer auf diesem besonderen Weg zugänglich zu machen.“

Zu bewundern ist Sonnenallee auf der Youtube-Seite vom Delphi Filmverleih. Allerdings wird das Bewundern jäh gebremst, denn die GEMA hat etwas gegen die Verbreitung des Films über Youtube.

Leider keine Sonnenallee für Deutschland

Und dann wundern sich noch Leute darüber, daß Inhalte über Tauschbörsen illegal verbreitet werden. Das legale Verbreiten von Inhalten wird in Deutschland weiterhin unnötig erschwert.

Aber natürlich liegt das alles nicht an der GEMA, sondern am bösen, bösen Internet, das alles so schwierig macht, denn früher war alles besser.

Sonnenallee ist in diesem Land leider nicht verfügbar.

Update: und plötzlich läuft der Film doch.

[ via Torsten Kleinz / Google+ ]

22. November 2011

Und jetzt machen wir mal was mit Wahlcomputern

Mal unter uns, jeder hat doch schon mal so einen Moment gehabt. Da kommen die zufriedenen Eltern oder Großeltern an, wollen mal so richtig cool sein, sind stolz wie Bolle, präsentieren irgendetwas und ernten entsetzte Blicke. So muß es gerade den Verantwortlichen im Willy-Brandt-Haus gehen, die dachten, der Einsatz von Wahlcomputern beim kommenden Bundesparteitag sei eine total tolle, moderne, vielleicht sogar coole Sache. Ist ja was mit Computern. Machen die jungen Leute ja so, heutzutage.

Aaaargh. Mentale Frühvergreisung ist echt keine Frage des Alters. Wie kann man nur auf die bescheuerte Idee kommen, nach der Debatte um Wahlcomputer in den letzten Jahren jetzt meinen zu müssen, daß man aus Gründen der Effizienz beim Bundesparteitag nicht mehr mit Papier abstimmen will?

Ich bin echt sprachlos. Ich habe gestern abend davon erfahren und wußte nicht, ob ich lachen, weinen oder enfach nur mit dem Kopf auf die Tischplatte knallen soll.

Ich kann es verstehen, daß jemand auf die Idee kommt und sich denkt “hey, praktisch, das testen wir mal.” – aber wieso fällt niemandem im Willy-Brandt-Haus auf, daß Wahlcomputer aus irgendwelchen Gründen immer noch kein Standard sind? Warum wird niemand gefragt, der sich damit auskennt? Oder einfach mal bei Google nach Wahlcomputer gesucht?

Jetzt haben wir den Salat, die anderen Parteien haben sich das Popcorn bereitgestellt und gucken hämisch amüsiert zu, wie sich die SPD zwei Wochen vor ihrem Bundesparteitag lächerlich macht. Da können noch so tolle netzpolitische Grundsätze verabschiedet werden, aber die Partei macht sich erst mit Vorratsdatenspeicherung lächerlich und jezt auch noch mit Wahlcomputern. Ich kann es den anderen Parteien nicht verdenken, ich hätte es genauso gemacht, die Vorlage ist einfach zu schön.

Aber, hey, so ist es eben, wenn man einen großen Tanker zu Kursänderungen bewegen will. Das geht nicht von jetzt auf gleich, das dauert seine Zeit. Die Netzpolitiker in der SPD sind sich auch des edukativen Auftrags bewußt und wir werden auch dieses Thema allen so lange erklären, bis sie es verstehen. Und natürlich hoffen wir, daß in der SPD mal verstanden wird, daß man lieber mal jemanden fragen sollte, der sich mit diesem Digitaldings auskennt, bevor man wieder irgendenen Unfug veranstaltet. Es ist dann doch wohl so wie mit der heißen Herdplatte, da müssen erst mal alle draufpatschen, bis sie verstehen, daß es weh tut.

Wahlcomputer beim Bundesparteitag, hier macht man was mit. Wenigstens wird es nie langweilig werden mit der SPD.

04. November 2011

Kostenkontrolle für die Cloud mit Cloudability

CloudabilityCloudability bietet die Lösung für ein Problem, daß man so ohne die Cloud gar nicht hätte. Zu den Vorteilen der Cloud gehört eben auch, daß man mittlerweile viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten hat, die auch alle unterschiedliche Kostenstrukturen anbieten. Cloudability erlaubt es, über die vorhandenen Schnittstellen die jeweilige Nutzung und die damit verbundenen Kosten zusammenzuführen.

Cloudability offers an easy-to-use click-through menu for users to enter the type of services and the providers they use. “Once they hit save, we aggregate all that data in one place and they can then drill down on detailed reports, set up alerts if spending goes over X amount, and daily emails that tells them where they are,” said J.R. Storment, the chief customer officer of the Portland, Ore.–based company.

“We think customers would like to start tracking spending from Rackspace, Google Apps, even down to the GoDaddy level,” said Storment. The service, which has been in closed beta, already tracks more than $7 million in cloud spending with more than 81 cloud providers and has helped customers save an average of $2,000 per customer per month.

Die Nutzung ist kostenlos bis zu einem Jahresumsatz von $100.000 und zu den Features gehört u.a. ein Alert-Mechanismus, wenn das Budget überschritten wird, wie sich die Kosten auf die Dienste verteilen und auch generelle Reports zu den genutzten Diensten.

Cloudability klingt enorm praktisch, wenn man mehr als nur zwei oder drei Dienste nutzen will. Ich bin ja allein deswegen schon begeistert, weil der Claim der Firma “we cover your *aas” ist und deutlich macht, was die zukünftigen Herausforderungen sein werden, wenn fröhlich Dienste in der Cloud verteilt werden.

[ via Cloudability offers cloud cost-tracking APIs, free beer — Cloud Computing News ]