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Konferenzen sind immer ganz besondere Situationen. Dabei ist es egal, in welcher Branche sie stattfinden, denn durch das Zusammenbringen vieler Menschen entsteht jeweils eine ganz eigene Dynamik. Man hört oftmals interessante Rednerinnen und Redner und trifft Menschen wieder, die man länger nicht gesehen hat, oder überhaupt nur auf dieser einen Konferenz trifft. Man lernt viele neue Leute kennen, entweder, weil man neben einander sitzt oder einander vorgestellt wird.

Timbuk2 / WoolrichKonferenzen sind aber auch Ausnahme-Situationen, weil man nur eine Tasche dabei hat und dort alles drin sein sollte, was man für den Tag benötigt. Da ich immer wieder gefragt werde, was ich so mitnehme zu einer Konferenz, kommt hier meine Packliste.

Hier sind die wichtigsten Sieben Sachen für den Besuch einer Konferenz:

1. Eine Umhängetasche. Auch Messenger-Bag genannt. Ich bevorzuge seit 10 Jahren Taschen von Timbuk2. Idealerweise gibt es ein Laptop-Fach und genügend kleine Fächer für Kabel, Sonnenbrille, Notizbuch, Stifte, etc. – ein Timbuk2 Classic Messenger Bag reicht da völlig aus.

2. Ein Akkupack. Es gibt nie genügend Steckdosen auf einer Konferenz. Daher sollte man vorsorgen und sich etwas Strom mitnehmen. Ich kann das Anker Astro3E 10.000mAh empfehlen, es sieht nicht aus wie der letzte Plastikschrott, hat zwei USB-Anschlüsse zum Aufladen von mobilen Endgeräten und lässt sich selber über einen Micro-USB Anschluß aufladen.

3. Kabel. Ich habe zwei Lightning Ladekabel fürs iPhone dabei, mitsamt einem Stecker für 220V Steckdosen. Natürlich habe ich auch ein Ladekabel für das Macbook Air dabei. Und noch ein Ladekabel für mein Kindle. Und das Ladekabel zum Aufladen des Akkupacks. Und bestimmt auch noch ein Ladekabel für das iPad, also die pre-Lightning Variante.

4. Notizbuch. Ja, ich weiss, kaum jemand kann heutzutage noch entziffern, was da so in ein Notizbuch gekritzelt wird und es synct so schlecht mit anderen Devices und hat auch keine Reminder-Funktion, aber ich finde Papier hat in diesem Fall doch noch ein paar Vorteile gegenüber dem hastigen Rumtippe oder Gemale auf einem Tablet. Natürlich kann man auch mit dem Laptop Notizen machen, aber das wirkt dann immer so nach Streber aus der ersten Reihe. Beliebt sind natürlich die Moleskine Notizbücher, die es auch in einer Moleskine Evernote Edition gibt, aber ich nutze aktuell ein Notizbüchlein von Smythson, weil die schön klein und dünn sind. Ach ja, ein Stift ist auch hilfreich für handschriftliche Notizen.

5. Laptop. Ich habe eigentlich immer ein Laptop dabei, nutze es auf Konferenzen aber so gut wie nie. Allerdings nutze ich es bei der An- und Abreise, um meine Gedanken und Eindrücke zu dem Thema zu sammeln. Früher habe ich mein Laptop genutzt, um nebenbei Notizen zu machen, zu bloggen oder irgendwas im Web zu lesen, aber mittlerweile finde ich das zu ablenkend und versuche daher, mich ganz auf die Konferenz zu konzentrieren. Mein aktueller Tipp für das Schreiben von Artikeln: Draft – total klasse, schön und einfach, aber dennoch flexibel.

6. Visitenkarten. Ich habe seit Jahren keine Visitenkarten mehr dabei und muss immer verschämt sagen “Du findest mich im Netz!”, was immer arrogant und großkotzig wirkt. Daher empfehle ich, bei Moo.com einfach fix ein paar schöne Visitenkarten zusammenzuclicken. Aber bitte nicht die mit Space Invaders, die nutze ich künftig.

7. Kopfschmerztabletten. Irgendwie schlafe ich nach dem ersten Abend einer Konferenz immer zu wenig und benötige dann am zweiten Tag Kopfschmerztabletten. Manchmal bereiten allerdings auch Vorträge Kopfschmerzen, also ist es immer besser, etwas gegen Kopfschmerzen dabei zu haben.

Mehr braucht man eigentlich gar nicht. Das Smartphone hat man ja sowieso dabei.

Das Hoodie Manifest

Nico —  1.04.2013 — 4 Comments

Ich finde Das Hoodie Manifest unterstützenswert:

Hoodie BrigadeHoodies sind die Jeans des 21. Jahrhunderts, wir dürfen sie nicht schutzlos den Mächten der Dunkelheit preisgeben! Hoodies sind der letzte verbliebene Ausdruck von Gegenkultur und damit gelebter Nonkonformismus!Hoodies dürfen kein kreativfreier Raum werden! Nur Hoodies können gewährleisten, dass die Gedanken auch in Zukunft frei sein können, nur Hoodies versetzen uns in die Lage, ohne Fesseln zu sein.

Es muss ein Hoodie durch dieses Land gehen!

google60

Ein tolles Projekt, das einfach mal zeigen möchte, wie damals Computer funktionierten, inklusive einem ratternden Nadeldrucker: Google60 – Search Mad Men Style.

die letzte FTDHeute habe ich mir das erste und letzte Mal die Financial Times Deutschland gekauft. Und war schockiert. Das Blatt kostet € 2,20! Nun bin ich mir sicher, dass die FTD eine ganz tolle Zeitung war, aber wer gibt denn eigentlich so viel Geld aus für so viel Inhalte, die man doch gar nicht alle lesen kann?

Gibt es das noch? Chefs, die sich die Wirtschaftszeitung nehmen und morgens als allererstes durcharbeiten, um dann zu wissen, was der Tag so bringen wird? Dann Artikel mit Textmarker markieren und brüllen “Schulze, gucken Sie sich das mal an! Wir müssen handeln! Fräulein Koslowski, bitte zum Diktat!” – wenn ja, würden diese Leute die FTD in Print lesen und wären das genügend Abonnenten?

Ich lese verdammt viel, glaube ich. Aber eine ganze Zeitung am Tag schaffe ich beim besten Willen nicht. Na gut, wenn ich mir mal das Hamburger Abendblatt kaufe, dann lese ich das auch komplett durch, die 5 Minuten habe ich immer, frage mich dann aber, wieso das schnelle Erlebnis € 1,20 oder so kosten soll. Vor allem stelle ich immer fest, dass die Erkenntnisse, die ich aus einer Zeitung aus Papier ziehe, nur sehr schwer in meinen Workflow einzubetten sind. Klar, ich kann Textpassagen abfotografieren und bei Evernote speichern, aber das ist nicht so elegant wie das Ablegen eines Textes für spätere Lektüre bei Instapaper oder das direkte Verlinken auf einen Artikel in einer Mail an die Kollegen.

Ich glaube, wir müssen uns davon lösen, dass eine Tageszeitung auf Papier das Nonplusultra eines journalistischen Angebots ist, sondern wir müssen eher sehen, dass sich die Arbeitsweisen der Menschen verändern und damit auch die Aufmerksamkeitsökonomie eine andere ist. Eine Publikation, die sich dem Filtern und Kuratieren dadurch entzieht, dass sie in nicht-digitaler Form vorhanden ist, wird es künftig immer schwerer haben, überhaupt als relevant zu gelten. Leider hat FTD.de niemals die Stellenwert erreicht, den es hätte haben können, denn es war dann doch nur die digitale Version eines Printerzeugnisses.

Auf Mashable ist vorgestern ein Artikel erschienen, der die Herausforderungen des Journalismus der Zukunft ganz exzellent provokativ zusammenfasst und auch ein paar Hinweise gibt, wie es weitergehen könnte: 4 Things Media Companies Must Do … or Die

Die Ausgangslage:

We fear change. We’re still pushing the same stuff that worked for us a decade ago.

We fear technology. We say we don’t, but if you really look at us, we do.

We fear product development. We’ve outsourced product engineering and innovation to tech companies, and it’s killing us.

Die Vorschläge von Mashable:

Step 1: Think Social First, Then Search
Step 2: Embrace Mobile, Before it Runs You Over
Step 3: Redefine Advertising
Step 4: Become Product-Driven

Jupp, das wird nicht leicht, aber nun sind ja gerade ganz viele schlaue Menschen mit jeder Menge Berufserfahrung und, wie man hört, einer ordentlichen Abfindung auf den Markt gespült worden, vielleicht finden sich ja ein paar davon zusammen und versuchen eine Wirtschaftspublikation auf die Beine zu stellen, die künftig relevant sein wird.

Ich glaube, dass der Kardinalfehler der FTD war, dass sie als Print-Produkt auf den Markt geworfen wurde, anstatt die etablierten Blätter auf einem anderen Terrain anzugreifen. Das wäre mutig gewesen und hätte auch viel Geld gekostet, aber dann hätte man nicht 12 Jahre lang in ein Printprodukt investiert, sondern in ein Produkt, dass sich an den Veränderungen des Marktes orientiert. Ja, ich habe gut reden, ich bin ja auch kein Verlagsmanager, aber wenn man schon mal ein Zeichen setzen will, dann doch bitte richtig! Es fehlte wohl leider von Anfang an der Mut, etwas wirklich Neues zu wagen.

Ich habe mich noch einmal mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverlage auseinandergesetzt und die Argumente der Verleger etwas länger reflektiert.

Ich glaube, dass Christoph Keese und die Verlagsverbände zu kurz springen, wenn sie nur ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage fordern und dabei das Internet im Blick haben. Das Thema muss man weiter denken und nicht nur Geld dafür verlangen, dass jemand über ein Snippet auf eine Verlagsseite verlinkt und somit dem Verlag Nutzer zuführt, die dieser monetarisieren kann. Die Verlage entwickeln sich zu Medienhäusern, die mehr sind als nur Schreibstuben mit angeschlossenen Druckereien und neuerdings auch Internet.

Daher ist meine ganz klare Empfehlung, beim Leistungsschutzrecht für Presseverlage nicht beim Internet aufzuhören, sondern ruhig mal etwas über den Tellerrand hinauszudenken.

Hier einige Vorschläge für Christoph Keese, um noch konsequenter den Verlagen Geld zuzuführen, das ihnen nach ihrem Selbstverständnis sicherlich zustünde:

- Eine konsequente Zweitverwendung der Inhalte setzt natürlich voraus, das gezahlt wird. Hier gilt es, die Kostenloskultur bei Printprodukten einzudämmen. Fischverkäufer sollten daher eine Presse-Umlage zahlen, wenn sie nachhaltig handeln und Printprodukte ihren Kunden aushändigen.

tumblr_lvs59cRg9v1qe24sg- Städte und Kommunen profitieren nicht unerheblich von einem bislang kostenpflichtigen Informationsangebot, das die Bürger wie selbstverständlich kostenlos wahrnehmen. Für jeden gut sichtbaren BILD-Aufsteller auf dem Bürgersteig sollte künftig eine Abgabe gezahlt werden basierend auf einem Schlüssel, der sich aus der Anzahl der Einwohner in Korrelation zu den Abonnenten errechnet, da man so ausgleichen kann, dass viele zukünftige Konsumenten bislang nur gucken, aber nicht kaufen. Der Bürgersteig darf kein rechtsfreier Raum bleiben!

- Es ist in Deutschland selbstverständlich, dass Unternehmen GEZ bezahlen, aber die Mehrfachnutzung der BILD-Zeitung in der Frühstückspause kommt zwar direkt dem Unternehmen und der Volksbildung der Mitarbeiter zu Gute, ohne aber dass hier die Verlage für die Bereitstellung der journalistischen Inhalte angemessen entlohnt werden. Hier sehe ich noch jede Menge Potential. Gutes Geld für gute Inhalte!

- Seit dem Cluetrain Manifesto wissen wir alle, dass Märkte Gespräche sind. Daher kann es nicht angehen, dass sich Leute über Zeitungsinhalte unterhalten. Dadurch entgehen den Verlegern Einnahmen, die für die Wahrung der Meinungspluralität unerlässlich sind. Jedes Gespräch führt dazu, dass weniger Zeitungen gekauft wurden, weil die Inhalte bereits bekannt sind. Hier gilt es, die Abwärtsspierale zu durchbrechen und neben der Kirchensteuer eine Meinungspluralitätssteuer zu erheben, die ausschliesslich Presseverlage zu Gute kommt.

Ich bin mir sehr sicher, dass Christoph Keese und die Verlagsbranche erst am Anfang ihrer Überlegungen sind, wie man neuartige Monetarisierungskonzepte für Presseverlage umsetzen kann, ohne dass sich für die Verlage irgendetwas ändern muss. Wie sonst sollte es auch vorangehen in Deutschland, wenn nicht so?