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Die Bilder der Menschen, die ihr Leben riskieren und unglaubliche Strapazen auf sich nehmen, um an einen Ort zu gelangen, an dem sie in Sicherheit sind und ein neues Leben beginnen können, lassen mich nicht los. Dieser Bilder erinnern mich auch immer wieder an die Erzählungen in meiner Familie.

Meine Großmutter väterlicherseits ist 1945 von Stargard in Pommern geflohen und in die Nähe von Lübeck gekommen. Mit zwei kleinen Söhnen, während der Mann als einfacher Soldat in dänischer Kriegsgefangenschaft war, hat sie eine Reise mit vielen Unwägbarkeiten angetreten, die mehrere Wochen dauerte. Für mich war immer das Highlight ihrer Erzählungen, dass sie einmal von russischen Soldaten aufgegriffen und in ein Lager gesperrt wurde, da aber nachts mit den Kindern ausgebrochen ist. Das konnte ich mir bei Oma irgendwie nie vorstellen. Die Familie kam bei einem Bauern bei Lübeck unter, dort arbeitete mein Opa später als Landarbeiter.

Meine Großmutter mütterlicherseits war hochschwanger und ist mit zwei kleinen Kindern an der Hand, einem Kinderwagen vollgestopft mit Habseligkeiten, zwei Koffern und einem stark unter Multiple Sklerose leidenden Mann aus der Gegend von Frankfurt/Oder geflüchtet. Aus den Erzählungen erinnere ich noch, wie beschwerlich der Weg war bis zum Bahnhof, weil der Mann kaum noch gehen konnte und sie ihn stützen musste, er sich dann an einem Zaun festhielt und sie die Kinder und Koffer nachholen musste. Meine Oma hatte in sofern Glück, als dass sie einen Schlüssel für das Haus der Familie in Lübeck hatte und dass sie wusste, dass das Haus noch steht. Sie sind dann mit dem Zug durch das brennende Berlin gefahren, so wurde es mir immer beschrieben, und haben dann in Lübeck ihr neues Zuhause gefunden. In dem Haus sind drei Etagen mit einer Wohnung pro Etage, damals nach dem Krieg hat in jedem Zimmer eine Familie gewohnt. Kurz vor Kriegsende ist dann meine Mutter auf die Welt gekommen.

Meine Eltern und Großeltern teilten ihr Schicksal mit vielen anderen Menschen damals und sie gehörten noch zu den Glücklichen: sie hatten den Krieg überstanden und überlebt. Sie konnten neu anfangen.

Wenn ich jetzt die Bilder sehe, wie Familien über die Balkanroute flüchten in vollgestopften Zügen oder wie sie versuchen, über das Mittelmeer zu kommen, dann geht mir das sehr nahe. Gleichzeitig nervt auch diese Hilflosigkeit, denn auch wenn ich mir sicher bin, dass Deutschland locker 800.000 Menschen pro Jahr verkraftet, die hier Schutz nach Flucht oder Vertreibung suchen, ändert das leider noch lange nichts an den Gründen für die Flucht. Die instabilen Regionen in der Welt werden nicht weniger, die Konflikte werden mehr, hinzu kommen Hunger und Perspektivlosigkeit in vielen Ecken der Welt. Für mich als Vater ist es völlig klar, warum man dann flieht: damit die Kinder es einmal besser haben als man selber.

Wir waren gestern kurz in den Messehallen in Hamburg und haben ein paar Sachspenden aus dem Drogeriemarkt vorbei gebracht. Die Hilfsbereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger ist enorm, aber es fehlt eben auch an allen Ecken. In Sachsen fehlt es vor allem an Hirn und Anstand, mir wird übel, wenn ich diese Arschlöcher sehe, wie sie Menschen bedrohen, die gerade alles zurückgelassen haben und einfach nur ein Leben in Frieden leben wollen.

Mein Freund Paul hat daher eine Spendenaktion gestartet: Blogger für Flüchtlinge! Ich würde mich freuen, wenn viele von Euch mitmachen und spenden, damit wir Organisationen unterstützen können, die helfen!

Hier geht es direkt zur Spendenseite: Blogger für Flüchtlinge – Menschen für Menschen! – auch viele kleine Beträge helfen! Bitte verlinkt und teilt diese Aktion, wo ihr nur könnt!
Hashtag: #BloggerfuerFluechtlinge

Walden und die Sehnsucht

Nico —  10.05.2015

WALDEN_Cover_final_02042015.inddDas mag jetzt vielleicht einige von Euch überraschen, aber hinter meiner knallharten Digitalschale verbirgt sich durchaus ein weicher Printkern. Und ich lese auch mal ganz gerne Zeitschriften. Ja, jetzt ist es raus.

Und seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, beneide ich die Frauen um ihre vielfältigen Frauenzeitschriften, während es bei den Männerzeitschriften immer nur um Muskeln, Sex, Geld und Autos geht.

Daher bin ich ganz erfreut, dass Gruner & Jahr jetzt mit Walden eine neue Zeitschrift auf den Markt gebracht hat.

Allein schon der Name der Zeitschrift ist super gewählt. Walden. Henry David Thoreau muss man einfach mögen, nicht nur wegen Walden, sondern vor allem wegen seines Aufsatzes Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat. Als ich mit 17 Jahren Thoreau entdeckte, war ich sehr fasziniert von der Rigorosität, mit der er versuchte, sich gegen den Staat und die seiner Meinung nach falsche Politik zur Wehr setzte und sich fernab der Zivilisation zurückzog.

Nun also Walden, als Zeitschrift für Männer, die Sehnsucht nach Outdoor haben. „Die Natur will Dich zurück“ ist der Untertitel und ich bin wohl voll die Zielgruppe.

Ich lebe mit meiner Familie in der Stadt und tue das auch sehr gerne, aber das Gefühl, mal raus zu müssen, hat bei mir in den letzten Jahren stetig zugenommen. Wanderschuhe habe ich gekauft und auf dem Brocken war ich letztes Jahr auch mal kurz, aber man kommt ja zu nix. Nur die Sehnsucht nach Natur bleibt und Bücher wie The Outsiders: New Outdoor Creativity lassen erahnen, dass ich nicht der Einzige bin, der urban lebt und einen Drang danach hat, wieder mehr Erlebnisse in der Natur zu haben.

Walden ist die erste Zeitschrift seit langem, die ich in einem Rutsch von Vorne bis Hinten durchgelesen habe. Das mag ein wenig daran liegen, dass ich im IC von Düsseldorf nach Hamburg saß und es nur maximal EDGE gab. Es liegt aber vor allem daran, dass mir Walden sehr gut gefallen hat: interessante Stories, tolle Fotos, ungewohnt dickes Papier und ein zeitgemäßes Design. Vor allem aber: keine Leistungsshow mit Spezifikationen und Hightech, sondern wenn Produkte vorgestellt wurden, dann qualitativ hochwertige, aber doch eher einfache Produkte. So wie ich sie mag und seit über einem Jahr immer mal wieder bei Neueszeugs.de verewige.

Was mich aber jetzt schon ärgert: Walden erscheint nur zwei Mal im Jahr. Was soll das denn? Erst anfixen und dann sowas.

Es gibt kaum eine Frage, die mich derzeit mehr nervt als die Frage nach einem Livestream von Veranstaltungen. Nur weil etwas geht, muss es noch lange nicht Sinn machen, es zu tun.

Livestreaming ist eine völlig falsch verstandene Art der Transparenz, eines der vielen Irrtümer, die aus dem Umfeld der Piratenpartei hervorgegangen ist. Der kleine Bruder des Livestreaming ist übrigens die Twitterwall, die ich auch für völlig schwachsinnig halte.

Ich glaube nicht, dass alles, was wir machen, live gestreamt werden muss. Und ich glaube auch nicht, dass wir in Echtzeit auf alles antworten müssen, nur weil es theoretisch ginge.

Natürlich finde ich es erstrebenswert, die Teilhabe zu verbreitern, weswegen ich Vorträge durchaus live streamen würde.

Nicht aber Diskussionsveranstaltungen. Sobald eine Kamera läuft, verändert sich die Dynamik einer Veranstaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versuchen dann so zu sprechen, dass es kameratauglich ist. Das wird dann ungefähr so spannend wie das gegenseitige Verlesen von Pressemitteilungen, denn alle Teilnehmer greifen auf Textbausteine zurück. Das wird noch schlimmer, wenn man gleichzeitig eine Twitterwall im Blick haben soll, denn Sprechen, Lesen, Zuhören und Denken ist ganz schön viel auf einmal. Da sorgt der Ruf nach Transparenz schnell für eine Fassade aus Worten, die dann auch niemandem wirklich weiterhilft.

Nach unserer D64 Veranstaltung mit Dorothee Bär sagte ein anwesender Journalist anerkennend, dass er überrascht sei, wie offen auf meine Fragen geantwortet wurde. Das liegt vermutlich nicht daran, dass ich so ein toller, einfühlsamer Moderator bin, der elegant die Schwingungen nutzt und so mehr in Erfahrung bringt als andere. Es liegt vor allem daran, dass wir bei diesen Gesprächen unter uns sind. Noch nicht einmal einen Hashtag gibt es.

Ich mache das ganz bewusst so. Denn ich finde, dass eine Veranstaltung besser ist, wenn alle vor Ort nicht nur anwesend, sondern auch dabei sind. Wer nebenbei auf Twitter kommentiert oder liest, ist vermutlich nicht so sehr dabei.

Bei allen Möglichkeiten, die sich durch Technologie bieten, sollten wir nicht vergessen, dass die Zusammenkunft an einem Ort eine ganz besondere Qualität hat. Zwar mag es für einige Leute nicht machbar sein, an einer Veranstaltung teilzunehmen, aber würde man auf alle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, wäre allein schon die Terminfindung zum Scheitern verurteilt.

Livestreaming und das Beharren auf Echtzeit immer und überall sorgt auch dafür, dass wir immer weniger Zeit für das Reflektieren haben. Wir sollten uns nicht die Möglichkeiten nehmen lassen, in einem Gespräch auch neue Dinge lernen und seine eigenen Positionen eventuell anpassen zu können. Wenn alles aufgezeichnet und dabei kommentiert wird, werden wir das nicht mehr schaffen. Daher werde ich künftig weiter Veranstaltungen ohne Livestream machen – ich freue mich auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort.

Die Zeit zwischen den Jahren ist vorbei, nun geht es volle Pulle los mit dem neuen Jahr! Ich glaube, das wird spannend, und zwar auf den verschiedensten Ebenen.

Für mich persönlich war 2014 das Jahr, in dem ich meine Selbständigkeit weiter verfestigen konnte und neue Kunden gewonnen habe. Dabei habe ich einen Shift vollzogen vom Kernthema Social Media hin zum generellen Thema der Digitalen Transformation, weil ich glaube, dass für viele Unternehmen nicht mehr nur die Frage im Raum steht, wie sich die Kommunikation verändert, sondern was sich eben noch alles verändert, oder verändern muss in den Unternehmen. Wer mich also für Vorträge, Workshops oder Beratungsmandate zum Thema Digitale Transformation buchen will: noch habe ich in 2015 ein paar Slots frei!

2015 wird aber auch das Jahr sein, in dem wir immer deutlicher diskutieren müssen, was die Digitalisierung der Gesellschaft für uns bedeutet und wie wir damit umgehen wollen. Verdi-Chef Frank Bsirske hat bereits angekündigt, dieses Jahr die Herausforderungen der Digitalisierungen für den Arbeitsmarkt thematisieren zu wollen und das ist gut so, denn wir benötigen hier dringend eine Verbreiterung der Debatte! Gut ist auch, dass junge MdB der SPD ein Positionspapier vorgelegt haben und fordern, dass mehr für die Breitband-Infrastruktur getan werden muss und 100 mbit/s flächendeckend in den Blick genommen werden müssen. Rheinland-Pfalz ist mit einer Machbarkeitsstudie für 300 mbit/s da schon weiter, aber wenn man sich anguckt, dass im US-Staat Connecticut sich 46 Städte zusammenschliessen, um den ersten „Gigabit-State“ zu ermöglichen, dann merkt man wieder, wie popelig die 50 mbit/s der digitalen Agenda der Bundesregierung sind.

2015 will ich auf diesem Blog auch wieder regelmässiger schreiben, was ich mir ja eigentlich jedes Jahr vornehme. Ebenso versuche ich, die Frequenz der Artikel auf Neueszeugs hochzuhalten, damit auch in der bunten Produktwelt für Männer keine Langeweile aufkommt. Hier stelle ich täglich Dinge vor, die ich mir auch kaufen würde oder gekauft habe. Die Zugriffszahlen entwickeln sich prächtig und ich freue mich auf viele Likes bei Neueszeugs auf Facebook!

Natürlich schreibe auch die Netzkolumne für Bild.de weiter, was mir großen Spaß bringt, auch weil die Kommentare oftmals herausfordernd sind, aber eben auch viel Zustimmung kommt. Da ich immer wieder gefragt werde: ich schreibe die Kolumne selber und sie wird so, wie ich sie anliefere, auch veröffentlicht, von etwaigen Tippfehlern mal abgesehen. Und weil ich auch immer wieder darauf hingewiesen werde, dass ich nicht in jeder Kolumne jeden Aspekt eines Themas diskutiere: es ist eine Kolumne bei BILD.de und keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern der Versuch, das wichtige Thema der Digitalisierung der Gesellschaft massentauglich zu erläutern. Natürlich ist die Netzkolumne bei Bild.de in meiner Filterblase rauf und runter kritisiert worden und wird auch wenig verlinkt, egal wie richtig die Sachen gefunden werden, die ich so schreibe. Das war zu erwarten und ich finde es schade, aber andererseits ist es auch spannend, mal eine ganz andere Zielgruppe mit Texten zu bedienen.

Besonders freue ich mich auf die kommenden Veranstaltungen mit D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. zum Thema „Prinzip Freiheit – auch in der digitalen Welt“ – denn wir laden immer nur einen Gast ein, mit dem wir im Townhall-Style das Thema diskutieren. Angefangen hatten wir mit einer Runde unseres Beirats und dann mit Ralf Jäger (SPD), Innenminister von Nordrhein-Westfalen als ersten Gast. Dieses Jahr wird es munter weiter gehen, u.a. mit FDP-Chef Christian Lindner am 26.1. in Hamburg, der parlamentarischen Staatssekretärin im Verkehrsministerium Dorothee Bär (CSU) am 3.2. in Berlin und dem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am 10.2. in Hamburg. Ich glaube, dass das Thema der Freiheit das Kernthema bei der Digitalisierung der Gesellschaft ist und freue mich daher sehr, dass wir mit D64 dieses Thema umfassend diskutieren werden bis zum Sommer.

Ausserdem habe ich mir in den Kopf gesetzt, ein Buch zur Digitalisierung zu schreiben und bin eigentlich schon mittendrin und schreibe es auch nicht alleine, aber es soll im Frühjahr rauskommen und Schlaf ist eh überbewertet. Mehr verrate ich später, aber ich wollte schon mal durch die Ankündigung mehr sozialen Druck aufbauen, damit ich schneller schreibe.

Schließlich möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass D64 wochentäglich einen wundervollen kostenlosen Newsletter versendet, in dem die wichtigsten Artikel zur Digitalpolitik verlinkt sind. Besser kann man gar nicht in den Tag starten als mit dem D64-Ticker! Natürlich darf man auch gerne bei D64 Mitglied werden und mithelfen, dass Digitalpolitik in Deutschland fortschrittlicher wird!

Ich kann es nicht mehr hören. Google hier, Google da, Google ist böse, Google zwingt Leute, es zu nutzen, Google strebt die Weltherrschaft an, Google tötet unschuldige Hundewelpen, und so weiter und so fort.

Ich nutze Google seit Ende der 90er. Ich nutze es, weil es funktioniert. Es bietet mir Dienste, die ich praktisch finde. Und auch welche, die ich nicht benötige und nicht nutze. Google ist eine Plattform, Google ist ein Ökosystem und hat dadurch besondere Bindungseffekte für die Nutzerinnen und Nutzer, ähnlich wie Amazon, Facebook, Apple und andere auch. Jetzt wo wir wissen, wie diese Ökosysteme funktionieren, sollten wir darüber nachdenken, wie wir die Lock-in Effekte zu Gunsten der Verbraucher regulatorisch korrigieren. Das wäre ein interessanter Diskurs, der lange schon hätte geführt werden müssen.

Aber wisst ihr was? Zerschlagt Google doch einfach! Macht es doch endlich! Geht los, ändert die Gesetze und zerschlagt endlich diese Firma. Sie ist zu groß geworden, zerschlagt sie! Die Firma versteht, wie die digitale Wirtschaft funktioniert, also zerschlagt sie! Google ist 16 Jahre alt, also zerschlagt den Laden, das kann nicht mit rechten Dingen zu gehen!

Es ist mir egal. Zerschlagt Google. Ich bin da leidenschaftslos. Hotmail soll ja auch toll sein und Microsoft als Underdog sollte unsere Sympathien haben.

Aber dann hört bitte auf mit dem Gejaule, dass Deutschland und Europa digital nicht vorankommen. Das Böse ist dann ja zerschlagen worden, dann muss es ja besser werden!

Nur tut mir bitte mal einen Gefallen, wenn Ihr Eure Zerschlagungsphantasien in den Zeitungen Europas publiziert, wenn ihr in den Parlamenten wettert und in den Hinterzimmern der Republik geheimnisvoll tuschelt. Tut mir bitte mal einen Gefallen. Denkt mal darüber nach, wie es passieren konnte, dass eine Firma, gegründet von zwei Doktoranden vor 16 Jahren so schnell so groß und so wichtig werden konnte für die Nutzer auf dieser Welt, dass ihr sie zerschlagen wollt! Und dann stellt Euch mal ein paar einfache Fragen: warum ist keine deutsche Firma so groß wie Google? Warum ist keine französische Firma so groß wie Google? Warum kommt abgesehen von MP3 kein Standard der digitalen Welt aus Deutschland? Warum kommt keine nennenswerte digitale Technologie aus Deutschland? Warum haben wir so wenig Glasfaserausbau in Deutschland, dass wir noch nicht mal auf den europäischen Vergleichsstastiken verzeichnet werden? Warum sind unsere Schulen immer noch ein Hort der Technologiefeindlichkeit? Warum haben junge Leute kaum Interesse an der digitalen Wirtschaft? Wo Ihr doch neuerdings immer erzählt, dass das Digitale so wichtig sei und dass dort die Jobs der Zukunft entstünden!

Vielleicht gibt es dann ja, in diesem vermutlich seltendem Moment der Reflexion, bei Euch Silberrücken dieses Landes, die einfache und brutale Erkenntnis, dass Ihr es mit Ansage absolut verkackt habt, auch nur annähernd die richtigen Schritte in den letzten 20 Jahren umzusetzen! Stattdessen wartet Ihr immer noch auf den einen, optimalen Moment, um den Hebel umzulegen und dann eine digitale Denke an den Tag zu legen. Stattdessen zögert ihr immer noch, endlich zu investieren! Stattdessen wollt ihr immer noch nur kleine Änderungen, damit ja niemand überfordert wird! Stattdessen murmelt ihr immer noch „das ist doch alles nicht vergleichbar“ und macht weiter wie bisher. Während sich die Welt verändert. Während sich die Welt immer schneller verändert. Und immer digitaler wird. Und Ihr immer weniger versteht, was eigentlich passiert.

Weil Ihr alten Männer der Nation seit 20 Jahren an der Seitenlinie der Ereignisse steht und nicht mehr wisst, was ihr machen sollt, weil die Denkmuster der 70er und 80er Jahre nicht mehr funktionieren!

Zerschlagt Google, los macht es! Und zeigt damit allen, dass Ihr die Zukunft dieses Landes, dass Ihr die Zukunft Europas in den letzten Jahren fahrlässig aus der Hand gegeben habt, weil ihr Euch nicht darum gekümmert habt, wie sich die Digitalisierung der Gesellschaft, wie sich die Digitalisierung der Wirtschaft, wie sich die Digitalisierung aller Lebensbereiche immer rasanter entwickelt! Zeigt, dass Ihr Angst habt vor Veränderungen und Euer Heil in der Besitzstandswahrung sucht!

Aber los, zerschlagt Google, zündet die ultimative Nebelkerze, kämpft den Kampf des vermeintlich Gerechten, zeigt allen, dass ihr mit den Herausforderungen der Zukunft nicht mehr klar kommt!

Es ist ein Trauerspiel und alle sollen es wissen!