Archiv für die Kategorie ‘Marketing’

04. August 2011

Persönliche Werbung anhand des Aussehens

NEC Japan erkennt das Aussehen von Personen vor Werbetafeln

Ich hatte das gestern schon mal gegoogleplussed (schreibt man das so? sagt man das so?), aber eigentlich finde ich das Thema so relevant, daß ich sie in diesem Blog noch einmal aufgreifen will.

Ads Tailored Based On Recognized Demographics klingt eigentlich noch viel zu langweilig. Worum es geht? In Japan wird gerade an sog. Digital Signage, also digitalen Aussenwerbemedien, ausgetestet, inwieweit Passanten beim Vorbeigehen erkannt werden können, um ihnen dann maßgeschneiderte Werbung auf das Display zu bringen. Kameras können anhand des Gesichtes das Alter bis auf 10 Jahre genau bestimmen, das Geschlecht natürlich auch, und dann vor allem herausfinden, wie interessiert der Passant wirklich ist und wie, bzw. ob er mit der Werbung interagiert. Das ist quasi ein extrem aufgebohrtes digitales Citylight, das in Realtime den Werbetreibenden Daten über seine Kampagne liefert.

Schöne Neue Welt, die zu einer Lockerung des Vermummungsverbotes führen wird? Oder technische Spielerei, die eigentlich niemand braucht? NEC in Japan wird es herausfinden.

29. Juli 2011

Daily Deals: Die Zahlen hinter Groupon & Co.

Prozente ohne Ende, jeden Tag werden neue Deals in die Inbox gestopft, aber rechnet sich das überhaupt? Netterweise hat sich GPlus.com des Themas INFOGRAPHIC: Daily Deals: A Lasting Sale or Just the Latest Craze? angenommen und ein paar Zahlen aus den USA zusammengetragen.

Salons und Spas haben es also schwer, mit Daily Deals wirklich Geld zu verdienen, etwas besser stehen Restauraunts da. Ich bin generell skeptisch, was Groupon & Co. angeht, denn ich glaube, daß dort zu viele Kunden mit einem negativen Erlebnis zurückbleiben. Kurzfristig werden mehr Kunden angelockt, aber zu welchem Preis?

26. Juli 2011

Flipboard hat ein Herz für klassische Agenturen

Flipboard, eine der besten iPad-Apps für das legere Konsumieren von digitalem Content, hat eine Neuerung verkündet. Zusammen mit Condé Nast wird Werbung integriert. Wer Flipboard noch nicht kennt: mit Flipboard kann man durch Inhalte blättern, beispielsweise die gesammelten RSS-Feeds aus Google Reader für die Geeks unter uns, oder man kann Flipboard mit dem eigenen Facebook- oder Twitter-Account verknüpfen, um die Inhalte präsentiert zu bekommen, die das eigene Umfeld geshared hat. Des Weiteren bietet Flipboard eigene Content-Umfelder an, durch die man blättern kann und zusätzlich werden noch direkt populäre Websites angeboten, die man auswählen und dann durchblättern kann. Dazu gehören eben auch Inhalte von Condé Nast, in die jetzt Werbung integriert wird.

Jetzt also mit Werbung, denn bislang ist Flipboard kostenlos und muß natürlich irgendwie monetarisiert werden.

Flipboard’s new program gives publishers and content creators a fresh way to offer magazine-like experiences of their Web content with full-page ads to showcase advertiser brands. With a limited number of ad pages available within select content, advertisers benefit from an unprecedented share of voice within an immersive iPad reading experience. A simple tap on the magazine-style ad takes a reader to a brand’s website or Facebook page for additional information.

Die Werbung sieht dann so aus:

Heissa, eine ganzseitige Anzeige! Ich habe ja meine Zweifel, daß eine ganzseitige Anzeige nicht ebenso einfach bei Flipboard überblättert wird wie in einer Zeitschrift. Aber immerhin wird dieses Format beim Lesen nicht zu sehr stören, was durchaus positiv ist. Ich vermute mal, daß künftige Iterationen die Möglichkeiten von Flipboard weiter ausschöpfen und aufmerksamkeitsstärker werden. Flipboard reanimiert die klassische ganzseitige Anzeige, eine Branche atmet auf.

18. Juli 2011

Mobiler Werbemarkt: Apple und Android vorne

Das Mobile Ad Network InMobi hat mal zusammengestellt, wie sich das Inventar im Bereich Mobile Advertising in Europa entwickelt. A first for Apple: Tops Nokia for mobile ad requests in Europe:

“The Q2 2011 results show another major inflection point for mobile advertising in Europe,” writes InMobi’s Rob Jonas, VP of Europe and Middle East operations. “Smart devices, driven by iPad, iPhone, and Android devices, are now defining the mobile experience for the majority of Europeans.”
Both Apple and Nokia saw over 2 billion ad impressions in the second quarter, but Apple managed a 90 million impression lead. Apple’s European ad share grew 3.3 points to 19.5 percent, while Nokia fell .9 points to 18.7 percent. The news means that one in five mobile ads served in Europe over the last quarter went to an Apple device.

Apple und Android wachsen weiter kräftig, aber es sieht so aus, daß Nokia den Trend zum Smartphone bislang nicht für sich nutzen konnte. Das sind gute Nachrichten für alle Entwickler, man kann sich auf zwei Plattformen konzentrieren.

Was bei dieser Infografik fehlt: Die Clickraten und vor allem die Kampagnenziele, wieviel davon ist zur Lead-Generierung, wieviel für Abverkauf, und so weiter. So kann man nur sehen, daß jede Menge Impressions ausgeliefert werden. Aber das bedeutet noch nicht viel, für Werbetreibende sind dann noch andere Faktoren relevant.

14. Juli 2011

visual.ly – InfoGraphics Pr0n Galore

visual.ly ist ein neues Startup, das sich dem Thema InfoGraphics annimmt. InfoGraphics sind diese ellenlangen Grafiken, die in letzter Zeit immer häufiger im Web auftauchen und den Nutzern komplexe Daten anschaulich vermitteln zu versuchen. Infographics sind natürlich oft toll, weil sie einfach ein nettes Design haben und anstelle von einem Haufen Pie oder Bar Charts die Daten irgendwie spannender darstellen. Aber Infographics sind auch ein SEO-Tool und werden mittlerweile bewusst von Unternehmen eingesetzt, die von den Verlinkungen profitieren wollen.

Big Data ist derzeit ein wahnsinnig hippes Thema und Infographics bieten uns die Möglichkeit, diese Datenmengen besser darzustellen. Jetzt kommt visual.ly ins Spiel, die nicht nur das Repository für Infografiken werden wollen, also quasi das, was Slideshare ist, für Infographics abzubilden, sondern über visual.ly Labs sollen auch Tools zur eigenen Verarbeitung von Datensätzen zur Verfügung gestellt werden. Bereits jetzt kann man sich anhand seines Twitter-Profils eine Infografik erstellen lassen – aber da kommt hoffentlich noch mehr.

Elektronische Datenverarbeitung ist irgendwie auch nicht das, was es mal war.