Archiv für die Kategorie ‘Marketing’

12. Juli 2011

Die meisten Apps von Marken floppen

Foto: Wolf Gang. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Studien, die das belegen, was man schon immer vermutet hat, sind doch die Schönsten. In diesem Fall hat Deloitte herausgefunden, daß weniger als 1% aller Apps mehr als 1 Million Mal heruntergeladen wurden und kaum genügend Apps gefunden wurden, die relevant genug waren für die Studie, was die Download-Zahlen angeht.

Or, to put that latter stat another way: 80% of branded apps analysed by Deloitte had been downloaded less than 1,000 times. This, despite the fact that every month, the three stores in the study generate 1.6bn downloads – 1bn for Apple’s App Store, 500m for Google’s Android Market and 90m for Research In Motion’s BlackBerry App World.
"Brands view apps as a golden opportunity to communicate directly with consumers and in a more meaningful, long term manner," says Howard Davies, media partner at Deloitte. "When brands get it right, the returns can be huge." The problem appears to be that most are getting it wrong.

Woran das liegt?

Drei Gründen werden angeführt:
1. Die App bietet keinen Mehrwert und ist eine reine Marketing-App.
2. Andere Apps ziehen weit mehr Aufmerksamkeit auf sich, wie z.B. Angry Birds.
3. Die Apps werden nicht genug beworben.

Bei Apps sehen wir derzeit genau dasselbe, was man Ende der 90er Jahre im Web gesehen hat. Plötzlich meinen alle, Apps haben zu müssen und dann kennt der Sohn vom Nachbarn des Chefs jemanden, der das günstig umsetzen kann. Dann hat man eine App, genauso wie man damals eine Homepage hatte. Der Mehrwert fehlt und niemand weiß, daß es die App gibt. Aus der Kombination kann nichts werden, außer daß der Verantwortliche später seinem Chef berichten kann: “App haben wir schon ausprobiert, hat nichts gebracht!” Ich nenne es das “Sohn vom Nachbarn”-Syndrom. Das “Sohn vom Nachbarn”-Syndrom grassiert gerade massiv in den Marketing-Abteilungen dieser Welt.

Marken-Apps funktionieren, wenn sie Teil einer Mobile-Strategie sind, wenn sie einen Mehrwert bieten, handwerklich gut gemacht sind, auf die Marke einzahlen und vernünftig in den App-Stores beworben werden. Wenn dafür kein Budget vorhanden ist, sollte man sich überlegen, ob eine App wirklich notwendig ist. Eine schlechte App wird nicht positiv für die Marke sein, da kann man sich noch so sehr eine First-Mover-Advantage einreden.

Das “Sohn vom Nachbarn”-Syndrom sorgt dafür, daß Haufenweise Marken-Apps auf den Markt gespült werden, die niemand braucht, vor allem der Nutzer nicht. Sollte eine derartige App doch von einem Nutzer gefunden werden, schadet sie eher der Marke. Eine Marken-App muß Teil der Mobile-Strategie sein und in ein schlüssiges Vermarktungskonzept eingebettet sein – aber vor allem muß sie einen Mehrwert für den Nutzer bieten.

23. Juni 2011

Shazambare TV-Spots – Werbung der Zukunft?

Shazam ist eine enorm populäre App, die das gute alte Problem “oh, der Song rockt, von wem ist der? hoffentlich sagen sie das gleich noch mal!” auf eine innovative Weise löst, indem man einfach den Song shazamt, also die Shazam App startet und diese dann den Song mitsamt Interpreten ausspuckt.

Shazam hat jetzt 32 Millionen Dollar eingesammelt, um dieses Prinzip auch massiv auf TV und vor allem TV-Werbung zu übertragen. Die Idee dahinter ist interessant, denn man muss jetzt keine URLs mehr kommunizieren, sondern sagt einfach, dass man mit Shazam mehr erfahren kann zur aktuellen Sendung oder zum aktuellen Werbespot.

Ich glaube, dass Shazam für TV-Werbung ähnlich sein wird wie QR-Codes für die Außenwerbung. Technisch ist es machbar, aber der Nutzwert für die meisten User wird kaum existent sein. Warum sollte ein Zuschauer bei einem Werbespot sein Smartphone zücken und sagen “wow, den Spot shazame ich mal!” – ist das nicht um Längen komplizierter als das Eingeben eines URLs? Es ist ja nicht so, daß bei TV-Werbung der Absender nicht kenntlich gemacht wird, ganz im Gegensatz zu Songs, die im Radio laufen. Es müssen also komplett neuartige TV-Spots entwickelt werden, die so spannend sind vom Storytelling her, daß die Kampagne interaktiv auf einem Smartphone oder Tablet weitergeführt werden kann. Das setzt allerdings auch vorraus, daß der Werbeblock nicht wie bisher zum Bier wegbringen oder holen genutzt wird.

Auf die Response-Quoten für Shazam-basierte TV-Kampagnen bin ich gespannt, vor allem wenn es um TV-Spots abseits von Superbowl oder anderen Events geht. Ich bin vor allem gespannt, wann die erste wirklich innovative, shazambare TV-Kampagne auf dem deutschen Werbemarkt erscheint.

[ via: Shazam raises $32M to tackle TV ads — Online Video News ]

20. Juni 2011

Endlich: QR-Code auf Euro-Münzen?

Ich weiss ja nicht, wie es Euch geht, aber ich finde QR-Codes faszinierend. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, die gewählte Nutzung ist fast immer absurd dämlich. Ganz oft frage ich mich daher bei dem Erblicken von QR-Codes “nicht wirklich, oder? wer soll das denn nutzen? und wieso?” – nur weil es technisch machbar ist, bedeutet das noch lange nicht, daß Konsumenten auch wirklich ein Angebot nutzen. QR-Codes sind hip und toll, aber haben oft auch eine Feigenblatt-Funktion, denn es soll suggeriert werden, daß jemand innovativ sei.

Zum 100. Geburtstag der Münzanstalt in Utrecht wird es nun eine Sonderauflage von €5 und €10 Münzen geben, wobei auf der einen Seite Königin Beatrix zu bestaunen ist und auf der Rückseite ein QR-Code die Münze ziert. Der QR-Code verlinkt auf http://www.q5g.nl. Mal ehrlich, wie lange dauert es, um das Smartphone dazu zu bewegen, über eine App einen QR-Code einzuscannen und dann zu der Website zu gehen, im Vergleich zum Eintippen von q5g.nl? Noch dazu kann der geneigte mobile Nutzer herzlich wenig mit der URL anfangen, denn die Website der königlichen niederländischen Münze ist noch nicht einmal für mobile Nutzung optimiert.

Großartig. Ein Münze mit einem QR-Code ohne mobile Website. Noch dazu mit der denkbar kurzen URL q5g.nl. Absurder geht es kaum, aber jetzt kann irgendjemand in den Niederlanden sagen “QR-Code? Haben wir schon gemacht, hat nicht funktioniert.”

[ via: The Royal Dutch Mint Introduces World’s First QR Coded Coins - PSFK ]

13. Mai 2011

Wir hatten ja nichts, außer Daten und Kreativität

Dies ist ein Artikel über die Next11, der eigentlich auf dem Fischmarkt erscheinen sollte, aber da ich zu bräsig war und überlesen habe, daß der Artikel auf englisch sein sollte, gibt es jetzt hier das Original und später die englische Variante irgendwo anders.

Es ist eine der am wenigsten gehüteten Binsenweisheiten, dass sich die Werbebranche seit Jahren im Umbruch befindet. Dieser resultiert nicht nur aus den Veränderungen im Mediennutzungsverhalten, sondern auch aus den Möglichkeiten, die das Internet bietet. Auf der einen Seite eine Fülle von interessanten Möglichkeiten, Daten zu erheben, auf der anderen Seite die Herausforderung, diese Daten für die kreative Arbeit zu nutzen.

Mein Arbeitgeber Scholz & Friends engagiert sich auch dieses Jahr wieder auf der Next und kuratiert den Thementrack “Branding”. Wir versuchen der Fragestellung nachzugehen, wie zukünftig Kreation und Markenführung funktionieren wird und haben dazu einige spannende Referenten eingeladen. Wir sind allerdings ehrlich gesagt nicht ganz uneigennützig vorgegangen, denn auch für uns ist die große Frage “was kommt als nächstes?” essentiell, wollen wir auch in Zukunft unsere Kunden optimal beraten und herausragende kreative Arbeit liefern. Dabei müssen und sollten Data & Creativity kein Gegensatz sein, sondern sich gegenseitig verstärken. “Data love”, eben.

Wir werden uns also gemeinsam durch ein Spektrum von Themen gleiten lassen, das von “Data vs Creativity? Bullshit! Data as Inspiration for Creativity” über “1 Brand 1000 Faces? Branding-Strategies in Times of Touchpoint-Multiplicity” bis hin zu “Excitement not Ambush: Advertising that engages people instead of torturing them to listen” reicht. Wir erwarten zwar nicht die Klärung aller offenen Fragen, aber doch zumindest Impulse für die Zukunft der Kommunikation. Dazu haben wir mit Garrett Graff, Editor-in-Chief des Washingtonian Magazine, einen intimen Kenner der amerikanischen Polit-Szene eingeladen. Er wird über das Thema “Inventing an Online Persona: How to Balance Authenticity and Your Online Brand” sprechen. Robert Gaal, der CEO des niederländischen Startups Wakoopa, wird sich mit “Five Ways to Make Data Drive Creativity” auseinandersetzen. Glyn Briton schließlich wird mit “Using Data to Make Advertising More Human” einen scheinbaren Widerspruch auflösen, um nur eine kleine Auswahl des Thementracks Branding zu bieten.

Präsentiert wird der Branding-Track von meiner charmanten Kollegin Luise Hübbe und von mir. Ich freue mich auf viele interessiert-guckende Teilnehmer und nach gelungenen Anmoderationen ggf. La-Ola-Wellen.

Wer noch kein Ticket hat: Der Discountcode scholzandfriendsdiscount bietet 20% Rabatt.

13. Februar 2011

Viel Lärm mit nichts

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Meine Präsentation bei der Veranstaltung Online Marketing Rockstars am 11. Februar 2011 in Hamburg. Es gilt das gesprochene Wort, allein schon weil die Slides an sich nicht viel aussagen…