Archiv für die Kategorie ‘Marketing’

07. Februar 2011

Online Marketing Rockstars

Am Freitag findet die Veranstaltung Online Marketing Rockstars in Hamburg statt. Auf der Bühne und beim Stage-Diving kann man Protagonisten der Online Marketing Szene Deutschland bestaunen, die erzählen, wie Online Marketing so richtig funktioniert und wie man dabei idealerweise nicht aussieht wie Bon Jovi.

Ich werde bis dahin meine Klampfe stimmen und zum Thema “Viel Lärm mit nichts. Wie man ohne Geld in sozialen Medien auf sich aufmerksam macht” ein paar Takte rocken. Und danach noch ein Solo zum Besten geben, wie man mit einer richtig coolen Agentur mit einem ordentlichen Einsatz von Geld noch viel, viel mehr erreichen kann.

Rock on!

09. September 2010

Lufthansa Oktoberfest auf Facebook


Das Lufthansa Oktoberfest ist eine smarte, witzige Idee, um das Thema Okotberfest auf Facebook abzubilden, User und ihre Freunde zu involvieren und noch dazu für die Marke Lufthansa ein positives Markenerlebnis zu schaffen.

Als User kann man Freunde bei Facebook einladen, gemeinsam im Zelt zu sitzen und virtuelle Bierkrüge zu stemmen, man kann Spiele spielen und sich rund über das Oktoberfest informieren. Intelligenterweise ist das Lufthansa Okotberfest auch noch mittels Foursquare mit einem Ereignis im echten Leben verknüpft und Teilnehmer bekommen für einen Checkin beim Oktoberfest einen €20 Gutschein für einen Flug bei der Lufthansa. Leider ist das Auswählen der Freunde zum gemeinsamen Zeltbesuch ein klein wenig umständlich geraten, aber dennoch kann man mich am Tisch 567 beim Biertrinken bewundern.

Das Lufthansa Okotberfest wirklich eine tolle Idee, wird sich in den nächsten Tagen massiv verbreiten und ist einer der besten Facebook-Cases dieses Jahr.

24. August 2010

Nugg.ad wird gelb

Der Berliner Predictive Behavioral Targeting Dienstleister Nugg.ad AG wurde von der Deutschen Post übernommen. Eigentlich ist kaum eine Firmen-Übernahme es wert, in diesem Blog diskutiert zu werden, aber dieses Mal mache ich eine Ausnahme.

Vor ein paar Jahren, als ich noch bei Media Ventures war, bin ich beim Scouting von Internet-Startups auf Nugg.ad gestoßen und war von der Grundidee ziemlich angetan. Nugg.ad macht Predictive Behavioral Targeting, d.h. neben den üblichen Targeting-Kritieren, die zu Rückschlüssen auf die User führen können, werden Umfragen eingeblendet, um die Profile noch zu verfeinern. Das Ergebnis ist, daß Online-Werbung gezielter ausgeliefert werden kann, im Idealfall weniger nervt und noch dazu auch die Clickrate erhöht wird. Targeting-Anbieter gibt es zahlreiche, aber die Grundidee des umfrage-gestützten Targetings finde ich sehr naheliegend. Nach einigen Gesprächen ist dann Media Ventures bei Nugg.ad als Investor eingestiegen und seitdem betrachtete ich die Entwicklung von Nugg.ad immer etwas genauer als die anderer Firmen, zumal ich mittlerweile mit dem Gründer Stephan Noller befreundet bin. Ich will jetzt aber nicht ansatzweise irgendwelche Lorbeeren für die Entwicklung von Nugg.ad claimen, mit dem operativen Geschäft hatte ich nie etwas zu tun, vielleicht auch ein Grund für den Erfolg, man weiß es nicht.

Die Übernahme ist aber auch deshalb spannend, weil die Post einen beachtlichen Schritt in den Onlinewerbemarkt macht. Und zwar nicht, indem irgendwelche Portale gelaunched werden, die dann verkümmern, weil sie niemand braucht, sondern als Teil der Kernkompetenz der Post, als Dienstleister, um Kunden zu erreichen. Böse Zungen sehen da noch einen anderen Grund, auf den ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen werde…

Nugg.ad funktioniert idealerweise als neutraler Dienstleister, der dafür sorgt, daß die Reichweite der Websites bzw. der Vermarkter veredelt werden, damit Online-Werbung zielgerichteter und effizienter ausgeliefert werden kann. Da der deutsche MItbewerber Wunderloop kürzlich insolvent gegangen ist und dann vom amerikanischen Marktführer Audience Science aufgekauft wurde, benötigte der deutsche Markt eine neutrale Lösung, die die Interessen der Medienhäuser und Verlage wahrt und ein Gegenpol zu amerikanischen Anbietern wie Audience Science und Google bilden kann. Die Post ist so unabhängig, daß durch die Übernahme von Nugg.ad jetzt die Firma wachsen und ihre Marktposition ausbauen kann.

Ich freue mich für Stephan Noller und das Team von Nugg.ad, die jetzt gestärkt ihren Weg weiter beschreiten können.

[ via: Neues Geschäftsfeld im Internet: Deutsche Post will Online-Werbung verkaufen - Unternehmen - Wirtschaft - FAZ.NET ]

30. Juli 2010

Location-aware mobile Banner von Google

Mobile Werbung ist unter Umständen gerade ein großes Stück sinnvoller geworden, denn Google hat den Location-aware mobile Banner vorgestellt:

The ad appears as a banner text ad with a business icon that expands to show your business location on a Google map along with your ad creative, click-to-call phone number and option to get directions. Since ads can be served based on the user’s location, a potential customer will see the phone number and map of the store location that’s nearest to them.  By providing mobile consumers more options to connect with your business you can drive more traffic to your store, visits to your website or calls to your business.

User bekommen also Werbung, die auf Geschäfte in der Umgebung hinweisen kann, inklusive Hinweise, wie man das Geschäft finden kann. Das finde ich ungeheuer praktisch, vorrausgesetzt, das Geschäft interessiert mich auch. Laut Techcrunch sind die Clickraten bei diesem Verfahren auch ordentlich hoch:

Google says that mobile ads that offer a location generally see an average 8 percent increase in click-through rates over plain-vanilla mobile ads, and click-to-call mobile ads see a 6 percent increase in clicks.

GPS-basierte Werbung ist irgendwie naheliegend und kann sogar einen echten Mehrwert darstellen, aber dafür muß das Targeting stimmen. Nichts wäre nervtötender, als Werbung, die mich permanent auf Geschäfte in der Nähe hinweist, die mich nicht interessieren.

04. Juli 2010

Social Media Marketing Strategien als Buch

Social Media Marketing: Strategien für Twitter, Facebook & Co ist ein neues Buch aus dem Verlag O’Reilly, von dem man natürlich gute Bücher erwartet. Dieses Buch ist eher eine Ausnahme, vermute ich.

Ich beschäftige mich schon ein klein wenig länger mit Social Media Marketing Strategien und wenn man dann so ein Buch in die Hand bekommt, ist natürlich erst mal die Frage: “was kann ich lernen?” gefolgt von der Befürchtung “hoffentlich habe ich nicht alles falsch gemacht” – schließlich ist das Thema komplex und verändert sich schnell.

Weder die Frage noch die Befürchtung wurden von diesem Buch in irgendeiner Weise tangiert, eigentlich hätte das Buch “Einführung in einige Social Media Grundlagen” heissen müssen, so hat es leider sein Thema völlig verfehlt. Das Buch ist für den amerikanischen Markt geschrieben, mit einigen Anpassungen für den deutschen Markt ausgestattet, und beschreibt die gängigsten Plattformen, und was man da so machen kann. Da es sich um ein Buch handelt, ist es natürlich uralt im Vergleich zu dem, was gerade an Informationen im Web zu finden ist. Die vorgestellten Cases sind allesamt bekannt und sehr knapp abgehandelt, von den Strategien ist außer Allgemeinplätzen, die man auch auf den üblichen Weblogs finden kann, nichts zu sehen.

Ich habe das Buch in ca. 30 Minuten quer gelesen, was bei 388 Seiten sicherlich einiges aussagt über die Qualität des Buches. Das größte Manko ist, daß ein großer Teil für den deutschen Markt schlicht irrelevant ist, da hier zu wenig auf die deutschen Plattformen oder gar deutsche Cases eingegangen wurde. Die Fokussierung auf Cases aus den USA, die weltweit bekannt geworden sind, suggertiert natürlich, daß man auch in Deutschland sofort Massen erreichen kann. Es gibt einen massiven Unterschied zwischen Deutschland und den USA – das wurde in diesem Buch viel zu wenig thematisiert.

Mein Vorschlag: das Buch sollte umbenannt werden, dann noch einen Fokus auf den deutschen Markt bekommen, um 200 Seiten verkürzt und als Einsteigerbuch verkauft werden, dann passen Inhalt und Verpackung besser zu einander. Das Thema des Buches “Social Media Marketing Strategien für Twitter, Facebook & Co” wird total verfehlt und vor allem nur am Rande erwähnt. Wobei ich mich natürlich frage, ob ein Buch dafür überhaupt das richtige Medium sein kann.