Archiv für die Kategorie ‘mobil’

11. Januar 2012

Enterprise wird zunehmend mehr mobil genutzt

Ich hatte ja schon ein paar Mal über die Consumerization of IT geschrieben, ein Phänomen, daß vor allem durch unsere Nutzung von Apps auf iPhones und Android-Handys entstanden ist und mittlerweile ordentliche Auswirkungen auf die Bedürfnisse von Enterprise Software hat:

An infographic from xcube puts the changing enterprise mobile landscape into perspective. For instance, 63% of enterprises look to mobility for cost savings and near 50% are responding to employee demand. Since the end of the third quarter in 2011, the iPhone is the most preferred smartphone in the enterprise at 45%. BlackBerry comes in second at 34.5%.

[ via Infographic: The Growth of Enterprise Mobility ]

19. November 2011

Das Wachstum von Google+ wird über Android kommen

Na klar, Google hat Google+ zum allerwichtigsten Produkt erhoben, der schwarze Balken ist überall zu sehen, das wissen wir, dazu hat sich Google schon oft genug geäußert. Aber scheinbar hat es die Nutzer von Google bislang noch nicht so stark interessiert, wie man eigentlich erhofft hatte. Daher zieht Google jetzt einen weiteren Trumpf aus dem Ärmel, an dem die Nutzer nicht vorbei kommen können: Android. Genauer gesagt die neueste Software-Version Android 4.0, die auch unter dem Codenamen Ice Cream Sandwich bekannt ist. Dort gibt es eine kleine, aber feine Änderung:

One seemingly minor change that Google has introduced in the new version of Android, Ice Cream Sandwich, could actually have just as large an impact on the company as the various UI tweaks: anyone who enters their Google account credentials into the phone (which means, just about everyone) will be prompted to sign up for Google+. And they’ll also be prompted to enter their credit card information for purchases in Android Market.

Künftig werden also alle Nutzer eines mobilen Endgeräts mit Android 4.0 zu Nutzern von Google+ werden. Schon jetzt gibt es Features für Android, die sehr praktisch Google+ und das mobile Endgerät verbinden, wie z.B. der Foto-Upload im Hintergrund oder die Messaging-Funktionalität, die nur auf mobilen Devices funktioniert. Derzeit werden 550.000 neue Android-basierte Endgeräte am Tag in Betrieb genommen, davon werden natürlich immer mehr mit dem aktuellen Android 4.0 ausgestattet sein, auch wenn das Android-Lager mit einer zunehmenden Fragmentierung der Betriebssystem-Varianten zu kämpfen hat. Ein Blick auf diese Grafik zeigt allerdings, wie mächtig die Verknüpfung von Google+ und Android 4.0 sein kann:

Die Integration von Google+ in Android 4.0 ist naheliegend, wird massiv die Nutzerzahlen von Google+ vergrößern, wobei jetzt die Herausforderung für Google sein wird, diese Nutzer auch zu regulären Web-Nutzern zu konvertieren. Android und Google+ ist der ultimative Lock-In aus Sicht von Google.

28. Oktober 2011

Die Balkanisierung des Android-Marktes

Ich habe schon des öfteren argumentiert, daß ich davon ausgehe, daß Android im Mobilfunkmarkt das dominierende Betriebsssystem sein wird. Die Vielfalt von unterstützten Endgeräten und die damit verbundene Flexibilität beim Preis werden dafür sorgen, daß weiterhin mehr Android-Smartphones verkauft werden. Aber, es gibt auch eine Schattenseite von Android, die dankenswerter Weise von Michael Degusta herausgearbeitet wurde: Android Orphans: Visualizing a Sad History of Support.

Eine Vielfalt bei den Endgeräten führt leider auch zu einer totalen Fragmentierung bei den derzeit unterstützten Android-Versionen.

Other than the original G1 and MyTouch, virtually all of the millions of phones represented by this chart are still under contract today. If you thought that entitled you to some support, think again:

7 of the 18 Android phones never ran a current version of the OS.
12 of 18 only ran a current version of the OS for a matter of weeks or less.
10 of 18 were at least two major versions behind well within their two year contract period.
11 of 18 stopped getting any support updates less than a year after release.
13 of 18 stopped getting any support updates before they even stopped selling the device or very shortly thereafter.
15 of 18 don’t run Gingerbread, which shipped in December 2010.
In a few weeks, when Ice Cream Sandwich comes out, every device on here will be another major version behind.
At least 16 of 18 will almost certainly never get Ice Cream Sandwich.
Also worth noting that each bar in the chart starts from the first day of release – so it only gets worse for people who bought their phone late in its sales period.

Da es weit weniger iPhone-Varianten gibt und auch alle vom Hersteller Apple kommen, ist es natürlich viel einfacher, die Devices über einen längeren Zeitraum mit aktuellen Betriebssystemen zu unterstützen. Aus Entwickler-Sicht wird man auf die allerneuesten Features verzichten müssen, damit die Apps für mehr Geräte verfügbar gemacht werden können.

Ich hatte nicht gedacht, daß die Android-Landschaft im Bereich Betriebssysteme derartig zersplittert ist. Dies ist definitiv ein Thema, das Google lösen muß, um einer Balkanisierung des Android-Marktes entgegenzuwirken.

04. Oktober 2011

Das iPhone 4S ist ein genialer Schachzug

iPhone 4SDas iPhone 5 wurde heute nicht den wartenden Massen an den Livetickern rund um den Globus präsentiert, stattdessen gab es neben iOS 5, Siri, dem iPod nano das iPhone 4S zu sehen. Das iPhone 4S soll ab dem 14. Oktober erhältlich sein.

Mit dem iPhone 4S erreicht Apple etwas sehr wichtiges: es verbreitert die Nutzerbasis massiv. Das iPhone 3 GS wird nun zum günstigsten Einsteiger-iPhone, das jedenfalls in den USA kostenlos beim Abschluß einen Mobilfunkvertrags erhältlich sein wird. Das iPhone 4 ist das iPhone für die normale Nutzung und das iPhone 4S ist für alle diejenigen, die die allerneuesten Features benötigen (ich! hier!).

Man sollte nicht vergessen, daß Android massiv Marktanteile im schnell-wachsenden Smartphone-Markt gewinnt, gerade weil es unterschiedliche Modelle mit eine entsprechenden Spannbreite beim Preis gibt. Das iPhone war bislang einfach für viele Käuferschichten schlicht zu teuer, es war quasi der unerreichbare Goldstandard. Anstatt eines iPhones wurde dann eben zum Android-Gerät gegriffen, denn es kann ähnliches und ist unter Umständen deutlich günstiger. Mit der Einführung des iPhone 4S gibt es jetzt drei Modelle, die entweder über den Preis oder über die Specs punkten können. Für das Ökosystem Apple ist es wichtig, daß auch in andere Preisbereiche vorgedrungen werden kann, damit noch mehr Nutzer aus Sicht von Apple vom Lock-in des Ökosystems profitieren.

Das war eine ganz große Produktvorstellung heute, auch weil jetzt alle munter weiterspekulieren können, was das iPhone 5 denn alles bieten wird und wann dies der Fall sein kann. Anstelle eines vermeintlich grandioseren neuen iPhone 5 gibt es ein nüchternes, sinnvolles Update auf das iPhone 4S – das macht sehr viel Sinn und wird für eine Stabilisierung der Marktanteile sorgen. Erst einmal gibt die Apple-Aktie nach, aber das passiert eben, wenn alle ein iPhone 5 erwarten und sofort ihrer Enttäuschung freien Lauf lassen müssen, ohne vorher über die Implikationen eines iPhone 4S nachzudenken.

28. September 2011

Disney Appmates machen iPad zum Kinderspielzeug

Nachdem ich dieses Video mit Bart Decrem, Chef von Disney Mobile, gesehen hatte, war mir klar, daß Disney Appmates dafür sorgen werden, daß der heimische Kampf um das iPad härter werden wird.

Appmates sind eine Kombination von iPad App plus Spielzeug, die zusammen auf dem iPad funktionieren und einen völlig neuen Spielspaß erlauben. Disney startet die Appmates mit dem populären Film Cars 2 und garantiert damit, daß Millionen Kinder sofort quengeln werden. Die Cars Autos sind speziell für das iPad präpariert, so daß Kinder mit dem Auto auf dem iPad entlang fahren können und damit Aktionen auf dem iPad auslösen können. Künftig dürften also mehr und mehr Apps für das iPad auf den Markt kommen, die aus einem Bundling mit einem Spielzeug bestehen. Disney will die Cars Autos für das iPad für $20 verkaufen und in Appmates für weitere Filme an den Start bringen. Lightning McQeen fährt über das iPad, kleine Jungs wird das massiv erfreuen.

Ich würde es ja prima finden, wenn an den Autos noch ein Microfasertuch befestigt wäre, damit gleichzeitig beim Spielen auch der iPad Bildschirm gereinigt werden würde, denn irgendwie sind auf unserem iPad nach der Benutzung durch die Kinder immer die fiesesten Schmadderspuren auf dem Display.

Disney Appmates für Cars 2 dürften zum Renner werden und werden einen interaktiven Spielzeug Boom auslösen. Es ist einfach zu naheliegend, den Kindern eine Kombination aus Spielzeug und iPad anzubieten. Eltern wird erfreuen, daß das Aufäumen künftig viel einfacher sein wird. Eltern wird nicht erfreuen, daß das Gequengel nach dem iPad massiv zunehmen wird.

[ via Disney launches Appmates mobile app toys for the iPad (video) | VentureBeat ]