Jedenfalls werden das viele der Leser des Gastkommentars von Ansgar Heveling im Handelsblatt denken. Zwar macht sich im Netz ein Stahlgetwitter der Entrüstung breit, aber wen interessiert das schon von der Zielgruppe des Ansgar Heveling? Eben. Heveling adressiert all diejenigen, die einfach mal kein Interesse daran haben, sich ständig von irgendwelchen Heinis in Hoodies erklären lassen zu müssen, wie sich die Welt verändert. Wenn wir immer fröhlich von Transparenz, Disruption und dem Verschwinden der Gatekeeper reden, dann stellt dies einfach mal für viele Menschen eine totale Bedrohung dar. Es gibt einfach auch Menschen, die wollen das alles nicht, die wollen bei ihrem Lebensentwurf bleiben und haben kein Interesse an Veränderungen oder gar den schnell-lebigen Uwälzungen, die das Internet verspricht.
Insofern wird Ansgar Heveling auf sehr viel positive Resonanz stoßen bei all denjenigen, denen dieses Internet irgendwie suspekt ist und denen es völlig reicht, daß sie dort irgendwas konsumieren können, denen aber all diese anderen wunderbaren Themen, die das Netz zu bieten hat, völlig egal sind. Und, machen wir uns nichts vor, auch wenn die Internet-Nutzung in Deutschland in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, so haben wir immer noch 20% Offliner und sicherlich noch viel mehr Menschen, die zwar online sind, aber keinerlei gesteigertes Interesse daran, sondern nur die grundlegenden Dienste gerade einmal nutzen.
Natürlich gefällt mir nicht, was Ansgar Heveling geschrieben hat, natürlich war das eine Aneinanderreihung von gefährlichem Unsinn, und natürlich ist das keine Grundlage für eine Diskussion – aber das war auch nie sein Ansatz und ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe dieses Artikels. Die deutschen Fortschrittsverweigerer haben jetzt für den Moment eine neue Gallionsfigur gefunden, insofern hat Ansgar Heveling sein Ziel erreicht und sich positioniert. Das erfreut viele der sog. Entscheider, die Angst vor Umwälzungen in ihren Branchen haben und hoffen, daß der Kelch noch mal an ihnen vorüber geht, das erfreut aber auch viele Politiker und noch viel mehr Wähler, denn das Festhalten an althergebrachten Lösungsansätzen und Heilsversprechen hat für diese Menschen sehr viel mit Kontinuität, Tradition und gelebten Konservatismus zu tun.
Früher, da war alles besser. Die Zukunft ist ungewiss. Das liegt am Internet. Das müssen wir eindämmen. Dann geht es uns wieder besser. So banal das klingt, das wird als Argument im Wahlkampf ziehen, nicht nur in der Provinz, auch in der Stadt. Die CDU hat jetzt durch Ansgar Heveling mal gucken lassen, wie kalt das Wasser ist. Nachdem nur die üblichen Verdächtigen krakelt haben, wird die CDU die Netzpolitik jetzt noch mehr in diesem Sinne akzentuieren und eine Anti-Netzpolitik daraus machen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich finde Adhocracy irgendwie umständlich und wenig intuitiv, man muß viel zu viel clicken oder ich bin zu doof dafür, keine Ahnung. Aber scheinbar gibt es nichts vergleichbares auf dem deutschen Markt, daher finde ich es sehr spannend, daß die SPD Bundestagsfraktion mit Adhocracy versucht, die Themen für den 























