Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

02. September 2010

Fliplife ist noch beta

Fliplife ist das neue Projekt vom allseits bekannten Sevenload Gründer Ibrahim “Ibo” Evsan. Also durchaus ein Grund, sich das neue Social Game einmal anzusehen. Ich habe mich die letzten Wochen mit Frontierville und Mafia Wars auseinandergesetzt, das Buch Game based Marketing durchgelesen, das die Spielprinzipien ganz gut erklärt und mich daher sehr auf Fliplife gefreut.

Die Registrierung läuft dank Facebook Connect sehr schnell und einfach ab, danach darf man sofort seinen Avatar gestalten und mir jedenfalls gefällt die grundsätzliche grafische Anmutung sehr gut. Allerdings geht es dann zügig bergab, wie ich finde. Man darf sich aussuchen, welche Job-Richtung man einschlagen will, Koch oder Journalist. Hmm, das finde ich erst einmal willkürlich und irgendwie werden da nicht spontan meine Emotionen geweckt. Dann geht es weiter mit irgendwelchen Aufgaben, die mein Avatar in Freizeit und Beruf bestehen muß, wobei man einfach irgendwelche Buttons drückt und am Ende steht dann ein Erfolgserlebnis da. Auf dem Screen passiert nichts, weder sehe ich, wie mein Avatar dem Boss den Kaffee bringt, noch sehe ich, wie mein Avatar Fußball spielt und Tore schiesst.

Ganz ehrlich, daß lässt mich vom Spielmodus her total kalt. Ich habe immer noch nicht verstanden, was das Ziel dieses Spiels ist, warum ich irgendwas machen soll, was ich mit den Coins machen kann, und so weiter. Die grundlegende Idee mag nett sein, aber bei der Exekution mangelt es total. Was ist Fliplife in einem Satz? Warum sollte ich Freunde dazu einladen? Gibt es ein Spielziel? Wo sind die Incentivierungen? Und nein, ich lese mir nix durch, das Spielprinzip muß sich anhand einiger Screens selber erklären und die User fesseln.

Fliplife ist noch beta und hat einiges Potential für Verbesserungen. Aber ich bin immerhin schon in Level 2, warum auch immer.

31. August 2010

Social Media wird zum Motor der digitalen Kommunikation

19. August 2010

Facebook Orte

Gestern hat Facebook endlich das neue Feature Facebook Places gelaunched, auf das die Branche schon länger gewartet hat. Facebook Places bringt das Thema Location Based Services auf einen komplett neuen Level, denn durch die API erlaubt es Anbietern, sich direkt mit ihren Location-Infos in Facebook zu integrieren, so daß für den Facebook-User eher unerheblich wird, mit welchem Tool sich ihre Freunde bei Locations einchecken. Und plötzlich wird Location von der Nische zum Mainstream, denn jetzt haben 500 Mio User eine ganz einfache Möglichkeit, ortsbezogene Daten mit ihren Freunden zu teilen.

Nimmt man die Verkaufszahlen von Smartphones als einen Indikator für die kommende Nutzungsintensität dieses Features, dann wird man auch in Deutschland in einem Jahr Facebook Places als völlige Normalität ansehen. Insbesondere finde ich an diesem Feature spannend, daß man auch User taggen kann, mit denen man gerade an einem Ort befindet, was den gesamten Checkin-Prozess noch einmal erleichtert. Für die Anbieter von Location-bases Services ist Facebook das Ökosystem, in dem sie sich ausbreiten und in dem sie wachsen können, denn Facebook macht die ortsbezogenen Daten für eine riesige Menge an Nutzern verfügbar und reichert damit den Social Graph der User an. Die User füttern das Monster Facebook mit Daten, aber sorgen damit auch dafür, daß für Freunde die Nutzungsmöglichkeiten von Facebook gerade im mobilen Einsatz noch verbessert werden.

Facebook User sollten natürlich, wie bei jedem neuen Feature, einen Blick auf die Privacy Settings werfen und gucken, ob die Einstellungen zur aktuellen Gemütsverfassung passen.

05. August 2010

Was würde Google tun, um sich neu zu erfinden?

Länger schon stellen sich viele Beobachter des Online-Marktes die Frage, wie und wann Google auf das massive Wachstum und die hohe Nutzungszeit von Facebook reagieren würde. Nun berichtete Techcrunch unlängst, daß Vic Gundotra, VP Engineering und bislang für Android verantwortlich, sich um die Social-Themen des als Suchmaschine gestarteten Google kümmern wird. Ebenfalls wurde bekannt, daß Google für $182 mio Slide.com kaufen werde, die eine enorme Reichweite in den Zeiten aufgebaut hatte, als MySpace noch die große neue Sache am Internet-Himmel war. Anfang Juli wurde von einem $100 Mio Investment in die Social Games Plattform Zynga berichtet. Man könnte also glatt meinen, Google macht jetzt Druck. Gleichzeitig allerdings wird die Eigenentwicklung Google Wave nicht mehr weiterentwickelt, die wahrscheinlich ewig unterschätze Plattform für kollaboratives Arbeiten.

Google steht unter einem enormen Druck, sich jetzt mal eben neu zu erfinden. Facebook verknüpft User-Beziehungen mit Inhalten, während Google die Inhalte bereits im Index hat, aber die sozialen Beziehungen der User untereinander fehlen, die diese Inhalte sinnvoll anreichern würden. Beide Unternehmen nähern sich also dem Thema Relevanz von unterschiedlichen Enden, wobei es Google deutlich schwerfällt, die sozialen Beziehungen der User untereinander greifbar zu machen.

Kann sich Google neu erfinden? Kann das Unternehmen die DNA verändern und den Fokus verschieben von einer Fokussierung auf Programmierung und Entwicklung hin zu den Usern und ihren Beziehungen untereinander? Kann Google das Thema Social in seinen Kern aufnehmen? Oder werden wir sehen, wie Google seine schiere Größe zum Verhängnis wird, weil man einfach nicht mehr ordentlich auf Anforderungen des Marktes reagieren kann? Google hat unglaublich viele smarte Menschen, aber sind dies die richtigen? Wenn ich mir die aktuellen Nielsen-Zahlen zur Internet-Nutzung in den USA angucke, dann sieht man deutlich, was für ein riesiger Markt im Bereich Social Networks entsteht, den Google mit all seinen Versuchen nicht wirklich erreicht hat. Google ist bei allem, was es tut, sehr technisch-fokussiert, sehr klar und kühl sind die Angebote gestaltet, und gerade bei den Google Profilen merkt man, daß für den Umgang mit Social Media das Verständnis für die Belange der User fehlt. Da hilft es nicht, einfach nur ein Produkt anders zu gestalten, der Kern der Produkt muß mit einem Ansatz aufgebaut werden, sonst klappt das Thema Social nicht.

Was würde Google tun, um sich neu zu erfinden?

03. August 2010

Der Vodafone Boost

Facebook hat mittlerweile global über 500 Millionen Mitglieder und auch in Deutschland ist das Wachstum ungebrochen, was aber für das einzelne Mitglied relativ unerheblich ist, da vor allem der eigene Freundeskreis relevant ist. Ich habe mich daher gefragt, wie man den Mitgliedern die Möglichkeit geben kann, mehr über das eigene Netzwerk auf Facebook zu erfahren. Dies sollte jetzt keine dröge statistische Auswertung werden, sondern Überraschendes zu Tage fördern und auch ein wenig Spaß bringen – quasi ein Boost für das eigene Netzwerk auf Facebook.

Daher haben wir bei Scholz & Friends für unseren Kunden Vodafone den Vodafone Boost entwickelt. Nach einem Click auf Boost it! findet man einige interessante Aspekte über den eigenen Freundeskreis heraus, kann seinen Netzwerk-Quotienten ermitteln und beispielsweise seinen Doppelgänger finden. Die Daten werden nicht gespeichert, sondern immer wieder neu ermittelt – es besteht also nicht die Gefahr, daß Vodafone oder Dritte hier irgendwelche wilden Profildaten erheben.

Wie hoch ist Dein Netzwerk-Quotient?