Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

03. Februar 2012

Pinterest regt mich auf!

So, jetzt ist es raus. Pinterest regt mich wahnsinnig auf. Guckt Euch mal die Zahlen an, die aktuell berichtet werden.

Laut Google Adplanner sind 80% Frauen bei Pinterest und alle im besten konsumfreudigen Alter und es werden Inhalte geteilt, so daß wirkliche Trafficströme entstehen:

According to our findings based on aggregated data from more than 200,000 publishers that reach more than 260 million unique monthly visitors each month, Pinterest drives more referral traffic than Google Plus, LinkedIn and YouTube combined.

Laut den Pinterest Referral Traffic Statistics von Shareaholic liegt der Anteil am gesamten Referral Traffic des Webs bei immerhin 3,6%, was massiv ist bei einer Site, die ca. 40 Million unique Visitors im Monat hat.

Pinterest ist also beeindruckend, vor allem da Pinterest immer noch auf einem Einladungssystem basiert. Ich selber befülle seit ein paar Wochen mein Board Produkte der Woche seit ein paar Wochen mit Produkten, die ich irgendwie interessant finde und lasse daraus dann einmal pro Woche ein Blogpost mit 9 ausgewählten Produkten in der Kategorie Produkte der Woche entstehen. Ich bekomme viele Repins, Likes und Kommentare und finde es toll, wie gut Pinterest funktioniert, auch wenn die Embed-Möglichkeiten noch besser sein könnten.

Warum mich Pinterest aufregt? Weil ich vor 5 Jahren mal die Idee zu Shoppero hatte, die natürlich nicht ansatzweise so toll umgesetzt wurde und sicherlich auch etliche Veränderungen benötigt hätte, aber im Kern nicht viel anders war als Pinterest jetzt ist: Listen von Listen von Listen von Produkten, die von Nutzern durch ein Bookmarklet oder direkte URL-Eingabe hinzugefügt werden. Auf jeden Fall ist Pinterest viel besser und durchdachter und eben auch 5 Jahre später, mit Sharing-Gedöns, Facebooks frictionless Sharing und so weiter, aber es ärgert mich maßlos, daß ich vor 5 Jahren schon sehr dicht dran war mit einer Idee, die jetzt massiv fliegt. Ich bin mir sehr sicher, daß Pinterst den Referral-Traffic wunderbar monetarisieren können wird und daß Pinterest auf einem Schatz von Daten sitzt, den Einkäufer großer Firmen sicherlich gerne mal sehen würden. Pinterest wird ein ganz großer Dienst werden, da bin ich mir sicher. Idiotensicheres Kuratieren von Produkten, da entsteht gerade ein Massenmarkt.

Hrmpf.

30. Januar 2012

Der Facebook Timeline fehlt die Fuzziness

Letzte Woche machte die Meldung die Runde, daß die Facebook Timeline, auf deutsch “Chronik” genannt, nun bald für alle Facebook Nutzer eingerichtet sein wird. Nicht alle Nutzer jubeln vor Freude, man kann derzeit viel Kritik an der Timeline lesen. Kritik bei Neuerungen ist nichts ungewöhnliches für Facebook, das gehört mittlerweile zum guten Ton. Bereits bei der Einführung des Newsfeeds gab es viel Kritik der Nutzer und mittlerweile ist der Newsfeed als essentieller Teil von Facebook von den Nutzern anerkannt. Allerdings wurde der Newsfeed etliche Male mit kleinen und großen Updates versehen, damit er für die Nutzer einen Mehrwert bietet und besser zu nutzen ist.

Ähnlich verhält es sich mit der Facebook Timeline. Es gibt viel Wirbel und alle haben eine Meinung zur Facebook Timeline, denn mit einer Meinung zur Facebook Timeline ist gerade auch Aufmerksamkeit verbunden, deswegen schreibe ich auch diesen Artikel… Die Umstellung auf die Timeline wird für alle Nutzer verbindlich erfolgen, Facebook räumt aber dem einzelnen Nutzer 7 Tage ein, die dieser zur Überprüfung der Inhalte nutzen kann. Thilo Weichert, Datenschützer aus Kiel, hält dieses Verfahren für ultradreist und macht dementsprechend Stimmung gegen Facebook.

Wenn aber selbst sonst eher kritische Stimmen, wie z.B. heise.de, an der Umstellung nichts Wildes finden können, sollte man sich fragen, woher der Unmut eigentlich kommt:

Eigentlich ist die neue Timeline keine große Sache. Ihre übersichtliche Darstellung macht es sogar einfacher, missliebige Inhalte aufzuspüren und zu löschen. Und am Frictionless Sharing, dem automatischen Übertragen von Alltagsverrichtungen durch Drittanwendungen, muss niemand teilnehmen.

Ich glaube, daß das Grundproblem der neuen Facebook Timeline ist, daß es erst die Release 1.0 sein wird. In 2-3 Jahren, nach der x-ten Verbesserung, wird die Timeline keinerlei Aufregung mehr produzieren. Facebook wird aus der massiven Nutzung gelernt und dementsprechende Anpassungen vorgenommen haben. So ticken allerdings selbsternannte deutsche Verbraucherschützer nicht und auch Nutzer tun sich schwer darin, Release-Zyklen zu antizipieren.

Die Facebook Timeline ruft bei etlichen Nutzern ein Unwohlsein hervor, weil sie ganz leicht sichtbar machen kann, was man in den letzten Jahren alles auf Facebook mit der Welt oder den Freunden geteilt hat. Letztendlich ist dies für den Nutzer von Vorteil, denn er kann jetzt ganz einfach selber sehen, was er wann gepostet hat. Hier fehlt allerdings eine gewisse Fuzziness, die Inhalte aus der Vergangenheit auch mal in Vergessenheit geraten lässt, damit man sich nicht über jedes Foto Gedanken machen muß, das irgendwann mal bei einer feuchtfröhlichen Runde entstanden ist. Die gefühlte Dauerpräsenz alter Inhalte sorgt für Verwirrung und Ablehnung bei den Nutzern, aber wird werden erst nach der Untersuchung am lebenden Objekt wissen können, wie die Timeline wirklich von der breiten Masse der Nutzer genutzt werden wird.

Sobald die Timeline eine eingebaute Fuzziness hat, wird sie von allen akzeptiert werden, genauso wie es beim Newsfeed und später beim gewichteten Newsfeed auch war.

27. Januar 2012

Twitter erkennt globale Zwänge an

“Zensur!” schreien die Einen, “wirtschaftlich notwendig!” die Anderen – und doch haben beide irgendwie Recht. Twitter hat gerade angekündigt, daß künftig Maßnahmen ergriffen werden können, um Tweets in bestimmten Ländern blocken zu können.

As we continue to grow internationally, we will enter countries that have different ideas about the contours of freedom of expression. Some differ so much from our ideas that we will not be able to exist there. Others are similar but, for historical or cultural reasons, restrict certain types of content, such as France or Germany, which ban pro-Nazi content.

Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally. Starting today, we give ourselves the ability to reactively withhold content from users in a specific country — while keeping it available in the rest of the world. We have also built in a way to communicate transparently to users when content is withheld, and why.

Auf der einen Seite amüsiert es mich geradezu, wieviel Relevanz Authoritäten in Ländern den 140 Zeichen einzelner Nutzer zuschreiben, wo doch in diesem unseren Land der Dichter und Denker Twitter noch nicht einmal von der Masse der Leute ignoriert wird, aber auf der anderen Seite sieht Twitter natürlich seine globale Wachstums-Strategie bedroht und muß daher handeln. Es gibt nicht die globale Kommunikationskultur, es gibt noch dazu vielfältige rechtliche Rahmenbedingungen, die sich zwar alle mehr oder weniger auf die freie Meinungsäußerung berufen, aber doch irgendwie anders sind. Und es gibt natürlich viele Länder, die für die Expansion von Twitter interessant zu sein zu scheint, in denen die freie Meinungsäußerung kein Thema ist.

Fast schon flehentlich wirbt das Unternehmen daher im letzten Absatz um das Vertrauen der Nutzer:

One of our core values as a company is to defend and respect each user’s voice. We try to keep content up wherever and whenever we can, and we will be transparent with users when we can’t. The Tweets must continue to flow.

Für die vielen besorgten Nutzer in Deutschland wird sich nichts ändern, außer daß eklige Nazi-Tweets geblockt werden könnten. Für Demokratie-Bewegungen in Ländern mit autoritären Regimen ist diese Policy ein herber Schlag, da Twitter das jeweilige geltende Recht des Landes aktzeptiert. Twitter spielt auf einem globalen wirtschaftlichem Spielfeld und muß eine ordentliche Wachstumsgeschichte präsentieren, daher ist es aus Sicht des Unternehmens nachvollziehbar, daß für Staaten wie China jetzt entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Allerdings hat eine globale Infrastruktur nicht nur das Thema Meinungsäußerung zu berücksichtigen, sondern auch das Thema Urheberrecht. Auf chillingeffects.org/twitter wird man künftig sehen können, welche Twitter-Nutzer betroffen sind von den neuen Regelungen. Bislang findet man dort vor allem Tweets, die aufgrund der Beschwerden von Rechte-Inhabern gelöscht wurden.

Ich bin gespannt, auf das Twitter-Lösch-GoogleMaps-Mashup, das dann aufzeigt, wann wo welche Tweets gelöscht bzw. geblockt wurden und weshalb. Meine Prognose: 5% Zensur, 95% Urheberrechtsverletzungen.

26. Januar 2012

Bessere Clickrate bei Tweets

Gentlemen, please adjust your Buffer-Settings.

So. Jetzt habt ihr als Leser dieses Blogs ein Informationsvorsprung. Viel Spaß mit Twitter und Statistiken.

[ via [Infographic] Increase Click-Through Rates For Your Tweets ]

24. Januar 2012

Pseudonyme sollen bald in Google+ verfügbar sein

Brad Horowitz verspricht Toward a more inclusive naming policy for Google+ und gibt einen kurzen Überblick über das Thema Klarnamen-Politik, das für die überwiegende Mehrheit der Nutzer kein Thema ist, aber eben für ein kleine Anzahl von Leuten sehr wichtig ist:

Since launch we’ve listened closely to community feedback on our names policy, as well as reviewed our own data regarding signup completion. The vast majority of users sail through our signup process — in fact, only about 0.1% submit name appeals.

When we analyze the set of all name appeals on Google+, we find that they generally fall into three major categories:
- The majority (60%) of these users want to simply add nicknames.
- About 20% of appeals are actually businesses (who are inadvertently trying to set up their business as a Profile, rather than using Google+ Pages which were intended for this purpose.)
- And the remaining 20% would either prefer to use a pseudonym or another unconventional name.

Today we’re pleased to be launching features that will address and remedy the majority of these issues. To be clear – our work here isn’t done, but I’m really pleased to be shipping a milestone on our journey.

Nun ja, auf die Umsetzung müssen wir wohl noch ein paar Tage warten, aber dann kann man seinen Spitznamen direkt neben seinem Namen führen. Für sog. “established identities” wird es auch möglich sein, nur noch den Spitznamen zu nutzen, das wird sicherlich kein Problem sein für Madonna und Lady Gaga, aber normale Nutzer werden vermutlich enttäuscht sein, wenn sie nicht ihren World of Warcraft Kampfnamen als einzigen Namen bei Google+ nutzen können.

Da Google+ und die Profile eng mit der Suche verknüpft sind, sollte man sich allerdings genau überlegen, ob man Spitznamen ala SexyMausi69, unter denen man in mehreren Dating-Portalen bekannt ist, wirklich neben seinem eigenen Namen stehen haben will. Das Schöne ist aber, daß man dies künftig alles selber entscheiden kann, da Google+ von einer reinen Klarnamen-Pflicht abrückt. Die Nutzung von Pseudonymen wurde vor Monaten heiß debattiert, nun bleibt abzuwarten, ob sie auch genutzt werden.