Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

28. Juli 2010

Neu: Fragen und Antworten bei Facebook

User stellen Fragen und andere User antworten. Nach diesem bewährten Modell funktionieren viele Plattformen im Netz und generieren pausenlos unique Content, den andere User dann wiederum über Google finden können. An der Vermarktung des Contents verdienen die Betreiber der Plattformen Geld. Und natürlich wird ein Mehrwert geliefert, denn Fragen werden beantwortet.

Facebook will sich dieses Prinzip jetzt auch zu Nutze machen und bietet jetzt den 500 mio Usern von Facebook an, Fragen zu stellen, die dann für alle sichtbar sind. Dafür wurde das Standard-Eingabefeld für Status Updates geopfert und stattdessen sind jetzt die Optionen “Upate Status”, “Ask Questions”, “Add Photos” und “Post Links” zu finden.

Für User bedeutet dies, daß sie noch einfacher Interaktionen mit anderen Usern erreichen, indem sie einfach Fragen stellen und dann potentiell 500 Millionen andere User auf diese Frage antworten lassen. Wenn man also gelangweilt ist und nicht weiss, was man als Status Update schreiben könnte, dann stellt man einfach eine Frage und hofft auf Antworten. Natürlich erhöht dies die Stickyness für die User der Plattformen und ganz nebenbei wird noch massiv Content generiert, der mit Topics von Facebook verknüpft wird, so daß eine Wissensbasis entsteht, die auf sozialen Interaktionen beruht.

Für Marken bedeutet dies, daß künftig viele Fragen aufploppen werden, mit denen sich die entsprechenden Marken auseinandersetzen sollten, auch wenn sie noch keine eigene Präsenz auf Facebook haben. Die Frage “Warum funktioniert xy bei Z” nicht, wird sicherlich häufig kommen, wie man bei Plattformen wie Get Satisfaction eindrucksvoll gesehen hat. Nur dieses Mal bekommen alle Freunde und potentiell der Rest von Facebook diese Fragen mit.

Noch allerdings funktioniert das Frage-Antwort-Spiel bei Facebook noch nicht so toll, denn auf die vorgeschlagenen Themen werden keinerlei Fragen eingeblendet, obwohl eigentlich bereits welche vorhanden sein sollten. Die vorgesehene Rubrik “Trending Topics” wirkt so noch ein wenig seltsam, aber das wird sicherlich noch.

23. Juli 2010

Facebook Like Button mit Kommentarfunktion


Auf dem Facebook Developer Blog wurde gerade angekündigt, daß es neue Funktionen für den Like Button geben wird. Der Like Button ist mittlerweile auf vielen Portalen zu finden, daher macht jetzt dieses kleine Feature-Update durchaus Sinn, schliesslich wird mehr Kontext zum Like Button hinzugefügt. Die Implementierung erlaubt allerdings weiterhin einen einfachen Click auf den Like Button und dürfte daher die User nicht vor allzu große Hürden stellen.

04. Juli 2010

Social Media Marketing Strategien als Buch

Social Media Marketing: Strategien für Twitter, Facebook & Co ist ein neues Buch aus dem Verlag O’Reilly, von dem man natürlich gute Bücher erwartet. Dieses Buch ist eher eine Ausnahme, vermute ich.

Ich beschäftige mich schon ein klein wenig länger mit Social Media Marketing Strategien und wenn man dann so ein Buch in die Hand bekommt, ist natürlich erst mal die Frage: “was kann ich lernen?” gefolgt von der Befürchtung “hoffentlich habe ich nicht alles falsch gemacht” – schließlich ist das Thema komplex und verändert sich schnell.

Weder die Frage noch die Befürchtung wurden von diesem Buch in irgendeiner Weise tangiert, eigentlich hätte das Buch “Einführung in einige Social Media Grundlagen” heissen müssen, so hat es leider sein Thema völlig verfehlt. Das Buch ist für den amerikanischen Markt geschrieben, mit einigen Anpassungen für den deutschen Markt ausgestattet, und beschreibt die gängigsten Plattformen, und was man da so machen kann. Da es sich um ein Buch handelt, ist es natürlich uralt im Vergleich zu dem, was gerade an Informationen im Web zu finden ist. Die vorgestellten Cases sind allesamt bekannt und sehr knapp abgehandelt, von den Strategien ist außer Allgemeinplätzen, die man auch auf den üblichen Weblogs finden kann, nichts zu sehen.

Ich habe das Buch in ca. 30 Minuten quer gelesen, was bei 388 Seiten sicherlich einiges aussagt über die Qualität des Buches. Das größte Manko ist, daß ein großer Teil für den deutschen Markt schlicht irrelevant ist, da hier zu wenig auf die deutschen Plattformen oder gar deutsche Cases eingegangen wurde. Die Fokussierung auf Cases aus den USA, die weltweit bekannt geworden sind, suggertiert natürlich, daß man auch in Deutschland sofort Massen erreichen kann. Es gibt einen massiven Unterschied zwischen Deutschland und den USA – das wurde in diesem Buch viel zu wenig thematisiert.

Mein Vorschlag: das Buch sollte umbenannt werden, dann noch einen Fokus auf den deutschen Markt bekommen, um 200 Seiten verkürzt und als Einsteigerbuch verkauft werden, dann passen Inhalt und Verpackung besser zu einander. Das Thema des Buches “Social Media Marketing Strategien für Twitter, Facebook & Co” wird total verfehlt und vor allem nur am Rande erwähnt. Wobei ich mich natürlich frage, ob ein Buch dafür überhaupt das richtige Medium sein kann.

23. Juni 2010

Hoch lebe der Banner!

Man muß sich das mal vorstellen, da gibt es Unternehmen, die meinen, in sozialen Netzwerken wie Facebook eine Präsenz einrichten zu müssen, damit ganz normale Menschen auf die Idee kommen, ihr Interesse an dem Unternehmen durch den Click auf einen Button mit einem simplen “gefällt mir” zum Ausdruck zu bringen, um dann auch noch mit diesen Leuten in einen Dialog treten zu wollen. Noch dazu wollen diese Unternehmen dann dafür sorgen, daß die Konversationen mit diesen Menschen dafür sorgen, daß die Freunde dieser Menschen ebenfalls auf das Unternehmen aufmerksam werden. Das kann ja gar nicht funktionieren. Weiterhin bietet dann das soziale Netzwerk Werbeformen an, die den User nicht stören, sondern sogar zielgerichtet ausgeliefert werden können und noch dazu aufzeigen, welche Freunde die Werbung bereits gut finden. Schöne neue Welt.

Wunderbarerweise gibt es Matthias Ehrlich, Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft, der erkennt, daß es so nicht gehen kann:
“Es gibt Bereiche, in denen klassische Onlinewerbung einfach schlecht funktioniert. In sozialen Netzwerken wird selten ein konkretes Thema verfolgt. In einer Welt, wo hauptsächlich ‘gequatscht’ wird, ist keine gezielte Markenführung möglich. Facebook-Fanseiten und Co werden maßlos überschätzt. [...] Als Markenverantwortlicher muss man Millionen Menschen ansprechen, da reicht es nicht, 5.000 Leute auf einer Fanseite zu haben.”

Eine Lösung hat Matthias Ehrlich sicherlich auch parat: herkömmliche Online-Werbung. Die seit über einem Jahrzehnt die Nutzer nervt, die konzipiert ist für eine lineares Leseverhalten, wie es aus dem Printbereich gelernt ist, und die aufgrund des massiven Inventars zunehmend verramscht wird und Websites aussehen lässt wie billigste Illustrierte, zugepflastert mit Werbung, auf die kaum jemand clicken mag, oftmals auch mit zweifelhaften Angeboten. Klar, wenn man nichts als klassische Online-Vermarkung hat und eigene Ideen wie unddu.de massiv gefloppt sind, dann muß man natürlich versuchen, die alten Ladenhüter als das probate Mittel für gezielte Markenführung anzupreisen. Wenn man sich ab und zu wundert, daß deutsche Firmen im internationalen Vergleich im Internet keine Rolle spielen, dann weiß man nach derartigen Aussagen, woran es liegt: keine Ideen, keine Innovation, dafür viel Beharren auf dem status quo.

[ via: HORIZONT.NET: "Keine Markenführung möglich, maßlos überschätzt": UIM-Vorstand Matthias Ehrlich wettert gegen Facebook & Co ]

22. Juni 2010

Fröhliches Farmen im Wilden Westen

Gleich vorab: hier kann man Frontierville blocken, wenn man genervt ist von den Wall Posts zum Thema Frontierville.

Als Farmville aufkam, da habe ich mich vornehm zurückgehalten und alle anderen Farmville spielen lassen, nachdem nun aber Anfang Juni Zynga das Spiel Frontierville gestartet hat, wollte ich unbedingt mal herausfinden, wie gut das Spiel wirklich ist. Sicherlich liegt das auch am Thema des Spiels, schließlich habe ich mal nordamerikanische Geschichte studiert und finde das Sujet Frontier nachwievor faszinierend. Aufbau-Spiele haben mich außerdem schon immer gereizt, jedenfalls kann ich mich noch dunkel an lange Stunden mit Patrizier II und Railraod Tycoon II erinnern, die ich quasi bis zu Erbrechen gespielt habe, aber deren Multiplayer-Optionen eher limitierend waren.

FrontierVille ist als Spiel konzipiert, das innerhalb von Facebook abläuft und das eigentlich nur gespielt werden kann, indem man seine Freunde involviert. Beim Spiel geht es darum, ein Stück Land zu nutzen, um dort eine Farm aufzubauen, aus der sich dann eine kleine Stadt entwickeln kann. Während des Spiels muss man immer wieder einige Aufgaben erfüllen, wie z.B. Bären vertreiben, Holz hacken, oder aber genügend Geld, Essen und eine Kuh heranzuschaffen, um die Verlobte nachreisen lassen zu können. Geld und Essen bekommt man überwiegend durch Ackerbau und Viehzucht, aber auch Obstbäume kann man ernten, um Essen zu erhalten. Aus Essen kann man Energiepunkte generieren, die man benötigt, um die Tiere zu füttern oder zu ernten. Ohne Ernte gibt es keinen Ertrag, bzw. die ausgesäten Pflanzen verkümmern irgendwann, was natürlich zur Folge hat, daß man halbwegs den Zyklus der Pflanzen wissen muß, um sich rechtzeitig wieder um die Ernte zu kümmern. Mit der Zeit hat man genügend Geld, um Gebäude bauen zu können, oder um Dekorationselemente zu erwerben, die die Farm noch zusätzlich ausschmücken. Mit der Zeit gewinnt man allerdings auch Experience-Points, die man für nahezu jede Aktion bekommt und die das Aufsteigen in andere Level ermöglichen, was dann wieder neue Gegenstände freischaltet, die man nutzen kann. Für jeden Level gibt es auch zusätzliche Hufeisen, die man für spezielle Gegenstände oder Aktionen benötigt. Hufeisen kann man allerdings auch seperat kaufen, für “nur” $5 bekommt man 40 Hufeisen. Die Nachbarn können einem helfen, indem sie Ernteaufgaben übernehmen in der Abwesenheit des Spielers, oder indem sie einem benötigte Gegenstände schenken, um beispielsweise Aufgaben zu lösen. Die Interaktion mit den Nachbarn finde ich eigentlich am Interessantesten, denn indem man hilft, kommt man selber schneller voran, und wer möchte nicht gerne einfach von den Nachbarn mal einen Apfelbaum oder eine Ziege geschenkt bekommen?

Die Interaktion mit den Nachbarn oder mit anderen Frontierville-Spielern ist allerdings auch das, was das Spiel für andere Leute schnell nervig machen kann. Das Spiel animiert die Spieler immer wieder, auf die eigene Wall oder die Wall der anderen Spieler zu posten. Für Spieler von Frontierville bedeuten diese Postings, dass man sich dort Goodies abholen kann, von denen man bis zu 30 Stück pro Tag einlösen darf. Der simple Hinweis eines Spielers, daß er einen Maulwurf vertrieben hat, bedeutet also für andere Spieler zusätzliche Goldmünzen, Energie oder ähnliches. Frontierville sorgt also dafür, daß man aufmerksam die Walls der Mitspieler liest, um die entsprechenden Goodies einzusacken. Wen dies nicht interessiert, der kann natürlich Frontierville blocken und wird dann nicht mehr genervt.

Nach ein paar Tagen Frontierville bringt mir das Spiel immer noch Spaß und natürlich will ich noch weitere Level erreichen und Gebäude errichten, ein Pferd kaufen und so weiter. Der Spiel-Einstieg ist sehr einfach und man findet schnell gefallen an den Aufgaben und den täglichen Abläufen. Frontierville ist noch Beta und es gibt einige nervige Bugs, die zügig behoben werden sollten, z.B. die Verknüpfung mit Nachbarn ist noch unzureichend gelöst, aber insgesamt finde ich das Spiel schon sehr kurzweilig.