Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

17. November 2011

Google+ ist doch nicht so tot wie alle gerne schreiben


Na, das sind doch mal Neuigkeiten, die Hitwise nach einer Analyse der Daten für die Nutzung von Google+ in den USA vermelden kann. Experian Hitwise – Google+ records 3rd biggest week since launch:

Last week Google+ recorded its 3rd largest week in terms of total US visits for the week ending Nov. 12, 2011 receiving more than 6.8 million total US visits. The growth represents a 5% increase versus the previous week and a 25% increase compared to a month ago. The recent growth could possibly be attributed to several new announcements that have come out recently.


Es ist nachvollziehbar, daß immer mehr Nutzer ihren Weg zu Google+ finden, da Google eben mehr und mehr Google+ mit seinen Kern-Diensten verknüpft. Interessant ist daher nicht die Fragestellung, wie viele neue Nutzer generiert werden, sondern ob diese auch regelmässig wiederkommen. Dies scheint der Fall zu sein. Unklar ist allerdings, wie die Ausprägung von Google+ sein wird, also welche Art der Nutzung wird im Vordergrund stehen?

Ich stelle für mich fest:
1. Distribution und Aggregation von Inhalten findet statt.
2. Diskussionen sind von der Tendenz besser als bei Facebook.
3. Persönliche Themen passen irgendwie besser zu Facebook.
4. Twitter ist auch noch da.
5. Google+ ist irgendwie Tumblr ohne Themes.

Martin Weigert schrieb kürzlich darüber, daß Drei einer zu viel sei. Ich bin mir da nicht mehr so sicher, das hängt stark von den Nutzungs-Szenarien ab. Noch weiß man bei Google+ nicht so genau, was es sein soll, das sollten aber Google und die Nutzer demnächst herausfinden dürfen.

Nutzt ihr Google+? Und wenn ja, wie?

08. November 2011

Google+ Pages sind verfügbar – und jetzt?


Ja, Google+ ist noch Beta, das ist mir durchaus klar. Daher ist es ja so spannend zu sehen, was bei Google+ passiert. Der Link des gestrigen Abends war sicherlich https://plus.google.com/pages/create – erst funktonierte das Anlegen von Pages auf Google+ nicht für alle, dann wurde Vollzug gemeldet und allen Nutzern die Möglichkeit gegeben, eigene Pages anzulegen.

Eine Nacht später gibt es bereits etliche Pages, auch aus Deutschland, wie immer nach einem derartigen Landgrab. Der HSV hat eine Page, aber auch H&M, die Muppets, und viele andere mehr. Netterweise gibt es einen Shared Circle mit Pages, zur Verfügung gestellt von Google.

Das Anlegen einer Page ist sehr einfach gehalten und in wenigen Schritten kann man stolz verkünden, daß man nun auch eine Page bei Google+ hat. So weit so gut. Für dieses Blog gibt es nun eben auch eine Page bei Google+, hier ist die einprägsame URL: https://plus.google.com/116966533462186310094/posts

Spätestens jetzt beginnt wieder dieser “Menno, Google, echt jetzt, warum nicht gleich richtig?”-Moment, wie ich in bei Google+ des Öfteren hatte. Das Messaging-Konzept ist nur halb ausgereift, die Pseudonym-Debatte war überflüssig, die Games sind nur halb integriert, Sparks macht wenig Sinn und die API kommt auch nur langsam voran. Ja, Beta, ist mir schon klar.

Es stört mich wirklich an den Pages, daß sie aus Marken-Perspektive einfach noch zu wenig können. Warum gibt es noch keine deskriptiven URLs bei Google+? Matt Cutts läuft seit Ewigkeiten über Konferenzen und predigt, wie URLs aussehen zu haben, damit Google sie toll findet, und selber bringt Google unansehnliche, nix sagende URLs à la https://plus.google.com/101560853443212199687/posts, ganz zu schweigen davon, daß es für Brands keine Vanity-URLs gibt. Soll jetzt eine Marke wie Pepsi die URL https://plus.google.com/111883881632877146615/posts auf ihre Dosen drucken? Außerdem werden gestern abend viele, viele Mitarbeiter in Agenturen für ihre Kunden mal eben Pages angelegt haben, einfach damit die Marke präsent ist, nur um festzustellen, daß man danach die Page weder übertragen kann, noch mehrere Admins hinzufügen kann. Hallo? Das kann doch nicht sein, das hat Facebook gefühlt seit Jahrzehnten, Google hat doch den großen Vorteil, das die Hits und Shits von Facebook bereits bekannt sind und Google mit viel weniger Aufwand die Features liefern kann. Beta in allen Ehren, aber das ist Murks. Toll finde ich allerdings, daß die Circles für Pages gleich interessante Presets haben wie VIPs oder Team Members, das zeigt deutlich, wie smart man später Google+ Postings sharen kann.

Wozu benötigt eine Marke oder ein Unternehmen derzeit eine Google+ Page? Um zu zeigen: wir sind früh dabei. Ansonsten kann man Text, Bild, Video auf die Page posten und mit Nutzern interagieren. Es gibt keine Apps, kein Tüdelüt, kein nix, kein gar nix, was es nicht auch bei Facebook gibt, mit einer einzigen Ausnahme: die Integration in die Google Suche über Direct Connect.

Zusammenfassend lässt sich sagen, daß Google+ Pages jetzt vorhanden sind, aber irgendwas fehlt, um mehr als nur ein weiterer Social Media Kanal zu sein, den man jetzt bespielen muß. Ich hatte gedacht, daß zum Weihnachtsfest der große Push von Google+ kommt und Marken hier neue Möglichkeiten gegeben werden, aber so ist das eben doch nur beta und nicht wirklich rund.

31. Oktober 2011

Google Reader wird plussiger

Google Reader+

Google Reader hat jetzt die lange erwartete Integration in Google+ bekommen. Dazu gehört nicht nur ein plussigeres Layout, sondern auch der Verzicht auf den Like-Button – stattdessen gibt es jetzt den +1 Button, der auch das Sharen innerhalb von Google+ erlaubt.

Google Reader Sharing+

Ich finde das Update lange überfällig, schließlich geht es bei Google Reader schon immer um das Lesen und Sharen von Feeds und da bietet sich natürlich die Integration in Google+ an. Der Wegfall des Like-Buttons ist zu verschmerzen, ebenso wie die Notizfunktion beim Share-Button – die Verknüpfung mit Google+ bietet viel bessere Sharing-Möglichkeiten als vorher.

Google Reader Mobile
Die mobile Variante sieht noch etwas seltsam aus, da ist noch das alte Layout beibehalten worden, allerdings wurde auch hier ein +1 Button spendiert. Mobile first sieht anders aus, aber wenigstens sieht man, daß bei Google überall gerade an der Verknüpfung mit Google+ gebastelt wird.

Ich frage mich allerdings, ob dieses Update von Google Reader dazu führen wird, daß RSS für Nutzer interessanter wird. Ich glaube weiterhin, daß die Vorteile von RSS einfach nicht bekannt genug sind und daher weiterhin nur die Poweruser mit dem Google Reader Inhalte in Google+ teilen werden.

Wie verhält sich denn nun eigentlich Google Reader mit Sparks? Wird Google Reader einen Menüpunkt neben Games bekommen? Wird Google+ zu einer Art Tumblr für Texte?

28. Oktober 2011

Google+ für Google Apps Kunden verfügbar

Einer der häufig zu hörenden Kritikpunkte zum Start von Google+ war die Beschränkung auf persönliche Google-Profile. Nutzer von Google Apps konnten mit ihrem Account nicht Google+ nutzen und mußten sich ein neues Profil anlegen, obwohl sie unter Umständen schon viele Google Dienste nutzten.

Nun aber ist Google+ für Google Apps Kunden verfügbar. Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein. Denn dies bedeutet nicht nur, daß man sich mit einem Google Apps basierten Google-Profil bei Google+ anmelden kann, sondern es kommt auch noch eine signifikante neue Nutzungsmöglichkeit hinzu: das Sharen innerhalb einer Domain. Genau, ab sofort kann man Google+ auch im Business-Kontext nutzen. Neben Mail, Kalender, Sites, Docs und anderen Diensten ist nun für die Nutzer von Google Apps ein komplettes soziales Netzwerk für das eigene Unternehmen verfügbar.

Interessanterweise lässt diese Variante von Google+ eine sehr interessante Verknüpfung von Arbeit und Freizeit zu. Ich kann Circles nutzen oder eben die ganze Firma ansprechen, je nachdem, was ich gerade vorhabe. Praktisch ist dies auch, wenn man viel mit Freelancern arbeitet, die möglichweise zum Intranet keinen Zugang haben – jetzt kann man mit Google Hangouts auf eine völlig neue Art und Weise zusammenarbeiten. Sicherlich ist es jetzt auch leichter möglich, aus Versehen zu viele Inhalte zu verteilen, aber da wird sich es sicherlich noch Einstellungsmöglichkeiten geben, die dies einschränken.

Google+ muß im Administrationsbereich für alle Nutzer eingerichtet werden – allerdings sollten die Nutzer direkt danach informiert werden, was Google+ für sie und die berufliche Nutzung bedeutet und wie man davon profitieren kann.

Google Apps ist von einem Tag auf den anderen noch attraktiver geworden. Jetzt muß nur noch das angekündigte Migrationstool dafür sorgen, daß man Google+ so nutzen kann, wie man es möchte. Nun dürfte auch dem bislang nur halb interessierten Beobachter klar werden, daß Facebook und Google+ zwei komplett unterschiedliche Ansätze verfolgen, die aber beide das gleiche Ziel haben: möglichst viele Nutzer sollen möglichst viele Inhalte miteinander austauschen.

25. Oktober 2011

Occupy the URL

Nicht immer hat man Zeit, einfach zur Demo zu gehen, aber dennoch will man seinen Protest verkünden. Dafür gibt es jetzt eine einfache Lösung: Occupy the URL! – so kann man auch weiterhin fröhlich protestieren, ohne vom Sofa aufstehen zu müssen.

[ via If you can't make it to Wall Street, Occupy the URL lets you do it from home - The Next Web ]