Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

25. Oktober 2011

Occupy the URL

Nicht immer hat man Zeit, einfach zur Demo zu gehen, aber dennoch will man seinen Protest verkünden. Dafür gibt es jetzt eine einfache Lösung: Occupy the URL! – so kann man auch weiterhin fröhlich protestieren, ohne vom Sofa aufstehen zu müssen.

[ via If you can't make it to Wall Street, Occupy the URL lets you do it from home - The Next Web ]

25. Oktober 2011

Obama for America nutzt Tumblr

Es klingt, als ob es eine Ewigkeit her ist, aber erinnert sich noch jemand daran, wie Barack Obama damals auf Twitter auftauchte? Die Geschwindigkeit von Twitter in Verbindung mit Retweets haben der Kampagne geholfen, die Unterstützer konnten schnell und direkt erreicht werden. Kürzlich dann wurde Foursquare angekündigt, daß der Kampagnentross diesen Location-Based Service nutzen wird. Gestern wurde dann das offizielle Tumblr-Blog barackobama.tumblr.com gestartet:

There are lots of reasons we’re excited to be launching the Obama 2012 campaign’s new Tumblr today. But mostly it’s because we’re looking at this as an opportunity to create something that’s not just ours, but yours, too.

We’d like this Tumblr to be a huge collaborative storytelling effort—a place for people across the country to share what’s going on in our respective corners of it and how we’re getting involved in this campaign to keep making it better.

Die Reichweite von Tumblr in den USA ist mittlerweile massiv und die Obama-Kampagne versucht, über ein Involvement der Unterstützer diese Reichweite innovativ zu nutzen.

Aus typisch deutscher Sicht wäre da wieder die Frage des Kontrollverlustes und der Wertigkeit des User Generated Content – will man in der eher kreativeren Community von Tumblr über einen “Submit it“-Button wirklich um Unterstützung werben? Ich halte es für extrem sinnvoll, die bisherigen Social Media Aktivitäten für die kommende Kampagne auszuweiten und die Unterstützer um sich zu scharen, sie aber auch zu involvieren. Der sog. Slacktivist sollte nicht unterbewertet werden, wie auch eine aktuelle Studie zeigt. Auf alle Fälle wird Obama auf Tumblr von zahlreichen Reblogs profitieren – und dieses mal geht es nicht nur um 140 Zeichen, sondern um Text, Fotos, Video und Audio. Das ist der gute alte Mundfunk von Johannes Rau in der 3.0 Version, mindestens.

20. Oktober 2011

Neue Facebook Privacy Option für Schleswig-Holsteiner

Herrlich, die Posse um das ULD und die fiesen Cookies von Facebook geht munter weiter:

Facebook prüft nach Informationen des NDR “Schleswig-Holstein Magazin”, die Übermittlung von Nutzerdaten aus Schleswig-Holstein in die Konzernzentrale in den USA zu stoppen. Dies ist nach Aussage des Schleswig-Holsteinischen Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert das Ergebnis des heutigen Treffens (20. Oktober) mit dem Facebook-Europa-Repräsentanten Richard Allan in Kiel. Weichert sagte dem “Schleswig-Holstein Magazin”, dass Facebook überlege, anhand der IP-Adresse den Standort der Nutzer zu ermitteln. Daten von Nutzern in Schleswig-Holstein sollen dann nicht zur weiteren Verarbeitung in die Konzernzentrale in den USA weitergeleitet werden. Diese Ausnahmeregelung für Schleswig-Holstein wäre weltweit einmalig.

Da bin ich ja mal gespannt, wie das funktionieren wird. Das Targeting nach IP-Adressen hat ja bislang nicht wirklich durch 100% Treffer-Quote überzeugt. Ich finde es erstaunlich, wenn Facebook sich auf einen derartigen Kuhhandel einlassen sollte. Was kommt nach Schleswig-Holstein, wieviele Ausnahmeregelungen will Facebook denn weltweit schaffen?

Thilo Weichert wertet dies als Erfolg, ich glaube, daß das Gegenteil der Fall ist. Schleswig-Holstein und damit Deutschland wird wohl eher als das Land der seltsamen Querköpfe angesehen werden, die irgendwie darauf pochen, daß das Internet anders zu funktionieren hat als es gängige Praxis ist.

Ich hatte vor ein paar Wochen Thilo Weichert gefragt, was denn so schlimm am Like-Button sei:

Der Button tut nicht körperlich weh. Das Anclicken des Buttons löst aber Datenverarbeitungen aus, die für die Nutzenden weder transparent noch selbstbestimmt sind. Es geht um das Setzen eines Cookies, um die Profilierung mit Hilfe des Cookies bei Facebook/USA und die kommerzielle oder sonstige Nutzung dieser Profile, worüber Facebook nicht ansatzweise Informationen herausgibt. Das verstößt gegen das deutsche Telemediengesetz und gegen die europäische E-Privacy-Directive. In diesen Verstößen liegen unzweifelhaft Verletzungen des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung der Betroffenen.

Ich glaube ja, daß das alles halb so wild ist, aber es gibt immer ordentlich Aufmerksamkeit, wenn man dem Ami mal zeigt, daß man nicht immer alles mitmacht. Auch so wird Politik gemacht.

[ via Facebook prüft Ausnahmeregelung: Daten von Nutzern in Schleswig-Holstein sollen nicht weitergeleitet werden | NDR Norddeutscher Rundfunk | Presseportal.de ]

20. Oktober 2011

Google+ wird demnächst Pseudonyme unterstützen

Auf der Web 2.0 Conference in San Francisco hat gestern der Produktchef von Google+, SVP Vic Gundotra, angekündigt, daß es Pseudonyme auf Google+ geben wird. Auf diesem Blog und anderswo hat es zum Thema Pseudonyme und Google+ hitzige Debatten gegeben. Ich hatte auch geschrieben, daß ich persönlich es bevorzuge, mit Leuten zu reden, deren Namen ich kenne, aber daß ich das Erlauben von Pseudonymen bei Google+ sinnvoll fände.

Aus Produktsicht ist es ja in der Tat so, daß Google+ durch die Circles enorm flexibel ist und dank der loseren Verknüpfung der Nutzer ein soziales Netzwerk mit vielen Facetten darstellen kann. Dabei macht es natürlich Sinn, beispielsweise wenn es über den Austausch von Patienten untereinander oder um Dating geht, daß man für die Kommunikation in diesen Circles nicht mit seinem Klarnamen auftritt, sondern ein Pseudonym wählt.

Wenn eine derartige Option nun demnächst bei Google+ kommt, dürfte die Akzeptanz für das Netzwerk weiter steigen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß bei Facebook die Erwartungshaltung eine ganz andere ist, während sich bei Google eher Enttäuschung breit macht, daß Pseudonyme für Google+ nicht von Anfang an Teil des Konzeptes waren. Nun bin ich gespannt, wie die Umsetzung im Detail aussehen wird.

[ via Google+ to Support Pseudonyms ]

19. Oktober 2011

Take This Lollipop

Take This Lollipop zeigt auf drastische Art und Weise, was passieren könnte, im idealen Horrorszenario, wenn wir leichtfertigst unsere Daten im Web publizieren. Die Idee ist eindrucksvoll umgesetzt, um die Story selber zu erleben, benötigt man einen Facebook-Account. Na los, nimm den Lolli!