Archiv für die Kategorie ‘Social Media’

18. Oktober 2011

Livefyre sammelt $4,5 Mio für Kommentare ein

livefyreSeit ich blogge bin ich auf der Suche nach dem ultimativen Blogkommentartool. Ich möchte, daß Konversationen zu einem Artikel unter einem Artikel zusammengeführt werden, daß Diskussionen ermöglicht werden, daß die Kommentare auf meinem Blog bleiben, aber auch daß es eine Authentifizierung mit Facebook, Twitter, Google und Co gibt, da anonymes Rumgeätze und Gespamme möglichst ausbleibt. Ich habe hier schon etliche Tools getestet und setze seit einiger Zeit Livefyre ein. Nicht jeder mag es, sich hier bei mir zum Kommentieren registrieren zu müssen, aber für mich hat es deutliche Vorteile und dies hier ist irgendwie mein Blog und ich mache die Regeln. So, ich wollte auch mal ein Basta-Statement abliefern.

Nun jedenfalls kommt die Meldung Livefyre secures $4.5M round to become the ultimate commenting tool um die Ecke und ich muß sagen, daß ich mich ordentlich freue für das Team um CEO Jordan Kretchmer. Ich benutze Livefyre seit über einem Jahr und habe Jordan und sein Team als extrem engagiert kennengelernt.

Ultimativ erwarte ich von einem Kommentartool, daß nicht nur Tweets und Kommentare von einer Facebook Fanpage als Kommentare auf dem Blog zusammengeführt, was Livefyre als SocialSync benzeichnet, sondern daß auch Google+ integriert wird und daß es dann auch noch ein supersmartes Comment-Threading gibt, damit auch bei Facebook und Google+ mehr als nur ein Teil der Kommentare abgebildet werden, aber natürlich unter Einhaltung der Privacy-Einstellungen der Kommentierenden. Ja, man kann eine einfache Sache auch kompliziert gestalten.

Livefyre ist noch lange nicht da, wo ich es haben will, aber bislang bin ich sehr zufrieden damit. Wie findet ihr Livefyre auf diesem Blog? Wer sich nicht anmelden will, kann auch gerne auf Facebook bei Lummaland Fanpage kommentieren oder Replies per Twitter absenden.

18. Oktober 2011

Twitter und iOS 5 – aber was ist mit iMessage?

Mit dem neuen iOS 5 wird Twitter auf dem iPhone enger mit dem Betriebssystem verknüpft. Für Twitter ist es die Chance, die Zahl der aktiven Nutzer massiv nach oben zu entwickeln. Bereits in den ersten Tagen hat Twitter ordentlich Zuwachs erhalten:

For Twitter, it appears that the microblogging service’s new relationship with Apple is paying off.

The company saw a huge boost in user sign-ups on the first day of iOS 5 being live, thanks to an especially tight integration between the service and Apple’s ever-popular mobile operating system. Last Wednesday, when iOS 5 was officially released, Twitter had three times the new user sign-ups it normally sees in a typical day, CEO Dick Costolo told the crowd at the Web 2.0 Summit yesterday.

Das freut mich ja auch für alle, aber ich frage mich, ob diese Art der Integration strategisch sinnvoll ist. Ich kann jetzt total einfach mein Adressbuch nach Twitternutzern durchsuchen lassen und kann auch toll Photos twittern, aber dann gibt es separat iMessage, das SMS ersetzt und die Nachrichten als reine Daten versendet. Twitter funktioniert mobil, im Web und auf dem Desktop, aber iMessage funktioniert nur von iPhone zu iPhone. Macht das Sinn? Sollen die Dienste irgendwann noch einmal verknüpft werden? Apples iMessage löst mal eben ganz nebenbei eine Disruption im Telekommunikationsmarkt aus, weil es endgültig die SMS als Cashcow der Telcos beerdigt und den Shift hin zur Datennutzung manifestiert. Aber das hätte die Kombination von Apple und Twitter auch mit Twitter als Transportmedium erreichen können. Und nebengleich noch die Nutzeraktivität deutlich verbessern können, weil Twitter eben nicht nur zwischen iPhone und iPhone funktiert.

Im Vergleich dazu ist die Messaging-Komponente von Facebook sehr smart gelöst, denn ob es sich um einen Chat oder eine Nachricht handelt, wird situativ entschieden, je nachdem wo und ob man online ist. Nun ist Facebook nicht so eng auf dem Endgerät verankert wie Twitter, aber dennoch mit einer besseren Nutzbarkeit ausgestattet. Auch Google hinkt hier hinterher, mit Google Talk, Google+ Hangouts und Google+ Messenger, die intern sicherlich alle auf XMPP basieren, aber dennoch für den User nicht zusammenlaufen, sondern drei unterschiedliche Nutzungsszenarien darstellen.

Die Twitter-Integration bei iOS 5 hat einiges an Potential, aber in der derzeitigen Version von iMessage wird es kaum genutzt.

11. Oktober 2011

Lokalisten, wer-kennt-wen und die VZ Netzwerke: und nun?

Es vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht von Journalisten gefragt werde, was nun aus den deutschen sozialen Netzwerken wie Lokalisten, wer-kennt-wen und den VZ Netzwerke wird.

Gängige Fragen sind:

- Spielen wer-kennt-wen, Lokalisten und VZ Netzwerke noch eine Rolle, oder ist Facebook der alleinige Platzhirsch auch in Deutschland?

- Werden die deutschen sozialen Netzwerke in der Nische überleben können?

- Welche Auswirkungen hat der Relaunch der VZ Netzwerke?

- Was sind die Vorteile der deutschen sozialen Netzwerke für die Werbekunden?

- Planen Sie für ihre Kunden Kampagnen auf Lokalisten, wkw oder VZ Netzwerken?

Nett, wie ich nun mal bin, beantworte ich diese Fragen gerne, aber ich dachte, wir können uns das alles etwas einfacher machen.

Die deutschen sozialen Netzwerke haben keinerlei Bedeutung mehr. Es ist egal, ob sie das Management austauschen, das Layout verändern oder andere Bannerformate einführen. Sie haben es versäumt, zu Ökosystem zu werden und spielen künftig einfach keine Rolle mehr. Sie waren immer limitiert, es gab nie den Mut, die Kraft oder die Idee zum großen Wurf und nun werden sie nur noch ihren Niedergang ordnungsgemäß verwalten können. Auf Dauer ist es nicht genug, nur ein Konzept zu adaptieren. Facebook ist das dominante soziale Netzwerk auch in Deutschland und Facebook ist der Taktgeber, den deutsche soziale Netzwerke nicht mehr einholen können. Man kann sich jetzt überlegen, ob Veränderungen im Businessmodell dazu führen könnten, daß deutsche soziale Netzwerke ebenfalls Facebook nutzen und damit eine Überlebenschance hätten, man kann sich auch überlegen, daß die Eigenheiten des deutschen Online-Werbemarkts weiterhin für Umsätze führen werden, aber das ändert nichts am Niedergang der deutschen sozialen Netzwerke.

Also, egal, was die deutschen sozialen Netzwerke noch anstellen werden, hier ist meine Antwort:

Sack Reis.

Damit sollten nun alle Fragen zu wer-kennt-wen, Lokalisten und VZ Netzwerke beantwortet sein.

11. Oktober 2011

Let me entertain you: Facebook für das iPad

Ist Euch eigentlich aufgefallen, daß das Eingabefeld für das Status Update bei Facebook immer weniger präsent ist? Mit der Veröffentlichung der langersehnten iPad-App wird deutlich, was Facebook vorhat: Facebook wird zur Entertainment-Maschine. Der Leanback-Modus ist angesagt, man kann schön durch die App scrollen und sich alles angucken und viel Zeit mit Facebook verbringen. Passend dazu werden immer mehr Apps und Spiele innerhalb von Facebook in HTML5 verfügbar sein, damit man dann Glücksnüsse und Ernteeinsätze auch am iPad planen kann. Bildergalerien und die Einzelbild-Ansicht sind schön gelöst, da spielt das iPad natürlich seine Stärke aus, aber auch die Navigation ist stimmig. Alles wirkt sehr aufgeräumt und hat zudem das typische Facebook Look & Feel.

Die Facebook-App ist schon praktisch, aber nicht so atemberaubend wie die Sneak-Previews der letzten Wochen suggerierten. Der Schwenk hin zu HTML5 macht natürlich extrem viel Sinn, gerade auch, um den Nutzern die Facebook-basierte App-Nutzung auch mobil zu ermöglichen und um nicht mit anderen Apps des mobilen Ökosystems wechseln zu müssen. Wenn man so will wird die iPad-App zu einem quasi alternativen App-Store innerhalb des iOS-Ökosystems.

Mich würde interessieren, wie die Nutzungsmuster zwischen Mobile, Desktop und iPad sich zulünftig unterscheiden werden. Ich vermute mal, daß über Mobile mehr Aktivitäten gepusht werden, über Desktop vor allem Links und Videos geshared werden und auf dem iPad eher die passive Nutzung stattfinden wird. Das würde dann ja eigentlich auch bedeuten, daß Facebook spezielle Ansichten auf die Newsfeeds generiert, um den Nutzern bei ihrem jeweiligen Nutzungsszenario auch den geeigneten Content zu bieten. Das sog. frictionless Sharing macht dann natürlich doppelt Sinn, irgendwie muß man die Nutzer im Entertainment-Modus ja dazu bekommen, daß sie trotzdem Inhalte mit ihren Freunden teilen.

Die Facebook-App für das iPad ist allerdings nicht komplett, bevor die Top 10 Spiele ebenfalls verfügbar sind. Im Hintergrund läuft der Fernseher, auf dem Sofa werden die Felder geerntet, nebenbei mit dem Significant Other parliert und zwischendurch werden munter Facebook Credits für virtuelle Güter ausgegeben. Facebook auf dem iPad macht das iPad zum idealen Entertainment-Device.

[ via Introducing Facebook for iPad ]

27. September 2011

Don Draper stellt die Facebook Timeline vor

Ich habe es doch immer gesagt, die Facebook Timeline ist einfach nur das vernetzte Familien- und Freunde-Album.