Gmail 2.0 für iOSManchmal verstehe ich Google echt nicht. Da kaufen die mit Sparrow den besten Mail-Client für das iPhone und die Hoffnung wächst, dass nun endlich mal ein nutzbares Gmail für iOS herauskommt, aber das wäre ja zu einfach. Gmail 2.0 für iOS sieht chic aus und ist schon eine riesige Verbesserung im Vergleich zur vorherigen Version, aber so richtig knorke ist das immer noch nicht.

Was gut ist:
- endlich mal mehr als nur einen Account. Ich habe zwei Gmail-Accounts und will diese gleichberechtigt nutzen können.
- bessere Verknüpfung mit Google Calendar
- Verknüpfung mit Google+
- leichte Auswahl der Absender-Adresse
- tolle, schnelle Suche

Was schlecht ist:
- keine Universal Inbox. Was soll denn das? Wer will denn permanent zwischen den Accounts hin- und herswitchen? Wie kann man die App so releasen? Da ist die Standard-Mailapp bei iOS besser, und die kann eigentlich gar nix.
- zu viel Whitespace an den Rändern. Platz ist wertvoll, leider verschenkt die App zu viel davon und engt damit die Emails zu sehr ein.

Ich freue mich auf das nächste Release von Gmail für iOS, dann hoffentlich in einer wirklich nutzbaren Version.

Einfach mal wirken lassen.

Meine Lieblingsslide ist diese hier: 29% der Amerikaner besitzen ein Tablet oder einen eReader. Das ist beeindruckend.

tabletereaderstatsusa

[via 2012 KPCB Internet Trends Year-End Update]

UNIQLO CALENDAR

Nico —  4.12.2012 — 2 Comments

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Ich bin ja nicht so der Kalender-Typ, aber dieser Kalender der japanischen Mode-Kette Uniqlo ist einfach sehr lässig. Ich könnte da stundenlang zugucken, denn alle paar Sekunden erscheint ein neues Bild mit einigen Tiltshift-Sequenzen, allesamt Aufnahmen aus Japan und wie ich finde, tolle Momentaufnahmen.

[ via UNIQLO’s Calendar Changes Scenes Every Second - DesignTAXI.com ]

thedailyAch ja, dann war da noch Rupert Murdoch und das Projekt The Daily, mal mit viel Brimbamborium gestartet und nun auch bald vorbei. Und das, obwohl mal ein Herr Döpfner ganz doll aufgeregt war, weil doch nun das iPad die Rettung aller verlegerischen Probleme sein würde.

Für mich gibt es zwei wichtige Punkte, die man als Lehren aus The Daily ziehen kann.

1. News sind ein Allerweltsprodukt, das bietet jeder an jeder Ecke an. Dafür werden immer weniger Menschen bereit sein, zu zahlen. Wozu auch? News sind im Überfluß vorhanden, in jedem möglichen Format, ständig, kostenlos und werbefinanziert. News hinter eine Paywall zu packen steigert nicht die Attraktivität des Angebots und hilft nicht bei der Finanzierung des Angebots.

2. Wenn schon Mobile und Tablet, dann richtig. Wenn man sich mal anguckt, wie The Daily in den unterschiedlichen Formaten zu welchen Preisen verfügbar ist, dann muss man sich schon fragen, was die Produktmenschen hinter The Daily geraucht haben. Für iPhone, iPad, Android Tablet und Kindle gibt es jeweils unterschiedliche Preise. Was für ein Käse. Das verwirrt doch jeden Nutzer. Wenn schon, dann sollte man sich ein Preismodell überlegen und die App sofort auf möglichst allen Tablets anbieten. Einfachheit ist hier Trumpf, nicht künstliche Barrieren aufgrund von Hardware.

Ich glaube, dass man aus der Einstellung von The Daily nicht den Schluß ziehen sollte, dass Paid Content mit journalistischen Inhalten auf Tablets nicht funktioniert, sondern dass man sich eher überlegen sollte, welche Inhalte und welches Format die Nutzer überzeugen könnte. Ich finde The Magazine sehr gelungen und bin auch bereit, für gute, lange Artikel zu bezahlen, für Einordnung und Meinung. Ich sehe also eher eine Zukunft auf dem Tablet für das, was wir heutzutage Sonntagszeitung nennen. Passend dazu bin ich sehr angetan von dem, was Subcompact Publishing genannt wird. Daraus könnte echt etwas werden, elegant und lesbar, sowohl von der Form als auch vom Inhalt.

Allerdings glaube ich leider auch, dass herkömmliche Medienhäuser nicht in der Lage sind, zu realisieren, dass sie das Format Zeitung nicht einfach so in ein digitales Format quetschen können. Dafür muss die Lage wohl noch schmerzlicher werden, bis endlich neue Wege beschritten werden. Ich habe natürlich die Hoffnung, dass viele von den aktuell entlassenen Journalisten die Zeit nutzen und versuchen, eigene journalistische Angebote auf die Beine zu stellen. Die Leser werden es ihnen danken.

Diesen Vortrag habe ich am 30.11.2012 beim Vorwärts Medienkongress Kommunikation der Zukunft in Frankfurt gehalten.

Vortrag beim Vorwärts Medienkongress Kommunikation der ZukunftSehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kommunikation der Zukunft, und, auch das muss an dieser Stelle erlaubt sein, liebe Freunde der Zukunft der Kommunikation,

als ich gefragt wurde, ob ich auf dieser Konferenz mit dem gefälligen Allerweltstitel “Kommunikation der Zukunft” eine Keynote halten möchte, da habe ich kurz gezuckt und mir überlegt, ob ich, und wenn ja was, etwas zu diesem Thema beisteuern kann, das für Sie von Belang ist.

Normalerweise findet man bei derartigen Veranstaltungen seit Jahren vor allem alte Männer im Publikum vor, die sich ebenfalls seit Jahren wundern, warum die Welt sich gerade so rasend verändert und sich fragen, wie man die Veränderung so lange blockieren kann, bis die Rente erreicht wird. Natürlich bin ich mir sehr sicher, dass dies heute nicht der Fall sein wird und daher war dann die Verlockung dann doch zu groß und ich freue mich sehr, heute zu Ihnen sprechen zu können.

Interessanter Weise rede ich bei einer Veranstaltung zum Thema Kommunikation der Zukunft ganz ohne irgendwelche technischen Hilfsmittel und lese mehr oder weniger stumpf meine Rede vom iPad ab. Es gibt keine visuellen Hinweise für Sie, es gilt das gesprochene Wort, wie es immer so schön heisst. Von mir aus können wir daran festmachen wollen, dass es auch wieder Raum für Entschleunigung und auch für Reduktion oder die Konzentration auf das Wesentliche geben muss, der Veranstalter macht quasi unbewusst einen stark inhaltlichen Punkt.

Nach dieser Vorbemerkung möchte ich gleich noch weiter ausholen und die Zeit nutzen, darauf hinzuweisen, dass die Kommunikation der Zukunft ja schon längst stattfindet und wir mitten drin sind.
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