Seit einiger Zeit wollte ich schon darüber bloggen, aber man kommt ja zu nix. Nun habe kürzlich den Artikel von Kathrin Passig Dank E-Books lese ich mehr und kaufe weniger und nehme das jetzt mal zum Anlaß, ein wenig über mein verändertes Leseverhalten zu plaudern.
Ich lese sehr viel und zwar eigentlich nahezu ausschliesslich in digitaler Form, von 11 Freunde, Business Punk und Brand eins einmal abgesehen. Zeitungen lese ich quasi nur im Flugzeug, da sie dort kostenlos ausliegen. Ansonsten sind Flipboard und vor allem Feedly die Tools, die mir helfen, die für mich interessanten Inhalte zu konsumieren. Bücher sind in den letzten 10 Jahren eher hinten runter gefallen, was auch an meinem herausfordernden Lifestyle als Vater von mittlerweile drei Kindern und einer daraus resultierenden Work-Life-Balance liegen mag. Bücher wurden für mich zu Ballast. Viel zu oft habe ich Bücher mitgeschleppt zu Terminen und unterwegs doch nicht gelesen, viel zu lange lagen Bücher ungelesen auf dem Nachttisch, so dass ich irgendwann nur noch Bücher unter 200 Seiten gekauft habe, weil ich mir die Lektüre längerer Bücher nicht mehr zugetraut habe.
Bei aller Freude über den digitalen Wandel habe ich mich lange gegen einen eBook Reader gesträubt. Irgendwie fand ich die Geräte alle klumpig und umständlich und auch zu teuer. Bis ich mir dann letztes Jahr einen ganz einfachen Amazon Kindle gekauft habe. Und diesen Kindle ein knappes halbes Jahr nicht mehr in die Finger bekommen habe, weil unsere große Tochter ständig auf dem Kindle lesen wollte. Die Empfehlungen von Amazon kann ich daher übrigens getrost vergessen, da Hanni & Nanni, Lola und andere Kinder- und Jugendbücher gerade nicht so zu meinem Lektüre-Kanon gehören. Irgendwann habe ich dann aber mal den Kindle zurückerobert und seitdem lese ich Bücher, dass die Schwarte kracht. Ich achte nicht mehr auf Seitenzahlen, sondern lese einfach, habe den Kindle fast immer dabei und lese in der Bahn, im Flugzeug, auf dem Sofa und im Bett. Dabei erfreue ich mich immer daran, dass ich viele Bücher dabei habe, dass ich digitale Markierungen machen kann und dass ich nicht so viel mit mir rumschleppen muss.
Auf einer eher metarigen Ebene nervt es mich natürlich, dass ich einen Kindle habe und daher einfach durch ein paar Clicks bei Amazon die Bücher kaufe und nicht beim Buchladen um die Ecke. Allerdings behelfe ich mir bei meinem aufkommenden schlechten Gewissen mit einem kleinen Trick: Kochbücher kaufe ich meistens beim Buchhändler und auch Bücher, die mir im Buchladen empfohlen werden, so habe ich letztens kiloweise Bücher aus London nach Hause geschleppt, anstatt mir die Bücher zuschicken zu lassen. Ich lese auf dem Kindle fast nur Bücher auf englisch, die ich sowieso beim Buchladen um die Ecke kaum bekommen hätte. Aber das wird natürlich den Buchhandel nicht retten, dafür ist die Nutzung eines Kindles viel zu einfach.
Aber, ich lese wieder Bücher, das ist doch auch schon mal was.















