Ich lese wieder Bücher!

Nico —  8.05.2013 — 7 Comments

Seit einiger Zeit wollte ich schon darüber bloggen, aber man kommt ja zu nix. Nun habe kürzlich den Artikel von Kathrin Passig Dank E-Books lese ich mehr und kaufe weniger und nehme das jetzt mal zum Anlaß, ein wenig über mein verändertes Leseverhalten zu plaudern.

Ich lese sehr viel und zwar eigentlich nahezu ausschliesslich in digitaler Form, von 11 Freunde, Business Punk und Brand eins einmal abgesehen. Zeitungen lese ich quasi nur im Flugzeug, da sie dort kostenlos ausliegen. Ansonsten sind Flipboard und vor allem Feedly die Tools, die mir helfen, die für mich interessanten Inhalte zu konsumieren. Bücher sind in den letzten 10 Jahren eher hinten runter gefallen, was auch an meinem herausfordernden Lifestyle als Vater von mittlerweile drei Kindern und einer daraus resultierenden Work-Life-Balance liegen mag. Bücher wurden für mich zu Ballast. Viel zu oft habe ich Bücher mitgeschleppt zu Terminen und unterwegs doch nicht gelesen, viel zu lange lagen Bücher ungelesen auf dem Nachttisch, so dass ich irgendwann nur noch Bücher unter 200 Seiten gekauft habe, weil ich mir die Lektüre längerer Bücher nicht mehr zugetraut habe.

Bei aller Freude über den digitalen Wandel habe ich mich lange gegen einen eBook Reader gesträubt. Irgendwie fand ich die Geräte alle klumpig und umständlich und auch zu teuer. Bis ich mir dann letztes Jahr einen ganz einfachen Amazon Kindle gekauft habe. Und diesen Kindle ein knappes halbes Jahr nicht mehr in die Finger bekommen habe, weil unsere große Tochter ständig auf dem Kindle lesen wollte. Die Empfehlungen von Amazon kann ich daher übrigens getrost vergessen, da Hanni & Nanni, Lola und andere Kinder- und Jugendbücher gerade nicht so zu meinem Lektüre-Kanon gehören. Irgendwann habe ich dann aber mal den Kindle zurückerobert und seitdem lese ich Bücher, dass die Schwarte kracht. Ich achte nicht mehr auf Seitenzahlen, sondern lese einfach, habe den Kindle fast immer dabei und lese in der Bahn, im Flugzeug, auf dem Sofa und im Bett. Dabei erfreue ich mich immer daran, dass ich viele Bücher dabei habe, dass ich digitale Markierungen machen kann und dass ich nicht so viel mit mir rumschleppen muss.

Auf einer eher metarigen Ebene nervt es mich natürlich, dass ich einen Kindle habe und daher einfach durch ein paar Clicks bei Amazon die Bücher kaufe und nicht beim Buchladen um die Ecke. Allerdings behelfe ich mir bei meinem aufkommenden schlechten Gewissen mit einem kleinen Trick: Kochbücher kaufe ich meistens beim Buchhändler und auch Bücher, die mir im Buchladen empfohlen werden, so habe ich letztens kiloweise Bücher aus London nach Hause geschleppt, anstatt mir die Bücher zuschicken zu lassen. Ich lese auf dem Kindle fast nur Bücher auf englisch, die ich sowieso beim Buchladen um die Ecke kaum bekommen hätte. Aber das wird natürlich den Buchhandel nicht retten, dafür ist die Nutzung eines Kindles viel zu einfach.

Aber, ich lese wieder Bücher, das ist doch auch schon mal was.

Ich blogge seit etwas mehr als 10 Jahren und probiere immer wieder neue Werkzeuge aus, um mehr Spaß beim Bloggen zu haben, oder auch um vielleicht ein klein wenig effizienter bei einigen Dingen zu sein.

  1. Bloggen. Die Älteren unter Euch werden sich erinnern, dass ich vor 10 Jahren Blogg.de gestartet hatte. Als Grundidee wollten wir so etwas schaffen, was WordPress jetzt ist: ein einfaches Angebot zum sofort zusammenclicken kombiniert mit einer Open-Source Software zum selber installieren. Aus den verschiedensten Gründen hat das nicht so geklappt, aber dafür gibt es ja jetzt WordPress als de-facto Standard. Ich nutze es gerne, freue mich aber auf die gerade entstehende Alternative Ghost, die hoffentlich wieder das Bloggen in den Vordergrund stellt. Für bunte Bilderchen nutze ich Tumblr, dort reblogge ich auf Inspiration Ehrensache die Dinge, die mir so auffallen in meinem Tumblr-Stream.

  2. Schreiben. Ich schreibe entweder in iA Writer oder mittlerweile immer öfter in Draft. Beide Tools haben den Vorteil, dass sie es schaffen, den Nutzer auf den Text konzentrieren zu lassen. Bei iA Writer nutze ich gerne den Fullscreen-Modus kombiniert mit dem Focus-Modus, was dazu führt, dass ich in der Mitte des Bildschirms tippe und mich eigentlich nur auf die aktuelle Zeile konzentriere. Das finde ich ungeheuer praktisch und so entstehen meine längeren Texte. Verfügbar ist der iA Writer für OS X und iOS, wenn man dann noch die iCloud nutzt, kommt man gut an seine Texte. Draft hingegen ist Web-basiert, nutzt Markdown und harmoniert mit Cloud-Diensten ebenso wie mit Blogging-Plattformen wie Blogger, Tumblr oder WordPress. Draft eignet sich vor allem ganz toll dazu, gemeinsam an einem Text zu arbeiten, oder jemanden Korrektur lesen zu lassen, denn die Versionierung ist schon einfach und übersichtlich. Für mich wird Draft immer mehr der Standard-Editor für meine Blog-Posts.

  3. Lesen. Ich lese viele Feeds entweder direkt in der Feedly App auf dem iPhone, dem iPad oder am Rechner, hinzu kommt Flipboard ebenfalls auf dem iPhone oder dem iPad. Eigentlich habe ich ja tagtäglich den Google Reader genutzt, aber da dieser nun nicht mehr sein wird, ist Feedly die nutzbare Alternative geworden. Ich nutze auf allen Devices Chrome und bin dort jeweils mit meinem Google-Account angemeldet, damit die URL-Autocompletion auch überall funktioniert, falls ich mir mal wieder einen URL nur so zur Hälfte gemerkt habe. Ich lese natürlich auch Twitter, Facebook und Google+, aber alles, was ich lese, lese ich nur als Momentaufnahme, also als Stream. Was nicht an mir vorbeirauscht, nehme ich nicht wahr. Ganz selten nutze ich Rivva, da finde ich selten etwas, was ich nicht schon vorher irgendwie mitbekommen hätte. Generell lese ich ca. 2/3 der Zeit auf dem iPhone oder dem iPad und nicht mehr am Laptop.

  4. Sammeln. Ich bin Bookmark-Agnostiker. Selbst als alle Welt Delicious wie wild nutzte, konnte ich mich kaum damit anfreunden, dies täglich zu nutzen, auch wenn ich die Vorteile natürlich begriffen habe. Mittlerweile nutze ich Instapaper und Evernote, um mir die Inhalte zu merken, die ich später noch lesen will. Dabei verfahre ich so, dass ich Instapaper nutze, um Texte später "in Ruhe" zu lesen und Evernote, um Inhalte "für gut" zu merken. Bei Evernote benutze ich sogar unterschiedliche Notebooks und Tags und so. Beides nutze ich auch mobil, wobei der Web-Clipper von Evernote leider auf dem iPhone nur mittelprächtig funktioniert, Instapaper aber ganz hervorragend klappt mit dem Bookmarklet-Javascript Zeugs als Auto-Completion in der URL-Zeile von Chrome. Screenshots mache ich mit Skitch und scheide sie auch mit Skitch zu.

  5. Teilen. Ich schiebe relativ penetrant die Links zu aktuellen Blog-Artikeln über Twitter, Facebook und Google+ – ich habe da allerdings keine bewusste Seeding-Strategie, sondern weise darauf hin, wann es mir passt und auch so oft, wie ich es für nötig halte. Ich habe mal länger mit Buffer getestet, aber das fand ich dann irgendwie doch unnötig und auch bit.ly habe ich mal mit einer eigenen Domain genutzt, um so richtig schön die Marke Lumma zu pushen, aber das war mir dann doch alles zu aufwändig und so richtig die Zugriffe wollte ich dann doch nicht tracken. Warum? Weil ich hier aus Spaß an der Freude blogge und nicht, weil ich mit dem Traffic dieses Blogs Werbe-Erlöse erwirtschaften muß. Ich verlinke allerdings auf Produkte so weit es geht mit Affiliate-Links über Yieldkit oder direkt von Amazon. Dies mache ich, weil ich es nicht einsehe, Unternehmen Traffic für lau zu schenken, mit dem diese dann Geld verdienen.

Das ist mein aktuelles Setup für den Premium-Content auf diesem Blog und für Artikel auf anderen Blogs. Die einzige Konstanz bei meinem Setup ist, dass ich immer versuche, einen Idealzustand zu erreichen und deswegen immer wieder neue Tools teste und teilweise bestehende Tools dadurch ersetze.

Die aktuelle Diskussion um die Vetternwirtschaft in der bayerischen Politik zeigt für mich deutlich, wie entrückt vom normalen Leben Berufspolitiker oftmals sind. Es verhalten sich da gerade einige Leute so, also ob die Diskussionen der letzten Jahrzehnte nicht nur über Politikverdrossenheit und das Ansehen der Politiker, sondern auch um Vetternwirtschaft, Mauscheleien, Begünstigungen und Betrug in Wirtschaft und Poltik überhaupt nicht stattgefunden hätten. Ich finde es nachgerade absurd, dass dann Politikerinnen und Politiker, nicht nur von der CSU, aber dort mit einer besonderen Häufung und vor allem auch im Kabinett sitzend, meinen, sie können Anstand und Moral ausblenden, da sie sich ja konsequent an den Gesetzestext hielten.

bayernbananeIrgendwas läuft allerdings schief, wenn munter weiter Ehefrau, Ehemann oder Kinder angestellt und auf Staatskosten bezahlt werden. Irgendjemand aus dem engeren Umfeld hätte den betroffenen Politikern “So etwas macht man einfach nicht!” zurufen müssen, aber es scheint mir, dass das Umfeld einfach billigend die Praxis in Kauf genommen hat. Da hilft es auch überhaupt nicht, dass Dorothee Bär, MdB (CSU), darauf verweist, dass das Beschäftigungsverhältnis für ihren Mann noch vor der Heirat endete – schon als Lebensgefährte geht so etwas zu weit. Was im eigenen Betrieb völlig in Ordnung ginge, ist auf Kosten der Steuerzahler noch lange nicht okay!

Ich glaube, dass Politiker, die 23 Jahre lang ohne Unrechtsbewußtsein ihre Ehefrau als Sekretärin beschäftigen, völlig entrückt sind von den normalen Menschen. Abgesehen davon, dass es ich es für problematisch halte, dass jemand so lange im Amt ist, weil ich immer finde, dass Politik vom Wechsel lebt, kann es doch nicht sein, dass sich die Koordinaten in Wirtschaft und Gesellschaft verschieben, aber ein Politiker wie der ehemalige Fraktionsvorsitzende der CSU im bayerischen Landtag, Georg Schmid, einfach so weiter macht. Guckt der nicht Tagesschau und denkt sich “huch, bei Siemens ändert sich aber viel im Bereich Compliance, vielleicht wird es mal Zeit, darüber nachzudenken, ob meine Frau wirklich noch für mich arbeiten kann?” – oder was hat sich Schmid wohl gedacht, als der bayerische Landtag eine Neuregelung der Beschäftigungsrichtlinien verabschiedet hat: “das gilt nur für die anderen, nicht für mich, oder?” – ich verstehe so ein Verhalten nicht.

Als gewählter Volksvertreter muss man doch eigentlich eine bestimmte Sensorik dafür haben oder wenigstens schnell entwickeln, was zwar gesetzlich erlaubt ist, aber was Anstand, Moral oder einfach auch nur der gesunde Menschenverstand einfach nicht zulassen. Wenn man diesen Kompass nicht hat, dann sollte man wenigstens ein Umfeld haben, dass auf eine mögliche Unwucht im eigenen Verhalten hinweist, bevor es zu spät ist. Wir sind alle nur Menschen und lernen aus Fehlern, aber 23 Jahre lang die eigene Ehefrau zu beschäftigen lässt auf Ignoranz, langsame Auffassungsgabe oder bewusstes Handeln zum ausschließlich eigenen Vorteil schliessen. Das sind drei Faktoren, die ich bei einem Politiker nicht sehen möchte.

Die Politik ist ein anstrengendes Geschäft und es macht etwas mit den Menschen, die sich so stark engagieren, dass Politik zu ihrem Beruf wird. Es ist ein leichtes, bei den vielen, vermeintlich wichtigen Terminen, bei der Aufmerksamkeit, die man bekommt, bei den vielen Freunden, die man auf einmal hat, die Bodenhaftung zu verlieren. Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung eines jeden Einzelnen, der oder die sich entscheidet, in die Politik zu gehen. Allerdings müssen sich Politikerinnen und Politiker aber auch immer wieder vor Augen führen, dass sie nicht nicht nur im Parlament sitzen, weil dies ihr Berufswunsch war, sondern weil sie gewählte Volksvertreter sind. Damit ist implizit verbunden, dass für das eigene Handeln andere Maßstäbe gelten sollten, nicht nur, weil die Wählerinnen und Wähler dies erwarten könnten oder sollten, sondern auch, um die eigene Unabhängigkeit zu wahren.

Das Ausmaß der Vetternwirtschaft in der bayerischen Politik zeigt mir deutlich, dass dort einige Koordinaten dauerhaft verrückt waren und Politikerinnen und Politiker ihren eigentlichen Auftrag aus den Augen verloren haben. Sobald die Politik zum Selbstbedienungsladen wird, gerät sie in die Gefahr, ihre Wirksamkeit für die Gesellschaft zu verlieren. Die Parteien tun gut daran, darauf zu achten, dass nicht nur die entsprechenden Gesetze durch die Abgeordneten eingehalten werden, sondern auch darüber hinaus die Maßgabe “das tut man einfach nicht!” gewahrt bleibt, da ansonsten die Politik insgesamt einen weiteren Vertrauensverlust erleiden wird. Die Parteien sollten ohne Rücksicht auf die handelnen Personen bei Vetternwirtschaft sofort dafür sorgen, dass diese Politikerinnen und Politiker auf der nächsten Listenaufstellung der jeweiligen Partei nicht mehr vertreten sind. Wenn ein Politiker trotz des Vorwurfs der Vetternwirtschaft in seinem oder ihren Wahlkreis wiedergewählt wird, dann hat der Souverän es wohl auch nicht anders verdient.

Wenn Vetternwirtschaft zur Normalität wird, dann möchte ich nicht wissen, was das insgesamt über den Politikstil im Land aussagt. Das Ansehen der Politikerinnen und Politiker ist viel zu gering in diesem Land, es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass dies nicht so bleibt. Dafür müssen dann allerdings die gewählten Volksvertreter auch entsprechend handeln und sich nicht als Raffkes präsentieren. Als Wähler erwarte ich von allen Politikerinnen und Politikern, dass sie stets versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Das ist ein ziemlicher Anspruch an die Politik, aber das ist jawohl auch das Mindeste, was man erwarten kann.

Es wird ja gerne gesagt, dass es den Verlagen in Deutschland noch viel zu gut gehe und dass es daher nicht zu Innovationen bei den Online-Publikationen komme. Das kann ich nur schwer beurteilen, da ich noch nie in einem Verlag gearbeitet habe, wenn man mal von einem Praktikum bei einem Anzeigenblättchen Mitte der 80er Jahre absieht. In gewisser Weise ist allerdings eine Publikation wie die Huffington Post eine konsequente Fortführung des Gedankens eines Anzeigenblättchens. Nur natürlich viel größer und schneller und mit einem moderneren Antlitz. Und bestimmt auch mit anderen Themen. Aber wie bei einem Anzeigenblättchen auch wird günstigster Inhalt zusammengepackt, der aus leicht umgeschriebenen Pressemitteilungen oder mickrigst bezahlten Stücken von mehr oder weniger talentierten Inhalte-Erzeugerinnen und -Erzeugern geliefert wird, von einer Handvoll ordentlich bezahlter Edelfedern mal abgesehen.

Ist das der große Wurf für die journalistische Arbeit von Morgen oder einfach nur die brutalstmögliche Form der Inhalte-Aggregation für eine durch Traffic von Google und Facebook dominierten Welt?

Mit der Ankündigung der Huffington Post für Deutschland wird die Comfort Zone für Journalisten in Deutschland noch ein wenig enger werden, werden sich noch mehr Medienhäuser irritiert umschauen und die Erfolgsaussichten ihrer Paywall-Phantasien kritischer beäugen müssen, denn wenn die deutsche Huffington Post nur einigermaßen gut gemacht wird, wird sie eine Sogkraft für Leserinnen und Leser entfachen, die zu Reichweiten-Verlusten bei den etablierten Plattformen führen wird. Und das ist erst einmal gut so, denn Konkurrenz belebt das Geschäft oder regt zumindest zum Nachdenken an.

Die deutsche Huffington Post wird für viele talentierte Journalisten ein Sprungbrett darstellen können, wenn genügend Aufmerksamkeit und Reichweite erzeugt werden. Blogs ermöglichen seit über 10 Jahren Menschen, sich einen Namen zu erschreiben, unabhängig von Verlagen und dem Zugriff auf Druckerpressen. Die Bündelung dieser Inhalte kann dazu führen, dass neue kleine und große Stars hervorgebracht werden. Das finde ich erst einmal gut. Für freie Journalisten wird die Huffington Post allerdings für erneuten Kostendruck sorgen, da eine enorme Konkurrenz erzeugt wird bei wahrscheinlich viel geringeren Preisen. Das Hobby Huffington Post kann für viele Menschen die Aufmerksamkeit bringen, die sie bislang über ihre Blogs nicht bekommen haben.

Das genaue Konzept für die deutsche Huffington Post liegt noch nicht vor, aber dennoch kann man sich ausmalen, welche Auswirkungen der Markteintritt haben wird. Für etablierte Medien-Angebote wird es eine starke, neue Konkurrenz geben, für Experten und Hobbyisten dürfte es Reichweite und Aufmerksamkeit geben, aber für freie Journalisten wird die Huffington Post eher weniger Erlöse für ihre Arbeit bringen. Wir werden sehen, inwieweit es die Huffington Post vermag, den deutschen Journalismus durcheinander zu wirbeln. Es wäre wünschenswert, wenn durch die Huffington Post wieder mehr Elan im deutschen Markt entstehen würde.

Konferenzen sind immer ganz besondere Situationen. Dabei ist es egal, in welcher Branche sie stattfinden, denn durch das Zusammenbringen vieler Menschen entsteht jeweils eine ganz eigene Dynamik. Man hört oftmals interessante Rednerinnen und Redner und trifft Menschen wieder, die man länger nicht gesehen hat, oder überhaupt nur auf dieser einen Konferenz trifft. Man lernt viele neue Leute kennen, entweder, weil man neben einander sitzt oder einander vorgestellt wird.

Timbuk2 / WoolrichKonferenzen sind aber auch Ausnahme-Situationen, weil man nur eine Tasche dabei hat und dort alles drin sein sollte, was man für den Tag benötigt. Da ich immer wieder gefragt werde, was ich so mitnehme zu einer Konferenz, kommt hier meine Packliste.

Hier sind die wichtigsten Sieben Sachen für den Besuch einer Konferenz:

1. Eine Umhängetasche. Auch Messenger-Bag genannt. Ich bevorzuge seit 10 Jahren Taschen von Timbuk2. Idealerweise gibt es ein Laptop-Fach und genügend kleine Fächer für Kabel, Sonnenbrille, Notizbuch, Stifte, etc. – ein Timbuk2 Classic Messenger Bag reicht da völlig aus.

2. Ein Akkupack. Es gibt nie genügend Steckdosen auf einer Konferenz. Daher sollte man vorsorgen und sich etwas Strom mitnehmen. Ich kann das Anker Astro3E 10.000mAh empfehlen, es sieht nicht aus wie der letzte Plastikschrott, hat zwei USB-Anschlüsse zum Aufladen von mobilen Endgeräten und lässt sich selber über einen Micro-USB Anschluß aufladen.

3. Kabel. Ich habe zwei Lightning Ladekabel fürs iPhone dabei, mitsamt einem Stecker für 220V Steckdosen. Natürlich habe ich auch ein Ladekabel für das Macbook Air dabei. Und noch ein Ladekabel für mein Kindle. Und das Ladekabel zum Aufladen des Akkupacks. Und bestimmt auch noch ein Ladekabel für das iPad, also die pre-Lightning Variante.

4. Notizbuch. Ja, ich weiss, kaum jemand kann heutzutage noch entziffern, was da so in ein Notizbuch gekritzelt wird und es synct so schlecht mit anderen Devices und hat auch keine Reminder-Funktion, aber ich finde Papier hat in diesem Fall doch noch ein paar Vorteile gegenüber dem hastigen Rumtippe oder Gemale auf einem Tablet. Natürlich kann man auch mit dem Laptop Notizen machen, aber das wirkt dann immer so nach Streber aus der ersten Reihe. Beliebt sind natürlich die Moleskine Notizbücher, die es auch in einer Moleskine Evernote Edition gibt, aber ich nutze aktuell ein Notizbüchlein von Smythson, weil die schön klein und dünn sind. Ach ja, ein Stift ist auch hilfreich für handschriftliche Notizen.

5. Laptop. Ich habe eigentlich immer ein Laptop dabei, nutze es auf Konferenzen aber so gut wie nie. Allerdings nutze ich es bei der An- und Abreise, um meine Gedanken und Eindrücke zu dem Thema zu sammeln. Früher habe ich mein Laptop genutzt, um nebenbei Notizen zu machen, zu bloggen oder irgendwas im Web zu lesen, aber mittlerweile finde ich das zu ablenkend und versuche daher, mich ganz auf die Konferenz zu konzentrieren. Mein aktueller Tipp für das Schreiben von Artikeln: Draft – total klasse, schön und einfach, aber dennoch flexibel.

6. Visitenkarten. Ich habe seit Jahren keine Visitenkarten mehr dabei und muss immer verschämt sagen “Du findest mich im Netz!”, was immer arrogant und großkotzig wirkt. Daher empfehle ich, bei Moo.com einfach fix ein paar schöne Visitenkarten zusammenzuclicken. Aber bitte nicht die mit Space Invaders, die nutze ich künftig.

7. Kopfschmerztabletten. Irgendwie schlafe ich nach dem ersten Abend einer Konferenz immer zu wenig und benötige dann am zweiten Tag Kopfschmerztabletten. Manchmal bereiten allerdings auch Vorträge Kopfschmerzen, also ist es immer besser, etwas gegen Kopfschmerzen dabei zu haben.

Mehr braucht man eigentlich gar nicht. Das Smartphone hat man ja sowieso dabei.