06. Juni 2007

DOPPLR – Web 2.0 Wannabe Jetset-Tool

Dopplr benutze ich seit einer Weile, aber seit der Reboot hat die Plattform deutlich Zulauf bekommen. Dopplr macht eigentlich nur eine Sache, aber das sehr einfach und gut. Man gibt seine Reisedaten ein, also Ort und Datum, dann kann man sehen, wer dann auch vor Ort sein wird. Nico Lumma’s trips zeigt z.B., wann ich unterwegs sein werde.

Und der Nutzen? Der ist da. Meine Frau weiss nun immer, wo ich sein werde und kann nicht mehr sagen, sie hätte es nicht gewusst und ich hätte nichts erzählt. Dann sage ich einfach “Schnapp dir den Dopplr-Feed!”. Wieder wurde eines der grossen Probleme der Menschheit durch Web 2.0 gelöst.

Ach ja, ich kann gerade alle einladen, wer mag, darf mir gerne eine Email schicken und um einen Dopplr-Zugang betteln.

06. Juni 2007

Morgens am Flughafen im Frühsommer

Im Winter ist es fürchterlich, wenn man einen frühen Flug nehmen muss und sich durch einen nasskalten Morgen zum Flughafen quälen darf. Aber heute war so ein strahlend schöner Morgen, da schienen um 5 Uhr morgens schon die ersten Sonnenstrahlen um die Ecke, die Autobahn war frei, am Flughafen gab es einen Parkplatz in PolePosition, bei der Security kaum Leute mit Flüssigkeiten von denen sie nichts wussten und in der LH Lounge gibt es neben alten Keksen ausnahmsweise auch frisch ausgepackte abgepackte nach nichts schmeckende Küchlein und hinter mir wird über aktuelle Absatzzahlen referiert, da kann ich mir eigentlich kaum etwas schöneres vorstellen, als so früh morgens unterwegs zu sein und auch noch bloggen zu können.

Ausser vielleicht noch im Bett zu liegen und zu schlafen, aber Schlaf ist eher optional in diesen Tagen.

05. Juni 2007

Agendasetting per Pflasterstein

Die derzeit grassierende G8-Woche wird von einem Thema dominiert, dem schwarzen Block. Jede Menge Experten geben ihre Analysen zum Besten, Berichterstatter zeigen sich schockiert vom Ausmass der Gewalt und Politiker fordern entweder harte Bandagen oder Deeskalation.

Ich habe in Göttingen studiert, dort war der schwarze Block auf allen Demos präsent, was dazu führte, dass ich nicht mehr demonstrieren gegangen bin. Friedlicher Protest ist eine Sache, aber Randale ist nicht meine Art der Auseinandersetzung. Ich finde sie absolut kontraproduktiv, in den 90ern bei Demos gegen Rechts und auch jetzt bei Demos zum G8-Gipfel. Gewalt erzeugt sicherlich immense Aufmerksamkeit, aber sie lenkt dadurch von allem anderen ab.

Das ist das Dilemma, in dem derzeit die Organisatoren der Protestaktionen zum G8-Gipfel stecken, ihre Themen kommen nicht auf die Agenda, denn dort ist einzig und alleine der schwarze Block, denn dieser liefert Bilder, Emotionen und Diskussionsstoff.

Ich frage mich, wieviele Pflastersteine noch geworfen werden müssen, bis sog. linke Gruppen endlich realisieren, dass ihre Duldung des schwarzen Blocks und ihre hanebüchenen Erklärungs- und Rechtvertigungsversuche der Daseinsberechtigung eines schwarzen Blocks bei Demos einzig und allein dazu beitragen, dass das eigene Anliegen völlig ins Hintertreffen gerät. Da werden wohl noch etliche Kilometer abgedeckter Bürgersteige ins Land gehen, bis diese Erkenntnis bei den Demo-Veranstaltern durchsickert.

Bis dahin halte ich mich weiterhin von Demos fern, zum einen sind die meistens postulierten Maximalforderungen nicht meine Sache, zum anderen finde ich meine Gesundheit recht angenehm, aber vor allem will ich nicht mit dieser Art des Agendasettingprozesses in Verbindung gebracht werden.

Kann mir mal jemand sagen, was bislang an Protest in Rostock und Heiligendamm gelaufen ist, abgesehen vom Krawall? Da dringt kaum etwas durch.

05. Juni 2007

Sehnenscheidenentzündung ‘r us

So, heute nachmittag war ich eine Stunde lang in der Blogsprechstunde und hab mich um Kopf und Kragen gechattet.

Es ging wie zu erwarten um Shoppero, Blogg.de, Blogmonitor.de, Mabber, Webzweinulljobs.de und noch einiges mehr. Ich hatte das Glück, viele gute Fragen gestellt zu bekommen und habe sogar das eine oder andere Mal doch noch auf eine Frage geantwortet.

Jetzt kann ich kaum noch tippen, aber für Twitter wird es noch reichen.

04. Juni 2007

Ignorance is Bliss

Seit knapp einer Woche komme ich mit einer stark reduzierten Anzahl von Feeds in meinem Feedreader aus. Vieles hat mich dann doch nicht so sehr interessiert, etliches nur noch genervt. Viele Protagonisten der deutschsprachigen Blogosphäre haben sich auf Nabelschau, Hahnenkämpfe und Lynchmobblogging konzentriert, was mich auf Dauer nur noch ermüdet. Originärere Inhalte sehe ich immer weniger, dafür jede Menge Copy&Paste-Krams ohne viel Reflexion. Diese Feeds habe ich gekickt, dafür einige andere, spannendere Feeds hinzugenommen.

Wenn es nur noch darum geht, dass man mit seinen Artikelchen eine Welle macht, oder auf einer Welle mitschwimmt, dann finde ich es langweilig, und auf Dauer ermüdend. First-Post!-Getue brauche ich nicht, für einen irrsinnigen Signal/Noise-Ratio gucke ich mir dann lieber für einige Minütchen am Tag Twitter an.

Insofern sehe ich das Aufräumen meines Feedreaders als eine Art Frühjahrsputz an, der mich wenigstens dazu bringt, mal wieder etwas pseudoselbstreferentielles über die Blogosphäre zu schreiben. Angenehmerweise kommen ständig neue Blogs hinzu, so dass die gefühlte Leere in meinem Feedreader nicht ewig vorherrschen wird. Stürme im Wasserglas finde ich weiterhin uninteressant.