52 Bücher – Nr. 37: Winterhuder Mordmenü

Dieses Buch habe ich nur gekauft, weil ich in Winterhude wohne und weil ich dachte, ich könnte dem Genre Krimi mal wieder eine Chance geben. Außerdem hatte es jemand auf Facebook gepostet.

Winterhuder Mordmenü spielt in der Gastroszene von Winterhude und liefert eine nette Milieustudie vergangener Zeiten. Viele der Kneipen und Restaurants sind mir noch geläufig, allerdings habe ich die meisten nie besucht, mit Ausnahme von Frau Larsson natürlich, schliesslich haben wir einen Skandinavientick und Kinder.

Das Buch liest sich leicht und flockig runter, so wirklich spannend ist es nicht und auch die Morde bleiben irgendwie genau so egal wie deren Aufdeckung. Wenn man in der Gegend wohnt, dann hat man durchaus Vergnügen an der Lektüre, weil eben viel Gewohntes vom Autor aufgegriffen wurde.

Winterhuder Mordmenü

52 Bücher – Nr. 36: Die Modernisierung meiner Mutter

Ich hatte Anfang des Jahres Auerhaus von Bov Bjerg quasi verschlungen, daher habe ich freudestrahlend Die Modernisierung meiner Mutter zur Hand genommen. Das Beste von Bov Bjerg hiess es, gesammelte Geschichten.

Was für ein bescheuertes Buch. Ich habe es gehasst, von der ersten bis zur letzten Zeile. Sätze, die wie von einem Randomizer generiert zusammengeschoben wurden, angedeutete Pointen, anstrengende Ironieversuche, das ganze Buch wirkt zusammengefriemelt, damit man vom Erfolg von Auerhaus noch im Weihnachtsgeschäft partizipieren kann.

Pure Zeitverschwendung, null Lesevergnügen. Und welches Buch haben bitteschön diejenigen gelesen, die als Kritiker sich in Lobhudeleien ergötzten? Ich war so froh, als ich diese sehr langen 160 Seiten endlich durch hatte.

Die Modernisierung meiner Mutter von Bov Bjerg.

52 Bücher – Nr. 35: The Wife

Ich saß im Flugzeug von Des Moines nach Chicago und der Mann neben mir bestellte sich einen Whiskey on the Rocks, nahm ein Buch zur Hand und begann zu lesen. Da er das Buch den ganzen Flug über nicht weg legte, dachte ich mir, dass das Buch eventuell interessant sein könnte, schließlich bin ich ja auch verheiratet.

The Wife handelt wenig überraschend von einer Frau, die mit einem Mann verheiratet ist. Joan Castleman ist 64 Jahre alt und fliegt gerade mit ihrem Mann Joe, einem berühmten Autor, nach Helsinki, damit er dort einen Preis entgegen nehmen darf. Joan ist sich sicher, dass sie sich von ihrem Mann trennen wird. Sie berichtet davon, wie sie sich kennengelernt haben, wie sich die Karriere des Mannes entwickelt hat und wie unzufrieden sie mit ihrer Rolle als Ehefrau ist, die sich um die drei mittlerweile erwachsenen Kinder gekümmert hat und ansonsten vor allem dem Mann den Rücken freihalten durfte.

Das Buch liest sich zügig, es gibt auch ein paar unversehbare, aber irgendwie doch naheliegende und erahnbare Momente, aber mehr als gute Unterhaltung ist es eben auch nicht.

The Wife von Meg Wollitzer

52 Bücher – Nr. 34: Seinfeldia – How a Show about Nothing Changed Everything

Seinfeld war nie die Sendung, die ich unbedingt gucken musste. Aber jedes Mal, wenn ich diese “Show about Nothing” geguckt habe, dann bedeutete das jede Menge Spaß, viel Unvorhersehbares und auch viele wiederkehrende Effekte. Seinfeld hat die amerikanische Popkultur der 90er Jahre geprägt und für stehende Begriffe wie “Soup-Nazi” gesorgt. Die Episode, in der es um das viel zu dicke Portemonnaie von George ging, prägte den Ausdruck “Costanza Wallet”. Es gibt unzählige Episoden, an die ich mich erinnere und vermutlich geht es vielen so, die die Serie in den USA gesehen haben. Als bekennender TV-Snob kann ich amerikanische Serien nur im Original gucken, weil bei den deutschen Synchronisierungen vieles vom Sprachwitz verloren geht.


Seinfeldia widmet sich den 9 Jahren, in denen Seinfeld lief. Von der Entstehung der Idee über die vielen Autoren, die für die Sendung geschrieben haben und die Auseinandersetzungen, die geführt wurden, um tolles Fernsehen zu machen, bis hin zu der Entscheidung, die Sendung einzustellen, werden nahezu alle Aspekte dieser Serie beleuchtet. Übrig bleibt der Eindruck, dass Seinfeld für alle Beteiligten eine sehr intensive Erfahrung mit viel Verzicht gewesen sein muss, aber für ein Produkt gesorgt haben, dass die Zuschauer begeisterte und dem Sender NBC unglaubliche Profite bescherte. Seinfeld lief von 1989 bis 1998 und war die erfolgreichste Fernsehserie der Zeit mit 180 ausgestrahlten Episoden.

Über Weihnachten werde ich dann mal versuchen, die Serie von Vorne zu gucken, um Erinnerungslücken aufzufrischen.

Seinfeldia

52 Bücher – Nr. 33: The Graduate

In den Sommerferien ist mir in einer großen Buchhandlung unweit des Picadilly Circus in London ein Schaufenster aufgefallen, in dem The Graduate großflächig beworben wurde. Ob es einen Anlass dafür gab, weiss ich nicht, aber mir ist dabei aufgefallen, dass ich den Film mehrfach gesehen habe, aber das Buch dazu gar nicht kenne.

In Vorbereitung auf meinen Ausflug in die Bay Area habe ich dann diesen Klassiker in die Hand genommen, denn große Teile der Handlung spielen in Berkeley. Seit ich dort vor 21 Jahren mal studiert habe, ist mir die Stadt ans Herz gewachsen und sicherlich hat auch gerade deshalb der Film bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen.

Der Film ist eine ziemlich gute Adaption des Buches. Dafür ist das Buch allerdings anstrengend zu lesen, denn es handelt sich fast nur um Dialoge. Das ist ein interessantes Stilmittel, aber irgendwie auch sehr ermüdend. Aus heutiger Sicht ist natürlich die Handlung kaum noch nachvollziehen, denn Sexual- und Moralstandards haben sich geändert und niemand erwartet mehr, dass junge Frauen mit dem Ende des Colleges bereits verheiratet sein sollten und der Mann für sie zu sorgen habe. Die Einstellung zum Seitensprung hat sich vermutlich weniger geändert.

Den Film fand ich besser, aber das liegt vermutlich auch an Dustin Hoffmann und Anne Bancroft.

The Graduate