Atheisten-Bus

Nico —  5.01.2009



Der Werbe-Slogan der British Humanist Association lautet:

There’s Probably No God. Now stop worrying and enjoy your life.

Diese Werbung wird sicherlich als Gesprächsanbahnung funtionieren.
Was wäre eine derartige Kampagne ohne Twitter-Account? Eben. Daher gibt es @AtheistBus zum followen.
[ via: @blampe ]

918394-d1Was kann man tun, wenn die Ehepartnerin zu viel Schuhe bei Zappos.com kauft? Man erwirbt das $50,000 Cease and Desist T-Shirt by Zappos.com und ist dann erst einmal alle Sorgen los:

# Buy this rare collector’s t-shirt and we’ll make sure your significant other never shops at Zappos.com again! When you purchase this limited edition t-shirt, we will permanently disable your significant other’s Zappos.com account for the rest of his/her life.
# Within 30 days of purchase, a Customer Loyalty Team („CLT“) representative from Zappos.com will arrive to the location of your choosing in the United States to break the news in person to your significant other.
# The CLT rep will also be a shoulder to cry on for up to 1 hour (60
minutes) for your significant other. As time permits, the CLT rep will also be available to share tears of joy with you.

In Deutschland ist man fein raus, weil Zappos.com immer noch nicht in Deutschland ist. Und ja, bevor jetzt wieder irgendwelche Merkbefreiten hier kommentieren, daß das jawohl nicht ernst gemeint sein kann und daß man $50.000 total viele Schuhe kaufen könnte, aber die meisten das nicht tun würden, dies ist ein nette Marketing-Idee, propagiert via Twitter.

[ via: @zappos ]

Tweetbacks

Nico —  4.01.2009

In den letzten Tagen habe ich mich etwas mit meinem Geblogge und Getwittere auseinandergesetzt und festgestellt, daß mir da immer noch eine Verknüpfung fehlt. Ich habe zwar Kommentare und Trackbacks beim Blog und Replies sowie ReTweets bei Twitter, aber dennoch läuft beides eher parallel nebeneinanderher, obwohl es doch immer wieder Überschneidungen und Rückkoppelungen gibt.

Ich bin zu der Idee gekommen, daß ich gerne unterhalb meiner Blog-Postings auch anzeigen will, wer über dieses Thema getwittert hat, bzw. wer zu meinem Artikel über Twitter einen Kommentar abgegeben hat.

Nun hat Rachel Cunliffe eben gerade auf Mashable über 10 Ways Twitter Will Change Blog Design in 2009 gebloggt und gleich als ersten Punkt den Begriff Tweetbacks eingeführt:

Bloggers will start to add “Tweetbacks” to their blog posts. The simplest version will show the number of people who have tweeted this post (including all reverse engineered tinyurls). Tweetbacks are not yet available.

Options will include:
* Showing what tweeters are saying about the post
* Replies to those tweets from others
* Showing who is tweeting the post
* Showing the tweeters’ avatars
* Ordering tweeters by Twitter influence
* Mixing tweets in with comments, rather than displaying them separately

Ich liebe dieses Lazyweb, da nimmt jemand meine unformulierten Gedanken auf und trägt sie in die Welt, jetzt muß das nur noch mal eben jemand als Plugin für WordPress, Typepad und Co. basteln. Eigentlich wäre das ein Fall für Disqus oder IntenseDebate.

Tweetbacks werden 2009 dafür sorgen, daß 2009 Twitter noch präsenter sein wird als je zuvor.

Im Tagesspiegel wurde heute die Sichtweise vom Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, noch einmal erläutert, der Konjunkturprogramme derzeit nicht befürwortet. Die Sichtweise kann man teilen, insbesondere wenn man die lächerlichen Ideen wie Senkung der KFZ-Steuer zur Incentivierung von Neuwagenkäufen denkt. Allerdings finde ich diese Aussagen im Artikel DIW-Chef hält Abschwung für reinigend für sehr zynisch:

Die Rezession beschleunige überfällige Reformen und führe dazu, dass sich ganze Branchen besser aufstellten, sagte Zimmermann. „Ein Abschwung wirkt in gewisser Weise reinigend, nur gesunde Unternehmen überleben.“ Insgesamt werde es „nicht so dramatisch, wie viele befürchten“. So werde der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im neuen Jahr voraussichtlich weniger als drei Prozent betragen. Ab Mitte 2009 werde es wieder bergauf gehen, und 2010 werde sich die Besserung festigen. Allerdings werde es bis dahin „einige Hunderttausend Arbeitslose mehr“ geben.

Man kann nicht von einer „reinigenden Wirkung“ und „einigen Hunderttausend Arbeitslosen mehr“ in einem Atemzug sprechen, es sei denn, man sieht als Problemlösung vor allem den Abbau von Beschäftigungsverhältnissen vor.

Wenn dieser Abschwung eine reinigende Wirkung haben soll, dann muß neben den notwendigen Reformen in der Wirtschaftspolitik und in den Unternehmen jetzt tunlichst auch darüber nachgedacht werden, was wir mit Beschäftigten in Branchen anstellen sollen, die keine wirklich rosige Zukunft mehr haben. Einfach nur zu sagen, daß es dann eben „einige Hunderttausend Arbeitslose mehr“ geben wird, ist nicht genug. Wir leben in einer Konsumgesellschaft und können es uns nicht erlauben, daß dauerhaft Millionen von Mitbürgern in Arbeitslosigkeit leben müssen und eben auch nur eingeschränkt konsumieren können. Als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sollte man sich darüber im Klaren sein, dass „einige Hunderttausend Arbeitslose mehr“ gesellschaftliche Auswirkungen haben werden, die die Wirtschaft beeinflussen werden, denn hier geht es mehr als um nur die zynische Reduzierung des Headcounts.

Zwar ruft Robert das Jahr der Fachblogs aus, und dann muß das ja eigentlich auch eintreten, aber ich habe da irgendwie so meine Zweifel. Sicherlich haben sich die deutschen Blogosphären in den letzten 5 Jahren durchaus gewandelt, aber es gibt immer noch etliche limitierende Faktoren, die dafür sorgen werden, daß Fachblogs es sehr schwer haben werden.

1. Finanzierung: Google Adsense ist nicht nur wegen des Dollarkurses nicht die attraktivste Möglichkeit, sein Blog zu vermarkten. Adnation kommt auch nicht wirklich vom Fleck, hat aber mal die ein oder andere Kampagne, die dann manchmal auch hier zu bewundern ist. Man muß also schon massiv PageImpressions bolzen, will man mit Werbe-Vermarktung Geld verdienen. Fachblogs werden aber eher in einer Nische positioniert sein, also dürfte das ein Problem werden. Bleibt das Sponsoring, was von Thema zu Thema sicherlich unterschiedlich gut funktioniert. Man kann natürlich auch auf eine externe Finanzierungsquelle verzichten und das Fachblog betreiben, um ordentliches Selbstmarketing zu betreiben, aber das funktioniert auch nicht bei jedem Thema. Blog-Netzwerke wie Blogwerk sind leider immer noch die Ausnahme, die es den Autoren ermöglichen, sich weitesgehend auf die Inhalte zu konzentrieren.

2. Inhalte: Wer die Anfänge von Creative Weblogging mit den nur zaghaft umgeschriebenen PR-Meldungen erinnert, der weiß, was das größte Problem der sog. Fachblogs ist. Ordentliche Inhalte. Die kosten in aller Regel viel Zeit, jedenfalls auf diesem Fachblog hier. Die Zeit hat man nicht immer, wenn man nebenbei bloggt. Dann sind die Inhalte mager und die Leser bleiben aus. Es gibt sicherlich auch immer ein paar Ausnahmen, aber genuine Inhalte werden das Grundproblem von Fachblogs sein. Einfach nur bei amerikanischen Blogs abzuschreiben wird nicht gehen. Recherche wäre so eine Sache, die Fachblogs wirklich relevant machen könnte.
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