Nun ist das Chaos in der Unions-Spitze perfekt. Koalitionsaussagen: Rüttgers fordert Zusage an FDP:

Vor Rüttgers hatten sich bereits die stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Roland Koch und Christian Wulff für eine Koalitionsaussage zugunsten der FDP ausgesprochen. CDU-Chefin Angela Merkel und die CSU-Spitze lehnen dagegen eine solche Festlegung ab.

Na, was denn nun, liebe Union? Soll die FDP nun doch wieder wie immer als Anhängsel der Union in den Wahlkampf gehen, oder muss die einstige Pünktchenpartei sich nun doch noch mitten im Wahlkampf ein eigenes Profil zulegen? Für die Unions-Spitze ist bei allem Dissens klar: das wird knapp mit dieser FDP.

Bei einigen in der Union hat sich wohl herumgesprochen, daß zum einen das Parteiensystem sich verändert hat, zum anderen aber die Erinnerungen an die ewige Kanzlerschaft unter Kohl/FDP nicht die allerbesten sind. Andere in der Union setzen auf „Altbewährtes“ und wollen die FDP durch eine frühe Koalitionsaussage stützen. Es ist deutlich zu sehen, dass die Unions-Spitze schon lange nicht mehr inhaltlich auf einer Welle schwimmt, sondern die einzige Klammer der Machterhalt mit Frau Merkel ist. Das wird noch ordentlich Krachen im Gebälk der Union, insbesondere wenn jeder der Protagonisten möglichst aufgeplustert in den Wahlkampf schreiten will.

hulu_splashcast_chuck_020109
Splashcast hatte letztes Jahr einen Widget-Deal mit Hulu eingefädelt und jetzt getTVapps.com gestartet. Das ist aus mehreren Gründen beachtenswert:
1. Bislang konnte Content von Hulu nur bei MySpace über Primetime integriert werden. Splashcast-Widgets werden über die Distributionstools von Gigya quasi überall embeddable gemacht. Das bedeutet, dass ich meine Lieblingsserien meinen Freunden dort zur Verfügungstellen kann, wo ich es für angebracht halte, also im Blog, bei Facebook, bei MySpace, und so weiter.

2. Splashcast selber hat noch einige Social-Features hinzugefügt, die über das reine Konsumieren von TV hinausgehen. So kann man mit einem Click auf ein kleines ‚t‘ auch gleich twittern, was man guckt und man kann für einen Fan-Channel selber Content zur Verfügung stellen. Außerdem wird angezeigt, wer derzeit noch alles die Serie guckt. Da wird sicherlich noch so einiges passieren, wenn erst einmal die entsprechende Fan-Basis geschaffen ist.

3. Die Rechte-Problematik wird noch einmal verschärft, denn die sog. Georetardation, also das Aussperren von Usern aus Regionen, für die die Online-Rechte nicht bei Hulu liegen, wird immer mehr Nutzern auf die Nerven gehen, schließlich wird man mehr und mehr über interessante TV-Serien stolpern, die man sich nicht angucken darf. Einerseits werden User mit Diensten wie Hotspot Shield versuchen, die Sperren zu umgehen, andererseits werden TV-Sender bspw. aus Deutschland irritiert sein, wenn sie Inhalte aus den USA einkaufen, die dann große Teile der Zielgruppe bereits online gesehen haben. Das wird unweigerlich zu einem Diskussionsprozeß führen, denn die TV-Sender werden den Rückgang der Werbe-Einnahmen zu befürchten haben.

Das Jahr 2009 startet sehr widgetig, mal sehen, wie es weiter geht.

$1200 auf Sitepoint hat der User „worldbuyer“ ausgegeben und sich damit eine recht junge Plattform gesichert, die seit gestern auf Twitter von vielen Leuten ausprobiert wird und zum Stand der Auktion ca. 800 User hatte: Twply. Wäre ich Nutzer von Twply, dann würde ich jetzt als allererstes mal mein Twitter-Password verändern.

Oh, warte, damit können ja alle anderen Dienste, die ich mit meinem Twitter-Account verknüpft habe, nicht mehr funktionieren. Das ist doof. Siegt jetzt die Bequemlichkeit, oder das Interesse an dem Schutz meiner Daten und dem Zugriff auf meine Online-Identität?

Twply zeigt zwei Sachen ganz deutlich:
1. Auch 2009 sind Leute im Internet immer noch viel zu gutgläubig und vertrauen anderen Leuten Daten an, die man wirklich lieber für sich behalten sollte. Man mag das gestern mit den Auswirkungen einer gelungenen Silvesternacht rechtfertigen können, aber das Grundproblem bleibt, es sollte viel mehr Skepsis angebracht sein, wenn jemand sagt „hey, gib mir mal Deine Zugangsdaten!“ – auch wenn es „nur“ um Twitter und nicht den Homebanking-Account geht.

2. Twitter muss sich endlich, und das ist auch nicht gerade eine neue Forderung, einen Mechanismus überlegen, oder besser noch, endlich implementieren, mit dem eine Authentifizierung für Dienste möglich ist, ohne Herausgabe von Username und Passwort. So wie man es von FlickR kennt, oder von Friendfeed, der Amazon Webservices API, oder oder oder. Idealerweise würde Twitter da OpenAuth nutzen, ein Protokoll, an dessen Entstehung der ehemalige Chef-Entwickler von Twitter selbst beteiligt war. Vor zwei Jahren. Da fragt man sich echt, warum das bei Twitter so lange dauert.

Es ist toll, wenn Dienste miteinander verknüpft und Funktionalitäten angeboten werden können, die ansonsten nicht vorhanden wären, aber dies sollte niemals auf Basis der Login-Daten passieren. Twitter muß dringend handeln, bevor die ersten massiven ungewollten Fremdnutzungen von Twitter-Accounts passieren.

The Sanctuary

Nico —  1.01.2009

bl_sanctuary_str01
Leute, die mich kennen, wissen ja, dass ich insgeheim ein ziemlich ordnungsliebender Mensch bin. Daher bin ich echt ziemlich von dem Konzept von The Sanctuary aus dem Hause BlueLounge angetan. Ein Ort für alle Gadgets, mit allen nötigen Anschlüssen, damit man a) alles wiederfindet und b) auch noch alles aufgeladen ist. Super Idee, vor allem wüsste ich dann auch, wo gerade die Hälfte meiner Gadgets rumliegen könnte.

Teil 1 meiner guten Vorsätze für 2009 beinhaltet das Nachdenken über mehr Ordnung. Das habe ich damit abgehakt.

Irokäse mit Fliegenpilz

Nico —  31.12.2008



Guten Rutsch und ein erfolgreiches 2009!