Lange Zeit galt, was Robert Basic just formulierte:

Links sind ein Gradmesser für die blogübergreifende Konversation

Ist das wirklich so? Ich glaube, das war einmal.
Robert hat die Anzahl der Links in der deutschen Blogosphäre anhand von DeutscheBlogcharts.de analysiert und festgestellt, dass die Anzahl der Links ungefähr wieder auf dem Stand vom Februar 2006 angekommen ist.
Ich glaube nicht, dass Links von einem Blog zum anderen noch die Relevanz haben, die sie vor 4-5 Jahren hatten:

  • es gibt nicht die eine deutsche Blogosphäre, sondern viele, die nur lose miteinander verknüpft sind, das bedeutet auch, dass nicht alle unbedingt zu den sog. Top-Blogs verlinken und vor allem bedeutet es auch, dass die Top-Blogs für viele Konversationen gar nicht relevant sind.
  • die Anzahl der Blogs und der Artikel hat in den letzten Jahren ordentlich zugenommen, man kann und will daher gar nicht mehr auf die Vielzahl der Artikel eingehen. 2003/2004 gab es täglich nur eine übersichtliche Anzahl von Artikeln, auf die dann mit Verlinkungen eingegangen wurde, da allerdings damals auch der Vernutzungsgrad unter den paar hundert Bloggern recht hoch war.
  • durch die verstärkte Nutzung von Feedreadern hat sich die Rezeption von Blogs verändert, anstatt “ich blogge das!” wird jetzt eher der “ich share das!”-Impuls getriggert.
  • die Konversation hat sich verlagert, sie findet nicht nur in Blogs, sondern auch in Facebook, auf Twitter, meinetwegen auch bei Friendfeed oder sonstwo statt.
  • der schnelle Link am Rande wird heutzutage über Twitter ausgeklingt und nicht mehr als Blog-Posting a la “guckt Euch das mal an, ist interessant” gewürdigt.

Spannend ist daher nicht mehr nur das Tracken von Verlinkungen, sondern vor allem die semantische Analyse von Blog-Inhalten und ihrer Beziehung zu einander. Dann kann man auch nachvollziehen, wie sich Konversationen entwickeln, denn diese setzen nicht immer zwingend einen Link vorraus, auch wenn das natürlich die höfliche Tour ist.

Das ist doch mal eine interessante Story:

U.S. Atty. Patrick Fitzgerald said today that federal authorities arrested Democratic Gov. Rod Blagojevich this morning because the governor went on “a political corruption crime spree” that needed to be stopped.

Fitzgerald said secret tape recordings showed Blagojevich was attempting “to sell the U.S. Senate seat” that President-elect Barack Obama recently vacated. Fitzgerald said, “We make no allegations” that Obama was aware of any alleged scheming by Blagojevich.

The governor has the sole power to pick Obama’s replacement under the state constitution.

“The conduct would make Lincoln roll over in his grave,” Fitzgerald said, quoting Blagojevich as saying the Senate seat is “a bleeping valuable thing. You just don’t give it away. … I’ve got this thing and it’s bleeping golden.”

Fitzgerald called the corruption charges against Blagojevich “a truly new low.”

Der Governeur von Illinois wurde festgenommen, weil dieser den frei werdenden Platz im Senat von Barack Obama vergeben darf und nun wohl versucht hat, diesen Sitz meistbietend zu verkaufen. Tja. Mich würde allerdings interessieren, was so ein Platz im Senat kostet, den man ganz ohne Wahlkampf erwerben könnte.

Intense Debate im Test

Nico —  9.12.2008 — 14 Comments

Eigentlich nutze ich seit einigen Monaten Disqus für meine Kommentare und bin sehr zufrieden damit, aber im Zuge meines Umzugs gab es irgendwelche Komplikationen mit Disqus und den neuen Permalinks des Blogs, was dazu führte, dass irgendwie gerade nicht alles so 100% mit Disqus funktioniert, was ich denen nicht zum Vorwurf mache, schließlich war der Blog-Umzug auch etwas ungewöhnlich. Während die Jungs von Disqus nun hoffentlich gerade immer noch an einer Lösung werkeln, habe ich den Artikel von Duncan Riley zum Thema Intense Debate vs Disqus: Why I Nearly Switched gelesen und bin insbesondere über diese Punkte gestolpert:

Integrated WordPress commenting: no iFrame for Intense Debate, instead all comments are shown natively in WordPress. It’s an “advanced” view that delivers Intense Debate services in the one spot. Disqus by comparison has a highly confused interface: for example you don’t have all moderation features in their admin view, but you do on the post itself. In WordPress you get an iFrame.

Integrated FriendFeed comments: if I switch this will be a big selling point. Intense Debate imports FriendFeed comments into the comment thread itself, so they just look like standard comments. We’ve previously been running them here at The Inquisitr, but they aren’t combined in the comment thread. Disqus has previously talked about doing this, but they don’t do it today that I’m aware of.

Integrated Twitter support: not a huge selling point, but at a time where Twitter has never been more popular, the option to allow users to Tweet their comment complete with link can only help drive traffic back to your site. Disqus doesn’t offer anything similar.

Reputation Management: Both offer reputation management, but with Intense Debate it’s a stronger part of the presentation.

All dieses Punkte finde ich sehr wichtig und spannend, hinzu kommt natürlich, dass Automattic, die Firma hinter WordPress, das Team von Intense Debate übernommen hat, weswegen ich mir eine deutlich bessere Integration mit WordPress verspreche.

Bislang ist das auch alles sehr cool, nur dass meine Kommentar-Antworten per Mail nur ab und zu mal ankommen, was ich durchaus nervig finde, abgesehen davon sind dann die Umlaute vermurkst. Die Integration des Kommentartools im Adminbereich von WordPress ist weitaus gelungener als bei Disqus und vor allem gibt es zwei hervorragende Features:

Theoretisch werden Kommentare via Friendfeed in den Kommentar-Thread integriert, was mE in der Praxis bei meinem Blog noch nicht vorgekommen ist, und ich kann Kommentare von mir bei Twitter automagisch verkünden, was bei zurückhaltender Nutzung positive Auswirkungen auf die Kommentare haben dürfte. Die Verzahnung mit Friendfeed und Twitter finde ich jedenfalls ziemlich smart, aber ich glaube auch nicht, dass das so sehr Raketenphysik ist, dass Disqus nicht nachziehen könnte. Bleibt die viel bessere Integration im WordPress-Adminbereich, aber auch das nur manchmal funktionierende Comment-by-Email – ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht sicher, welches von beiden Kommentartools ich zukünftig einsetzen werde. Aber die Twitter-Verknüpfung finde ich sehr smart.

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden und Pendler hoffen auf kräftige Nachzahlungen, aber das ist echt das falsche Signal. Die Pendlerpauschale muß jetzt gestrichen werden, es kann nicht angehen, dass wir weiterhin die Fahrten zur Arbeit finanziell unterstützen. Ich habe da auch schon mal drauf hingewiesen

Die Pendlerpauschale ist aus ökologischen Gesichtspunkten wenig sinnvoll, sie fördert die Zersiedelung der Landschaft und den Individualverkehr. Ich weiss, dass es doof ist, wenn man in strukturschwachen Gebieten lebt, aber es kann nicht die Allgemeinheit dafür aufkommen, dass man eine derartige Lebensentscheidung trifft. Ich bekomme auch keine Zulagen, nur weil ich es vorziehe, in einem Altbau in der Stadt Hamburg wohnen zu wollen. Allerdings ist mir das Argument, dass wir hier wenig nachhaltig handeln, wenn wir eine steuerlichen Anreiz fürs Pendeln schaffen, viel wichtiger. Die Fahrten zur Arbeit sind wie vieles andere auch Privatsache, aber ich will hier vor allem keine verstecke Subventionierung von Kraftstoffen sehen.