Herrlich, die SPD in Hamburg hat nachwievor nichts besseres zu tun, als sich vortrefflich mit sich selber zu beschäftigen. Ingo Egloff fasst das super zusammen: SPD-Chef: “Ich fühle mich von Quartalsirren umgeben”, obwohl man sich dann fragen muß, ob er dann der Ober-Irre ist oder wie er seine Rolle definiert:

Der Parteivorstand wies diese rechtliche Einschätzung erwartungsgemäß zurück. Erstens sei die Anfechtung nicht fristgerecht eingegangen. Zweitens sei Delegierter kein Parteiamt im Sinne der Satzung. Und drittens gehe in diesem Fall das Wahlgesetz vor, erläuterte SPD-Chef Ingo Egloff nach der mehr als zweistündigen Krisensitzung des Vorstandes.

Zugleich forderte der Vorstand die Kontrahenten Annen und Ilkhanipour auf, sich einer Mitgliederbefragung in Eimsbüttel zu stellen und deren Ergebnis zu akzeptieren. Ilkhanipour aber, der sich bei den Kreisdelegierten im November formal korrekt und auf legale Weise mit 45 zu 44 Stimmen gegen Annen durchgesetzt hatte, betonte erneut, er werde sich keiner Mitgliederbefragung stellen.

Parteichef Egloff räumte ein, dass es schwierig sei, eine Lösung zu finden – und forderte alle Beteiligten noch einmal dazu auf, in sich zu gehen und zur Befriedung der Partei beizutragen. Auf die Frage, was denn eigentlich in der SPD los sei, erst der Stimmzettelklau, nun das Eimsbüttel-Chaos, sagte Egloff: “Manchmal bekommt man tatsächlich das Gefühl, man sei von Quartalsirren umgeben.”

Mittlerweile steigt das Verlangen nach einem weissen Ritter, der als wählbare Alternative durch Eimbsüttel reitet, nur bislang ist niemand in Sicht. Des Weiteren will jetzt Thomas Böwer ebenfalls durch eine Mitgiederbefragung zum Kreisvorsitzenden gewählt werden, was der bisherige Amtsinhaber Milan Pein nicht so klasse findet, da er dachte, dass er dieses Amt jetzt einfach so bestätigt bekommt.

Die Mitgliederbefragungen sollen erst im Januar durchgeführt werden, so sind also noch mindestens 4 Wochen lang Meldungen aus dem Tollhaus SPD Eimsbüttel zu erwarten. Aber danach kann man sicherlich ganz toll den Wählerinnen und Wählern erklären, warum der SPD-Kandidat bei der Bundestagswahl die Direktstimmen bekommen sollte.

Sabbel, Sabbel, bla, bla

Das große Rauschen: Mit anderen Leuten reden ist ein einfaches wie unbegreifliches Phänomen. Via Sprache reden die Leute über Belanglosigkeiten ihres Alltags.
Von Bernd Graff
Die gewöhnliche Tonlage eines Journalisten ist oft von ergreifender Schlichtheit. Ob dieser mehr zu sagen hat?

Manche Phänomene des Lebens sind beides zugleich: absolut einfach und absolut unbegreiflich. Das Phänomen des sogenannten mit anderen Leuten reden könnte jeder auf Anhieb begreifen. Denn technisch gesehen ist daran nichts Unverständliches. Man sagt etwas, andere Leute hören zu, andere auch nicht, eventuell schreibt sogar jemand auf, was gesagt wurde.

Unklar daran ist nur, warum man das tun sollte, warum man also überhaupt mit anderen Leuten reden oder, wie man – benannt nach dem prominentesten mit anderen Leuten reden-Anbieter – inzwischen auch sagt, warum man “reden” sollte.

Journalisten veröffentlichen auf Papier Gedanken und Beobachtungen. Das tun sie in jeder beliebigen Länge, und sie tun es in fremdbestimmten Turnus. Das relativ alte mit anderen Leuten reden unterscheidet sich davon lediglich darin, dass die Textlänge der im Gespräch veröffentlichten Beiträge in der Regel auf wenige Sätze begrenzt ist. Man könnte darum einen einzelnen Rede-Beitrag, der hier “Satz” oder “Kommentar” genannt wird, auch schlicht als eine Unterhaltung mit allen, die es interessiert beschreiben. Und tatsächlich werden die meisten dieser kurzen Sätze, die dann zwischen Menschen ausgetauscht werden, auch von Menschen verfasst.

Gedanken und Befindlichkeiten

Das mit anderen Leuten reden ist gerade zwischen Menschen eine der beliebtesten Aktivitäten. Jeder kann sich hier dabei sein und entscheiden, ob seine Beiträge, die “Sätze”, dann öffentlich einsehbar oder nur von einem Kreis von Freunden abrufbar sein sollen. Außerdem kann man über Gespräche verfolgen, was Freunde und Bekannte gerade so treiben, weil man diesen im Gespräch auch zuhören kann.

Neben mit anderen Leuten reden gibt es noch weitere Gesprächsformen, etwa Klönschnack, oder sogar Klatsch und Tratsch im Treppenhaus.

Die wirklich spannende Frage aber bleibt: Warum sollte man sein Leben, seine Gedanken und Befindlichkeiten mit anderen teilen? Denn, so viel ist auch schon klar: Die gerade heftig diskutierte Möglichkeit, dass der Dienst zur Verbreitung von Augenzeugen-Nachrichten aus Krisenregionen genutzt wird, so wie es vor wenigen Tagen aus den von Terrorangriffen heimgesuchten Luxushotels in Mumbai geschah, diese Anwendung ist eher die Ausnahme als die Regel.

[ via: Der neue Trend: Twitter - Tschilp, tschilp, bla, bla - Computer - sueddeutsche.de ]

Social Media Club Hamburg

Nico —  5.12.2008 — 6 Comments

Neuerdings gibt es den Social Media Club Hamburg, dessen Gründung heute durch ethority verkündet wurde. So langsam werden mir die Jungs von ethority ein wenig hyperaktiv und man wird das Gefühl nicht los, dass ethority bei allem gerade unbedingt dabei sein muß. Aber, ich unterstelle natürlich nur die besten Absichten und freue mich auf das erste Clubtreffen am 22.1.2009.

Wie es sich für einen Social Media Club gehört, gibt es eine Facebook-Gruppe, es wird getwittert und ein Wiki kann befüllt werden.

Der 22.1.09 ist noch ein klein wenig hin, mal sehen, was bis dahin alles passiert im Bereich Social Media.

[ via: Gründung Social Media Club Hamburg | ethority weblog ]

Shiv Singh von Razorfish hat sich mal Gedanken über Facebook Connect, den Social Graph und Shopping-Plattformen wie Amazon und iTunes Store gemacht. Heraus kamen ein paar Slides zum Thema Imagine if Amazon integrated Facebook Connect, die gerade die Runde machen online.


Die Gedanken sind jetzt nicht so komplett umwerfend neu, aber sie zeigen das Potential von Facebook Connect ziemlich gut auf. Es ist schon nett, wenn mir irgendwelche Leute irgendwas empfehlen oder Produkte bewerten, aber viel besser für mich als Kunde wird es, wenn meine Freunde mir sagen, was sie gut finden oder was sie meinen, was mir gefallen würde. Das machen wir ja “im richtigen Leben” auch nicht anders. Facebook Connect und Google Friend Connect geben dem Thema Social Commerce einen ziemlichen Push nach Vorne, insofern dürfte 2009 ein spannendes Jahr für den Online-Handel werden.

Kaum hat Google sein Friend Connect gestartet, zieht Facebook mit der Öffnung von Facebook Connect nach. Bislang konnten nur eine Handvoll Sites, darunter auch Amiando aus München, diesen Dienst nutzen. Facebook Connect ist ordentlich einfach für den User gehalten, es muss nur der “Friend Connect”-Button gedrückt werden, schon läuft die Authentifizierung über Facebook und dann sind zukünftige Aktivitäten mit dem Social Graph von Facebook, also dem Newsfeed verbunden. Ich kann sehen, was meine Freunde so machen und umgekehrt.

Die Beispiel-Anwendung zeigt, wie leicht Läufe mit anderen geteilt werden können. Die Informationen meiner Freunde sehe ich in der Anwendung, aber auch auf Facebook. Das ist schon ziemlich smart umgesetzt und vor allem sofort massentauglich.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Facebook Connect weitaus sinnvoller als Googles Friend Connect, eben weil mehr als nur das Verknüpfen von Profilen stattfindet, sondern der Social Graph genutzt wird. Auch hier ist dann wieder eine dem jeweiligen User selbst zu definierene Form der Privatsphäre zu finden, was sicherlich auch in Zukunft noch einige Diskussionen anregen wird.