25. Juli 2010

Hamburger CDU und das Trauerspiel im Senat

Nach dem angekündigten Rücktritt von Ole von Beust befindet sich der Hamburger Senat in einer Phase der Selbstauflösung. Kultursenatorin Karin von Welck hat ihren Rücktritt eingereicht, ebenso wie der Chef der Staatskanzlei, Volkmar Schön. Wirtschaftssenator Axel Gedaschko hat jetzt angekündigt, sein Amt ebenfalls aufzugeben und in die Wirtschaft zu wechseln. Finanzsenator Michael Freytag war sicherheitshalber bereits im Frühjahr zurückgetreten und hat sich gleichzeitig von seinem Amt als CDU-Landesvorsitzender zurückgezogen.

Es bleiben also noch die Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach, Sozialsenator Dietrich Wersich und der Finanzsenator Carsten Frigge auf Seiten der CDU übrig. Gegen Frigge wird schon länger wegen illegaler Parteienfinanzierung ermittelt und Gundelach ist auch nicht gerade wegen erfolgreicher Politik aufgefallen. Wersich hat gerade erst einmal die Kita-Gebühren massiv erhöht und damit ebenfalls durchblicken lassen, daß er das Thema Wachsen mit Weitsicht als Motto für die Stadt Hamburg nicht im Ansatz verstanden hat.

Jetzt berichtet die Mopo, daß Innensenator Christoph Ahlhaus Gastmitglied einer schlagenden Verbindung in seiner Heimatstadt Heidelberg war. Ahlhaus will sich für die anstehende Wahl zum Bürgermeister als liberal und weltoffen präsentieren, aber als Mitglied einer schlagenden Verbindung zeigt er deutlich, daß er dies eben gerade nicht ist.

Die Hamburger CDU steht nach den Rücktritten von Michael Freytag und Ole von Beust vor einem Scherbenhaufen, denn die zweite und dritte Garde erfüllt nicht ansatzweise die Ansprüche, die Hamburg an seine Senatoren stellt. Beim Koalitionspartner GAL wird man sich mittlerweile erstaunt die Augen reiben und sich fragen, was aus der vermeintlichen schwarz-grünen Herrlichkeit geworden ist. Für die GAL sollte es unmöglich sein, mit Politikern wie Ahlhaus und Frigge eine Koalition zu schmieden, aber sicherlich wird die Neigung zum Machterhalt bei der GAL stärker ausgeprägt sein als das Beharren auf den Idealen grün-alternativer Politik. Für die CDU wird es Zeit, das Versagen einzugestehen und Neuwahlen im Interesse Hamburgs vorzuschlagen, so wie es eine Mehrheit der Hamburger mittlerweile fordert.

23. Juli 2010

Facebook Like Button mit Kommentarfunktion


Auf dem Facebook Developer Blog wurde gerade angekündigt, daß es neue Funktionen für den Like Button geben wird. Der Like Button ist mittlerweile auf vielen Portalen zu finden, daher macht jetzt dieses kleine Feature-Update durchaus Sinn, schliesslich wird mehr Kontext zum Like Button hinzugefügt. Die Implementierung erlaubt allerdings weiterhin einen einfachen Click auf den Like Button und dürfte daher die User nicht vor allzu große Hürden stellen.

18. Juli 2010

Anfang vom Ende von schwarz-grün in Hamburg

Nach etwas über zwei Jahren hat der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust heute das Ende von schwarz-grün eingeläutet. Das Projekt war 2008 unter großer Beachtung gestartet, aber der Glanz war ziemlich schnell ab und wurde von der Problematik überlagert, daß keines der Projekte des Senats erfolgreich umgesetzt werden konnte. Elbphilharmonie, A7-Deckelung, Stadtbahn, Kita-Gebühren und natürlich die Primarschule – all dies sind Politikfelder, auf denen die schwarz-grüne Koalition in Hamburg versagt hat. Das Regieren machte für Ole von Beust augenscheinlich keinen Spaß mehr, entweder waren die Grünen zu anstrengend, oder er konnte seine eigene Partei nicht überzeugen, jedenfalls war für Ole von Beust schnell klar, daß sein bevorzugter präsidialer Führungsstil in dieser Konstellation nicht funktionieren konnte. Aktiv regieren war Ole von Beust dann doch zu anstrengend, daher erfolgte heute der Rücktritt.

Der Rücktritt des Hamburger Bürgermeisters zeigt eindrücklich, wie sehr die schwarz-grüne Koalition in Hamburg gescheitert ist. Nun soll Innensenator Christoph Ahlhaus die Nachfolge als Bürgermeister antreten, augenscheinlich mit dem Kalkül, daß Ahlhaus bis zur nächsten Bürgerschaftswahl noch etwas Profil bekommen könnte. Allerdings müssen jetzt die Senatoren von der Bürgerschaft bestätigt werden, was sicherlich nicht für alle derzeit amtierenden Sentatoren einem Automatismus gleichkommen wird. Kultursenatorin Karin von Welck hat daher bereits die Konsequenz gezogen und ebenfalls ihren Rücktritt eingereicht. Christa Goetsch wird als Zweite Bürgermeisterin zur Wackelkandidatin, denn die CDU steht nicht hinter ihrer Schulpolitik und wird daher sicherlich bei der Bestätigung von Christa Goetsch ihren Unmut zum Ausdruck bringen. Die schwarz-grüne Koalition in Hamburg war ein Projekt von Ole von Beust und nun werden wir sehen, wie es bis zu den Bürgerschaftswahlen auseinander fliegen wird. Die CDU benötigt dringend ein neues Profil in der Hansestadt und wird kaum Rücksicht auf ihren grünen Koalitionspartner nehmen können, daher wäre der naheliegende Schluß, daß die Hamburger Bürgerschaft Neuwahlen beschließen sollte. Die schwarz-grüne Koalition in Hamburg ist am Ende und Christoph Ahlhaus wird ihr Totengräber.

06. Juli 2010

Waldmeister. Damals. Wir hatten ja nix.

Ich war letztens im Annamaria, einer Eisdiele mit sehr leckerem Eis, unweit des Kollwitzplatzes im Prenzlauer Berg in Berlin, und da erspähte ich den quietschgrünen Bottich. Waldmeister. Nicht dieses ewige Pistazieneis, sondern Waldmeister. Wie in den 70ern. In meiner Erinnerung war in den 70ern sowie so alles mit Waldmeister-Geschmack zu bekommen. Eis, Limonade, irgendwelche Bonbons, also alles, was für einen kleinen Jungen wichtig war. Meine Mutter fand immer, das alles mit Waldmeister irgendwie künstlich schmeckte. Ich wusste gar nicht, wie Waldmeister anders schmecken konnte. An meinem 16. Geburtstag gab es neben dem SPD-Parteibuch Berliner Weiße mit Schuß. Waldmeister natürlich. Lecker. Für mich eines der Getränkehighlights der 80er, auch wenn es irgendwann durch Tequila abgelöst wurde.

Aber irgendwie war Waldmeister in den letzten Jahren dann nicht mehr so präsent für mich. Bis zum Besuch von Annamaria, jetzt bin ich wieder angefixt. Und heute habe ich dann Green Waldmeister Limonade zur totalen Freude im lokalen Edeka erspäht und mir erst einmal eine Flasche gegönnt. Meine Frau wies mich darauf hin, daß das Getränk künstlich schmecke und hat auch sofort die Liste der Zutaten studiert. Ich finde die Waldmeisterlimonade lecker, schmeckt so wie in den 70ern. Für mich ist das jetzt schon das Getränk des Sommers.

04. Juli 2010

Social Media Marketing Strategien als Buch

Social Media Marketing: Strategien für Twitter, Facebook & Co ist ein neues Buch aus dem Verlag O’Reilly, von dem man natürlich gute Bücher erwartet. Dieses Buch ist eher eine Ausnahme, vermute ich.

Ich beschäftige mich schon ein klein wenig länger mit Social Media Marketing Strategien und wenn man dann so ein Buch in die Hand bekommt, ist natürlich erst mal die Frage: “was kann ich lernen?” gefolgt von der Befürchtung “hoffentlich habe ich nicht alles falsch gemacht” – schließlich ist das Thema komplex und verändert sich schnell.

Weder die Frage noch die Befürchtung wurden von diesem Buch in irgendeiner Weise tangiert, eigentlich hätte das Buch “Einführung in einige Social Media Grundlagen” heissen müssen, so hat es leider sein Thema völlig verfehlt. Das Buch ist für den amerikanischen Markt geschrieben, mit einigen Anpassungen für den deutschen Markt ausgestattet, und beschreibt die gängigsten Plattformen, und was man da so machen kann. Da es sich um ein Buch handelt, ist es natürlich uralt im Vergleich zu dem, was gerade an Informationen im Web zu finden ist. Die vorgestellten Cases sind allesamt bekannt und sehr knapp abgehandelt, von den Strategien ist außer Allgemeinplätzen, die man auch auf den üblichen Weblogs finden kann, nichts zu sehen.

Ich habe das Buch in ca. 30 Minuten quer gelesen, was bei 388 Seiten sicherlich einiges aussagt über die Qualität des Buches. Das größte Manko ist, daß ein großer Teil für den deutschen Markt schlicht irrelevant ist, da hier zu wenig auf die deutschen Plattformen oder gar deutsche Cases eingegangen wurde. Die Fokussierung auf Cases aus den USA, die weltweit bekannt geworden sind, suggertiert natürlich, daß man auch in Deutschland sofort Massen erreichen kann. Es gibt einen massiven Unterschied zwischen Deutschland und den USA – das wurde in diesem Buch viel zu wenig thematisiert.

Mein Vorschlag: das Buch sollte umbenannt werden, dann noch einen Fokus auf den deutschen Markt bekommen, um 200 Seiten verkürzt und als Einsteigerbuch verkauft werden, dann passen Inhalt und Verpackung besser zu einander. Das Thema des Buches “Social Media Marketing Strategien für Twitter, Facebook & Co” wird total verfehlt und vor allem nur am Rande erwähnt. Wobei ich mich natürlich frage, ob ein Buch dafür überhaupt das richtige Medium sein kann.