05. Oktober 2004

Paprika, Puszta, Balaton und Blog

Ich war Mitte der 80er zweimal in Ungarn zum Urlaub, damals für Westdeutsche ein eher seltsames Urlaubsziel. Wir haben in Balatonlelle gewohnt, bei einer Familie, die mein Stiefvater schon seit den späten 60ern von etlichen Urlaubsreisen kannte. Die Familie von Josef zog den ganzen Sommer über in die Garage, damit das Haus vermietet werden konnte, was damals durchaus üblich war. Wir bezahlten natürlich einen Teil der Übernachtung in harten D-Mark und waren daher natürlich sehr gern gesehen.

Für mich bedeute der Urlaub in Ungarn nicht nur Sommer, Sonne und leckeres Essen, sondern auch ein Aufeinandertreffen mit Jugendlichen aus der DDR. Mangels Verwandschaft im Osten hatte ich sonst keinerlei Kontakte. Einige Gespräche waren geprägt vom gegenseitigen Unverständnis, was wusste ich denn schon von Blauhemden der FdJ und so, aber manchmal kamen gute Geheimtipps dabei raus. So erfuhr ich z.B. wo man im Ort unterm anstatt der üblichen Pepsi Cola Plörre auch eine kalte Coca Cola bekommen konnte, wenn auch nur quasi als Bückware. Der Urlaub war aber auch geprägt von dem leidigen Problem, das ich übrigens später nie wieder haben sollte, dass ich einfach mein Taschengeld nicht ausgeben konnte. Die beiden Eisdielen am Ort hatten ewig lange Schlangen vor der Theke und die Kühlung des Eises war so etwas von schlecht, dass ich mit meinen 8 Kugeln doch sehr kämpfen musste, sollte nicht alles in der Hand schmilzen. Ansonsten konnte ich nur Cola und Palatschinken kaufen. Kino war OpenAir mit ungarischen Untertiteln, kostete aber auch kaum etwas. Man konnte aber immer an den späten Lachern hören, wer nicht schnell lesen konnte, das wirkte sehr charmant.

Ausserdem habe ich sicherlich einen grossen Beitrag zum Vordringen westlicher Kultur geleistet, indem ich beim zweiten Urlaub täglich mit meinem Skateboard durch die Gegend gerollert bin, natürlich verwegend aussehend mit offen Schuhen und Baseballcap rückwärts auf dem Kopf. Aber davon steht natürlich in den Annalen des Ortes wiedermal nix.

Unser Gastgeber Josef schliesslich nahm uns dann mal mit auf seinen Weinberg, wo wir einen herrlichen Blick auf den Balaton hatten und am Lagerfeuer Spiesse mit Zwiebeln und Speck grillten, dazu gab es Weissbrot mit Schmalz oder Salami, frische Paprika und hauseigenen Riesling. Seitdem ist der Riesling mein Lieblingswein, bei jedem Schluck kommen die Erinnerungen an diesen perfekten Tag in der Sonne auf dem Weinberg zurück.

Ungar ist für mich Gastfreundschaft pur, Sommer, Sonne, gutes Essen und guter Wein. Ich muss da dringend mal wieder hin.

Wieso ich das alles schreibe? Ich habe eben gerade Ungarnblog.de entdeckt.

05. Oktober 2004

EU kann sich Türkei leisten

Der Kanzler will die Türken in die EU holen, die Union spricht weiterhin nur von einer “priviligierten Partnerschaft”, die in Wahrheit einen Status Zweiter Klasse bedeutet. Gerne wird als Grund angeführt, dass eine Integration der Türkei in die EU zu teuer sei.

Eine Aufnahme der Türkei würde die Europäische Union jährlich nicht mehr als zehn bis 15 Milliarden Euro kosten. “Ein Beitritt der Türkei wäre keine Überbelastung für die EU. Das finanzielle Argument ist kein Argument gegen die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen”, sagte EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer der Berliner Zeitung: “Ich rechne mit Nettokosten, die nicht höher sind als zehn bis 15 Milliarden Euro pro Jahr.” Die EU-Kommission wird an diesem Mittwoch voraussichtlich die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei empfehlen.

Die deutsche EU-Haushaltskommissarin verspricht sich von Beitrittsgesprächen einen Vorteil auch für Europas Wirtschaft. “Ich gehe davon aus, dass die Türkei einen wirtschaftlichen Boom erleben wird, wenn die Verhandlungen aufgenommen werden”, sagte Schreyer. “Das haben wir schon in den Verhandlungen mit den Staaten Osteuropas erlebt, die jetzt der EU beigetreten sind.”[Berliner Zeitung]

Wenn dem wirklich so ist, was spricht dann gegen die Aufnahme von Gesprächen mit der Türkei? Abgesehen von Ausländerfeindlichkeit und Vorurteilen seitens grosser Teile der Wählerschaft?

05. Oktober 2004

Blogger.com ohne Evan

Evan verlässt Google und sein Baby Blogger.com; natürlich nicht, ohne einen langen Eintag darüber zu bloggen. Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen war ja schon länger zu hören, dass er sich nicht so wohl gefühlt hat in seiner Rolle bei Google, aber mit dem Verweis auf Stock-Options wurde sein Verbleiben bei Google erklärt.

Anscheinend spielt Blogger.com bei Google auch nur eine sehr untergeordnete Rolle (oder da wird frenetisch The Next Big Thing entwickelt), aber bislang kann ich nicht sehen, dass da viel passiert.

04. Oktober 2004

Weblogs und Politik – mehr Meinung!

Russel Beattie schreibt ein Plädoyer für das Eintreten der eigenen Meinung auf dem heimishcen Weblog:

I truly believe there are many, many people out there who choose to vote for Bush not because they like him or think he’s doing a good job, but because they fear change and they want to feel that their decision is being supported by others. Don’t believe that this election is only in the hands of the 6 million undecided voters, it’s in all of our hands. We all have friends and families all over the U.S. If you live in California, pick up the phone to your Dad in New Hampshire and harang him constantly with the issues until he realizes that voting for Bush is a bad idea. Put that publicly in your weblog. Make him realize how important this issue is to you. Join a phone bank in your area and get on the phone to voters in Ohio and Pennsylvania and Florida. Let them know there’s a ground-swell of support from all over the country for John Kerry. Let them know you too are disgusted with George Bush. Let them know they’re not alone.

And as Joi noted, he can’t vote, so let me just say that this advice goes for Americans and non-Americans alike. Lean into it! Non-Americans need to make it clear that George Bush is not respected abroad and damages America’s credibility and good will around the world. Show your support for Kerry. One third of this country comes from outside its borders and all of them have friends and family back home. Get on the phone. Send emails. Write on your weblog. Are you a Canadian living across the border from this potential disaster? Take a day trip over the border and tell every American you know how important it is to vote Kerry. Put a big-ass banner on your weblog, write long heart-felt posts explaining your views. Are you in Europe and can’t stand to see our countries grow farther and farther apart? Write your views, support our candidate. Write it in French, in Spanish, in German, in Dutch, it doesn’t matter. Just make sure your voice is heard.

Klar, zum Thema Bush oder Kerry gibt es auch in Deutschland genügend Meinungen auf den Weblogs, aber warum sollten wir dort aufhören? Abgesehen von den Aufregern der Woche wird kaum etwas auf den Weblogs thematisiert, obwohl ich mal vielen Bloggern unterstelle, dass sie durchaus eine Meinung haben. Versteckt Euch nicht hinter Zitate, sagt Eure Meinungen zu den Themen der Zeit! Für Cut&Paste braucht man kein Weblog und der Ruhm, als allererstes auf SpOn verlinkt zu haben, verblasst doch recht schnell und ist kaum einen popeligen Trackback wert. Also los, bloggt Eure Meinung, der nächste Wahlkampf kommt bestimmt!

03. Oktober 2004

The Mac Gourmet

Ein Weblog, wie für mich gemacht: The Mac Gourmet

A site and blog for people who love to cook, love great wines, and who also maybe happen to love Apple Macintosh computers. Here you will find recipes, cooking hints and gadget reviews.

Ganz nebenbei wird natürlich gerne auf die Mac Applikation MacGourmet, die ich mir dringend mal näher ansehen sollte, allein schon um mir endlich mal zu merken, welcher Fusel wieder einen dicken Kopp gemacht und welches Rezept gemundet hat.