08. Juli 2011

LEGO WeDo – Roboter für Kinder

Ok, ich gebe es zu. Ich habe ein Set der Original LEGO Mindstorms NXT, ich habe ein Set der Beta-Version von Mindstorms NXT 2.0 und ich habe ein Set von Mindstorms NXT 2.0. Und ehrlich gesagt habe ich noch nicht wirklich mit den Möglichkeiten der Mindstorms rumgespielt. Aus Gründen. Aber ich finde LEGO toll und Roboter sowieso. Nur waren bislang unsere Kinder eher zu klein für LEGO Mindstorms und ich habe zu wenig Zeit zum rumspielen.

Jetzt gibt es von LEGO eine neue Variante von Roboter-Tools, die sich LEGO WeDo nennt und auf Grundschulkinder zugeschnitten ist. Das klingt super spannend. Weniger LEGO Technic als normales LEGO mit einigen bewegbaren und programmierbaren Teilen. Leider ist das LEGO WeDO Basisset mit 125 € nicht ganz billig und die Software kostet noch mal 95€ extra. Eigentlich ein Fall für OpenSource. Aber wenn man jetzt mal die 200 € für ein paar LEGO-Steine ausblendet, sieht LEGO WeDo echt ganz cool aus für Kinder.

Hat jemand damit schon Erfahrung gesammelt?

[ via: Robots for Everyone: Getting Kids Interested in Programming with Legos ]

07. Juli 2011

Die 1,1 mio € App – subventioniert vom BMWi

Die FDP, Vorreiter nicht nur im Abbau des Entwicklungshilfeministeriums sondern auch der Subventionen, stellt den Wirtschaftsminister in der schwarz-gelben Bundesregierung. Und man sollte meinen, es geht dort den Subventionen an den Kragen, insbesondere den unnützen. Aber weit gefehlt.

Mit 1,1 Mio € wird eine Mitfahrervermittlungs-App subventioniert, die auf den schönen Namen Green Mobility hört und Teil des europäischen Geldvernichtungsprojektes Theseus ist.

Die Story ist absolut absurd, zumal es bereits Apps gibt, die Mitfahrgelegenheiten vermitteln und daher kaum öffentliche Gelder für das Erstellen von Konkurrenzprodukten verschleudert werden sollten. Auf dem Blog Bitterlemmer wurde die gesamte Hirnrissigkeit des Unterfangens Green Mobility zusammengestellt:

Die App von Green Mobility gibt es dagegen noch nicht. An der brütet derzeit die Karlsruher Softwarefirma B2M. Die Förderung des Ministeriums wird stolz auf der Webseite vermerkt. Die App gehe demnächst in die “Evaluierungsphase”, sagte mir Projektleiterin Anke Thede. Später werde sie dann zunächst kostenfrei angeboten. Die Daten stammten von der Mitfahrvermittlung Raumobil – eine vergleichsweise mäßige Wahl angesichts eines Angebots von vielleicht drei, vier täglichen Fahrten auf meiner Strecke Berlin-München. Die öffentliche Förderung sei dennoch angebracht, sagt Anke Thede, nachdem ich sie auf die Konkurrenzlage ansprach. Der “innovative Ansatz” von B2M liege in der “Middleware”. Die sorge für besonders schnelle Datenübertragung auf Mobilfunkgeräten. Außerdem ermögliche sie zusätzliche Features wie die automatische Ermittlung des Standortes und einiges mehr, worüber sie noch nicht sprechen wolle, um die Mitbewerber nicht hellhörig zu machen. Überprüfen lässt sich diese Auskunft derzeit nicht.

Na, da sind wir ja alle auf die Veröffentlichung der App gespannt. Meine Prognose: die App braucht kein Mensch.

07. Juli 2011

Innovation aus Sicht von Kindern

Latitude Research° hat im letzten Jahr eine Studie mit mehr als 200 Kindern durchgeführt und ihnen folgende Frage gestellt:

“What would you like your computer or the Internet to do that it can’t do right now?”

Die Studie liefert einige interessante Insights, zusammengefasst unter Kids are the Royal Road to Tech Innovation. Es ist irgendwie naheliegend, daß nicht nur Ingenieure neue Ideen entwickeln können, sondern sich Kinder ganz anders an Technologie heranwagen und vor allem weniger Barrieren im Kopf haben.

Interessant finde ich vor allem, daß für Kinder Technologie ein ganz natürlicher Bestandteil der Welt ist, in der sie leben und daß sie vor allem davon ausgehen, daß es andere Interaktionsmöglichkeiten geben muß als Maus und Tastatur. Ich sehe das bei unseren Kindern. Für sie ist die Oberfläche des iPhones oder des iPad selbstverständlich, eine Tastatur ist dann doch irgendwie seltsam. Und generell ist die Erwartungshaltung eine komplett andere als bei Erwachsenen. Erwachsene sehen immer die Hürden, die es zu überwinden gilt, also GEMA, GEZ, Gerontokratie, die Kinder erwarten aber einfach, daß in einem Gerät wie dem iPad jede Musik, jeder Film und jedes Spiel verfügbar ist, das sie gerade gerne haben wollen. Egal, wie die globale Rechtelage aussieht. Wenn es technisch möglich ist, dann wollen Kinder auch einfach, daß es funktioniert.

Fazit der Studie:

Kids’ interest in a wide range of design fields–industrial, landscape, fashion, game, Web, and more–reflects the visual richness of the online world, as well as the can-do creative drive that tech encourages.

[ via: For the Future of Tech, Look to Kids Not Adults - DesignTAXI.com ]

06. Juli 2011

Facebook Video Calling – das ist alles?

Also mal ganz ehrlich und unter uns, ich finde, daß Facebook derzeit eine der spannendsten Unternehmen ist und gerade massiv die Art und Weise verändert, wie wir kommunizieren. 750 Millionen User sind beeindruckend, vor allem, weil wirklich Aktivität stattfindet. Facebook bringt Menschen zusammen, kanalisiert massiv Traffic durch Sharing und ist permanent dabei, sich weiter zu entwickeln.

Aber Facebook Video Calling ist massiv underwhelming. Nach der kurzen Installation eines .jar Files kann es losgehen, man sieht ein kleines Video-Symbol oben im Message-Rahmen und kann damit einen Freund anrufen. Dann poppt ein Fenster ohne Rahmen auf, das sich über den Browser legt und das Videobild bietet. Keine weitere Konfiguration ist nötig, aber eben auch nicht möglich. Es gibt kein Chatfenster beim Videocall, es gibt kein Besetztzeichen, wenn andere anrufen, man kann nicht mit mehreren Leuten gleichzeitig reden. Facebook Video Calling basiert auf einer Kooperation mit Skype und sieht aus wie die Schmalspurvariante schlechthin.

Schade. Und was ist mit der mobilen Nutzung? iPad? Irgendwie wirkt dieses Release sehr überhetzt. Facebook Video Calling hat noch sehr viel ungenutztes Potential.

06. Juli 2011

Es hat sich ausgebloggert

Laut einem Bericht von Mashable sollen die Marken Blogger und Picasa verschwinden. Das finde ich einerseits schade, andererseits konsequent. Google hat den Bericht unkommentiert gelassen, also werden wir sehen, was passiert. Gehen wir doch erst einmal davon aus, daß Mashable keinen Unsinn schreibt.

Blogger.com war einmal die Plattform für Blogs, legendär sind die Stories aus den Gründungsjahren mit dem Server unterm Schreibtisch, der Gründer Ev Williams gilt seit der Zeit als einer der smartesten Gründer, der genau antizipieren kann, was das nächste große Ding sein kein. Seine Legacy hat sicherlich zum Erfolg von Twitter beigetragen, denn man mußte einfach ausprobieren, was er nun wieder vorhatte, vor allem, nachdem Odeo ein Reinfall war. Wann immer jemand aus dem Gründungsteam von Blogger verkündet, daß er etwas Neues machen würde, stehen alle Schlange und wollen sofort einen Pre-Alpha Invite haben.

Blogger hat damals eingelöst, was das Web schon lange versprochen hatte: jeder kann publizieren. Blogger war damals, vor 11 Jahren, ein Meilenstein. Blogger hat damals die Tür ganz weit aufgetreten zu einer neuen Epoche. Blogger war nie perfekt, aber Blogger war ganz weit Vorne und hat den Weg bereitet für WordPress, Tumblr, Posterous & Co. Und natürlich war Blogger.com auch die Inspiration für Blogg.de, die von mir gestartete Blog-Plattform, die vieles besser machen wollte, aber wenigstens einiges anders gemacht hat. Das Blogger-B wird noch heute als Synonym für Blogs verwendet, denn Blogger hat diese Kategorie defniert und massentauglich gemacht.

Als Blogger von Google gekauft wurde 2003, da bin ich davon ausgegangen, daß das Thema Inventargenerierung über User Generated Content für Google so relevant ist für die Vermarktung, daß Google Blogger sehr schnell integrieren und fortentwickeln würde. Machen wir uns nichts vor, das ist nie passiert. Google hat Blogger.com mehr oder weniger konserviert, von ein paar Aufrüschungen mal abgesehen. Blogger war einfach nur Teil eines großen Portfolios von interessanten Diensten, die alle zum Google Universum gehören, aber nicht im Rampenlicht stehen. Google, das war eigentlich immer nur Suche und Youtube, dazu etwas Gmail, alles andere spielte keine merkliche Rolle.

Das ändert sich jetzt. Google+ ist der Versuch von Google, nicht nur im Bereich Social Web aktiv zu werden, sondern auch seine Dienste besser zu integrieren und miteinander zu verknüpfen. Die Verknüpfung erfolgt entlang eines Google Profils, das aus der Sicht von Google zum Dreh- und Angelpunkt aller Aktivitäten in Netz werden soll. Natürlich bietet es sich an, aus Googles Sicht, daß vor allem die eigenen Dienste hier präferiert angebunden werden und das erreicht man am Besten, indem Bezeichnungen gefunden werden, die jeder versteht. Photos anstatt Picasa. Das leuchtet ein. Bei Blogger finde ich es schwieriger, aber Google Publish würde mir einfallen.

Die Eingemeindung von Blogger und Picasa in Google+ macht extrem viel Sinn und wird die Nutzungszahlen für die Dienste nachhaltig stabiliseren, weil sie ein direkter Teil des Google+ Universums sein werden. Schade für Blogger, aber es ist nur konsequent, daß Google+ jetzt der Anlaufpunkt wird.